„Friedhof der Krustentiere“

Friedhof der Krustentiere verkleinert

Ein Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Inhalt:

Ein Herbststurm fegt durch Fredenbüll und weht nichts Gutes in den nordfriesischen Küstenort: Schimmelreiter Hauke Schröder findet Tante Tele tot im Ford Mustang, eine Einbruchserie verunsichert die Dorfbewohner, und auf der gegenüber liegenden Hallig Westeroog gehen unheimliche Dinge vor sich. Dort versetzt eine gruselige Gestalt die wenigen Gäste des Hallig-Hotels, in dem Polizistentochter Tadje gerade ihr Praktikum absolviert, in Angst und Schrecken. Als aus der Hotelküche das größte Messer verschwindet und die Telefonleitung abreißt, wird die Lage mehr als brenzlig. Dorfpolizist Thies Detlefsen und ganz Fredenbüll durchleben eine wahre Horrornacht.

Eigene Meinung:

Ein Buch von Krischan Koch zu lesen ist ein bisschen, wie nach Hause kommen. Man trifft auf die bekannten und vertrauten Personen aus dem Stammimbiss „De Hidde Kist“ und hat gleich Spaß. Diese Gäste sind einfach genial. Dazu gibt es hier noch sehr gruselige Momente auf der Hallig Westeroog, wunderbar geschrieben und spannend erzählt. Ich fand das dort schon ziemlich schaurig. Außerdem gibt es noch einen Mordfall mit einer überraschenden Auflösung. Mir hat dieser Besuch in Fredenbüll wieder sehr gut gefallen und ich freue mich auf Nachschub, denn leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei.

5 Sterne-p1

„Sterbekammer“

Sterbekammer verkleinert_

Ein Kriminalroman von Romy Fölck, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

In einer abgelegenen Deichmühle wird die Leiche eines alten Mannes gefunden, der als starrköpfiger Eigenbrötler bekannt war. Als Polizistin Frida Paulsen in der Mühle auf eine verdeckte Bodenklappe stößt, ist sie zutiefst erschüttert, denn die Tür führt zu einer Kammer, die wie ein Gefängnis anmutet. Ihr Kollege Bjarne Haverkorn erinnert sich an eine junge Frau, die vor Jahren spurlos in der Marsch verschwand. Alles deutet darauf hin, dass die Entführte in der Kammer gefangen gehalten wurde.

Eigene Meinung:

Das Buch ist der 3. Fall für die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn und ich finde, die Bücher werden immer besser. So schnell, wie ich die über 400 Seiten lesen musste…. Ein sympathisches Ermittlerteam ist hier tätig, dazu spielt die Handlung in Hamburg und Schleswig-Holstein, gerade die Beschreibungen des südwestlichen Schleswig-Holsteins und der Menschen dort fand ich sehr gelungen. So entsteht ganz viel Atmosphäre, während eine spannende Geschichte erzählt wird. Die Handlung konnte mich fesseln und gleichzeitig gruseln, so gut waren die Mühle und die Kammer beschrieben. Eine absolute Leseempfehlung für Leser, die norddeutsche Krimis mögen.

5 Sterne-p1

„Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen“

Das Grandhotel verkleinert

Roman von Caren Benedikt, erschienen bei Blanvalet

Inhalt:

Ein elegantes Hotel an der Ostsee, ein verruchtes Variete in Berlin, eine starke Frau, die ihren Weg geht, und ein Geheimnis, das alles in Gefahr bringt.

Rügen, 1924. Weiß und prächtig steht es an der Uferpromenade von Binz: das imposante Grand Hotel der Familie von Plesow. Vieles hat sich hier abgespielt, und es war nicht immer einfach, trotzdem blickt Bernadette voller Stolz auf ihr erstes Haus am Platz. Hier hat sie ihre Kinder großgezogen: den ruhigen Alexander, der einmal der Erbe des Grand Hotels sein wird; Josephine, die rebellische Künstlerin, die ihren Weg noch sucht und den umtriebigen Constantin, der bereits ein eigenes Hotel, das Astor, in Berlin führt. Alles scheint in bester Ordnung. Natürlich gibt es hier und da Streitigkeiten mit ihrer Tochter und irgendwas stimmt auch nicht mit dem sonst so fröhlichen Zimmermädchen Marie – aber all das ist nichts gegen das, was der unangekündigte Besuch eines Mannes auslösen könnte, der Bernadette damit droht, ihr dunkelstes Geheimnis aufzudecken…

Eigene Meinung:

Der erste Band dieser opulenten Familiensaga hat mir gut gefallen. Das Buch ist gut und flüssig zu lesen und so erlebt man intensiv die magische Welt eines großen Hotels. Dazu gibt es mit Bernadette von Plesow eine ganz starke Figur, die sich nach dem Tode ihres Mannes in der Geschäftswelt und als Familienoberhaupt behaupten muss. Dabei ist Buch nicht nur Familiengeschichte, denn gerade bei Sohn Constantin in Berlin geht es auch ziemlich hart zur Sache. Die Bandenkriege, die dort geführt werden, haben das Zeug zum Krimi. Gefallen hat mir, dass es mit der Geschichte von Marie, dem Zimmermädchen, auch noch eine zweite starke Frau gibt, die aber einer anderen Schicht angehört.  Außerdem hat es mir Spaß gemacht, dass man durch die bildhaften Beschreibungen ganz tief abtauchen kann in die Welt von 1924 und nebenbei dann auch noch so einiges lernt. Ich freue mich auf jeden Fall auf den 2. Band.

5 Sterne-p1

Caren Benedikt ist das Pseudonym der deutschen Autorin Petra Mattfeldt. Für mich ist die Information interessant, denn wir durften die Autorin im Herbst letzten Jahres bei einer Buchvorstellung auf einer Barkasse im Hamburger Hafen live erleben. Unter dem Pseudonym Ellin Carsta hat die Autorin einen neuen Band ihrer Hansen-Saga vorgestellt. Dabei geht es rund um eine Hamburger Familie, die im Kakao-Handel tätig ist. Stilecht ging es mit der Barkasse durch den Hamburger Hafen, während man der Lesung lauschen und leckeren Kakao probieren konnte. Eine gelungene Veranstaltung, die im Gedächtnis geblieben ist.

Petra Mattfeld

„Leichenschmaus im Herrenhaus“

Leichenschmaus im Herrenhaus verkleinert

Ein Cornwall-Krimi von Karin Kehrer, erschienen bei Midnight

Inhalt:

Es ist Herbst in South Pendrick und die Nachfrage nach Bees gehäkelten Eierwärmern steigt. Bee muss ihren Garnvorrat dringend aufstocken und macht sich auf den Weg ins Dorf. Als sie bei ihren neuen Nachbarn Percy und Lavinia in Waterford Manor vorbeikommt, trifft sie einen Fremden, der vorgibt, Fotos vom Herrenhaus zu machen. Wenige Tage später buddelt der Nachbarshund die Leiche eben jenes Manes aus. Bees Aufmerksamkeit ist geweckt, doch das Nachbarspaar, das sonst immer so freundlich ist, wirkt plötzlich abweisend und reagiert verstimmt auf Bees Schnüffeleien. Anlässlich eines Geburtstages wird auf dem Anwesen eine Feier veranstaltet, bei der ein weiterer Toter gefunden wird. Bee ist sofort klar, dass es nur einer von den Partygästen gewesen sein kann. Doch wer hatte ein Motiv?

Eigene Meinung:

Den ersten Band habe ich nicht gelesen und so war es mein erster Fall mit Bee Merryweather. Das ist aber kein Problem, man kann den zweiten Band gut alleine lesen. Ruhig erzählt und dabei flüssig zu lesen, gelingt es der Autorin sehr viel Atmosphäre „very britisch“ zu erzeugen. Das hat das Buch für mich zum Lesegenügen gemacht und für gute Unterhaltung gesorgt. Dazu gibt es auch noch eine Prise Humor und die Auflösung ist schlüssig. Wer grundsätzlich Cosy-Krimis mag und noch dazu gerne britische Atmosphäre hat, der ist hier genau richtig.

4 Sterne-p1

 

Leipziger Buchmesse 2020 abgesagt

Moin,

es ist schade, dank Corona-Virus wurde jetzt die Leipziger-Buchmesse abgesagt. Wir hatten uns schon seit Monaten auf dieses Lesefest gefreut. In vielen Büchern stöbern, Büchermenschen treffen und Lesungen lauschen, das war der Plan. Auch wenn ich finde, dass die allgemeine Panik überzogen ist und mir auch die Verhältnismäßigkeit fehlt (was ist mit Grippe? warum finden Fußballspiele wie DFB-Pokal statt?), so ist die Entscheidung doch richtig.

Als Besucher kann ich selbst entscheiden, ob ich die Messe besuche und das Risiko eingehe. Für die vielen Verlagsmitarbeiter/-innen, Autoren/-innen und die ganzen Mitarbeiter/-innen im Service wie Einlass oder Gastronomie gilt das nicht, sie haben Dienst die Tage über und sind den Menschenmengen ausgesetzt. Von daher finde ich die Absage sinnvoll. Es wäre, glaube ich, auch kein so entspanntes Lesefest geworden, wie sonst die Jahre.

Und nun? Bücher beim örtlichen Buchhändler kaufen finde ich immer wichtig. Und Lesen ist immer auch die perfekte Flucht aus dieser gerade wieder etwas verrückten Welt. In dem Sinne: Viel Spaß beim Lesen!

LBM19 Bücherturm

 

Krimilesung mit Elisabeth Herrmann in Bad Oldesloe

Hermann verkleinert

Letzte Woche war es wieder soweit: Elisabeth Herrmann war das dritte Mal in Bad Oldesloe im Rahmen der Frauenkulturtage zu Gast. Und die Lesung im Rathaussaal hatte dann Gänsehautfaktor. Für Elisabeth Herrmann sind Lesungen Kino im Kopf und damit hat sie ihren Zuhörern einen tollen Abend bereitet. Einfach toll gelesen und draußen pfiff der Sturm ums Haus, passend zu dem gelesenen Text.

Die Lesung erfolgte aus „Schatten der Toten“, dritter und letzter Teil der Reihe um die Tatortreinigerin Judith Keppler, einer schlagfertigen Frau, die aber nicht gebildet ist, sondern eher eine Putzfrau mit Zusatzausbildung, so Herrmann. Und die Autorin war traurig, dass dieses vorerst die letzte Lesung mit dieser Hauptfigur war. Im Mai erscheint das neue Buch, der 6. Band mit Anwalt Vernau.

Es ist schwierig, eine Buch-Reihe zu haben. Wenn man ein Buch pro Jahr schreibt, sind mehrere Reihen schwierig, die Möglichkeiten sind begrenzt, wenn man alles selbst macht. Dazu gehört auch das Schreiben der Drehbücher. Deshalb endet die Reihe mit Judith, während die Reihe mit Anwalt Vernau bleibt, so die Autorin. Auch würde sie gerne mal wieder ein Buch stand alone schreiben. Ein halbes Jahr arbeitet sie an einem Buch, dabei schon vier Wochen an dem Plot, der extrem wichtig ist.

Eva Matthes und Nina Petri lesen die Hörbücher ein, das funktioniert besser, wenn Profis das machen.

Elisabeth Herrmann war vorher Journalistin, das erste Buch „Das Kindermädchen“ wollte keiner haben, die Mischung aus Humor und gleichzeitig schrecklicher Gewalt. Dann fand sich ein kleiner Verlag und es gab wohlwollende Kritiken. Durch Mund-zu-Mund Propaganda kam das Buch plötzlich auf Platz 1 und dann gab es einen Produzenten, der das Buch verfilmen wurde. Das Drehbuch hat sie selbst geschrieben und das Jan Josef Liefers die Hauptrolle spielt, hat ihr dann sehr geholfen, auch wenn er damals noch nicht der Star war, der er heute ist. Die Verfilmungen haben ihr geholfen, aus der Ecke der Hobbyschreiber herauszukommen und professionell zu schreiben.

Aus diesem spannenden Buch wurde gelesen:

Schatten der toten verkleinert

„Schatten der Toten“, erschienen im Goldmann Verlag.

Inhalt:

Judith Kepler kennt den Tod wie wenige andere – denn sie ist Tatortreinigerin. Gerade beginnt sie, über ihr weiteres Leben nachzudenken: Ihr Chef will, dass sie die Firma übernimmt, und ihre Beziehung zu einem Waisenmädchen entwickelt sich auf unerwartete Weise. Doch dann stirbt Eva Kellermann, eine frühere Stasi-Spionin. Ihr letztes Geheimnis setzt eine tödliche Jagd in Gang, auf einen der größten Verbrecher dieser Zeit: Bastide Larcan. Er ist Judiths Vater – der so viel Leid verursachte und sich nie dafür verantworten musste. Seine Spur führt nach Odessa, und Judith muss sich entscheiden: für ihr Leben oder für eine Reise in die Vergangenheit, in der die Schatten der Toten sie erwarten …

 

„Die Rosengärtnerin“

die rosengärtnerin_

Roman von Sylvia Lott, erschienen bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Klappentext: 

Frankreich 1958: Jeanne verzaubert in den Fünfzigerjahren ganz Paris mit ihren Chansons. Nun lebt sie mit ihrem Mann in einem Chateau im malerischen Loire-Tal und widmet sich ihrer Leidenschaft, der Rosenzucht. Doch ein Schatten liegt über ihrem Glück, denn Jahre zuvor musste sie das, was sie am meisten liebte, zurücklassen, um zu überleben…

Hamburg 2017: Die Journalistin Ella erbt ein verfallenes Anwesen in Frankreich. Sie ahnt nicht, dass das Vermächtnis ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Und das es ein Geheimnis birgt, das zu Ellas Wurzeln an der ostfriesischen Küste führt…

Eigene Meinung:

Mein drittes Buch von Sylvia Lott und ich bin wieder begeistert. Der Roman ist sehr angenehm entspannt zu lesen, obwohl er in mehreren Zeitebenen erzählt wird. Aber der Autorin gelingt es einfach sehr gut, historische Begebenheiten in eine Romanform zu verpacken, so dass man den Roman gerne liest und nebenbei dann noch einiges über die Hintergründe erfährt, bzw. erfährt, wie die Menschen zu der damaligen Zeit gelebt haben. Das ist hier wieder sehr eindrucksvoll gelungen. Außerdem ist gerade die Figur der Jeanne sehr intensiv dargestellt, dass man als Leserin gleich mit ihr leidet. Insgesamt eine klare Leseempfehlung.

Ich habe hier das Taschenbuch gelesen und habe mich auch sehr über die Recherchefotos gefreut, die gleich Lust auf Urlaub machen…

5 Sterne-p1