„Das Gewicht aller Dinge“

Das Gewicht aller Dinge verkleinert

Roman von Britta Röder, erschienen im Größenwahn Verlag

Inhalt:

Wer ist die junge Frau, die eines Morgens auf einer Parkbank aufwacht? Obwohl sie selbst keine Erinnerungen besitzt, löst sie bei jedem, dem sie begegnet, Erinnerungen aus. Ihre Spurensuche wird zum Sammeln fremder Lebensgeschichten. Oder sind diese anderen Geschichten vielleicht gar nicht fremd? Was verbindet sie mit dem trauernden Hochschullehrer Rolf? Was hat sie gemeinsam mit Charlotte, die mit ihr Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs teilt? Je tiefer sie in die Leben der anderen eintaucht, desto intensiver kommt sie dem Leben selbst auf die Spur. Und mit der Erkenntnis, dass allem ein Gewicht anhaftet, steht sie schließlich vor der Entscheidung ihres Lebens.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist ein ganz besonderes. Feinsinnig geschrieben, eher die leisen Töne und mit vielen wunderbaren Gedanken. Es gibt viele Anregungen zum Nachdenken und so ist es ein Buch, dass man auch mehrmals lesen kann, man wird vermutlich dann an anderen Sätzen gedanklich verweilen. Auch wenn es flüssig zu lesen ist, kein Buch, dass man mal eben so durchliest. Man sollte sich die Zeit nehmen, die vielen Gedanken auf sich wirken zu lassen. Auf jeden Fall gibt es für diesen Schatz eine absolute Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

„Schwedensommer“

Schwedensommer verkleinert

Kriminalroman von Jesper Lund erschienen im Emons Verlag

Inhalt:

An einem Spätsommermorgen wird ein Toter nahe der Öresundbrücke an der Küsten Malmös gefunden. Der landesweit bekannte Reeder war einer der reichsten Männer Schwedens. Kriminalkommissar Niklas Zetterberg und seine Kollegin Emma Steen finden schnell heraus, dass der Unternehmer von einer Aktivistengruppe bedroht wurde. Doch sie stochern im Nebel – bis die Ergebnisse aus der Rechtsmedizin eintreffen: ein Schock für die Beamten. Langsam dämmert dem Team die Tragweite des Falles…

Eigene Meinung:

Der erster Fall für das Ermittlerteam Niklas und Emma hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn der Autor kein Skandinavier ist, doch ein moderner Krimi in bester skandinavischer Tradition. Viel Nord-Flair und der Fall selbst ist nichts für schwache Nerven. Ich fand das Buch sehr spannend, dazu auch noch mehrere überraschende Wendungen, da ist die Zeit beim Lesen nur so geflogen. Außerdem lernte man die beiden Ermittler näher kennen und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall für dieses Team.

5 Sterne-p1

„Nordseedunkel“

Kriminalroman von Christian Kuhn, erschienen im Wilhelm Heyne Verlag

Klappentext:

Kriminalhauptkommissar Tobias Velten hat sich eine Auszeit genommen. Statt in Berlin Verbrecher zu jagen, fotografiert er lieber Seevögel auf Norderney und führt im Auftrag eifersüchtiger Eheleute gelegentliche Beschattungen durch. Doch dann wird ihm ein Auftrag angedient, der so gar nicht zum Inselidyll zu passen scheint: Die Tochter einer wohlhabenden Unternehmerfamilie wurde entführt. Velten soll sie um jeden Preis retten. Die Frage ist nur: Warum vertraut man ihm mehr als der Polizei? Nach und nach kommt Velten einem Geheimnis auf die Spur, das weitere Kreise zieht, als er sich jemals hätte vorstellen können.

Eigene Meinung:

Nachdem mir schon der erste Fall für Tobias Velten sehr gut gefallen hat, war ich auch von diesem Buch wieder begeistert. Ich mag diesen Kommissar, der vor der wunderbaren Kulisse Norderneys ermittelt und genau weiß, was er tut. Außerdem kommt ganz viel „Nordsee“ aus dem Buch. Dazu ein spannender Fall, der sich wunderbar zügig lesen lässt bis zu einer überraschenden Auflösung. Und es steckt so viel mehr dahinter… Zusammengefasst ein richtig guter spannender Krimi mit ganz viel Nordsee. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall.

5 Sterne-p1

Band 1 der Tobias-Velten-Reihe: Nordseedämmerung

Man kann aber den 2. Band lesen, ohne den 1. Band zu kennen. 

https://wordpress.com/post/susannesbuecherwelt.com/1090

 

 

 

„Ich dachte schon, du fragst mich nie“

Ich dachte schon, Du fragst mich nie

Roman von Gabriella Engelmann, erschienen bei Knaur

Inhalt:

Kann das Chaos noch ein bisschen größer werden? fragt sich Sophie Hartmann. Tochter Pauli leidet am ersten Liebeskummer, Schwester Geli an notorischem Hang zu falschen Männern und dann bricht sich Tochter Liv ausgerechnet kurz vor der Eröffnung des gemeinsamen Restaurants die Hand. Dummerweise ist Sophie in der Küche ein Totalausfall, selbst mit ihrem Wahlspruch „Familie ist das Allerwichtigste“ stößt sie hier an ihre Grenzen. Zum Glück beweist das Schicksal Sinn für Humor und schickt Hilfe von unerwarteter Stelle in Person von Marc. Doch während sich in Sophies Umfeld alles zum Besten wendet, muss sie selbst erkennen, dass sie ihre eigenen Wünsche und Ziele viel zu lange begraben hat.

Eigene Meinung:

Ich liebe die Bücher von Gabriella Engelmann und bin auch von diesem Buch wieder begeistert. Ein absoluter Wohlfühlroman mit viel Atmosphäre von Hamburg und Mallorca, sehr warmherzig dargestellten Personen und viel Humor. Das Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Sophie und Marc geschrieben. Gerade bei der männlichen Sicht habe ich oft laut gelacht. Trotz der unterschiedlichen Perspektiven ist das Buch sehr entspannt zu lesen, die einzelnen Kapitel sind sehr gut gekennzeichnet. Und der tiefere Sinn kommt auch nicht zu kurz, denn schließlich geht es auch darum, eigene Wünsche zu erkennen und den Mut für einen Neuanfang zu finden. Insgesamt ein großes Lesevergnügen, allerdings sollte man dieses Buch nicht während einer Diät lesen, dazu läuft einem beim Lesen zu oft das Wasser im Mund zusammen…

5 Sterne-p1

„Pension Herzschmerz“

Pension Herzschmerz

Roman von Christin-Marie Below, erschienen bei Ullstein Buchverlage GmbH

Klappentext:

Das Leben ist kurz, der Alltag grau. Vor allem wenn man Liebeskummer hat. Louise muss raus. Zusammen mit ihrer besten Freundin Anna bricht sie auf nach Norderney zu ihrer Freundin Kim, die sich gerade den Fuß gebrochen hat und Hilfe braucht. Gleich am ersten Abend auf der Insel hat Louise bei viel Sekt und Pralinen einen Geistesblitz: Wäre das nicht die perfekte Geschäftsidee – eine Pension für alle mit gebrochenem Herzen? Schließlich hatte jeder schon mal Herzschmerz. Sogar der attraktive Bürgermeister, den Louise für das Projekt gewinnen muss. Doch das ist gar nicht so einfach…

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein schöner Roman, der sich mit der Kraft der Freundschaft befasst. Dabei spielt diese angenehm leicht zu lesende Geschichte vor schöner Kulisse auf der Nordseeinsel Norderney. Auch die Personen sind alle gut und warmherzig beschrieben. Was mich ein wenig enttäuscht hat, ist, dass es bei der Handlung nur wenig Fortschritt gibt. Die Mädels haben die Idee und beschäftigen sich dann bis zur Entscheidung durch die Eigentümerin der Pension damit, Fürsprecher zu suchen. Da hätte ich mir etwas mehr Handlung gewünscht. Aber vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung, die dann die nächsten Themen aufnimmt.

3 Sterne-p1

 

„Trauma“

Trauma

Thriller von Angélique Mundt, erschienen im btb Verlag

Klappentext:

Leila wacht auf, und ihr Leben ist nicht mehr dasselbe. Wie ist sie an diesen Ort geraten, in dieses Bett, in diese Psychiatrie? Erinnerungen mischen sich mit Ahnungen, sie hat Angst. Wann ist ihr Traum zum Alptraum geworden? Was hat sie getan? Und zu was ist sie fähig, wenn die Erinnerung sie einholt?

Eigene Meinung:

Dieser Thriller hat mich von der ersten Seite an gepackt und einige schlaflose Nächte gekostet. Eine beklemmende Geschichte, denn die Hauptfigur versucht sich zu erinnern und man ist mit ihr immer nicht sicher, was ist Realität und was nicht. Die Atmosphäre in dieser Psychiatrie ist bedrückend und man merkt, dass die Autorin als Psychologin über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügt. Dabei ist das Buch sehr gut zu lesen und überzeugt mit großer Spannung und einigen überraschenden Wendungen. Eine klare Leseempfehlung, aber nichts für schwache Nerven. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die Autorin oder Ihre Buchhändlerin/Ihren Buchhändler.

5 Sterne-p1

„Leuchtturmträume“

Leuchtturmträume

Roman von Tanja Janz, erschienen bei Harper Collins

Inhalt:

In St. Peter-Ording will Anneke nicht nur ihrem Job als Hoteltesterin gut machen, sondern auch endlich mal wieder Zeit in der Natur genießen und ausspannen. Dass sie hier außerdem die romantischsten Orte der Küste aufsuchen soll, trifft sich gut. Bis sich herausstellt, dass ausgerechnet ihr Ex Raik das neue Hotel leitet und er sie nur allzu gern zu Strandspaziergängen und Picknicken an Geheimplätzen begleitet. Er lässt keine Zweifel daran, dass er sich einen Neuanfang mit ihr wünscht. Und wenn Anneke seinen offenen Blick auffängt, spürt sie, wie viel er ihr immer noch bedeutet. Aber kann sie sich wirklich der Vergangenheit stellen und Raik verzeihen?

Eigene Meinung:

Ein Wohlfühlroman mit Tiefgang vor wunderbarer Kulisse. So kann man dieses Buch mit einem Satz beschreiben. Durch Annekes Trauer, die sie bis heute nicht verarbeitet hat, hat die Geschichte den notwendigen Tiefgang. Sie lernt in St.Peter interessante Personen kennen, die alle sehr liebevoll beschrieben sind. Dazu gibt es noch ganz viel St.Peter-Ording Feeling in der Geschichte und so fühlt sich das Buch dann wie ein Wohlfühlroman an, der außerdem noch ganz entspannt zu lesen. Eine klare Leseempfehlung für die Leserinnen von Frauenromanen, die an schönen Orten spielen.

5 Sterne-p1

 

„Tödliche See“

Tödliche See verkleinert

Ein Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Die Nordsee, fast achtzig Kilometer vor Sylt. Im Gerüst unter der Versorgungsplattform eines Windparks wird die Leiche eines Tauchers gefunden. Unfall oder Selbstmord sind ausgeschlossen. Das erkennen Liv Lammers und ihre Kollegen von der Mordkommission sofort. Die Arbeiter auf der Plattform wirken auf sie zunächst wie eine eingeschworene Gemeinschaft. Bald aber zeigt sich, dass es hinter den Kulissen brodelt. Und auch auf Sylt ist die Lage angespannt: Die Firmeninhaberin wird bedroht und viele Einheimische kämpfen seit Jahren gegen die Offshore-Anlage vor der Insel. Verdächtige gibt es daher mehr als genug…

Eigene Meinung:

Der fünfte Fall für Liv Lammers besticht mit einem ganz besonderen Setting. Die Versorgungsplattform eines Windparks mitten in der Nordsee ist eine eigene Welt, die man so kaum kennt und das macht diesen Krimi besonders interessant. Das gilt auch für die Welt der Berufstaucher, die man ebenfalls kaum kennt. Auch wenn man diese Welt nicht kennt, ist man sofort in diesem Krimi gefühlt mittendrin. Für mich eine Kunst der Autorin, ihre Bücher so zu schreiben. Dazu ist dieser Fall dann noch sehr spannend, es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten bis zu einer klaren Auflösung. Die Ermittlungen auf Sylt liefern dann noch ganz viel Insel-Gefühl. Außerdem mag ich das Ermittler-Team um Liv Lammers, die alle Ecken und Kanten haben. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall. Bis dahin eine klare Leseempfehlung für die Leser von norddeutschen Regionalkrimis.

5 Sterne-p1

„Aus der Mitte des Sees“

Aus der Mitte des Sees

Roman von Moritz Heger, erschienen bei Diogenes

Klappentext:

Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See legen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen Mönche das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch. Mit leisen Tönen und trotzdem sehr vielen klugen Gedanken, dazu ein Schreibstil, der für mich feinsinnig ist. Man muss sich auf die ruhigen Töne einlassen und es ist ganz bestimmt kein Buch für jeden Leser und zu jeder Zeit. Wer aber eine ruhige Lektüre sucht mit einigen Denkanstößen, der ist hier genau richtig. Man begleitet den Mönch vierzehn Tage lang mit seinen Gedanken über das Kloster, das Leben und Sterben an sich und die Frage nach seiner Zukunft. Da gibt es nicht unbedingt viel Handlung, aber viele interessante Gedanken. Wenn man sich auf dieses Buch einlassen kann, ist es ein Buch, dass nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

4 Sterne-p1

„Das Dünencafe“

Das Dünencafe verkleinert

Ein historischer Sylt-Roman von Sina Beerwald, erschienen bei Droemer Knaur

Klappentext:

Der erste Weltkrieg ist endlich vorbei. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten und unter dem Argwohn der Männer setzt Moiken alles daran, das Hotel „Strandvilla“ und ihr geliebtes Cafe auf Sylt im alten Glanz erstrahlen zu lassen, sie will ihre Gäste im Dünenpavillon wieder mit Törtchen und Pralinen verwöhnen. Der charismatische Wasserbauingenieur Adam von Baudissin ist fasziniert von ihr – und sie von ihm. Er ist auf die Insel gekommen, um allen Widrigkeiten zum Trotz ein Jahrhundertbauwerk zu errichten – einen Damm zum Festland. Moiken könnte glücklich sein, wäre da nicht die Sorge um ihre Tochter Emma, die mit ihrem Vater, dem Fotografen Boy Lassen, nach Berlin gegangen ist. Als Emma schwer erkrankt, eilt Moiken in die brodelnde Metropole. Das Wiedersehen mit Boy, ihrer ersten großen Liebe, reißt alte Wunden auf: Wird Moiken ihn jemals vergessen können?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein historischer Roman, wie ich ihn sehr gerne lese. Historische Begebenheiten eingebunden in eine interessante Handlung mit spannenden Hauptpersonen. Genau das ist hier der Fall. Dabei lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und so gibt es den vollen Lesespaß. Neben dem großen Projekt des Dammbaus geht es hier auch noch um die Stellung der Frau in der Gesellschaft nach dem ersten Weltkrieg. Und das ist als Witwe und Geschäftsfrau gar nicht so einfach. Außerdem gibt es viele wunderbare Beschreibungen der Insel Sylt. Zwar aus einer anderen Zeit, aber vieles kann man auch heute noch nachvollziehen, wenn man die Insel kennt. Den ersten Teil habe ich übrigens noch nicht gelesen, was aber kein Problem darstellt, denn die Erklärungen in diesem Buch sind so, dass man mühelos hineinkommt. Insgesamt ein sehr großes Lesevergnügen und eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

Und wer mit Teil 1 anfangen möchte:

„Die Strandvilla“ entführt auf die Insel Sylt im Jahre 1913.