„Der Papierpalast“

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Roman von Miranda Cowley Heller, aus dem Amerikanischen von Susanne Höbel, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Es ist früh am Morgen, alle schlafen noch, als Elle Bishop an einem perfekten Augusttag zum See läuft. Er liegt unterhalb des Sommercamps der Familie, ein paar altersschwache Hütten, die ihr Großvater in den Back Woods von Cape Code zusammengezimmert hat. Durch das Fenster des Haupthauses sieht sie den noch nicht abgeräumten Tisch des vorherigen Abends, die leeren Weingläser, das Kerzenwachs auf dem Tischtuch. Sie hatten Besuch, und es ist etwas passiert: Während Elles Ehemann Peter mit den Gästen lachte, sind sie und ihr Jugendfreund Jonas nach draußen geschlichen und haben sich geliebt. Elle taucht ein ins Wasser, ihre Geschichte beginnt. Sie erzählt fünfzig Jahre Leben, bringt verborgene Liebe und ein düsteres Geheimnis ans Licht. An diesem einen Tag läuft alles auf eine Entscheidung hinaus.

Eigene Meinung:

Der Roman wird überall hoch gelobt, ich muss gestehen, ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten, in die Geschichte zu kommen und mit dem Buch „warm“ zu werden“. Erst als ich mir mehr Zeit für das Buch genommen und längere Abschnitte im Zusammenhang gelesen habe, gefiel es mir besser. Die Autorin nimmt in dem Buch sehr viele Themen auf, die sich in Familien abspielen können. Auch die Atmosphäre in diesem Sommercamp wird ganz gut eingefangen. Aber man sollte sich bewusst sein, dass das keine leichte Sommerlektüre ist, ganz im Gegenteil. Klar ist, dass der überwiegende Teil in der Vergangenheit erzählt wird. Die Kapitel sind entsprechend mit Jahres- und Ortsangaben versehen. Die Kapitel in der Gegenwart haben dann die Uhrzeit als Überschrift. So kann man die Ebenen auseinanderhalten. Wer auf der Suche nach einer etwas tiefgründigen Familiengeschichte ist, dürfte an diesem Buch seine Freude haben.

4 Sterne-p1

„Kalte Seelen“ Ein Fall für Milla Nova

Kalte Seelen

Ein Kriminalroman von Christine Brand, erschienen im Atlantis Verlag

Inhalt:

TV-Journalistin Milla Nova lässt sich für eine Reportage eine Woche lang ins Frauengefängnis Hindelbank im Emmental einsperren. Hinter Gittern hört sie tragische Lebensgeschichten, wie die von Flor, die wegen Mordes angeklagt ist, aber ihre Unschuld beteuert, oder Gerüchte, wie die über namenlose Immigranten, die als Sans-Papiers in der Schweiz ein Schattenleben führten und spurlos verschwanden. Und sie hört von anonymen Leichen, die die Kantonspolizei Bern aus dem kalten Thunersee geborgen hat und bis heute nicht identifizieren konnte. Die Taten eines Rechtsextremisten? Milla Nova beginnt zu recherchieren und wird mit einer grausamen Wahrheit konfrontiert. Was hat all das mit ihrem Vater zu tun, den sie nie kennengelernt hat? Plötzlich blickt die kühne TVReporterin in die Abgründe ihrer eigenen Vergangenheit – und gerät selbst unter Verdacht.

Eigene Meinung:

Dieser Fall für Milla Nova greift ein sehr aktuelles Thema auf. Was müssen Menschen aushalten, die hier herkommen, sich hier eigentlich nicht aufhalten dürfen und trotzdem hier leben. Was kann alles passieren. Diese aktuellen Themen liest man hier in einer Krimi-Handlung. greift dieser Krimi auf. Das Paar Milla Nova, Journalistin, und Sandro Bandini, erfahrener Polizist der Kantonspolizei Bern, ermitteln dabei gemeinsam. Dieses Paar gefällt mir sehr gut, gerade Milla ist ein Typ mit Ecken und Kanten. Das Buch ist in 2013 erschienen, inzwischen gibt es weitere Bücher, wo dieses Paar gemeinsam ermittelt. Spannend wird dieses Buch dadurch, dass man immer auch dem Täter in seinen Gedanken folgen kann. Auf Seite 300 war mir klar, wer der Täter ist, aber das ist noch lange nicht das Ende, es gibt dann noch einen spannenden Schluss. Insgesamt ein aktuelles Thema, in einen spannenden Krimi verpackt, der gut zu lesen ist. Und das Lesen lohnt sich. Das ungleiche Ermittlerpaar wird zum Glück noch einige Fälle bekommen, ich freue mich darauf.

4 Sterne-p1

„Nordwestnacht“

Ein Fall für die Soko St. Peter-Ording

Nordwestnacht

Krimi von Svea Jensen, erschienen bei HarperCollins

Inhaltsangabe:

Weil die zuständige Flensburger Mordkommission zu beschäftigt ist, wird Hauptkommissar Hendrik Norberg die Aufklärung eines Mordes in St. Peter-Ording übertragen. An die Stelzen eines Pfahlbaus gekettet, ertrank ein junger Mann bei steigendem Wasser. Das Opfer war Teil der Filmcrew, die gerade einen Küstenkrimi in St. Peter dreht. Aber bei der Produktion scheint einiges schiefzugehen, denn dann verschwindet auch noch eine der Darstellerinnen spurlos. Gemeinsam mit Nils Scheffler und Anna Wagner ermittelt Norberg in beiden Fällen. Schließlich sind die drei ein eingespieltes Team, und dass es sich hier um einen bloßen Zufall handelt, glaubt keiner von ihnen.

Eigene Meinung:

Auch der 3. Fall für die Soko St. Peter-Ording konnte mich wieder restlos überzeugen. Ich mag das Team um Hendrik Norberg, das gut zusammen arbeiten kann, wo aber jeder auch seine persönlichen Themen hat, wie im „richtigen“ Leben. Dazu noch ein solider Kriminalfall, der immer spannend ist und bei der Auflösung lag ich völlig daneben, es gab noch eine überraschende Wendung zum Schluss. Das alles macht einen guten Krimi aus, wenn dieser dann auch noch flüssig zu lesen ist, passt es. Außerdem noch die schöne Kulisse von St.Peter Ording und so gibt es insgesamt einen wunderbaren Regionalkrimi. Von mir eine Leseempfehlung nicht nur für den Strandkorb und ich freue mich auf den nächsten Fall für diese SoKo.

5 Sterne-p1

Teil 1: Nordwesttod

Teil 2: Nordwestzorn

 

„Tatort Nord“

Tatort Nord

Urlaubskurzkrimis von Sylt bis Fehmarn, herausgegeben von Anke Küpper, Franziska Henze, Yvonne Wüstel, erschienen bei Harper Collins

Diese Anthologie entstand in Zusammenarbeit mit den „Mörderischen Schwestern“

Klappentext:

Zwischen Hamburg und der Küste gibt es so manchen Tatort und so manchen Ermittler – doch sie alle haben eins gemeinsam: Sie arbeiten dort, wo andere am liebsten Urlaub machen. Denn egal ob sonniger Sandstrand, glitzernde Elbe und tosende See – das Verbrechen macht vor gar nichts halt. 23 Fälle, die es in sich haben – unsere Autorinnen nehmen Sie mit an die Tatorte im Norden und versprechen Spannung für den Urlaub oder einfach zwischendurch. Seite für Seite.

Eigene Meinung:

Der Klappentext hat hier nicht zu viel versprochen. Einen guten Kurzkrimi zu schreiben ist für mein Gefühl eine schwierige Angelegenheit. Man muss eine kompakte Geschichte spannend auf wenigen Seiten erzählen. Das ist hier aber hervorragend gelungen. Und was mir besonders gut gefallen hat, war neben den verschiedenen Tatorten die Tatsache, dass es in dieser Sammlung gelungen ist, sehr unterschiedliche Krimis zusammenzutragen. Es ist wirklich alles dabei. Von lustig bis sehr nachdenklich, historisch und modern. Dazu gestandene Ermittler oder Krimis, in denen gar kein Ermittler vorkommt. In einigen Fällen hat man für die Täter sogar Verständnis. Es gibt auch unterschiedliche Arten von Spannung in diesem Buch, entweder eine richtig spannende Ermittlung oder auch mal unterschwellige Spannung. Das alles ist sehr unterschiedlich geschrieben und sehr abwechslungsreich. Das Buch sollte eigentlich in keinem Strandkorb fehlen, eine absolute Leseempfehlung von mir. Und ich denke, auch Leser, die sonst nicht so viel Krimis lesen, werden an diesen Krimis ihre Freude haben. Ich habe jetzt nur das Problem, dass ich von einigen Ermittlern, die in dem Buch vorkommen, gerne mehr lesen möchte…

5 Sterne-p1

„Lesung mit Kirsten Boie in Bad Oldesloe“

anlässlich der Gründung des Freundeskreises der Stadtbibliothek Bad Oldesloe

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Das war am Sonntag eine ganz besondere Veranstaltung im KuB in Bad Oldesloe. Mit Kirsten Boie war eine der berühmtesten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen  in Deutschland zu Gast. Ausgezeichnet ist die Autorin u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrenbürgerwürde der Stadt Hamburg. Die Autorin wunderte sich selbst, dass sie noch nie in Bad Oldesloe zu einer Lesung war, schließlich hat sie doch ein Oldesloer Autokennzeichen.

Diese Lesung war die erste Veranstaltung des neu gegründeten Freundeskreises der Stadtbibliothek Bad Oldesloe und der Verein konnte sich darüber freuen, dass alle Eintrittskarten vergriffen waren. Und so begrüßten zunächst Prof. Dr. Ute Krauß-Leichert als Vorsitzende und Bibliotheksleiter Jens Geißler die Zuhörer und stellten die Ziele des Vereins vor. Denn wer nicht lesen kann, hat es schwer und so hat sich der Verein die Leseförderung für jung und alt auf die Fahnen geschrieben.

Boie Lesung verkleinert

Danach hatte Kirsten Boie trotz tropischer Temperaturen draußen keine Mühe, die kleinen und großen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen, indem sie in die Geschichte von „Der kleine Ritter Trenk und fast das ganze Leben im Mittelalter“ einführte. Anschließend gab es eine Lesung aus dem Buch und Illustrationen aus dem Buch untermalten die Worte passend. Die kleinen Zuhörer waren begeistert, aber auch für die großen Zuhörer war das wunderbar gemacht. Das Buch ist entstanden, nachdem das erste Buch „Der kleine Ritter Trenk“ als Zeichentrickfilm verfilmt wurde. Dafür hat die Autorin so viel Material über das Mittelalter gesammelt, dass gleich mehrere Bücher daraus geworden sind. Neben der Erzählung gibt es in den Büchern dann auch immer noch Sachwissen aus dem Mittelalter.  

Ritter Trenk Auswahl

Dann durften die Kinder Fragen stellen und erfuhren u.a., dass Kirsten Boie für ein „dickes, langes Buch“ etwa 4 bis 6 Monate braucht. Eine Rechenaufgabe gab es für die Kinder auf die Frage „Wie alt bist Du?“. Kirsten Boie hat sich schon mit 5 Jahren immer Geschichten ausgedacht, aber ihre Freundinnen wollten sie nicht hören. Nur der kleine Bruder ließ sich mit Schokolade als Zuhörer bestechen. Als sie und ihr Mann dann später ein Kind adoptierten, wollte das Jugendamt nicht, dass sie weiter in ihrem Beruf als Lehrerin arbeitete und so hat sie angefangen Bücher zu schreiben. Ein Glück für alle Kinder und Jugendlichen, denn mittlerweile sind es über 100 erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher geworden. 

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Es war ein toller Nachmittag. Trotz der sommerlichen Temperaturen waren die kleinen Zuhörer voll bei der Sache, es war auch einfach eine wunderbar kindgerechte Ansprache. Dazu war es auch für die erwachsenen Zuhörer sehr interessant, diese großartige, vielseitig engagierte und sehr sympathische Autorin zu erleben und hoffentlich war dieses nicht die letzte Lesung in Bad Oldesloe.

Informationen zu dem Freundeskreis gibt es auf der Homepage der Stadtbibliothek Bad Oldesloe und direkt vor Ort in der Stadtbibliothek, Königstr. 32.

 

   

 

„Was damals geschah“

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Roman von Lisa Jewell, aus dem Englischen von Carola Fischer, erschienen bei Limes in der Penguin Random House Verlagsgruppe

Inhalt:

In einem großen herrschaftlichen Haus in Londons elegantem Stadtteil Chelsea liegt ein Baby in seinem Bettchen. Das kleine Mädchen ist satt und zufrieden, es fehlt ihm an nichts. In der Küche des Hauses liegen drei Leichen. Neben ihnen eine hastig hingekritzelte Nachricht. Die drei sind seit Tagen tot. Doch wer hat sich dann um das Kind gekümmert? Und wo ist diese Person jetzt? Fünfundzwanzig Jahre später erhält eine junge Frau namens Libby einen Brief, der sie überraschend zur Erbin des Anwesens erklärt. Die Fragen von damals wurden nie beantwortet. Und schon bald beschleicht Libby das Gefühl, dass sie nicht allein im Haus ist…

Eigene Meinung:

Augen auf bei der Bücherwahl. Für mich sieht das Cover eher nach Thriller aus, auch der Klappentext vermittelt diesen Eindruck. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Roman, in diesem Fall ein Familiendrama. Recht düster geschrieben, fordert es volle Aufmerksamkeit beim Lesen. Zwei Zeitebenen und sehr viele Personen sorgen dafür, dass man konzentriert lesen muss. Und auch wenn das ungewöhnlich und interessant ist, was dieser Familie passiert und teilweise sogar Spannung aufkommt, hatte ich doch Probleme, mit diese Familie zu fühlen oder mich mit ihr zu identifizieren. Dazu noch die vielen Personen, war es für mich nicht so das große Lesevergnügen. Wer aber auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Familiendrama ist, wird an diesem Buch bestimmt Freude haben.

3 Sterne-p1

„Die Diplomatin“

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Roman von Lucy Fricke, erschienen bei claassen, ein Verlag der Ullstein Verlage GmbH

Inhalt:

Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee.

Eigene Meinung:

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ein interessanter Einblick in die Welt der Diplomatie, noch dazu top aktuell, wenn man die Verhältnisse in der Türkei betrachtet. Außerdem verfügt die Hauptfigur in dem Buch über so einen trockenen Humor, dass das Lesen zusätzlichen Spaß macht. Dabei ist das Buch insgesamt auch sehr flüssig geschrieben und gerade zum Schluss gibt es noch eine Spannung, mit der ich so nicht gerechnet habe. Dazu kommen dann noch viele weitere Themen wie Einschränkung der Menschenrechte und Pressefreiheit. Auch die noch immer nicht überall vorhandene Gleichstellung der Frau wird teilweise sehr deutlich. Das alles verpackt in einen Roman hat das Buch für mich zu einem Lesevergnügen gemacht.

5 Sterne-p1

„Ladiescrimenight“

6 Krimiautorinnen lesen gegen die Zeit aus ihren neuesten Büchern

Am Freitag gab es in Norderstedt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern„. Bei den „Mörderischen Schwestern“ handelt es sich um Europas größten Verein von Krimiautorinnen mit rd. 700 Mitgliedern.

Von den Schwestern waren an diesem Abend sechs auf der Bühne zu erleben- alle passend schwarz-rot gekleidet.

Spannend war dabei die Mischung aus Bestseller-Autorinnen und Autorinnen, die noch nicht so bekannt sind. Alle sechs Autorinnen haben jeweils 10 Minuten aus ihren Büchern gelesen- wenn die Zeit um war ertönte ein Schuss. Die Veranstaltung war insgesamt toll vorbereitet, so stimmten ein Tisch mit kriminellen Requisiten und die Umrisse einer Leiche auf dem Boden die Besucher schon mal auf den Abend ein. Und alle Autorinnen durften sich über eine Auftrittsmusik freuen, was bei Krimi-Lesungen eher selten der Fall ist. Aber „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“.

Deko Norderstedt 1 verkleinert Deko Norderstedt 2 verkleinert

Durch die kurzen Leseabschnitte und die sehr unterschiedlichen Bücher – Vom Ostseekrimi, einem Lokalkrimi aus Norderstedt und einem historischem Hamburg-Krimi war alles dabei, wurde es dann ein sehr kurzweiliger Abend.

Svea Jensen machte bei ihrem Heimspiel, sie wohnt in Norderstedt, den Auftakt und stellte mit „Nordwestnacht“ den 3. Fall für ihre Soko St.Peter-Ording vor.

Svea Jensen Norderstedt verkleinert

Ihr folgte Anke Küpper mit „Tod an der Alster„- eindeutig ein Hamburg-Krimi. Das ist schon der 2. Fall für Kommissarin Svea Koptezki. Die aus dem Ruhrgebiet stammende Autorin hat zunächst Sach- und Kinderbücher geschrieben und lässt jetzt in Hamburg morden.

Für Eva Almstädts Ermittlerin Pia Korittki ist „Ostseekreuz“ dagegen schon der 17. Fall und die Autorin darf sich über Platz 2 auf der Spiegel-Bestsellerliste freuen. Und spielten die Krimis bisher an der Ostsee so beginnt bald eine neue Krimireihe an der Nordsee. In „Akte Nordsee – Am dunklen Wasser“ werden dann eine Anwältin und ein Journalist ermitteln. Eva Almstädt wollte gerne mal andere Ermittler haben. Aber Pia wird weiter ermitteln, was alle Fans beruhigen dürfte.

Ava Almstädt Norderstedt verkleinert

Nach der Pause stellte dann Anja Gust ihren Krimi „Die Schwebfliege- Ein schmutziges Geschäft“ vor. Dieser Krimi spielt in Norderstedt, die Lesung wurde fast zum Hörspiel, was mir besonderen Spaß gemacht hat.

Anja Gust verkleinert

Die Autorin Joyce Summer stellte mit „Madeirasturm“ den zweiten Fall für ihren Comissário Avila vor. Die Bücher spielen auf Madeira. Von der Autorin gibt es eine weitere Reihe, wo die Bücher in Südafrika spielen. Sie hat Bücher gerne von Orten, wohin sie reist. Und von Madeira gibt es noch nicht so viele Krimis. Der Name ist ein Pseudonym, der sich zusammensetzt aus dem Namen der ihrer Amerikanischen Gastmutter Joyce und dem Sommer, wo die Bücher spielen.

Joyce Summer verkleinert

Den Abschluss machte dann Anja Marschall mit ihrem historischen Hamburg-Krimi „Tod in der Speicherstand„. Für die Zuhörer nochmal eine Reise in eine andere Zeit.

Anja Maschall Norderstedt verkleinert

Zum Abschluss gab es dann noch eine gemeinsame Fragerunde, wo sich rausstellte, dass alle Autorinnen den Plot durchplanen. Allerdings plant Svea Jensen das Ende nicht mehr, weil sich einfach zu viel entwickelt, während des Schreibens. Dafür hat sie aber die private Handy-Nummer des Rechtsmediziners Klaus Püschel, da kann nichts schiefgehen.

Norderstedt Gruppenbild 2 verkleinert

Anja Marschall hat sich über historische Krimis geärgert, die schlecht recherchiert waren, das wollte sie besser machen und hat angefangen, historische Krimis zu schreiben.

Anja Gust hat eine Liebe zum Kochen und zur Pharmazie und freut sich, in ihren Krimis eine epische Gerechtigkeit zu schaffen.

Und dann ging ein kurzweiliger, spannender Abend zu Ende. Liebevoll vorbereitet, war es insgesamt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern“.

„Insellicht“

Insellicht

Kriminalroman von Anja Eichbaum, erschienen im Gmeiner Verlag

Inhalt:

Als eine junge Germanistin auf Norderney Heinrich Heines literarischen Spuren nachgeht, gerät sie unbeabsichtigt in die Ermittlungen eines rätselhaften Mordfalls, der Inselpolizist Martin Ziegler verzweifeln lässt: Ein Unbekannter erlag am Kap, dem Seezeichen von Norderney, den Folgen eines Giftanschlags. Doch alle Hinweise führen ins Leere. Bald schon ziehen „Sondengänger“ Zieglers Aufmerksamkeit auf sich. Die Schatzsucher scheinen ein Geheimnis zu hüten. Und dann ist da noch Polizeipsychologin Ruth Keiser, die derweil eine ganz persönliche Katastrophe erlebt.

Eigene Meinung:

Der 5. Fall für Ruth Keiser und Martin Ziegler hat wieder großen Spaß beim Lesen gemacht. Bis zu einer überraschenden Auflösung laufen eigentlich zwei spannende Fälle nebeneinander her, die auf Norderney bzw. in Bonn angesiedelt sind. Und auch wenn die beiden Ermittler hier gar nicht so viel Kontakt miteinander haben hat man als Leser viel Freude an den schon bekannten Personen, die insbesondere auf Norderney leben (Bei Daniela würde ich mich gerne mal einmieten). Dazu noch eine Auflösung, mit der ich so nicht gerechnet habe, machen das Buch wieder zu einem sehr lesenswerten Kriminalroman mit einer frischen Brise Nordseeluft. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall für die beiden Ermittler.

5 Sterne-p1

„Düsteres Watt“

Düsteres Watt

Ein Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Klappentext:

Sylt glüht unter der Sommerhitze. In den Wanderdünen bei List meldet ein anonymer Anrufer eine männliche Leiche. Der Tod des Mannes gibt Rätsel auf, denn obgleich das Opfer auf einer Düne liegt, ist es ertrunken. Zumindest die Identität ist rasch geklärt: Es handelt sich um Karl von Raboisen, den steinreichen Spross einer Adelsfamilie, der eine Villa in List besitzt. Seine Ehefrau Charlotte ist Politikerin, weshalb die Ermittlungen sofort im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Doch noch während Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg ermitteln, wird im Sylter Watt eine weitere Leiche angespült. Auch hier steht die Todesart im Widerspruch zum Fundort: Die Frau ist verdurstet. Makabrer Zufall oder Ergebnis eines perfiden Plans?

Eigene Meinung:

Das Buch ist schon der 6. Fall für Liv Lammers und ihre Kollegen und mir hat das Lesen wieder sehr viel Spaß gemacht. Ein spannender Kriminalfall, ganz viel Sylt-Atmosphäre und ein Ermittler-Team mit Ecken und Kanten sind eine sehr stimmige Mischung. Die Erzählperspektiven wechseln in dem Buch und trotzdem ist es sehr gut zu lesen. Dadurch, dass man als Leser auch noch die Leiden einer entführten Person miterlebt, wird es auch noch sehr spannend. Auch gibt es Einblicke in die privaten Sorgen und Nöte der Ermittler, was den ganzen Fall abrundet. Insgesamt ein spannender und runder Sylt-Krimi, ich freue mich schon auf den nächsten Fall für dieses Team.

5 Sterne-p1