Lesung mit Andreas Winkelmann in Hamburg

In der Buchhandlung Thalia in der Spitaler Straße gab es im November eine ganz besondere Lesung: Andreas Winkelmann hat hier aus seinem Thriller „Das Letzte, was Du hörst“ gelesen. Das war insofern besonders, als das es die Premienlesung aus diesem Buch war, denn der Autor hat 1 Jahr keine Lesungen gemacht.

Und so erklärte Andreas Winkelmann, dass er Lesungen eigentlich nur im Herbst macht, damit die Zuschauer sich dann auf dem Heimweg schön im Dunkeln fürchten. Und weil er den Lesern Angst machen möchte, hat er für das Buch auch eine entsprechende Einleitung geschrieben, schließlich ist er selbst ein „Angsthase“. Wichtig ist ihm dabei auch, dass es von der 1. Seite an spannend losgeht (das klappt auch, kann ich bestätigen).

Bereits mit 14 Jahren hatte er aber schon den Plan, Beststellerautor zu werden, so wie Stephen King. Nachdem er mit Arno Strobel einen Podcast betrieben hat, lag es nahe, das Buch jetzt so zu schreiben. Vieles, was in den Geschichten auftaucht, hat er selbst erlebt, aus Erfahrung schreiben ist für ihn das Beste. Und so wird ein Erlebnis auf seiner letzten Schweden Reise Eingang in sein nächstes Buch finden. Zum Glück gehen ihm nicht die Ideen aus und dazu geht er mit offenen Augen durch die Gegend und hört zu, denn die Realität bietet die besten Anreize.

Beim Schreiben plotet er keine Geschichte, sondern er fängt an, die Geschichte zu schreiben und erzählt sie sich selbst. So entwickelt sich dann die Geschichte. Einen besonderen Bezug hat der Autor, der schon 25 Bücher veröffentlichte, zu „Blinder Instinkt“, das war für ihn der Durchbruch und dabei ist er emotional stark eingebunden.

Gelesen hat Andreas Winkelmann aus „Das Letzte, was Du hörst“, der Thriller ist im Rowohlt Verlag erschienen. Zum Inhalt, und wie es mir gefallen hat, gibt es weitere Infos:

„Das Letzte, was Du hörst“

 

„Winterzauber in der kleinen Teestube am Meer“

Ein Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen bei Ullstein

Inhalt:

Luises Eltern versuchen verzweifelt, die seit Jahrzehnten familiengeführte Teestube gegen die Konkurrenz der schicken Cafés auf Sylt zu verteidigen. Doch nun sind sie mit ihrer Kraft am Ende, und Luise eilt ein paar Wochen vor Weihnachten zu Hilfe. Unterstützung erhält sie dabei vom gut aussehenden Konditor Moritz, der sich im Zimmer oberhalb der Stube eingemietet hat. Zwischen Törtchen, feinen Teemischungen und kalten Winterstürmen kommen die beiden sich bald näher. Sie finden ein altes Rezeptbuch, das die Teestube retten könnte, und ein lange gehütetes Geheimnis, das sie weit in die Vergangenheit ihrer beiden Familien zurückführt. Nichts ist so, wie es scheint, und doch am Ende alles so, wie es sein muss.

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein Sylt-Roman zum Wohlfühlen. Wenn man die Verhältnisse auf Sylt kennt, weiß man, dass der Roman auch einen ernsten Hintergrund hat, denn Strukturwandel gibt es auch auf der Insel reichlich. Die Probleme der alteingesessenen Familie werden hier aber in eine schöne Geschichte verpackt, mit liebevoll beschriebenen Personen und ganz viel Sylt-Atmosphäre im Winter. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren erzählt. Und so sitzt man beim Lesen dann gedanklich in der schönen Teestube und genießt Sylt in der Vorweihnachtszeit. Und so bietet das Buch beste Unterhaltung für die Wintermonate und insbesondere die Vorweihnachtszeit.  

„Ein Abend mit Celeste Ng“

Einen interessanten Abend gab es im November im Schmidtchen in Hamburg: Celeste Ng stellte dort ihr neues Buch „Unsere verschwundenen Herzen“ vor

Das Buch ist erschienen bei dtv, übersetzt von Brigitte Jakobeit.

Inhaltsangabe:

Der zwölfjährige Bird lebt mit seinem Vater in Harvard. Seit einem Jahrzehnt wird ihr Leben von Gesetzen bestimmt, die nach Jahren der wirtschaftlichen Instabilität und Gewalt die »amerikanische Kultur« bewahren sollen. Vor allem asiatisch aussehende Menschen werden diskriminiert, ihre Kinder zur Adoption freigegeben. Als Bird einen Brief von seiner Mutter erhält, macht er sich auf die Suche. Er muss verstehen, warum sie ihn verlassen hat. Seine Reise führt ihn zu den Geschichten seiner Kindheit, in Büchereien, die der Hort des Widerstands sind, und zu seiner Mutter. Die Hoffnung auf ein besseres Leben scheint möglich. Eine genauso spannende wie berührende Geschichte über die Liebe in einer von Angst zerfressenen Welt.

Der Abend in Hamburg:

Die Autorin erzählte, dass sie bereits zum 3. Mal in Hamburg war, sich allerdings in Boston zu Hause fühlt. In jedem ihrer Bücher steckt auch ein kleines Stück von ihr. 

Sie findet es beängstigend, sich in die Situation reinzuversetzen, als Mutter das eigene Kind zurückzulassen. Allerdings hat sie auch Hoffnung, dass man den Kindern in einer schwierigen Welt auch noch Optimismus mitgeben kann. 

Während es in den vorherigen Büchern eher ein persönlicher Blick auf eine Geschichte ist, geht es in dem neuen Buch um Politik. Schließlich hat sie selbst erfahren, wie es ist, wenn man „anders“ ist in Amerika, ihre Eltern stammen aus Hongkong. Und da jemand an der Wirtschaftskrise in den USA Schuld sein muss, bekommen jetzt die Chinesen die Schuld. Und in Amerika ist es so, dass man jemanden, der sich nicht „richtig“ verhält, die Kinder wegnehmen kann. Dann wird illoyalen Nichtamerikanern das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. Und um so eine Geschichte geht es in dem Buch. Mit dem Buch hat sie 2016 angefangen und es macht ihr Angst, denn „die Welt wird immer mehr, wie ich sie schreibe“. Und wie US-Amerikaner mit asiatischem Hintergrund gesehen werden, tritt immer mehr den Nerv der Zeit.

Büchereien sind in dem Buch die sicheren Orte und auch die Autorin mag Bibliotheken sehr gern. Sie schreibt dort und hat die Mitarbeiter beobachtet, die für alles eine Lösung haben. Sie selbst hat kreatives Schreiben in Michigan studiert und ist in ihrer Familie als Künstlerin die Ausnahme, wo es sonst viele Ingenieure gibt. Außerdem ist sie dankbar, dass so viele Leute ihre Bücher lieben, denn schließlich kommt sie aus den USA und ist kein Thrillerautor. Ihre Botschaft: es gibt immer Hoffnung und dabei kann sie sich nur in Geschichten ausdrücken. Insgesamt ein sehr interessanter Abend mit einer starken Persönlichkeit.          

 

Krimifestival auf Kampnagel 2022

Jedes Jahr im November gibt es eine Woche das Hamburger Krimifestival auf Kampnagel, in diesem Jahr zum 15. Mal. Dort gibt es dann jeden Abend mehrere Krimilesungen – und ich könnte mein Zelt im Foyer aufstellen. Aber Frau muss sich entscheiden und so war ich dieses Jahr im hohen Norden unterwegs.

Am Mittwoch stellt die Isländerin Yrsa Sigurdardóttir ihr neues Buch „Schnee“ vor. Ich habe schon mehrere Bücher von der Autorin gelesen und das mit Begeisterung. Die Autorin berichtet von sich, dass sie gut Deutsch spricht- „im Kopf“.

Zunächst ging es dann in dem Gespräch um Weihnachten auf Island, was immer ein Buchthema ist. Alle Hardcover kommen vor Weihnachten raus und jeder bekommt ein Buch zu Weihnachten, ein ungeschriebenes Gesetz.

In dem neuen Buch der Autorin geht es um eine Gruppe von Wanderern, die in einer sehr verlassenen Berghütte unterwegs sind. Die Berghütten gibt es überall in Island, als Schlafplätze im Sommer und auch im Winter offen, falls jemand von einem Schneesturm überrascht wird und für alle zugänglich. Denn man kann nicht bei jeder Witterung zurück und auch nur bei Tageslicht weiter. Die Geschichte basiert auf einer wahren Geschichte, einer Gruppe von Studenten, die tot aufgefunden wurden, was nie aufgeklärt werden konnte.  Dabei gibt es Rettungsteams überall in Island, die ehrenamtlich unterwegs sind.

Die Autorin freut sich, ein Buch „stand alone“ zu schreiben, so muss keiner überleben und man kann Figuren austauschen. Um den Lesern das Lesen zu erleichtern wählt sie die Namen so, dass jeder Buchstabe nur 1x als Anfangsbuchstabe vorkommt. Interessant auch, dass auf Island die möglichen Namen für Kinder und Pferde auf einer Liste vorgibt.

Yrsa ist gelernte Bauingenieurin und arbeitet auch immer noch in diesem Beruf, obwohl sie mittlerweile als Schriftstellerin sehr erfolgreich ist. Aber Schreiben alleine ist ihr zu einsam, erzählt die Autorin weiter, die schon als kleines Kind Horrorfan war und heute auch noch ist. Und so wundert es nicht, dass der Soundtrack von Horrorfilmen heute für sie die Musik zum Schreiben ist.

Inhalt:

Was zwang die Freunde, sich mitten im harten Winter im isländischen Hochland zu bewegen, in Dunkelheit und Schneestürmen? Und warum verließen sie das kleine Obdach, das sie hatten, kaum bekleidet und den harten Bedingungen vollkommen ausgeliefert? Ein Rettungsteam wird in die abgeschiedene Gegend geschickt, um nach den Vermissten zu suchen. Währenddessen gehen an der einsam gelegenen Radarstation in Stokksnes seltsame Dinge vor sich. Nichts ist so, wie es scheint: Sei es die Blutlache, die im unberührten Schnee fernab der Zivilisation entdeckt wird, oder der kleine Kinderschuh, der Jahrzehnte nach der Vergrabung wiedergefunden wird …Angesiedelt in der grandiosen isländischen Landschaft, beschreibt Yrsa Sigurdardóttir überzeugend, wie das Gehirn uns in Ausnahmesituationen täuschen kann.

Auf Samstag hatten wir dann Karten für die „Schwedische Nacht“ und wurden ziemlich enttäuscht. Asa Larsson, Anne Holt und Arne Dahl waren angekündigt, alles Autoren, die ich sehr gerne lese. Erst mit Beginn der Veranstaltung wurden wir dann informiert, dass bei Asa Larsson der Flieger nicht abgehoben hatte und Anne Holt erkrankt ist. Aus 3 Autoren wurde einer. Sehr bedauerlich und dafür war der Eintrittspreis sicherlich auch nicht gerechtfertigt. Aber immerhin Arne Dahl war da und stellte sein neuestes Buch

Null gleich Eins„vor. Das Ermittlerpaar Berger und Blom  ist jetzt im 5. Buch tätig und bekommt jetzt Ermittlungsaufträge, allerdings ist dieser Band auch der Abschluss der Reihe.

Das alle Bücher der Reihe Zahlen haben, ist eine deutsche Idee, der Verlag brauchte neue Titel nach Gier, Zorn usw. Es gibt immer eine entsprechende mathematische Verbindung in dem Buch. Bisher gab es immer viele Polizisten in seinen Büchern, so sollten es hier nur zwei sein. Die Fundorte der Leichen sind Strände mit Felsen. Nicht ganz geografisch korrekt, aber der Autor ist immer vor Ort gewesen. Und auch wenn es schwierig geworden ist, originelle Plots zu schreiben, so haben wir Glück, dass Arne Dahl ein „Serienschreiber“ ist, denn eine neue Serie ist in Arbeit und  fast fertig.

Inhalt:

Er wird es wieder tun. Am Fünften jedes Monats findet die Stockholmer Polizei in den Schären eine Leiche. Doch die Todesursachen unterscheiden sich, und so glaubt niemand an eine Verbindung zwischen den Morden. Niemand außer Kommissarin Desiré Rosenkvist, die Sam Berger und Molly Blom mit dem Fall beauftragt. Obwohl die Ermittler im Verborgenen agieren müssen, erkennen sie: Wer auch immer die Toten deponiert, will gefunden werden. Nur warum gerade jetzt? Berger und Blom setzen sich auf die Fährte eines größenwahnsinnigen Täters, dem es um nichts Geringeres als das ewige Leben zu gehen scheint.

Dann wurden auch noch die Bücher der beiden Autorinnen vorgestellt, aber das war dann nur der halbe Spaß. Und trotzdem freue ich mich schon auf den Krimifestival hoffentlich im nächsten Jahr.

Nora Luttmer – Lesung in Eutin

Im November gab es einen spannenden und interessanten Abend in der Buchhandlung Hoffmann in Eutin. Die Autorin Nora Luttmer hat dort ihre Bücher vorgestellt. Mit „Hinterland“ beginnt die Reihe um die Ermittlerin Bette Hansen, einer ehemaligen Kommissarin. Die lebt jetzt in Ochsenwerder, in den Vier- und Marschlanden, wie auf einem Dorf. Den Job musste sie aufgeben, da sie an unkontrollierbaren Schlafattacken leidet.

Die Autorin, die selbst in der Hamburger Neustadt lebt und 2000 nach Hamburg gezogen ist, hat sich bewusst für Ochsenwerder entschieden, denn „über St. Pauli gibt es schon so viel“ und sie wollte über etwas schreiben, wo sie jetzt lebt. Vorher hat sie Südostaisenkunde studiert und in Vietnam gelebt. Nun freut sie sich über einen Garten in Ochsenwerder und erkundet die Gegend mit dem Fahrrad.

Die Lesung hat viel Spaß gemacht, es war einfach gut gelesen, dazu noch viele Informationen und die Ausschnitte waren so gewählt, dass viel Spannung aufgebaut wurde. Und während ich mich auf Teil 1 freue, schreibt die Autorin an Teil 3. Es bleibt spannend und die Veranstaltung war ein rundum schöner Abend.

Band 1 der Krimiserie um Ermittlerin Bette Hansen aus Hamburg-Ochsenwerder

Inhalt:

Eine Muschel mit einem Kreuz. Eingeritzt in ein Holzscheit in ihrem Garten im dörflichen Hamburger Stadtteil Ochsenwerder an der Elbe. Die ehemalige Kommissarin Bette Hansen, 53, ist alarmiert. Das Zeichen hat sie schon einmal gesehen. Auf einem Hochstand, von dem aus ein Unternehmensberater und seine Trainerin beim Bogenschießen regelrecht hingerichtet wurden. Die Wut, mit der der Täter vorgegangen sein muss, hat selbst der erfahrenen Ermittlerin einen Schreck versetzt. Der Muschelmörder war Bettes letzter Fall. Bis heute ist er ungelöst. Sie musste den Job aufgeben, da sie an unkontrollierbaren Schlafattacken leidet, die sie auch im Dienst überfielen. Von ihrer Krankheit weiß auch der Täter, der nun immer engere Kreise um sie zieht.

«Tiefergrund» ist nach «Hinterland» der zweite spannende Kriminalroman mit der Ermittlerin Bette Hansen:

Inhalt:
Freiwillig ist Bette Hansen, 53, nicht ins idyllische Ochsenwerder, den Ort ihrer Kindheit, zurückgekehrt. Die ehemalige Kommissarin wurde von ihrer Narkolepsie dazu gezwungen. Immer wieder wird sie von Schlafattacken heimgesucht. Ihren Beruf kann die sonst so toughe Frau nicht mehr ausüben. Als ein junges Mädchen verschwindet, reißen im Ort alte Wunden auf, denn es scheint eine Verbindung zu einem Mord im Jahr 1986 zu geben. Damals wurde ein Teenager getötet, eine Freundin von Bette – und das ausgerechnet im Tiefergrund, diesem düsteren Uferabschnitt an der Elbe, der ihnen als Kindern solche Angst eingeflößt hatte. Fieberhaft ermittelt Bette unter der Hand. Kann die Vergangenheit heute immer noch Leben zerstören?

„Frankfurter Buchmesse 2022“

Endlich war es so weit: ich war Samstag  mal wieder einen Tag auf der Buchmesse in Frankfurt. Bücherluft schnuppern und Büchermenschen treffen – es ist immer schön. Auch wenn ein Tag dafür nicht gerade üppig ist.

Gefühlt waren die Aussteller z.T. auch immer noch etwas auf „Sparflamme“ unterwegs, aber trotzdem hat es großen Spaß gemacht. Auch hatte ich nicht so viele feste Verabredungen, von daher gibt es heute mehr Bilder.

Dieses Bild finde ich besonders gut. Es sind viele Besucher da und das Banner sagt eigentlich alles.

Als erstes habe ich dann Rainer Löffler am Stand von Bastei Lübbe getroffen. Das Gespräch mit dem sehr sympathischen Autor hat mir viel Spaß gemacht. Lese ich doch die „Blut-Reihe“ schon sehr gerne vom ersten Buch „Blutsommer“ an. Leider gab es damals meinen Blog noch nicht und somit dazu auch noch keine Rezi. Aber von dem neusten Buch Die Blutliste“ gibt es auf dem Blog eine Rezi. Dazwischen gehören noch „Blutdämmerung“ und „Der Näher“ zu der Reihe. Und, wie ich erfahren habe, geht es auch weiter. Rainer Löffler hat vor vielen Jahren „Das Schweigen der Lämmer“ gelesen und wollte so etwas auch auf Deutsch machen. Ich würde sagen, das ist absolut gelungen.

Dann ging es weiter zu einer Veranstaltung von Crimetrill. Das ist eine Community für alle, die Thriller lieben und wird von mehreren Verlagen begleitet. Hier wurden 5 Autoren ins Kreuzverhör genommen.

Andreas Storm stellte seinen Kriminalroman „Das neunte Gemälde vor“. Es ist der Auftakt einer Reihe bei der Kunstexperte Lennard Lomberg im Mittelpunkt steht und der Autor wollte damit ein Buch schreiben, was er immer so selbst gerne gelesen hätte.

           

Weiter ging es dann mit Andreas Winkelmann und „Das letzte, was Du hörst“, dazu gibt es hier auch schon eine Rezi. Andreas Winkelmann wollte damit erreichen, dass das Böse dem Leser so nah kommt, wie nur möglich – mit der Stimme.

          

Und ich freue mich jetzt schon auf die Lesung von Andreas Winkelmann im November in Hamburg. Ich werde berichten…

Ihm folgte Arno Strobel mit „FAKE – Wer soll dir jetzt noch glauben“, der der Meinung ist, dass wir alle unser Grundvertrauen in unser Justizsystem vielleicht mal in Frage stellen sollten.

               

Bei Cathrin Moeller ist „Todesglut“ auch der Auftakt einer neuen Reihe rund um die „Akademie des Verbrechens“, im Mittelpunkt steht ein ehemaliger Mordermittler und die Handlung spielt auf Rügen.

             

Zum Schluss der ersten Runde stellte dann Ursula Poznanski ihr neuestes Buch „Stille blutet“ vor. Auch dies ist der Beginn einer neuen Reihe. In diesem Fall geht es um eine Mordserie in Wien, bei der die Opfer ihre Ermordung ankündigen. Außerdem gibt es noch eine Erzählebene mit einem geheimnisvollen Ich-Erzähler…

             

Nach der kurzen ersten Vorstellung gab es dann mehrere Fragerunden, wo die Autoren Fragen beantworteten, wo z.B. die Ideen herkommen und wie viele Figuren durch ihre Tastenanschläge schon sterben mussten. Insgesamt eine sehr kurzweilige und interessante Veranstaltung.

Hinterher hatte ich dann noch die Gelegenheit für ein Selfie mit Ursula Poznanski.

Gerne wäre ich auch noch zum Signiermarathon gegangen, aber die Warteschlange war einfach riesig lang.

Dann habe ich die Zeit genutzt, mich einfach etwas treiben zu lassen und Eindrücke zu sammeln.

Kai Meyer bekannt durch „Die Seiten der Welt“ war dabei, sein neues Buch zu signieren. Das ist ein Autor, den ich sehr interessant finde.

Hätte es die Bücher doch nur zu meiner Kinderzeit schon gegeben….

Man bekommt viele unterschiedliche Eindrücke auf der Messe, Gärtner die ihre Bücher vorstellen…

…genauso wie „Bleistifte im Himmel“

                               

                                   

Und wie immer ist Sebastian Fitzek einer der Stars auf der Messe. Von ihm gibt es demnächst auch ein neues Buch- die PR-Maschinerie läuft an…

Für mich wurde es noch Zeit für einen Besuch bei den „Mörderischen Schwestern e.V.“. Der Verein ist ein Netzwerk von Autorinnen, Leserinnen und Buchbranchenprofis mit dem Ziel, von Frauen geschriebene, deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern. Nachdem ich die Ladies aus dem Norden schon bei einer Veranstaltung in Norderstedt erleben durfte, konnte ich jetzt Carolyn Srugies persönlich kennenlernen.  Die Bücher der Autorin spielen in Mecklenburg-Vorpommern und sie hat auch einen Beitrag zu „Tatort Nord“ geschrieben, den Urlaubskurzkrimis der Ladies. Und mit Freude habe ich gehört, dass es dazu einen 2. Teil geben wird. Dort wird dann auch Mecklenburg-Vorpommern vertreten sein. Ich freue mich darauf.

                                       

Den Messeabschluss am Samstag bildet für mich eigentlich immer ein Besuch beim „Blauen Sofa“ vom ZDF, wo es Samstagabend immer ein Krimi-Speeddating gibt. Und so war es auch dieses Mal:

Christa von Bernuth, Alex Beer und Alexander Oetker stellten hier ihre neuen Bücher vor.

Der Kriminalroman „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ ist ein historischer Kriminalroman von Alex Beer und spielt 1878. Auch das Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe um den Kleinkriminellen Flex Blom, der sich mit einer Detektivin zusammentut.

Das Buch „Spur 33“ von Christa von Bernuth spielt dagegen in der Gegenwart, es geht um ein Blutbad im Familienverbund. Ein dreifacher Mord, der 2020 in Starnberg tatsächlich passiert ist, ist hier die Grundlage der Geschichte,

Alexander Oetker ist eigentlich für seine französischen Krimis rund um den Ermittler Luc Verlains bekannt. Da aber in französischen Krimis mehr gegessen als gemordet wird, so Oetker, gibt es jetzt zu der Reihe ein Kochbuch mit französischen Rezepten. „Chez Luc“ ist dabei Krimi, Reiseführer und Kochbuch in einem. Der Autor freut sich, dass er zur Recherche zu Winzern und Austernfischern gehen kann und nicht in Archive steigen muss.

Für mich geht ein interessanter Messetag mit vielen Eindrücken zu Ende. Was mich beeindruckt hat war, wie viele besonders junge Leserinnen und Leser auf der Messe waren. Da wurden zahlreiche Bücher gekauft und gerade bei den Romance-Autorinnen gab es sehr lange Schlangen beim Signieren. Das macht Hoffnung auf die Zukunft des Buches.

„Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit“

Roman von Anja Marschall, erschienen im Piper Verlag

Drei starke Frauen in bewegten Zeiten: Band 2 der großen Familiensaga rund um den Aufstieg einer Hamburger Kaffeedynastie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte

Inhalt:

Hamburg 1929: Anders als ihre Mutter Maria hat Cläre Behmer zunächst kein großes Interesse am Kaffeekontor der Familie. Sie will lieber studieren und ihren eigenen Weg gehen, was ihrem Verlobten missfällt, hofft er doch, durch die Heirat mit Cläre »Behmer & Söhne« übernehmen zu können. Doch Cläres Leben ändert sich schlagartig, als sie den freiheitsliebenden Journalisten Fritz Waltershausen kennen und lieben lernt, während die neuen nationalsozialistischen Machthaber das Überleben des Kaffeekontors gefährden. Endlich erwacht in Cläre die Kämpfernatur ihrer Mutter, und sie setzt alles daran, ihr Erbe und ihre Liebe zu retten.

Eigene Meinung:

Nachdem ich von Teil 1 schon total begeistert war, wurde ich auch beim 2. Teil der Saga nicht enttäuscht. Auch dieser Teil ist genauso wunderbar erzählt und eine großartige Verbindung zwischen Familiengeschichte und deutscher Geschichte. Und so folgt man der warmherzigen Familiengeschichte und lernt nebenbei vieles über die Geschichte unseres Landes. Dabei ist das alles so bildlich beschrieben, dass man die Speicherstadt förmlich vor sich sieht und oft auch Kaffee riecht, auch wenn der im Krieg zur Mangelware wird. Und so freue ich mich jetzt auf den 3. Teil der Familiensaga.

„Der Gesang der Flusskrebse“

Roman von Delia Owens, aus dem amerikanischen Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, erschienen bei hanserblau

Klappentext:

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen.

Eigene Meinung:

Beim Lesen des Buches war ich zu Anfang nicht ganz so begeistert. Es ist schon eine wunderbar erzählte Geschichte, die Beschreibungen insbesondere auch von dem Marschland sind sehr schön und bildlich und gut zu lesen. Auch die Geschichte des Marschmädchens beeindruckt einen beim Lesen . Ich fand es besonders spannend zu lesen, was man von der Natur alles für das Leben lernen kann, wenn man keine Schule besucht. Aber das alles zieht sich etwas in die Länge. Allerdings ist der Funke im letzten Drittel dann bei mir total übergesprungen und ich muss auch sagen, dass dieses Buch und die Geschichte des Mädchens bei mir sehr nachwirkt. Das ist etwas ganz besonderes und sehr beeindruckend. Daher auch eine klare Leseempfehlung von mir.

„Der Diamanten-Coup“

Thriller von Patrick Burow erschienen im Benevento Verlag

Inhalt:

Blitzeinbruch im legendären Grünen Gewölbe: Wer sind die Kunstdiebe von Dresden?
Der Coup dauert nur fünf Minuten. Wenige Axthiebe genügen, das Sicherheitsglas zersplittert und die kostbaren Juwelen verschwinden. Die Einbrecher erbeuten in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden Schmuckstücke von unermesslichem Wert. Darunter auch der »Sächsische Weiße«, ein weißer Diamant mit 48 Karat. Ein Juwelenraub von nie dagewesener Dimension – und unvergleichlicher Dreistigkeit! Professor und Kunstdetektiv Adrian Falke gerät in Verdacht, mit dem Diamantenraub in Verbindung zu stehen. Tags zuvor interessierte er sich auffällig für die Sicherheitsmaßnahmen. Doch Falke ist unschuldig. Gemeinsam mit der Direktorin des Grünen Gewölbes macht er sich auf die Suche nach den legendären Diamanten. Können die beiden die wahren Juwelen-Räuber schnappen?

Eigene Meinung:

Einer der spektakulärsten Raubzüge der deutschen Geschichte hat Autor Patrick Burow zu diesem Buch inspiriert. Und das macht es gerade so interessant, dass ein echter Kriminalfall als Grundlage dient. Wie haben die Täter das gemacht? Eine Frage, die sich viele Bürger gestellt haben. Hier gibt es eine Fiktion, wie es gewesen sein könnte, dann folgt eine Verfolgungsjagd durch mehrere Länder. Als Leser verfolgt man die Täter, die Polizei und den Professor nebst Museumsdirektorin. Eine spannende Kombination, dabei ist das Buch auch so gut geschrieben, dass es ordentlich Fahrt aufnimmt. Die Handlungen des Professors und der Museumsdirektorin kommen einem dabei manchmal etwas merkwürdig vor, aber das gehört dazu, um eine rasante Geschichte zu erzählen. Insgesamt ein interessanter Thriller.  

„Die Blutliste“

Thriller von Rainer Löffler erschienen bei Bastei Lübbe AG

Inhalt:

In einem Grab auf einem Kölner Friedhof wird die Leiche eines ermordeten, entsetzlich entstellten Mannes entdeckt. Die junge Frau, die dort eigentlich liegen sollte, ist verschwunden. Auch sie war das Opfer einer Bluttat. Fallanalytiker Martin Abel wird nach Köln beordert und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Er findet heraus, dass Spuren auf einen lange zurückliegenden Mord weisen – und dass der Schlüssel zur Klärung des aktuellen Falls in der Familie dieses allerersten Mordopfers liegen muss. Aber dann wird ein weiterer verstümmelter Toter in einem fremden Grab gefunden, und Abel erkennt, dass das nächste Opfer schon auf der Liste steht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Eigene Meinung:

Auch der 4. Fall für Fallanalytiker Martin Abel hat es wieder in sich. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und eine gewisse Brutalität muss man auch ertragen können. Dafür bekommt man dann einen spannenden, ungewöhnlichen Fall mit einem ungewöhnlichen Ermittler zu lesen. Die Erzählperspektiven wechseln dabei, aber das ist immer auch entsprechend gut zu erkennen und der Thriller ist flüssig zu lesen. Einzig einige Szenen mit einem Wolf fand ich etwas überflüssig und zum Schluss hatte ich etwas Schwierigkeiten, alles gedanklich zusammen zu sortieren. Insgesamt aber ein spannender deutscher Thriller, der für Lesespaß sorgt.