Mitten ins Herz & weitere kriminelle Kurzgeschichten

Mitten ins Herz verkleinert

Kriminelle Kurzgeschichten von Britta Bendixen, erschienen bei Britta Bendixen

Inhalt:

18 spannende Kurzkrimis, locker-leicht und mit einem Augenzwinkern erzählt. Der Leser schlüpft mal in die Rolle des Ermittlers, des Täters oder in die eines Amateur-Detektivs, der unverhofft ein Verbrechen aufklären will. Dabei gibt es kurze knackige Krimis für zwischendurch und auch längere Geschichte für Mußestunden. Auch hat man die Gelegenheit, bei den Küstenkrimis die Ermittler Andresen und Weichert kennenzulernen.  Für jeden Krimi-Fan ist etwas dabei und spannende Unterhaltung ist garantiert.

Eigene Meinung:

Ich habe einen großen Respekt vor Autoren, die gute Kurzgeschichten schreiben. Für mich die hohe Kunst, auf wenigen Seiten eine spannende Geschichte zu erzählen, die einen als Leser fesselt. Britta Bendixen ist das in dem vorliegenden Band gelungen. Interessant auch die unterschiedliche Perspektive, aus der die Geschichten erzählt werden. Da das Buch in entsprechende Abschnitte unterteilt ist, nimmt man das als Leser ganz bewusst wahr, was das Lesen auch interessant macht.  Und gerade die Küstenkrimis haben bei mir die Lust auf „mehr“ geweckt, denn die beiden Ermittler haben mir sehr gut gefallen. Insgesamt für die Liebhaber von Krimi-Kurzgeschichten eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

Literatur Battle oder auch Live-Literaturshow „Die Seitenspringer“

Die Buchhandlung Hugendubel hatte zu einem Literatur Battle in Kiel eingeladen. Durch eine Autorin war ich darauf aufmerksam geworden, konnte mir aber nicht richtig was darunter vorstellen. Ein Kampf in der Literatur? Tatsächlich treten die beiden Hauptpersonen aber auch unter dem Titel„Live-Literaturshow – Die Seitenspringer“ zusammen auf und das passt richtig. Karla Paul, sehr erfolgreiche Buchbloggerin und auch in Verlagen tätig, und Günter Keil, Journalist, Moderator und Literaturblogger, gestalten zusammen einen höchst unterhaltsamen Abend.

Beide stellen immer abwechselnd 60 Sekunden lang ein Buch vor und versuchen, das Publikum von dem jeweiligen Buch zu begeistern. Insofern ein Kampf um die Begeisterung des Publikums, aber immer mit dem Fokus, gute Bücher vorzustellen und nicht Bücher schlecht zu machen. Zur Unterstützung hatten sich die beiden in Kiel dann mit Angelika Svensson und Jan Christophersen noch zwei Autoren aus Schleswig-Holstein geholt, die ebenfalls ihre Bücher vorstellen konnten. Ausgestattet mit der entsprechenden Bücherliste hat es riesigen Spaß gemacht, den beiden Profis zuzuhören, wie sie präzise und flott die Bücher vorgestellt haben. Spannend war auch die Vielfalt der vorgestellten 18 Bücher, da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Zwischendurch gab es dann noch Unterhaltung in Form von einer Pantomime von Buchtiteln oder ein Buchquiz . Insgesamt ein sehr kurzweiliger Abend, der viel Lust aufs Lesen gemacht hat.  Den Besuch dieser Veranstaltung kann ich nur empfehlen!

„Löwenzahnkind“

Löwenzahnkind verkleinert

Thriller von Lina Bengtsdotter, aus dem Schwedischen von Sabine Thiele, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Gullspäng, eine Kleinstadt in Westschweden. Als in einer heißen Sommernacht die siebzehnjährige Annabelle spurlos verschwindet, ist schnell klar, dass Verstärkung angefordert werden muss. Mit Charlie Lager schickt die Stockholmer Polizei ihre fähigste Ermittlerin – doch was die Kollegen nicht wissen dürfen: Die brillante Kommissarin ist selbst in dieser Kleinstadt aufgewachsen. Je tiefer Charlie nach der Wahrheit hinter Annabelles Verschwinden gräbt, desto mehr droht das Netz aus Lügen zu reißen, das sie um ihre eigene, dunkle Vergangenheit gesponnen hat. Doch die Zeit drängt – sie muss Annabelle finden, bevor es für sie beide zu spät ist…

Eigene Meinung:

Als ich mit dem Buch durch war habe ich zunächst nochmal gucken müssen, was das sein sollte. Laut Cover ein Thriller. Da muss ich sagen, so ist mir das Buch nicht vorgekommen. Mehr war es ein Drama mit etwas Spannung. Es geht doch sehr viel um Charlies Kindheit in dem Ort. Dazu ist das Buch in drei verschiedenen Zeitebenen geschrieben. Die aktuellen Ermittlungen, dann kann man Annabelle an ihrem letzten Tag folgen und es gibt noch einen Rückblick in die Vergangenheit, der sich aber erst ganz zum Schluss erschließt.  Das Buch ist der Auftakt einer Reihe mit dieser Ermittlerin. Charlie hat mir als Person richtig gut gefallen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es bei weiteren Bänden, die nicht so mit Charlies Vergangenheit zu tun haben, richtig spannend wird.

3 Sterne-p1

„Meistens kommt es anders, wenn man denkt“

Meistens kommt es anders verkleinert

Roman von Petra Hülsmann, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Nele hat von der Liebe die Nase gestrichen voll. Ihr neuer Job bei einer angesagten Hamburger PR-Agentur soll ab jetzt an erster Stelle stehen. Inhaber Claas betraut sie mit einer Imagekampagne für den Politiker Rüdiger Hofmann-Klasing, dessen Umfragewerte tief im Keller sind – aus gutem Grund, wie sie bald herausfindet. Darüber hinaus beschließt ihr kleiner Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ausgerechnet Nele soll ihm im Kampf mit den besorgten Eltern unterstützen, dabei ist sie doch insgeheim die größte Glucke von allen. Um das Chaos perfekt zu machen, stellt Nele fest, dass Claas mehr als nur ein netter Chef für sie ist und dass er ihr Herz ganz schön zum Stolpern bringt. Aber soll sie sich von der Liebe etwa schon wieder einen Strich durch die Rechnung machen lassen?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein wunderbarer Sommerroman, aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist das Buch die Lektüre wert.  So ist dieser Roman von Petra Hülsmann wieder wunderbar leicht zu lesen, flott und frisch geschrieben und verpackt nebenbei noch erste Themen, wie das Leben mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft, in einen unterhaltsamen Roman. Es kommt auch selten vor, dass mir aus einem Buch ein Zitat in Erinnerung bleibt, hier ist das gelungen: „Das Leben ist keine Hüpfburg“, wie wahr ist das. Auch wenn das Leben keine Hüpfburg ist, mit der Lektüre dieses Buches ist es zumindest für einige Stunden leichter.

4 Sterne-p1

„Die Malerin des Nordlichts“

Die Malerin des Nordlichts verkleinert

Historischer Roman von Lena Johannson, erschienen im Aufbau Verlag, Berlin

Inhalt:

Norwegen 1922: Signe ist talentiert, ambitioniert und vor allen eins: frei! Endlich hat sie sich aus ihrer unglücklichen Ehe gelöst, und damit von einem Mann, der für ihre große Leidenschaft, die Malerei kein Verständnis hat. In ihrer Jugend lernte sie, an der Seite ihres Onkels, dem Genie Edvard Munch, die schillernde Osloer Bohème kennen. Nun nimmt Signe Unterricht beim Sohn von Paul Gauguin, sie hat sich geschworen, ihr Leben ausschließlich der Kunst zu widmen. Sie will ein Werk hinterlassen, das –ebenso wie die Bilder ihres Onkels- die Menschen bewegt und aufrüttelt. Dann lernt sie Einar kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Als er sich dem Widerstand anschließt, begreift Signe, dass man manchmal alles wagen muss – in der Liebe und in der Kunst.

Eigene Meinung:

Ich liebe die historischen Romane von Lena Johannson, die lese ich einfach sehr gerne. Sie schafft es, historische Begebenheiten so gut zu schreiben, dass man die Bücher gerne liest und sich auch noch bestens unterhalten fühlt. Dazu kommt hier die Geschichte einer ganz besonderen Frau. Einer Frau, die um die Anerkennung ihrer Kunst kämpfen muss, die darum kämpfen muss, nicht immer nur als „Nichte von“ wahrgenommen zu werden. Und das alles zu einer Zeit, als die Frauen noch deutlich weniger Rechte haben als heute. Mich hat das Buch wieder sehr beeindruckt, eine klare Leseempfehlung von mir.

5 Sterne-p1

„Im Freibad“

im Freibad verkleinert

Roman von Libby Page, aus dem Englischen von Silke Jellinghaus, erschienen bei Ullstein Buchverlage GmbH

Inhalt:

Rosemary hat ihr ganzes Leben in Brixton verbracht. Jetzt ändert sich alles, was ihr vertraut ist. Die Bücherei, in der sie gearbeitet hat, schließt. Aus dem Gemüseladen ist eine hippe Bar geworden. Ihr geliebter Mann George ist gestorben. Und das Freibad, in dem sie seit über 60 Jahren jeden Morgen schwimmt, soll Eigentumswohnungen weichen. Währenddessen fühlt sich Journalistin Kate einsam in London. Als sie über Rosemarys Freibad für die Zeitung schreiben soll, öffnet sich ihr eine neue Welt. Kate zeigt sich nicht gerne im Badeanzug, aber Rosemarys Hilfe überwindet sie ihre Schüchternheit. Kate und Rosemary werden Freundinnen und beschließen, gemeinsam das Freibad zu retten. Denn der Pool ist mehr als ein Ort zum Schwimmen – er ist das Herz der Nachbarschaft.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist eine wunderbare Geschichte über die Kraft der Freundschaft. Durch ihre Freundschaft überwinden die beiden Frauen Ängste und Trauer, sie gewinnen neue Kräfte. Die Geschichte wird vielfältig erzählt, Kates einsames Leben in London und Rosemarys Rückblenden in die gemeinsame Zeit mit ihrem verstorbenen Mann. Dazu das Kennenlernen der beiden Frauen und der gemeinsame Kampf um das Freibad. Dabei ist das Buch sehr entspannt zu lesen und mir haben gerade die feinen Beobachtungen, die die Autorin einfließen lässt, sehr gut. Sie stellt die Figuren sehr gut da, und auch, wenn vielleicht im wirklichen Leben nicht alles so einfach ist und man die Geschichte vielleicht etwas kürzer hätte fassen können, mich hat das Buch sehr beeindruckt und somit eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

„Die Lieferung“

Die Lieferung verkleinert

Thriller von Andreas Winkelmann, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag

Klappentext:

Die Wohnungstür steht offen. Auf dem Tisch: eine Pizza. Niemand hat sie angerührt. Denn die Frau, die sie bestellt hat, ist spurlos verschwunden. Nur über Umwege finden Polizeikommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald heraus, dass hinter diesem Vermisstenfall mehr steckt. Ein Täter, wie er perfider nicht sein könnte, fängt seine Opfer mit einer List und hält sie jahrelang gefangen. Alle verschwundenen Frauen waren allein zu Hause, alle haben Essen bestellt. Ihr letztes Lebenszeichen…

Eigene Meinung:

Ich mag die Bücher von Andreas Winkelmann sehr und wurde auch hier nicht enttäuscht. Die Bücher sind nichts für zartbesaitete Frauenseelen, denn die Frauen in den Büchern werden verfolgt, entführt oder auch grausam umgebracht. Und auch wenn der Aufbau immer ähnlich ist, so war auch dieses Buch wieder sehr spannend. Das Buch beginnt etwas verhalten, dann aber kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Und gerade die Alltäglichkeit der Situation, nämlich das ein Lieferservice bei den Opfern ins Haus kommt, sorgt dafür, das sich einem beim Lesen die Nackenhaare aufstellen.  Dazu noch ein sympathisches Ermittlerpaar, Jens und seine Kollegin Rebecca sind hier unkonventionell unterwegs, und schon ist spannende Unterhaltung garantiert. Dabei wird die Geschichte auf mehreren Zeitebenen erzählt und so kann man dem späteren Täter schon in seiner Kindheit folgen. Der Schreibstil ist aber so, dass man mühelos der Handlung folgen kann und so von der Spannung gefangen genommen wird. Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Fall für dieses Ermittlerduo.

5 Sterne-p1