„Dünenwinter und Lichterglanz“

Dünenwinter und Lichterglanz verkleinert
Quelle: Verlag

Roman von Tanja Janz, erschienen bei Mira Taschenbuch 

Inhalt:

Alida ist TV-Moderatorin mit einer Sendung für die Einrichtung von Häusern. Diese Sendung wird plötzlich eingestellt und dann stirbt auch noch ihre geliebte Oma. Bei der Auflösung der Wohnung der Oma findet Alida ein Bild aus dem Jahre 1949, als ihre Oma zur Kur in St.Peter-Ording war und dort einen Mann namens Hans kennengelernt hat. Alida beschließt, nach St.Peter-Ording zu fahren und dort diese Liebe ihrer Oma zu suchen. In St. Peter-Ording angekommen mietet sie sich bei Femke und ihrer Familie in einem malerischen Haubarg ein. Und während sie sich auf die Suche nach Hans macht, gibt es schon bald neue berufliche Perspektiven und dann ist da auch noch Femkes Bruder Thomas. Und so erlebt Alida in St. Peter-Ording eine ganz besondere Vorweihnachtszeit.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist ein kurzes, aber wunderbares Lesevergnügen. Entspannt zu lesen, mit wunderbar beschriebenen Personen und ganz viel gemütlicher Atmosphäre. Am liebsten möchte man sich auch sofort bei Femke und ihrer Familie einmieten. Dazu die perfekten Beschreibungen von St.Peter-Ording machen dieses Buch zu einem Rund-um-Lesevergnügen. Die Geschichte spielt zeitlich in der Vorweihnachtszeit, dürfte aber eigentlich immer im Winter Spaß machen.

5 Sterne-p1

Ein herzliches Dankeschön

an alle LeserInnen und Abonnenten dieser Seite. Vielen Dank für Eure Treue und Unterstützung in vielfältiger Art. So besteht dieser Blog nun 1 Jahr und es macht immer noch Spaß. Im neuen Jahr wird es eine neue Rubrik geben mit „Lieblingsbücher- und autoren“, quasi ein „Best of“. Die Idee kam mir im Gespräch mit Kollegen, denn irgendwie empfiehlt man doch immer wieder die gleichen Bücher und genau die werde ich hier zusammenstellen.

Weihnachten habe ich auf „isländische Art“ verbracht, nämlich mit ganz viel Zeit zum Lesen. Die Isländer verschenken zu Weihnachten Bücher und Schokolade und verbringen die Weihnachtstage dann entsprechend. So ähnlich habe ich es dieses Jahr auch gemacht. Also bitte nicht wundern, wenn gleich einige Bewertungen folgen, ich hatte nämlich viel Glück mit meiner Lektüre.

Und auch für 2019 heißt es dann: wir lesen uns – ich freue mich darauf!

„Sörensen fängt Feuer“

Sörensen fängt Feuer verkleinert
Quelle: Verlag

Kriminalroman von Sven Stricker, erschienen beim Rowohlt Taschenbuch Verlag

Inhalt:

In dem beschaulichen Katenbüll in Nordfriesland läuft eine junge Frau dem Musiker Ole Kellinghusen mitten in der Nacht vors Auto. Sie ist blind, abgemagert und trägt nur ein Nachthemd. Als Kriminalhauptkommissar Sörensen endlich herausgefunden hat, woher die junge Frau kommt, findet er nicht nur eine Leiche, sondern auch ein Geflecht aus religiösem Wahn und gut gehüteten Geheimnissen. Dabei hat er eigentlich genug mit sich selbst zu tun, setzt er doch gerade das Medikament gegen seine Angststörungen ab.

Eigene Meinung:

Es ist der zweite Band um Kriminalhauptkommissar Sörensen. Und dem Autoren ist mit diesem Ermittler wirklich eine ganz besondere Hauptfigur geglückt. Neben einem komplexen Kriminalfall, der sehr vielschichtig ist, besticht dieser Kriminalroman durch den trockenen Humor und ganz viel Atmosphäre einer norddeutschen Kleinstadt. Und auch wenn der Kriminalhauptkommissar sehr viele Probleme mit sich selbst hat, so beobachtet er doch auch feinsinnig seine Umgebung. Insgesamt ein spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen.

5 Sterne-p1

„Die Schokoladenvilla“

Schokoladenvillajpg verkleinert
Quelle: Verlag

Roman von Maria Nikolai, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Judith Rothmann wächst Anfang des 20. Jahrhunderts in Stuttgart-Degerloch als Tochter eines Schokaladenfarikanten privilegiert auf. Ihre Leidenschaft gehört der Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und probiert neue Kreationen aus. Gerne würde sie später die Leitung der Fabrik übernehmen, aber ihr Vater hat andere Pläne, denn sie soll den Sohn eines Bankiers heiraten, um so die Finanzierung der Fabrik sicherzustellen. Und während Judith versucht, sich gegen die Heirat zu wehren, taucht Victor Rheinberger auf, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will. Er hat Verständnis für Judiths Leidenschaft, aber wer kann die Hochzeit noch verhindern?

Eigene Meinung:

Ein wirklich „köstliches“ Buch, das  wunderbar zu lesen ist, ein „Schmöker“ im besten Sinne und man versinkt förmlich in der Welt der Schokolade. Und während man Judiths Kampf gegen die angeordnete Hochzeit gebannt verfolgt, erfährt man gleich noch einiges über die Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So einige Familien werden erwähnt, von denen man weiß, dass aus diesen Anfängen später große Konzerne wurden. Also kann man in diesem Buch Geschichte unterhaltsam erfahren. Dazu gehört auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft, so eine Ehe, um die Familie wirtschaftlich über die Runden zu bringen, können sich viele junge Frauen in unserer Kultur kaum vorstellen, es ist spannend zu entdecken, was sich hier seit Anfang des 20. Jahrhunderts verändert hat. So bietet dieses Buch sehr viele interessante Aspekte mit bester Unterhaltung. Dazu gibt es dann auch noch zwei leckere Schokoladenrezepte im Buch. Das Buch ist der erste Teil einer geplanten Trilogie rund um die Stuttgarter Fabrikantenfamilie Rothmann, ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Bis dahin hier eine absolute Leseempfehlung, der perfekt Schmöker für lange Winterabende.

5 Sterne-p1

„Bluthaus“

Bluthaus verkleinert
Quelle: Verlag

Kriminalroman von Romy Fölck, erschienen bei Bastei Lübbe AG

Klappentext:

Ein einsam gelegenes Reetdachhaus an der Ostsee. Die Inselbewohner nennen es das Bluthus, seit dort vor vielen Jahren eine Familie grausam ermordet wurde. Der Täter wurde nie gefunden.

Zwanzig Jahr später verschwindet eine alte Freundin von Frida Paulsen spurlos. Die junge Polizistin ist sehr beunruhigt. In der Wohnung der Vermissten findet sie ein Foto – es zeigt ein einsam gelegenes Reetdachhaus am Meer. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Bjarne Haverkorn begibt sich Frida auf die Spur dieses rätselhaften Hauses, dessen unheilvolle Vergangenheit für sie alle zur tödlichen Bedrohung wird.

Eigene Meinung:

Für mich das erste Buch der Autorin und es hat mich gleich so in seinen Bann gezogen, dass ich es zwei Abschnitten durchgelesen habe. Die Geschichte wird in unterschiedlichen Zeiten, nämlich 1997 und jetzt, erzählt, was auch sehr gut kenntlich gemacht ist, so dass das Buch gut zu lesen ist. Ein spannender Kriminalfall, der in Schleswig-Holstein spielt. Die Sprünge von der West- zur Ostküste waren etwas, was mich ein wenig irritiert hat. Das kommt in der Realität, glaube ich, nicht so oft vor. Trotzdem ist dieses Buch sehr spannend und erzählt eine ungewöhnliche Geschichte, die glaubhaft aufgelöst wird. Außerdem ist hier mit Frida und Bjarne ein sehr sympathisches Ermittlerduo tätig, von dem ich gerne noch mehr lesen würde.

5 Sterne-p1

Ergänzung: Der 1. Band mit diesem Ermittlerduo heißt „Totenweg“ und ist auch bei Bastei Lübbe erschienen.

 

„Das dunkle Netz des Todes“

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Quelle: Verlag

Kriminalroman von Sybille Schrödter, erschienen bei dotbooks.

Inhalt:

Strafverteidigerin Anne zieht mit ihrer Tochter aus der Großstadt in die Provinz und übernimmt dort die Kanzlei ihres alten Freundes Martin. Sie hat einen Mörder vor dem Gefängnis bewahrt und braucht nun erstmal etwas Abstand. Doch auch in der beschaulichen Provinz häufen sich plötzlich rätselhafte Todesfälle. Anne lässt sich überreden, auch hier einen Tatverdächtigen zu verteidigen, der schwört, mit der Tat nichts zu tun zu haben. Um herauszufinden, ob der Tatverdächtige die Wahrheit sagt, bleibt nur ein Weg, nämlich selbst Nachforschungen anzustellen. Und das wird sehr gefährlich…

Eigene Meinung:

Schon die Grundidee dieses Krimis fand ich sehr interessant, nämlich die Frage, wie Schwerverbrecher zu verteidigen sind und wie es ist, wenn ein Mörder durch eine gute Verteidigung straffrei aus dem Gericht kommt. Dazu gibt es hier noch einen soliden, spannenden Krimi mit einer überraschenden Auflösung. Außerdem hat die Autorin hier sehr interessante Figuren geschaffen, die man auch intensiv kennen lernt und sich bildlich vorstellen kann. Neben Strafverteidigerin Anne ihre Tochter in der Pubertät, der der Umzug aufs Land so gar nicht gefällt, und Bürovorsteherin Thea, die Anne zusammen mit der Kanzlei übernimmt und die sich an ihre neue Chefin auch erstmal gewöhnen muss. Und so gibt es auch einige humorvolle Szenen in diesem Krimi, der mit den handelnden Personen auch das Zeug hätte, der Auftakt einer Reihe zu werden. Ich würde mich freuen.

4 Sterne-p1

„Die Krabbenfischerin“

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Quelle: Verlag

Ein Nordsee-Roman von Anni Decker, erschienen bei Forever by Ullstein

Inhalt:

Die 40-jährige Swantje Hansen arbeitet als Krabbenfischerin auf ihrem eigenen Kutter. Als einzige Frau unter den Büsumer Fischern muss sie sich oft beweisen. Während eines Sturms verliert sie fast die Kontrolle über ihr Schiff, doch zum Glück ist die Seenotrettung in Person des attraktiven Jannis zur Stelle, der ihr hilft, das Schiff sicher in den Hafen zu bringen. Swantje kennt Jannis seit vielen Jahren und hat das Gefühl, dass er mehr als Freundschaft für sie empfindet. Doch nach einer bitteren Enttäuschung glaubt sie nicht mehr an die Liebe. Als dann auch noch das Navigationsgerät ihres Schiffes verschwindet, wird Swantje langsam klar, dass es doch nicht so leicht ist, frischen Wind in die Büsumer Fischerei zu bringen.

Eigene Meinung:

Ein echtes Wohlfühlbuch, so ging es mir jedenfalls von der ersten Seite an. Man ist sofort in der Geschichte mittendrin und das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Außerdem ist mir Swantje sehr sympathisch, eine taffe Frau von der Küste. Mir ist die ganze Familie Hansen sehr ans Herz gewachsen, ich könnte mir sehr gut eine Fortsetzung vorstellen. Mutter Hansen und ihre Töchter haben dafür Potential. Trotzdem habe ich über die Bewertung länger nachgedacht, denn es werden mit der Handlung auch sehr viele Klischees bedient. Dafür gibt es aber auch eine Geschichte mit sympathischen Hauptpersonen, einer besonderen Frau (so viele Fischerinnen gibt es meines Wissens nicht auf der Nordsee) und ganz viel Nordseeluft. Wer also einen wunderbar zu lesenden Frauenroman mit einer kräftigen Prise Nordseeluft sucht, wird hier sein Lese-Vergnügen haben.

4 Sterne-p1