Lesung mit Christine Brand im Dialoghaus in Hamburg

Lesung Brand

Im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals gab es jetzt eine ganz besondere Lesung im Foyer des Dialoghauses in Hamburg. Christine Brand hat dort aus ihrem Kriminalroman „Blind“ gelesen. Der Ort war sehr passend gewählt, denn in dem Buch geht es darum, dass Nathaniel, der blind ist, mit einer Frau telefoniert, die er über eine App kontaktiert hat, damit sie ihm hilft, ein passendes Hemd auszusuchen. Während des Telefonats hört er einen Schrei, dann bricht die Verbindung ab. Nathaniel befürchtet, dass der Frau etwas Schlimmes passiert ist. Doch keiner glaubt ihm, es gibt keine Beweise. Mit Hilfe der Journalistin Milla macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Auch wenn das Foyer normal beleuchtet war, war es ein sehr passender Ort für die Lesung. Für die Zuhörer lagen Abdeckungen für die Augen bereit, so dass jeder die Möglichkeit hatte, die Lesung komplett im Dunkeln zu erleben und sich so in Nathaniels Welt besser hineinzuversetzen. Das war schon ein besonderes Erlebnis. Dazu begann die Lesung auch noch mit einem Hörspiel, so dass man den Beginn des Krimis sehr nah erleben konnte.

Die Autorin kommt aus der Schweiz, ist Journalistin und war als Gerichtsreporterin tätig. Da es die App BeMyEyes tatsächlich gibt, mit der Sehende den Blinden helfen können, hat sie sich oft überlegt, wie es wäre, wenn dabei etwas passiert?  Als Tochter eines Bestatters und ehemalige Gerichtsreporterin sind ihr Tod und Verbrechen dann auch nicht fremd. Das nächste Buch wird im März 2020 erscheinen, wobei Christine Brand dann auch noch erzählte, dass sie am liebsten in Cafés schreibt. Mir hat die Lesung sehr gut gefallen, ich habe auch wieder neue Dinge kennengelernt und Erfahrungen gemacht und bin sehr gespannt auf das Buch.

Der Kriminalroman „Blind“ von Christine Brand ist im Blanvalet Verlag erschienen:

blind verkleinert

„Inspektor Takeda und der leise Tod“

Insepktor Takeda und der leise Tod verkleinert

Kriminalroman von Henrik Siebold, erschienen im Aufbau Taschenbuch Verlag

Inhalt:

In Hamburg gibt es einen brutalen Todesfall, ein kleiner Junge wird vom Balkon geworfen. Während hier der Täter anscheinend schnell gefasst ist, haben die Ermittler bei einem zweiten Mordfall in der Stadt wesentlich mehr Ermittlungsarbeit zu leisten. Markus Sassnitz wird tot aufgefunden, ein Investor in der Internetszene. Schon bald stellt sich raus, dass der Mann nicht nur Freunde, sondern auch einige dunkle Seiten hatte. Viel Arbeit für die Ermittlerin Claudia Harms und ihren Kollegen Ken Takeda, der eigentlich Inspektor der Mordkommission in Tokio ist.

Eigene Meinung:

Mich hat dieses ungewöhnliche Ermittlerpaar begeistert. Eine starke Kommissarin zusammen mit einem Kollegen aus Tokio, der so ganz eigene Methoden hat, sich in die Ermittlung einzubringen und dabei auch noch ganz normale menschliche Schwächen zeigt. Dazu bekommt man auch eine Ahnung, wie deutsche Gewohnheiten auf ausländische Gäste wirken müssen. Außerdem noch eine überzeugende Geschichte als Krimi und alles zusammen ist ein großes Lesevergnügen.  

5 Sterne-p1

„Inspektor Takeda und das doppelte Spiel“ – Lesung mit Henrik Siebold im Speicherstadtmuseum, Hamburg

Lesung Siebold

Henrik Siebold stellte letzten Freitag auch sein 4. Buch mit Inspektor Takeda auf einer Premierenlesung im Hamburger Speicherstadtmuseum vor. In dem 4. Band wird Inspektor Takeda, japanischer Polizist in Diensten der Hamburger Polizei, zu einem Fall gerufen, der ihn besonders erschüttert. In einem hässlichen Gewerbehof wird die Leiche eines Mannes gefunden, der brutal hingerichtet wurde. Und der Tote ist ein Landsmann und prominent obendrein: Ryūtarō Matsumoto ist ein Profifußballer, der beim HSV unter Vertrag steht. Takeda und seine Kollegin Claudia Harms vermuten zunächst ein Verbrechen im Fußballmilieu. Doch dann entdecken sie mysteriöse Dinge in der Vergangenheit des Spielers, die bis in hohe Yakuza-Kreise in Japan reichen. Und sie entschließen sich, gegen jede Vorschrift zu einer heimlichen Reise nach Japan.

Neben einer tollen Lesung von einigen Passagen aus dem Buch erfuhren die Gäste etwas zu den historischen Hintergründen und es gab interessante Informationen zu Gesellschaft und Politik in Japan.  So gibt es in Japan neue Religionen und in einer entsprechenden Sekte war anscheinend das Opfer Mitglied. Eine Sekte, die junge Menschen in den Selbstmord schickt, was zu wütenden Protesten von Eltern in Japan führt. Auch hat die besondere Form des Selbstmordes, eine Entleibung mit einem Schwert, historische Wurzeln.

Daneben erfuhren die Gäste, dass der Autor bereits seit 20 Jahren Bücher schreibt, allerdings waren das vor der Takeda-Reihe Unterhaltungsromane. Dann war ein Genrewechsel fällig und die Takeda-Reihe begann. Da der Autor in einem Korrespondentenbüro für eine japanische Tageszeitung gearbeitet hat, besteht eine große Affinität zu Japan und so wurde Inspektor Takeda erschaffen. Allerdings werden sich die Fans noch 2 Jahren gedulden müssen, bis Band 5 erscheint.

Als absoluter Fan von Inspektor Takeda hatte ich viel Spaß bei der tollen Lesung mit spannenden Hintergrundinformationen und freue mich auf jedes neue Buch. Ich mag diesen coolen Inspektor,  finde die Fälle in Hamburg sehr spannend und finde es auch immer sehr interessant, etwas über Japan zu erfahren.

Die Inspektor Takeda Reihe von Henrik Siebold:

Band 1: Inspektor Takeda und die Toten von Altona

Band 2: Inspektor Takeda und der leise Tod

Rezi dazu: https://wordpress.com/post/susannesbuecherwelt.com/682

Band 3: Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder

Rezi dazu: https://susannesbuecherwelt.com/2018/07/18/inspektor-takeda-und-der-laechelnde-moerder/

Neu: Band 4: Inspektor Takeda und das doppelte Spiel

Inspektor Takeda und das doppelte Spiel

 

 

Mitten ins Herz & weitere kriminelle Kurzgeschichten

Mitten ins Herz verkleinert

Kriminelle Kurzgeschichten von Britta Bendixen, erschienen bei Britta Bendixen

Inhalt:

18 spannende Kurzkrimis, locker-leicht und mit einem Augenzwinkern erzählt. Der Leser schlüpft mal in die Rolle des Ermittlers, des Täters oder in die eines Amateur-Detektivs, der unverhofft ein Verbrechen aufklären will. Dabei gibt es kurze knackige Krimis für zwischendurch und auch längere Geschichte für Mußestunden. Auch hat man die Gelegenheit, bei den Küstenkrimis die Ermittler Andresen und Weichert kennenzulernen.  Für jeden Krimi-Fan ist etwas dabei und spannende Unterhaltung ist garantiert.

Eigene Meinung:

Ich habe einen großen Respekt vor Autoren, die gute Kurzgeschichten schreiben. Für mich die hohe Kunst, auf wenigen Seiten eine spannende Geschichte zu erzählen, die einen als Leser fesselt. Britta Bendixen ist das in dem vorliegenden Band gelungen. Interessant auch die unterschiedliche Perspektive, aus der die Geschichten erzählt werden. Da das Buch in entsprechende Abschnitte unterteilt ist, nimmt man das als Leser ganz bewusst wahr, was das Lesen auch interessant macht.  Und gerade die Küstenkrimis haben bei mir die Lust auf „mehr“ geweckt, denn die beiden Ermittler haben mir sehr gut gefallen. Insgesamt für die Liebhaber von Krimi-Kurzgeschichten eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

Literatur Battle oder auch Live-Literaturshow „Die Seitenspringer“

Die Buchhandlung Hugendubel hatte zu einem Literatur Battle in Kiel eingeladen. Durch eine Autorin war ich darauf aufmerksam geworden, konnte mir aber nicht richtig was darunter vorstellen. Ein Kampf in der Literatur? Tatsächlich treten die beiden Hauptpersonen aber auch unter dem Titel„Live-Literaturshow – Die Seitenspringer“ zusammen auf und das passt richtig. Karla Paul, sehr erfolgreiche Buchbloggerin und auch in Verlagen tätig, und Günter Keil, Journalist, Moderator und Literaturblogger, gestalten zusammen einen höchst unterhaltsamen Abend.

Beide stellen immer abwechselnd 60 Sekunden lang ein Buch vor und versuchen, das Publikum von dem jeweiligen Buch zu begeistern. Insofern ein Kampf um die Begeisterung des Publikums, aber immer mit dem Fokus, gute Bücher vorzustellen und nicht Bücher schlecht zu machen. Zur Unterstützung hatten sich die beiden in Kiel dann mit Angelika Svensson und Jan Christophersen noch zwei Autoren aus Schleswig-Holstein geholt, die ebenfalls ihre Bücher vorstellen konnten. Ausgestattet mit der entsprechenden Bücherliste hat es riesigen Spaß gemacht, den beiden Profis zuzuhören, wie sie präzise und flott die Bücher vorgestellt haben. Spannend war auch die Vielfalt der vorgestellten 18 Bücher, da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein. Zwischendurch gab es dann noch Unterhaltung in Form von einer Pantomime von Buchtiteln oder ein Buchquiz . Insgesamt ein sehr kurzweiliger Abend, der viel Lust aufs Lesen gemacht hat.  Den Besuch dieser Veranstaltung kann ich nur empfehlen!

„Löwenzahnkind“

Löwenzahnkind verkleinert

Thriller von Lina Bengtsdotter, aus dem Schwedischen von Sabine Thiele, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Gullspäng, eine Kleinstadt in Westschweden. Als in einer heißen Sommernacht die siebzehnjährige Annabelle spurlos verschwindet, ist schnell klar, dass Verstärkung angefordert werden muss. Mit Charlie Lager schickt die Stockholmer Polizei ihre fähigste Ermittlerin – doch was die Kollegen nicht wissen dürfen: Die brillante Kommissarin ist selbst in dieser Kleinstadt aufgewachsen. Je tiefer Charlie nach der Wahrheit hinter Annabelles Verschwinden gräbt, desto mehr droht das Netz aus Lügen zu reißen, das sie um ihre eigene, dunkle Vergangenheit gesponnen hat. Doch die Zeit drängt – sie muss Annabelle finden, bevor es für sie beide zu spät ist…

Eigene Meinung:

Als ich mit dem Buch durch war habe ich zunächst nochmal gucken müssen, was das sein sollte. Laut Cover ein Thriller. Da muss ich sagen, so ist mir das Buch nicht vorgekommen. Mehr war es ein Drama mit etwas Spannung. Es geht doch sehr viel um Charlies Kindheit in dem Ort. Dazu ist das Buch in drei verschiedenen Zeitebenen geschrieben. Die aktuellen Ermittlungen, dann kann man Annabelle an ihrem letzten Tag folgen und es gibt noch einen Rückblick in die Vergangenheit, der sich aber erst ganz zum Schluss erschließt.  Das Buch ist der Auftakt einer Reihe mit dieser Ermittlerin. Charlie hat mir als Person richtig gut gefallen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es bei weiteren Bänden, die nicht so mit Charlies Vergangenheit zu tun haben, richtig spannend wird.

3 Sterne-p1

„Meistens kommt es anders, wenn man denkt“

Meistens kommt es anders verkleinert

Roman von Petra Hülsmann, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Nele hat von der Liebe die Nase gestrichen voll. Ihr neuer Job bei einer angesagten Hamburger PR-Agentur soll ab jetzt an erster Stelle stehen. Inhaber Claas betraut sie mit einer Imagekampagne für den Politiker Rüdiger Hofmann-Klasing, dessen Umfragewerte tief im Keller sind – aus gutem Grund, wie sie bald herausfindet. Darüber hinaus beschließt ihr kleiner Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ausgerechnet Nele soll ihm im Kampf mit den besorgten Eltern unterstützen, dabei ist sie doch insgeheim die größte Glucke von allen. Um das Chaos perfekt zu machen, stellt Nele fest, dass Claas mehr als nur ein netter Chef für sie ist und dass er ihr Herz ganz schön zum Stolpern bringt. Aber soll sie sich von der Liebe etwa schon wieder einen Strich durch die Rechnung machen lassen?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein wunderbarer Sommerroman, aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist das Buch die Lektüre wert.  So ist dieser Roman von Petra Hülsmann wieder wunderbar leicht zu lesen, flott und frisch geschrieben und verpackt nebenbei noch erste Themen, wie das Leben mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft, in einen unterhaltsamen Roman. Es kommt auch selten vor, dass mir aus einem Buch ein Zitat in Erinnerung bleibt, hier ist das gelungen: „Das Leben ist keine Hüpfburg“, wie wahr ist das. Auch wenn das Leben keine Hüpfburg ist, mit der Lektüre dieses Buches ist es zumindest für einige Stunden leichter.

4 Sterne-p1