„Mord im Nord-Ostsee-Express“

Mord im Nord-Ostsee

Ein Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Inhalt:

Die geplante Zugreise in das österliche Paris wird für Polizeihauptmeister Thies Detlefsen und die Teilnehmer des Bredstedter VHS-Französischkurses zum Albtraum: Nicht nur, dass der Nord-Ostsee-Express im unverhofft einsetzenden Schneesturm stecken bleibt, auch die tote Lateinlehrerin Agathe Christiansen auf der Zugtoilette sorgt für beträchtliche Unruhe. Thies stürzt sich sofort in die Ermittlungen, tatkräftig unterstützt von Französischlehrer Picon.

Eigene Meinung:

Der 10. Fall für „Nordfrieslands besten Dorfsheriff“ (Zitat vom Klappentext) überzeugt wieder mit einem soliden Krimi und begeistert mit viel trockenem Humor- wunderbar. Reichlich Wortspiele und schräge Typen, so hat man beim Lesen sehr viel Spaß. Und der Stammtisch der Hidden Kist hat auch gut zu tun, wenn auch die Hälfte im feststeckenden Zug sitzt. Ich habe mich schon sehr auf den 10. Fall gefreut, mit den vertrauten Hauptfiguren und dem trockenem Humor und hatte so auch viel Spaß beim Lesen. Allerdings eignet sich dieser Fall nicht, um in die Reihe einzusteigen, dass sollte man dann auf jeden Fall mit einem der vorherigen Bücher machen. Und das lohnt sich auf jeden Fall: beste Unterhaltung mit einem Krimi im Schnack von Schleswig-Holstein.

5 Sterne-p1

„Vertrauen“

Vertrauen

Roman von Dror Mishani, aus dem Hebräischen von Markus Lemke, erschienen bei Diogenes

Inhalt:

In einem Vorort von Tel Aviv wird vor einem Krankenhaus ein Neugeborenes gefunden. Am selben Tag verschwindet ein Tourist und lässt sein Gepäck im Hotelzimmer zurück. Inspektor Avi Avraham hat genug von Bagatellfällen und häuslichen Dramen. Deshalb stürzt er sich gleich in den rätselhaften Vermisstenfall. Doch bald merkt er, dass auch das Private Sprengstoff birgt- und gerät in ein Labyrinth aus Gewalt und täuschung, das ihn bis nach Paris führt und nicht nur mit dem Mossad in Konflikt bringt.

Eigene Meinung:

„Vertrauen“ ist schon der vierte Fall für Avi Avraham, für mich ist es das erste Buch von dem Autoren. Es ist, glaube ich, kein Problem, die Vorgänger nicht zu kennen, ich bin trotzdem gut in die Geschichte reingekommen. Und nachdem ich zu Anfang etwas Probleme hatte, mich in Israel einzufinden, so waren Namen, Orte und Begebenheiten doch etwas fremd, hat mir das Buch sehr gut gefallen, es hat sogar eine gewissen Sogwirkung entfaltet. So geht es viel um Glauben und Vertrauen, das fand ich sehr interessant. Auch die Geschichte ist spannend, einzig und allein die Auflösung war mir nicht klar genug. Trotz der unterschiedlichen Ermittlungen in gleich zwei Fällen kann man als Leser gut folgen. Spannend der Blick auf die Einwohner von Israel und wohltuend ruhig der Ermittler Avi. So freue ich mich auf den nächsten Fall und werde bestimmt noch die „Vorgänger“ lesen.

4 Sterne-p1

„Unser kostbares Leben“

unser kostbares Leben

Roman von Katharina Fuchs, erschienen im Droemer Verlag

Inhalt:

Mainheim, Hessen, 1972: Minka und Caro eröffnen die Schwimmbadsaison, als ihr Klassenkamerad Guy vor ihren Augen verunglückt. Am selben Tag trifft das vietnamesische Waisenkind Claire in der Kleinstadt ein. Das Netzwerk der Väter, eines Bürgermeisters und eines Schokoladenfabrikdirektors , beginnt zu arbeiten. Die Freundinnen realisieren, dass in der kleinen Industriestadt nichts mehr stimmt: vergiftetes Flusswasser, Tierversuche und Experimente mit Psychopharmaka. Wie kostbar ist ein Leben?

Eigene Meinung:

Vielen Themen finden in diesem Buch Platz und dabei trifft die Autorin den Zeitgeist der 70er-Jahre sehr gut. Selbst in dieser Zeit aufgewachsen, gab es für mich viele Sachen, an die ich mich auch so erinnern kann. Und zu der Zeit wurde mit Themen wie Umweltverschmutzung, Tierversuche, Experimente mit Medikamenten anders umgegangen, als man es heute kennt. Dazu wurden viele Probleme in Männerrunden, am Stammtisch, geregelt. Auch das Zusammenleben in den Familien greift das Buch auf. Der Vater als Ernährer und Bestimmer, die Mutter kümmert sich um Familie und Haushalt, die Kinder suchen ihren eigenen Weg. Das alles wird sehr authentisch dargestellt, aus unterschiedlichen Erzählperspektiven, die aber gut gekennzeichnet sind. Auch die Zeitgeschichte kommt nicht zu kurz und man erlebt einige Bundestagswahlen mit. Allerdings gibt es gerade im ersten Teil einige Längen in der Geschichte, da hätte man gerne etwas kürzen können. So verliert man in der Mitte etwas Lesespaß. Wer aber in dieser Zeit aufgewachsen ist oder Elternteil war, der dürfte Freude an dem Buch haben.

4 Sterne-p1

„Das Loft“ Sie sind Deine besten Freunde- aber kannst Du Ihnen trauen?

Deutschlandpremiere in Hamburg

Das Loft

Thriller von Linus Geschke, erschienen bei Piper

Schon die Location dieser Veranstaltung war sehr cool: Die Hafenbühne im Pierdrei Hotel HafenCity in Hamburg. Eine kleine Bühne in einem sehr modernen stylischen Hotel. Alleine das hat schon Spaß gemacht. Dazu gab es dann aber noch die Buchvorstellung von Linus Geschke. Mit diesem Thriller hat er seinen ersten Stand-Alone geschrieben, die bisherigen Bücher sind als Reihen erschienen. Nun gibt es aber neues „Personal“, und das Buch soll ein Einzelband bleiben. Dabei entsteht hier die Spannung nicht durch Action oder brutale Morde, sondern vor allem aus dem Innenleben der Hauptfiguren

Klappentext:

Als Henning Järisch in der gemeinsamen Wohnung brutal getötet wird, weisen alle Spuren auf seine Mitbewohner Sarah Hauptmann und Marc Lammert hin. Hat sie ihn getötet, war er es? Haben sie es gemeinsam getan oder läuft der Mörder noch frei rum? Und was hat ihre einst so große Liebe von einen Tag auf den anderen zerrissen? Bei den Vernehmungen erzählt jeder seine eigene Geschichte, aber nur eine kann wahr sein. Wenn überhaupt.

Geschke Hamburg

                                                           Linus Geschke im Gespräch mit Mike Altwicker

Moderiert wurde die Veranstaltung von Buchhändler Mike Altwicker und so erzählte der Autor auch viel über seinen Schreibprozess, der für ein Buch rund 8 Monate dauert. Dabei dauern die ersten 50 Seiten dann so lange, wie später der gesamte Rest. Zunächst stehen auch nur Anfang und Ende fest, das Buch verändert sich noch im Schreibprozess. So weicht das Buch dann nachher oft deutlich von dem ersten Expose ab. Linus Geschke braucht totale Ruhe zum Schreiben und feste Schreibzeiten, keine Musik, obwohl diese in dem Buch eine große Rolle spielt. Großartig auch, wenn schon bei der Deutschlandpremiere bekannt wird, dass das Buch wenige Tage nach Erscheinen gleich in die Spiegel-Bestseller-Liste einsteigt.  

Insgesamt ein sehr interessanter und unterhaltsamer Abend, der richtig Lust auf das Buch gemacht hat…

„Barbara stirbt nicht“

Barbara stirbt nicht verkleinert

Roman von Alina Bronsky, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:

Walter Schmidt ist ein Mann der alten Schule: er hat die Rente erreicht, ohne zu wissen, wie man eine Tütensuppe zubereitet, und ohne jemals einen Staubsauger bedient zu haben. Schließlich war da immer seine Ehefrau Barbara. Doch die steht eines Morgens nicht mehr auf. Und von da an ist alles anders.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist das Porträt einer Ehe, wie es sie über viele Generationen tatsächlich gegeben hat. Der Mann kümmert sich um das Geldverdienen, die Frau versorgt den Haushalt und die Kinder, wo der Mann nicht einen Handschlag tut. Interessant auch die Sprache, die wunderbar zu der Geschichte passt, so ist Walter Schmidt in dem Buch fast immer „Herr Schmidt“. Das passt sehr gut zu seiner distanzierten Art den Mitmenschen gegenüber. Tapfer lernt Herr Schmidt Dinge im Haushalt, als seine Frau sich plötzlich nicht mehr um den Haushalt kümmern kann. Viele andere Themen werden am Rande angeschnitten, wie die Ehe mit einer „Zugezogenen“ überhaupt zustande gekommen ist, auch für die Kinder war er anscheinend nicht gerade der warmherzige Vater. In der jetzigen Situation ist es komisch zu lesen, wie er mit den Köchen im Internet kämpft, um an Rezepte zu kommen, gleichzeitig ist es tragisch zu erleben, wie er die schwere Krankheit seiner Frau nicht wahrhaben will. Dieses Buch bietet sehr vieles. Familiendrama, einen Blick in die Familien der Generation unserer Eltern und Großeltern, und komische Momente, wenn Herr Schmidt mit dem Internet oder ungebetener Hilfe kämpft. Dabei ist es sehr flüssig zu lesen und für mich auch bildhaft geschrieben, so habe ich ein klares Bild von der Familie im Kopf. Eine klare Leseempfehlung, vielleicht nicht für junge Erwachsene, die mit diesem Familienbild nichts mehr anfangen können, für alle anderen auf jeden Fall.

5 Sterne-p1

„Der Brand“

Der Brand verkleinert

Roman von Daniela Krien, erschienen bei Diogenes

Inhalt:

Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet. Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.

Eigene Meinung:

„Der Brand“ ist hier nur der Auslöser, das ein geplanter Urlaub anders verläuft als geplant. Nachdem der vorgesehene Ferienhaus abgebrannt ist, verbringen die beiden Hauptfiguren den Urlaub auf einem Hof in der Uckermark. In dieser Ruhe, fernab von den Ablenkungen des Alltags, wird deutlich, was 30 Jahre Ehe mit den Rahel und Peter gemacht haben. Mir hat dabei der Erzählstil der Autorin sehr gut gefallen. Ruhig, klar, schnörkellos und modern sind die Begriffe, die mir einfallen. Neben den „Szenen einer Ehe“ kommen in dem Buch noch einige aktuelle Themen vor, was das Buch zu einem modernen Roman macht, gut beobachtet und sehr angenehm zu lesen. Und dazu dann noch die wichtigen Fragen „war das alles“ und „was will ich wirklich“? Ein modernes Lesevergnügen mit Anspruch.

4 Sterne-p1

„Klugscheißer Supreme“

Klugscheißer surpreme verkleinert

Roman von Thorsten Steffens, erschienen bei Piper

Inhalt:

Ein Klugscheißer als angehender Lehrer – kann das gutgehen? Timo Seidel hat nach vier Jahren sein Lehramtsstudium beendet. Doch nun steht ihm die schwerste aller Prüfungen bevor: das von allen Seiten gefürchtete Referendariat. Schmerzlich stellt Timo fest, dass er sich trotz Berufserfahrung wieder einmal den Respekt des Kollegiums, der Schulleitung und vor allen der Schülerschaft hart erkämpfen muss. Da sind für einen Klugscheißer wie Timo natürlich Pleiten, Pech und Pannen vorprogrammiert…

Eigene Meinung:

Der dritte Band der Reihe um den angehenden Lehrer Timo bietet auch wieder vergnügliche Lesezeit. Timo ist erwachsen geworden und muss sich hier seinen Weg auch erst erkämpfen. Da er aber das Herz am rechten Fleck hat, schafft er es, sich durchzusetzen. Außerdem hilft ihm sein trockener Humor in vielen Situationen weiter. Und mittlerweile hat er auch ein Gespür dafür, wann es besser ist, nicht den Klugscheißer zu geben, was er sonst gerne macht. Dabei ist die Geschichte flott geschrieben, was den Lesespaß noch erhöht. Insgesamt wieder beste Unterhaltung.

5 Sterne-p1

„Brüder“

Brüder verkleinert

Roman von Jackie Thomae, erschienen als Taschenbuch bei btb

Inhalt:

Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.
Mick, ein charmanter Hasardeur, lebt ein Leben auf dem Beifahrersitz, frei von Verbindlichkeiten. Und er hat Glück – bis ihn die Frau verlässt, die er jahrelang betrogen hat. Gabriel, der seine Eltern nie gekannt hat, ist frei, aus sich zu machen, was er will: einen erfolgreichen Architekten, einen eingefleischten Londoner, einen Familienvater. Doch dann verliert er in einer banalen Situation die Nerven und steht plötzlich als Aggressor da – ein prominenter Mann, der tief fällt. Brüder erzählt von zwei deutschen Männern, geboren im gleichen Jahr, Kinder desselben Vaters.

Eigene Meinung:

„Brüder“ ist ein besonderes Buch. Zunächst werden viele wichtige und spannende Themen aufgegriffen. So war mir das Thema, dass es schwarze Studenten in der DDR gegeben hat, nicht so geläufig. Nach dem Studium sind die Studenten in ihre Heimatländer zurückgegangen, interessant der Gedanke, wenn dann aus Beziehungen Kinder zurück bleiben. Auch spannend die Frage, wie unterschiedlich sich das eigene Leben entwickeln kann, denn der Lebenslauf der Brüder beginnt ähnlich, trotzdem entwickeln sich zwei ganz unterschiedliche Menschen. Bei aller Komplexität ist das Buch auch sehr gut zu lesen. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt, kann man jederzeit gut folgen. Trotzdem habe ich mich durch den ersten Teil, erzählt aus der Sicht von Mick und seiner Freundin doch etwas durchgequält. Nicht meine Welt, so wie Mick lebt und sich verhält. Damit konnte ich einfach nicht warm werden. Natürlich lebe ich auch nicht in Gabriels Welt, aber da konnte ich eher Sympathien aufbauen, so dass mir der zweite Teil wesentlich besser gefallen hat. Zusammengefasst, ein Buch gut zu lesendes Buch mit interessanten Themen.

4 Sterne-p1

„Entführt Ein-Cold-Case-Team-Thriller“

Entführt verkleinert

Thriller von Patrick Burow

Inhalt:

Julia und ihr Mann Alexander führen ein harmonisches Leben, bis daraus der schlimmste Albtraum aller Eltern wird- während eines Ostsee-Urlaubs verschwindet ihr fünfjähriger Sohn Finn spurlos. Eine groß angelegte Suche der Polizei bringt keine Ergebnisse, auch nach drei jahren ist der Junge noch verschwunden. In ihrer Verzweiflung wenden sich die Eltern an das Team um Michael Thomforde. Der Ex-Staatsanwalt und sein ungewöhnliches Ermittlerteam rollen den Fall neu auf und stoßen dabei auf Ungereimtheiten und Abgründe, von deren Tiefen sie nichts geahnt haben.

Eigene Meinung:

Wenn es um einen Cold Case geht, ist es eigentlich immer schwierig, mich für ein Buch zu begeistern, denn es ist die ganz hohe Kunst, den Fall so zu schreiben, dass es aktuell noch spannend ist. Aber bei diesem Hamburger Team ist das anders. Ich mag die Truppe um den Ex-Staatsanwalt, weil es Menschen sind, die für ihre Aufgabe brennen und dabei ihre Ecken und Kanten haben. Dazu ist das Buch handwerklich sehr gut geschrieben, es liest sich sehr flüssig und es geht um einige recht aktuelle Themen. Außerdem wird es dann zum Schluss noch richtig spannend und es gibt ein wenig Action, also alles, was ein Thriller braucht. Und so freue ich mich auf den nächsten Fall für das Hamburger Team, das dann hoffentlich aus den Kellerräumen des Polizeimuseums ausziehen darf…

5 Sterne-p1

„14. Hamburger Krimifestival-Schockstarre auf Kampnagel“

Banner Krimifestival mittel

Vom 02. bis 06. November 2021 war es nach einem Jahr Corona-Pause endlich wieder so weit: Krimifestival auf Kampnagel. Das bedeutet in einer coolen Location mehrere Tage hintereinander tolle Krimi-Lesungen. Wir waren dieses Jahr am Samstag da und sind gestartet mit

„Sterben, wo andere Urlaub machen“. 

Drei deutsche Autoren, die alle Krimi-Serien schreiben, die in Frankreich spielen, stellten ihre neuen Bücher vor. Diese Bücher sind es auch, die gerade im Lockdown in den Bestsellerlisten aufgestiegen sind, was wahrscheinlich mit der Sehnsucht der Leser/-innen nach Reisen in dieser Zeit zu tun hat.

Die Bücher von Benjamin Cors spielen in der Normandie, er hatte eine Heimat für die Geschichten gesucht mit viel Licht und Ambiente sowie rauem Charme. Die Normandie ist „ein Knaller“ so der Autor. Cors war politischer Journalist, die „tiefsitzende Eitelkeit“ der Journalisten hat ihn zur Literatur gebracht. Nachdem erste Versuche mit einem Roman nicht klappten hat es dann beim Krimi „Klick“ gemacht. Inzwischen ist der 6. Teil seiner Reihe um den Personenschützer Nicolas Guerlain erschienen. Er hatte eine Figur mit Beiläufigkeit in der Beobachtung gesucht, die aber auch handeln kann.

Benjamin Cors verkleinert

Benjamin Cors: „Schattenland“ 

Schattenland

Die Hamburger Autorin Sophie Bonnet ist mit ihrer Reihe in der Provence unterwegs, hier ist bereits der 8. Fall für Ermittler Pierre Durand erschienen, der es mit einem Mord auf einem Weingut zu tun bekommt. Die Provence ist für Bennet ihre „Seelenheimat“. Das Genießen ist in der Provence immer dabei, dazu die besondere Stimmung. In den Büchern geht es dann immer auch um gesellschaftskritische Themen, wobei es der Autorin wichtig ist, auch in die Tiefe zu gehen. So sollen die Bücher ein umfassendes Bild von Frankreich geben, von allen Seiten beleuchtet.

Sophie Bonnet verkleinert

Sophie Bonnet: „Provenzalischer Sturm“

Provinzialischer Sturm verkleinert

In dem neuesten Buch von Alexander Oetker geht es um eine Flutnacht, die für ein Dorf alles verändert. Hätte er gewusst, was im Sommer in Deutschland passiert, hätte er das Buch nicht geschrieben, so der Autor, der vorher Auslands-Korrespondent bei RT.L war und neben seinen Krimis noch Kolumnen für den „Feinschmecker“ schreibt. Nun wird es Teil der Einnahmen aus dem Buch an die Flutopfer in Deutschland gehen, da es wichtig ist, dass diese Regionen nicht vergessen werden. Die Serie um Luc Verlain spielt in der Aquitaine. Nach der Flut sollen in dem Dorf Häuser abgerissen werden, was erhebliche Auswirkungen auf die Dorfgemeinschaft hat.

Alexander Oetker verkleinert

Alexander Oetker: „Rue de Paradis“  

Rue de Paradis

Die Lesung war auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

Danach ging es für uns noch weiter mit Sebastian Fitzek der seinen neuen Thriller „Playlist“ vorstellte, „Wenn eine Playlist über Leben und Tod entscheidet“.

Sebastian Fitzek verkleinert

Die Lesungen von Sebastian Fitzek sind echte Shows, ein ganz besonderes Erlebnis. Und auch dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch, denn es gibt dazu tatsächlich ein Playlist mit 15 Titeln, die Hinweise darauf geben, was mit dem verschwundenen Mädchen Feline passiert ist.

Der Autor schreibt sich seine Albträume von der Seele und kann dann „fröhlich“ durchs Leben gehen. Auf die Geschichten kommt er durch ganz alltägliche Situationen. Schon als Teenager wollte er immer gerne Popstar werden, Musik ist die große Leidenschaft. Und so hat er dann auch, bevor das Buch fertig war, einige Künstler gestalkt, damit sie Songs dafür schreiben. Er hat dazu den Künstlern von dem Buch erzählt und sie so zu Songs inspiriert Und so sind viele bekannte Musiker auf der Playlist vertreten, wie z.B. Johannes Oerding oder Silbermond. Die 15 Songs, die Hinweise geben, was mit dem Mädchen passiert ist, haben dann aber auch das Buch verändert. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit 2 Figuren aus vorherigen Büchern, aber trotzdem ist „Playlist“ ein komplett eigenständiges Buch. Auf die Frage, wonach die Künstler ausgesucht wurden, gab es eine spannende Antwort: Die Geschichte handelt von einem 15-jährigen Mädchen und dann muss die Musik auch noch einem 50-jährigen Mann (nämlich dem Autoren), gefallen.

Playlist verkleinert

Sebastian Fitzek: „Playlist“ 

Insgesamt eine perfekt inszenierte Lesung zu einem besonderen Buch.

Und wir freuen uns schon auf das Krimifestival im nächsten Jahr…

B