Leipziger Buchmesse 2026

Mitte März war es endlich wieder so weit – die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Türen. Wir konnten ab Donnerstag Mittag starten.

Beim Team Bloggerportal gab es ab 14.00 Uhr einen Überblick über Neuerscheinungen im Bereich „Spannung“ aus den dazugehörigen Verlagen und coole Typen als Deko..

Kurzer Stopp danach bei Ullstein – ohne Eule ist irgendwie keine Messe.

Danach ging es dann weiter zum Krimitalk von Romy Fölck mit Margarethe von Schwarzkopf bei Bastei Lübbe. Die Autorin stellte ihren Kriminalroman „Fünf Fremde“ vor. Das Setting auf Neuwerk ist dabei bewusst sehr eng gewählt. Die Autorin möchte auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger rüberkommen, aber ein gesellschaftliches Thema ist in dem buch auch dabei, hier geht es um das Klima.

Am Stand von dtv war Susanne dann mit Karen Kliewe verabredet. Die Autorin schreibt Ostsee-Krimis und hat von ihrer Reihe „Die Brandung“ gerade den 4. Teil veröffentlicht.

In der Buchbar stellt Hannah Häffner ihren Roman „Die Riesinnen“ vor, eine Geschichte von 3 Frauen aus 3 Generationen, Frauen, die nicht so in ihre Heimat passen, ein Dorf im Schwarzwald. Der Wald hat eine große Bedeutung für jede der 3 Frauen in dem Buch und es geht dabei besonders um das Thema Heimat. Die Autorin kommt aus Baden Württemberg, war aber schon als Kind mit im Schwarzwald und hat so den Bezug dazu.

Anschliessend gab es noch einen interessanten Termin beim Gmeiner-Verlag. Petra Asprion hat im persönlichen Gespräch die Neuerscheinungen für den Herbst vorgestellt, ein tolles Angebot.

Am Stand von Droemer Knaur haben wir dann noch Thomas Knüwer getroffen. Seinen Kriminalroman „Giftiger Grund“ haben wir gerade auf dem Blog vorgestellt.

Den Abend haben wir dann in der Stadt im Krimikeller verbracht. Eric Niemann hat hier den Kriminalroman „grün tot weiß“ vorgestellt, den er gemeinsam mit Anja Goerz geschrieben hat. Das war eine sehr unterhaltsame Lesung. Der Krimi ist eigentlich als Hörbuch erschienen und jetzt gibt es das Buch, dem noch drei weitere folgen werden.

Am Freitag sind wir dann im Hörbuch-Bereich der Messe gestartet. Anscheinend relativ neu werden Hörbücher jetzt auch optisch in Mini-Buchform verkauft. Man kann damit dann zu Hause auch seine Bibliothek gestalten.

Wenn man irgendwo auf der Messe eine lange Schlange sieht ist entweder der LYX-Stand in der Nähe oder Sebastian Fitzek

Der eigene Stand von Sebastian Fitzek – 20 Jahre

Nachdem es jetzt 20 Jahre zu feiern gibt, gab es dieses Mal auch einen eigenen Fitzek-Stand.

Beim Fischer Verlag war Klaus-Peter Wolf gerade mit seinem neuen Ostfriesen-Krimi am Stand,

Und ganz spontan ergab sich ein Gespräch mit Mike Altwicker, dessen ich Buchtipps ich beim WDR immer gerne folge, und Krimi-Autorin Anna Schneider. Anna Schneider hat gerade den 6. Band aus ihrer Krimi-Reihe „Grenzfall“ rund um ein deutsch-österreichisches Ermittlerteam veröffentlicht. Mike hat Anna beim Start ihrer Krimi-Reihe unterstützt und durfte sich dann was wünschen: Ergebnis: im dritten Band wird er zur Leiche, genau das war der Wunsch. Und ich habe richtig Lust auf die Reihe bekommen.

Bei BLOOM, dem Bloggerportal der Leipziger Buchmesse, gab es dann eine Veranstaltung mit der Preisträgerin des Preises der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik

Für Katerina Poladjan war auch der Tag nach der Preisverleihung noch „surreal – wie ein Traum“. In dem Buch geht es um die Frage, wie lässt sich die eigene Biografie erzählen und die Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Der Roman schlägt auch eine Brücke zwischen Ost und West, die Hauptfigur lebt in Rom, in Teil der Geschichte ist auch der Goldstrand in Bulgarien. Da die Hauptfigur Filmregisseur ist, denkt er entsprechend in Bildern und so ist das buch filmisch erzählt.

Dann war es Zeit, einige Autorinnen zu besuchen.

Sylvia Bergman kommt aus Niedersachsen und schreibt nicht nur Krimis sondern auch Liebesromane.

Stine Jensen hat zusammen mit Hannah Juli den zweiten Teil ihrer Meerglück-Reihe geschrieben, da freue ich mich schon darauf.

Und bei Carola Christiansen geht es im Mai mit dem 2. Band aus der Reihe „Mord auf den Färöern“ weiter, auch hier hat mir Teil 1 so gut gefallen, dass ich mich auf Teil 2 freue.

Das Bundesland Thüringen war mit sehr origineller Werbung auf der Messe vertreten.

Auch Jane Hell und Sandy Dobelstein, Romanautorinnen aus Schleswig-Holstein, waren auf der Messe mit einem eigenen Stand vertreten, auch hier durfte ein Besuch nicht fehlen.

Judith Hoersch signierte ihren Roman „Niemands Töchter„.Nachdem mir mehrfach erzählt wurde, was für ein besonderer Roman das ist, durfte der dann später auch mit auf die Heimreise.

Dann ging es weiter zur nächsten Bloggerveranstaltung bei BLOOM. Der Roman „Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul erscheint im Mai 2026. Timothy ist ein echter Büchermensch, anders kann man ihn gar nicht beschreiben. Er hat 30 Jahre als Lektor, Programmleiter und Verlagsleiter gearbeitet und hat nun die Seiten gewechselt. War er bisher das Schutzschild für die Autoren sucht er jetzt selbst ein Schutzschild. Nachdem er öfter gefragt wurde, warum schreibst Du nicht selbst ein Buch, hatte er in einem Jahr Sabbatical plötzlich die Grundidee zu dem Roman. In dem Roman geht es um die Frage, wie trauert man um einen Menschen, den man nicht lange kennt, der aber die große Liebe des Liebens hätte werden können.

Sehr sympathisch berichtete der Autor davon, wie er sich darüber freute, dass er ein erstes Verlagsangebot für seinen Roman schon innerhalb von 24 Stunden bekam und jetzt den Verlag zum Wahnsinn treibt, weil er immer weiß, was alles schiefgehen kann und entsprechend nachfragt.

Nach dem Ausschnitt möchte ich das Buch unbedingt lesen. Bis dahin werde ich bei RABABUMM reinhören. Das ist ein Bücherpodcast, bei dem der Autor als Host tätig ist.

Mit einem eigenen Stand war auch MAO Melanie Amelie Opalka auf der Messe vertreten, die ebenfalls sehr vielseitig ist und Liebesromane genauso wie handfeste Krimis schreibt.

Auch die Bücher von Julia Rodeit lese ich gerne, Zeit für ein Treffen…

Linus Geschke signierte sein Buch „Das Camp„, Teil 2 seiner Thriller-Serie rund um den Campingplatz Donkerbloem. Ich habe gerade Teil 1 „Der Trailer“ gelesen und das war der Hammer. eine Rezi dazu kommt noch.

Kurzer Zwischenstopp bei Horst Eckert. Der Autor hat aus „Die Praktikantin„, ein Buch, auf das ich auch schon gespannt bin.

Dann hatte Michi sein Date mit Ursula Poznanski, auf ihr neues Buch „Das Signal“ hatte er sich schon richtig gefreut.

Und bei Kiepenheuer & Witsch durfte am Stand die „Bücherbank“ nicht fehlen, während Judith Holofernes gerade ihr Buch „Hummelhirn“ signierte.

Auf der großen Bühne in der Glashalle war anschliessend der Literatur-Podcast „Eatreadsleep“ vom NDR zu Gast und es machte wieder Spaß Jan Ehlert (aus unserer Heimatstadt Bad Oldesloe) und Katharina Mahrenholtz zuzuhören.

Den Abend haben wir dann auf einer Lesung von Marc Elsberg verbracht. In der Thalia-Filiale hat er aus seinem neuen Buch „Eden“ gelesen. In diesem Buch geht es um das Artensterben auf der Welt. Die Vielfältigkeit des Themas machte das Buch zu dem bisher am schwersten zu schreibenden buch, so der Autor.

Vielen Leuten ist nicht bewusst, wie die Zusammenhänge sind. Das ist keine Frage des Wissens, so Elsberg, sondern der Frage, wie kommuniziert wird.

Am Samstag waren wir dann nur noch einen halben Tag auf der Messe.

Auf der Bühne in der Glashalle stellte Maxim Leo sein Buch „Einatmen – Ausatmen“ vor. In dem Roman geht es um Achtsamkeit und es sollte eigentlich ein lustiges Buch werden. Aber durch die ganzen Methoden, die er im Rahmen der Recherche kennengelernt hat, ist es erst zu einem ernsten Thema geworden. Im Namen der Achtsamkeit kann viel Druck aufgebaut werden, so der Autor. Es gibt viele tolle Sachen mit denen man arbeiten kann, aber wenn dabei Druck entsteht, kann es herausfordernd werden. Dabei ist mit Humor das Leben leichter zu ertragen.

Außerdem ist Dankbarkeit für ihn ein anderes Wort für Achtsamkeit. Man freut sich an kleinen Dingen und ist entsprechend achtsam. Und die Dankbarkeit erzeugt dann positive Energie und macht glücklich.

Weiter ging es dann zum Bloggertreffen bei Dumont. Eine gute Gelegenheit, viele bekannte Bloggerinnen zu treffen und immer eine mit viel Herz vorbereitete Veranstaltung. Zunächst gab es auch hier einen Blick auf das Herbst-Programm. Dann stellte Katrin Zipse ihren Roman „Moosland“ vor. sie kommt aus Baden-Baden und arbeitet als Autorin und Radio-Moderatorin. Bisher hat sie diverse Kinder- und Jugendbücher rausgebracht, „Moosland“ ist ihr erster Roman im Bereich Belletristik.

Fünf Jahre hat sie an dem Roman gearbeitet. Gemeinsam mit einer kranken Freundin hatte sie sich um ein Stipendium auf Island Island beworben, um dort an einem Hörspiel zu arbeiten. Ihre Freundin konnte die Reise aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten, sie hat daher dann die Reise alleine angetreten und das Buch alleine geschrieben.

In dem Roman geht es um eine junge Frau, die 1949 zusammen mit 300 anderen Frauen aus Deutschland nach Island kommt, um dort zu arbeiten .In einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht. Die Natur, so die Autorin, ist dabei die 2. Person in diesem Buch. Spannend findet sie auch, dass die Natur auf Island noch genauso ist wie 1949 – nur mit Straßen. Und der Boden fühlt sich anders an, als er aussieht. Die Natur muss man dort anders lesen. Eine Umstellung beim Schreiben war auch, dass die Kinder- und Jugendbücher, die sie sonst schreibt, von Dialogen leben, jetzt spricht die Hauptfigur nicht, was das Schreiben veränderte. Auf jeden Fall ein interessantes Buch mit bewegenden Hintergrund.

Dann gab es für mich noch ein ganz besonders Treffen mit Julia Rogasch. Die Autorin von wunderbaren Sylt-Romanen habe ich 2019 in Leipzig kennengelernt und mir tatsächlich das erste Autogramm geholt. Seitdem darf ich Julia als Bloggerin begleiten und freue mich mit ihr über den großen Erfolg ihrer Bücher, die inzwischen beim Ullstein Verlag erscheinen.

Zum Schluss waren wir dann noch bei der Signierstunde von Andreas Winkelmann. „Moorland“ ist der 1. Band seiner neuen Thriller-Reihe. Wir sind gespannt…..

Und dann ging es wieder Richtung Heimat – Es waren tolle Tage in Leipzig, viele neue Eindrücke, spannende Geschichten und Treffen mit lieben Buchmenschen. Es war erwartungsgemäß wieder voll, laut und bunt auf der Messe, aber das macht auch immer Hoffnung, dass es weiterhin genug Leser:innen gibt. Die Organisation hat, soweit wir das beurteilen können, dieses Mal besser funktioniert als im Vorjahr. Wir selbst waren dieses Jahr komplett mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs, was zumindest in Leipzig auch sehr gut funktioniert hat.

Tschüß Leipzig – bis zum nächsten Jahr – wir kommen gerne wieder.

„Tödliches Angebot“

Psychothriller von Marisa Kashino, aus dem Englischen von Sybille Uplegger, erschienen bei Ullstein

Inhalt:

»Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.« Margo braucht für ihre Familie eine größere Wohnung, koste es, was es wolle. Nach monatelanger frustrierender Suche sieht sie den Inbegriff eines perfekten Lebens vor sich. Getrieben von ihrer Verzweiflung will Margo das Haus kaufen, bevor es überhaupt auf den Markt kommt. Ein bisschen Stalking? Harmlos. Etwas Hausfriedensbruch? Notwendig. Zunehmend skrupellos dringt Margo in das Leben der Hausbesitzer ein, sie umgarnt sie bis zur Erpressung. Bis sie auf Gegenwehr stößt. Die räumt sie so zielstrebig aus dem Weg wie die Geliebte ihres Mannes.

Susannes Meinung:

„Tödliches Angebot“ war für mich viel Psycho, aber eher weniger Thriller. Die Situation, um die es in diesem Buch geht, gibt es häufiger in dem allgemein angespannten Wohnungsmarkt, Man braucht wirklich viel Geduld um den passenden Wohnraum zu bekommen. So geht es auch Margo, der Hauptfigur in diesem Roman, allerdings hat Margo mich mit der Zeit doch etwas genervt, denn sie ist sehr auf sich bezogen. Dabei lässt sie nichts unversucht, um ihr Traumhaus zu bekommen. Das kann man teilweise nachvollziehen, wie sie es angeht und es gibt auch bis zum Schluss Spannung. Sympathisch ist sie mir bis zum Schluss nicht geworden. Außerdem habe ich eine überraschende Wendung so nicht kommen sehen. Insgesamt ist es ein flüssig zu lesendes Buch und man verfolgt relativ schnell und atemlos, wie Margo zu ihrem Traumhaus kommen will. Eine interessante Grundidee mit einem Blick in menschliche Abgründe, kurzweilig umgesetzt.

„Die Frau und der Fjord“

Roman von Anette Strohmeyer, erschienen bei Wunderlich im Rowohlt Verlag

Inhalt:

Ein Holzhäuschen mit Blick auf den Fjord, ein kleines Boot und die atemberaubende Landschaft Norwegens. Mehr braucht Gro Kristjánsdóttir nicht für ihren Neuanfang auf den Lofoten, nachdem ihr Mann überraschend verstorben ist. Die Natur am Polarkreis ist rau und unbarmherzig, doch mit der Zeit lernt Gro, ihr neues Leben zu lieben, die Eiseskälte des Winters und die hellen Nächte des Sommers. Als sie eines stürmischen Abends über Funk einen Notruf erhält, ist es mit der Einsamkeit vorbei. Ein Fischer ist an den Felsen ihres Fjords havariert. Gro pflegt ihn gesund und ist selbst überrascht, dass dieser fremde Mann ihr wieder eine Ahnung von Nähe vermittelt …

Susannes Meinung:

Der Roman „Die Frau und der Fjord“ von Annette Strohmeier ist ein wunderbares Buch und erzählt sehr kraftvoll von Gro, einer Frau, die nach dem Tod ihres Mannes die Einsamkeit sucht, um wieder ins Leben zurückzufinden. Dazu zieht sie an einen einsamen Fjord auf den Lofoten  in Norwegen. Das Buch folgt der Frau ein Jahr an ihrem Fjord mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und man kann mit verfolgen wie sie dann langsam auch wieder Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt und sich für neue Beziehungen öffnet. Dazu kommt in dem Buch noch ein umweltpolitisches Thema als nämlich Geologen versuchen in diesem Fjord Ölvorkommen zu entdecken, Nachdem Gro vorher selbst in der Ölförderung gearbeitet hat, setzt sie sich nun für den Erhalt der Natur ein. Das Ende des Buches war für mich fast ein bisschen zu kurz, ich hätte nämlich gerne noch einige Seiten weitergelesen. Dieses wunderbare Buch erzählt die Geschichte ruhig und warmherzig, mit einer kraftvollen Beschreibung der Natur auf den Lofoten und man ist beim Lesen wie gebannt. Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin ist das Buch angenehm flüssig zu lesen. Von mir eine absolute Leseempfehlung für diesen großartigen, vielschichtigen Roman.

„Oma, Ouzo und andere Katastrophen“

Roman von Thorsten Steffens, erschienen bei Piper

Inhalt:

Philipp hat alles, was sich der Mann von Welt nur wünschen kann: eine schicke Wohnung, ein unbeschwertes Single-Leben und eine aufsteigende Internet-Agentur. Bis eines Tages eine alte Dame vor der Tür steht und behauptet, seine tot geglaubte Großmutter zu sein. Zudem ist er angeblich Halbgrieche. Schneller als Philipp gucken kann, ist die redselige Toula bei ihm eingezogen und stellt sein perfektes Leben auf den Kopf  fest entschlossen, ihren Enkel mit 32 Jahren unter die Haube zu bringen!

Susannes Meinung:

Der neue Roman „Oma, Ouzo und andere Katastrophen“ von Thorsten Steffens ist ein perfekter Unterhaltungsroman und hat auch etwas Tiefgang. In die Gemeinschaft von Philipp und seinen Freunden und Kollegen platzt seine griechische Großmutter rein, von der er nichts geahnt hat und man kann sich beim Lesen an viel Situationskomik erfreuen, ein Gefühl, als wenn man mit am WG-Tisch sitzt. Plötzlich werden in der WG andere Dinge wichtig, denn Oma sorgt erstmal für ordentliches Essen, Gemütlichkeit und gemeinsame Runden und mischt so die WG auf. Das ist teilweise sehr komisch geschrieben, man muss beim Lesen laut lachen. Allerdings lernen Philipp und seine Freunde bald auch, dass einige zwischenmenschliche Dinge im Leben wichtiger sind als z.B. der berufliche Erfolg oder eine schicke Freundin und dadurch bekommt die Geschichte den notwendigen Tiefgang. Der Roman ist leicht und entspannt zu lesen und bietet mit der Situationskomik wirklich vergnügliche Lesestunden. 

„Giftiger Grund“

Kriminalroman von Thomas Knüwer, erschienen bei Droemer Knaur

Inhalt:

Für Joran, frisch aus dem Jugendknast entlassen, werden die ersten Tage in Freiheit zum Desaster: Sein Vater erpresst ihn und auf Jobsuche wird er erniedrigt und schikaniert. Verzweifelt schleicht er schließlich nachts zu der Tankstelle, die er vor sieben Jahren überfallen hat. Seine letzte Hoffnung ist die Beute, die er vor seiner Festnahme in einem Kanalschacht verstecken konnte. Die Tankstelle ist längst verlassen – ein Lost Place – doch statt der Beute findet Joran im Schacht eine Leiche: Aras, sein damaliger Freund und Komplize. Ist der Dritte im Bunde sein Mörder?
Entsetzt merkt Joran, dass er nicht allein ist auf dem heruntergekommenen Gelände. Da ist Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug. Und Charu, die sich als Fotografin von Lost Places einen Namen machen will. Der Tote im Schacht wird für alle drei zu einer schicksalhaften Verbindung.

Susannes Meinung:

Dieser Kriminalroman wirkt beim Leser nach, das kann ich jetzt aus eigener Erfahrung jetzt sagen. Eigentlich eine etwas schräge Geschichte, in der sich drei Menschen unter Umständen treffen, wie sie merkwürdiger kaum sein können. Aber die persönlichen Geschichten der Hauptfiguren sind es, die diesen Kriminalroman so besonders machen. So erlebt man mit, mit welchen Vorurteilen ein Ex-Gefangener zu kämpfen hat, oder das Schicksal eines Mädchens, wo nur die häusliche Fassade schön ist. Das berührt beim Lesen, dazu gibt es überraschende Wendungen und spannend ist es auch, denn so eine Leiche soll auch nicht entdeckt werden und wer ist eigentlich der Täter? Der Kriminalroman wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt und ist angenehm flüssig zu lesen. Insgesamt auch mal eine sehr angenehme Abwechslung zu den üblichen Krimiplots und daher ein besonderes Leseerlebnis.    

„Einer flog über das Möwennest“

Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Inhalt:

Der entspannte Sommerabend an Fredenbülls Badestelle nimmt für Althippie Bounty und seine Freunde von Stehtisch 2 ein unerwartetes Ende, als sie in einem Möwennest neben flauschigen Küken eine Urne entdecken, gefüllt mit Asche – und einem glitzernden Diamanten. Dorfpolizist Thies Detlefsen wittert sofort ein neues Verbrechen und leitet die Ermittlungen ein. Aber auch Tochter Telje benötigt gerade dringend Papas Polizistenrat: Sie absolviert ihr Medizinpraktikum in einer Klinik im nahe gelegenen Sankt Peter-Düne, wo der renommierte Professor Victor Nagy an einem Serum für ewige Jugend forscht. Doch irgendwas stimmt da nicht. Auf der mysteriösen Station 7 verschwinden Patientinnen, ein Pfleger überlebt die Nachtschicht nicht, die Probandinnen zeigen und die tyrannische Oberschwester hat eindeutig Dreck am Stecken …

Susannes Meinung:

Endlich wieder in Fredenbüll! Der 14. Band der Kult-Krimi-Serie von Krischan Koch ist da und es ist wieder ein mörderischer Krimi-Spaß. Die Ermittler Thies und Nicole sind in Höchstform, dazu steht eine sehr merkwürdige Klinik im Mittelpunkt, wo Menschen verschwinden, und im Imbiss wird die Speisekarte asiatisch erweitert. Was will man mehr? Erzählt wird das alles mit dem unnachahmlich trockenen Humor von Krischan Koch. Dazu gibt es auch noch ausreichend Spannung, denn in der Klinik passieren verdächtige Dinge, du eine frische Prise Nordseeluft. Das Buch lässt sich wie immer sehr flüssig lesen und man muss oft lachen. Insgesamt ein großer Lese-Spaß mit diesem Küsten-Krimi.       

„Ein Huhn, ein Mord“

15 Kurzkrimis rund ums Federvieh, herausgegeben von Heike Denzau, Anke Küpper und Marie-Christin Fuchs, erschienen im Emons Verlag

Inhalt:

Ob schräge Vögel, krähende Hähne oder gackernde Hühner – in den hier versammelten Kurzgeschichten dreht sich alles um das liebe Federvieh. Tödliche Machenschaften im Hühnerstall, ein ungeahnt gefährlicher Krähwettbewerb, eine Influencerin mit gefiederter Konkurrenz oder zwei Hamburger Marktleute, die ein Hühnchen (miteinander) zu rupfen haben – tierisch gute Krimis, bei denen es zwar die eine oder andere Leiche gibt, aber garantiert keine toten Hühner!

Susannes Meinung:

Bei „Ein Huhn ein Mord“ hat mich schon das Cover in seinen Bann gezogen, ich finde es ist sehr ansprechend und es ist ein echter Hingucker. Ich gebe zu, ich war ein bisschen skeptisch, 15 Kurzkrimis so rund ums Federvieh, da hatte ich ein bisschen Sorge, dass mir das zu viel Huhn sein würde. Und es kam ganz anders… Denn die Kurzkrimis haben mich bestens unterhalten und waren auch spannend und teilweise überraschend. Und ich bin wieder mal sehr überrascht über die Vielfältigkeit, mit der die Autor:innen diese Kurzkrimis geschrieben haben, mal lustig, mal traurig, mal mit einem Augenzwinkern, es ist alles dabei und so haben mich diese Kurzkrimis tierisch gut unterhalten. Und ein weiteres Versprechen haben die Autor:innen auch gehalten: es überleben tatsächlich alle Hühner.

„Matcha-Tee am Montag“

Roman von Michiko Aoyama, aus dem Japanischen von Sabine Mangold, erschienen bei Rowohlt Kindler

Inhalt:

Normalerweise ist das Café Marble montags geschlossen. An jedem ersten Montag im Monat findet hier jedoch eine Teeverkostung der besonderen Art statt. Versteckt unter Kirschbäumen verwandelt sich diese Oase der Ruhe dann in einen magischen Ort, an dem der bittere Matcha Tee die Bitterkeit des Lebens besänftigen soll. Der umsichtige Besitzer, genannt Master, erwartet seine Besucher, und er hat für jede und jeden ein offenes Ohr. Zu seinen Gästen gehört eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die seit dem Neujahrsfest vom Pech verfolgt zu sein scheint. Ebenso eine Ladenbesitzerin, die sich unversehens konfrontiert sieht mit ihren bescheidenen beruflichen Anfängen. Sowie eine Großmutter, die mit ihrer Enkelin im Clinch liegt … Alle Gäste des Cafés sind an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie Halt und Trost brauchen. Und so wird das Café zu einem Ort unerwarteter Begegnungen – und zu einem Ausgangspunkt für Neubeginn und zweite Chancen.

Susannes Meinung:

Der neue Roman von Michiko Aoyama ist ein ganz besonderes Buch. In dem Roman über die Kraft menschlicher Beziehungen habe ich so viel schöne Sätze und Gedanken gelesen, die man als Leser eigentlich gerne aufschreiben möchte, um sie zu behalten und immer nochmal  zu lesen. Ein bezauberndes, ruhiges und dabei warmherziges Buch, was auch an dem entspannten, leichten Schreibstil liegt. Dadurch erdrücken auch schwierige Themen nicht beim Lesen. Ausgangspunkt ist das Café Marble, das an einem Montag zum Cafe Matcha wird. Dort kommen Menschen spontan zusammen und eine dieser Personen ist im nächsten Kapitel wieder in der Handlung dabei zusammen mit jemand anders, der dann wieder im nächsten Kapitel auftaucht. Das zieht sich wie eine zauberhafte Perlenkette durch das Buch und endet dann tatsächlich auch wieder bei dem Besitzer des Café Marple und der Ursprungsgeschichte. Insgesamt ein warmherziger Roman für entspanntes Lesevergnügen und auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung.

„Zurück unter Mördern“

Kriminalroman von Michael Jensen, erschienen im Aufbau Taschenbuch Verlag

Inhalt:

Nach der Hölle des Zweiten Weltkriegs will der engagierte junge Jurist Henry Mahler als Privatermittler für Gerechtigkeit sorgen. Dabei stößt er auf das Schicksal der jüdischen Familie Lassally: Eduard Lassally, das Oberhaupt der Hamburger Handelsdynastie, wurde in der Nazizeit eingeschüchtert und enteignet – und soll schließlich Selbstmord begangen haben. Sein Sohn Oswald glaubt diese Geschichte nicht. Gemeinsam suchen Henry und Oswald nach den Schuldigen, die die Lassallys ins Unglück stürzten. Und geraten damit in höchste Gefahr.

Susannes Meinung:

Das Buch von Michael Jensen bleibt dem Leser nachhaltig im Gedächtnis. Es beschäftigt sich anhand einer wahren Begebenheit mit dem Schicksal jüdischer Familien im Nachkriegsdeutschland und man kann mit Schrecken verfolgen, wie die Familien gezielt um ihr Vermögen gebracht wurden. Dabei beleuchtet der Autor auch die Folgen des Krieges für die Menschen und was z.B. andauernde Ungewissheit mit Angehörigen macht, die nicht wissen, ob ein Familienmitglied noch lebt. Die Geschichte spielt in Hamburg und wird auf zwei Zeitebenen in den Jahren 1930 und 1950 erzählt, was auch immer gut kenntlich gemacht ist. Durch die Rückblenden kann man verfolgen was damals passiert ist, während der Ermittler später versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Das wird sehr spannend erzählt, weil auch die Ermittlungen nicht ganz ungefährlich sind. Außerdem lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und man kann sich Hamburg in der Nachkriegszeit durch die anschauliche Sprache sehr gut vorstellen. Dabei fliegt man eigentlich nur so durch die spannenden Seiten während man dem Ermittler folgt und sich gleichzeitig das Entsetzen über die Geschehnisse breit macht. Zusammengefasst ein Roman, der einem langen im Gedächtnis bleiben wird und dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche, weil das gerade in der heutigen Zeit leider wieder ein aktuelles Thema ist. Eine klare Leseempfehlung.

„Kälter“

Thriller von Andreas Pflüger, erschienen im Suhrkamp Verlag

Inhalt:

Im Herbst 1989 führt Luzy Morgenroth auf Amrum das Leben einer Provinzpolizistin. Kaum jemand ahnt, dass sie vor langer Zeit eine Andere war. Als in einer Sturmnacht ein Einheimischer spurlos von der Fähre verschwindet, muss sie sich einem Killerkommando stellen, das auf die Insel kam, und verwandelt sich wieder in die Luzy von früher. Eine Waffe.

Susannes Meinung:

Mit seinem neuen Thriller „Kälter“ hat Andreas Pflüger einen handfesten Agententhriller geschrieben. Das Buch ist beeindruckend, intensiv und erzählt die Story mit einem rasanten Tempo. Und so verfolgt man als Leser staunend, was am Ende des Kalten Krieges in Europa insbesondere in der Sowjetunion passiert sein kann, wie die Geheimdienste da gearbeitet haben. Die Hauptfigur des Buches, eine starke Frau, wird im Sinne von Rache um die halbe Welt geschickt und entsprechend von ihren Verfolgern gejagt. Insgesamt sicherlich ein harter Thriller, wo man manchmal denkt, nicht noch mehr Tote, aber wer gerne echte, rasante Thriller liest, für den ist es das perfekte Lesevergnügen, bei dem auch ein trockener Humor nicht zu kurz kommt.