„Lesung mit Kirsten Boie in Bad Oldesloe“

anlässlich der Gründung des Freundeskreises der Stadtbibliothek Bad Oldesloe

Boie+KL+G verkleinert

Das war am Sonntag eine ganz besondere Veranstaltung im KuB in Bad Oldesloe. Mit Kirsten Boie war eine der berühmtesten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen  in Deutschland zu Gast. Ausgezeichnet ist die Autorin u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrenbürgerwürde der Stadt Hamburg. Die Autorin wunderte sich selbst, dass sie noch nie in Bad Oldesloe zu einer Lesung war, schließlich hat sie doch ein Oldesloer Autokennzeichen.

Diese Lesung war die erste Veranstaltung des neu gegründeten Freundeskreises der Stadtbibliothek Bad Oldesloe und der Verein konnte sich darüber freuen, dass alle Eintrittskarten vergriffen waren. Und so begrüßten zunächst Prof. Dr. Ute Krauß-Leichert als Vorsitzende und Bibliotheksleiter Jens Geißler die Zuhörer und stellten die Ziele des Vereins vor. Denn wer nicht lesen kann, hat es schwer und so hat sich der Verein die Leseförderung für jung und alt auf die Fahnen geschrieben.

Boie Lesung verkleinert

Danach hatte Kirsten Boie trotz tropischer Temperaturen draußen keine Mühe, die kleinen und großen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen, indem sie in die Geschichte von „Der kleine Ritter Trenk und fast das ganze Leben im Mittelalter“ einführte. Anschließend gab es eine Lesung aus dem Buch und Illustrationen aus dem Buch untermalten die Worte passend. Die kleinen Zuhörer waren begeistert, aber auch für die großen Zuhörer war das wunderbar gemacht. Das Buch ist entstanden, nachdem das erste Buch „Der kleine Ritter Trenk“ als Zeichentrickfilm verfilmt wurde. Dafür hat die Autorin so viel Material über das Mittelalter gesammelt, dass gleich mehrere Bücher daraus geworden sind. Neben der Erzählung gibt es in den Büchern dann auch immer noch Sachwissen aus dem Mittelalter.  

Ritter Trenk Auswahl

Dann durften die Kinder Fragen stellen und erfuhren u.a., dass Kirsten Boie für ein „dickes, langes Buch“ etwa 4 bis 6 Monate braucht. Eine Rechenaufgabe gab es für die Kinder auf die Frage „Wie alt bist Du?“. Kirsten Boie hat sich schon mit 5 Jahren immer Geschichten ausgedacht, aber ihre Freundinnen wollten sie nicht hören. Nur der kleine Bruder ließ sich mit Schokolade als Zuhörer bestechen. Als sie und ihr Mann dann später ein Kind adoptierten, wollte das Jugendamt nicht, dass sie weiter in ihrem Beruf als Lehrerin arbeitete und so hat sie angefangen Bücher zu schreiben. Ein Glück für alle Kinder und Jugendlichen, denn mittlerweile sind es über 100 erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher geworden. 

Boie und Drachen verkleinert

Es war ein toller Nachmittag. Trotz der sommerlichen Temperaturen waren die kleinen Zuhörer voll bei der Sache, es war auch einfach eine wunderbar kindgerechte Ansprache. Dazu war es auch für die erwachsenen Zuhörer sehr interessant, diese großartige, vielseitig engagierte und sehr sympathische Autorin zu erleben und hoffentlich war dieses nicht die letzte Lesung in Bad Oldesloe.

Informationen zu dem Freundeskreis gibt es auf der Homepage der Stadtbibliothek Bad Oldesloe und direkt vor Ort in der Stadtbibliothek, Königstr. 32.

 

   

 

„Was damals geschah“

was damals geschah verkleinert

Roman von Lisa Jewell, aus dem Englischen von Carola Fischer, erschienen bei Limes in der Penguin Random House Verlagsgruppe

Inhalt:

In einem großen herrschaftlichen Haus in Londons elegantem Stadtteil Chelsea liegt ein Baby in seinem Bettchen. Das kleine Mädchen ist satt und zufrieden, es fehlt ihm an nichts. In der Küche des Hauses liegen drei Leichen. Neben ihnen eine hastig hingekritzelte Nachricht. Die drei sind seit Tagen tot. Doch wer hat sich dann um das Kind gekümmert? Und wo ist diese Person jetzt? Fünfundzwanzig Jahre später erhält eine junge Frau namens Libby einen Brief, der sie überraschend zur Erbin des Anwesens erklärt. Die Fragen von damals wurden nie beantwortet. Und schon bald beschleicht Libby das Gefühl, dass sie nicht allein im Haus ist…

Eigene Meinung:

Augen auf bei der Bücherwahl. Für mich sieht das Cover eher nach Thriller aus, auch der Klappentext vermittelt diesen Eindruck. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Roman, in diesem Fall ein Familiendrama. Recht düster geschrieben, fordert es volle Aufmerksamkeit beim Lesen. Zwei Zeitebenen und sehr viele Personen sorgen dafür, dass man konzentriert lesen muss. Und auch wenn das ungewöhnlich und interessant ist, was dieser Familie passiert und teilweise sogar Spannung aufkommt, hatte ich doch Probleme, mit diese Familie zu fühlen oder mich mit ihr zu identifizieren. Dazu noch die vielen Personen, war es für mich nicht so das große Lesevergnügen. Wer aber auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Familiendrama ist, wird an diesem Buch bestimmt Freude haben.

3 Sterne-p1

„Die Diplomatin“

Die Diplomatin verkleinert

Roman von Lucy Fricke, erschienen bei claassen, ein Verlag der Ullstein Verlage GmbH

Inhalt:

Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee.

Eigene Meinung:

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ein interessanter Einblick in die Welt der Diplomatie, noch dazu top aktuell, wenn man die Verhältnisse in der Türkei betrachtet. Außerdem verfügt die Hauptfigur in dem Buch über so einen trockenen Humor, dass das Lesen zusätzlichen Spaß macht. Dabei ist das Buch insgesamt auch sehr flüssig geschrieben und gerade zum Schluss gibt es noch eine Spannung, mit der ich so nicht gerechnet habe. Dazu kommen dann noch viele weitere Themen wie Einschränkung der Menschenrechte und Pressefreiheit. Auch die noch immer nicht überall vorhandene Gleichstellung der Frau wird teilweise sehr deutlich. Das alles verpackt in einen Roman hat das Buch für mich zu einem Lesevergnügen gemacht.

5 Sterne-p1

„Ladiescrimenight“

6 Krimiautorinnen lesen gegen die Zeit aus ihren neuesten Büchern

Am Freitag gab es in Norderstedt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern„. Bei den „Mörderischen Schwestern“ handelt es sich um Europas größten Verein von Krimiautorinnen mit rd. 700 Mitgliedern.

Von den Schwestern waren an diesem Abend sechs auf der Bühne zu erleben- alle passend schwarz-rot gekleidet.

Spannend war dabei die Mischung aus Bestseller-Autorinnen und Autorinnen, die noch nicht so bekannt sind. Alle sechs Autorinnen haben jeweils 10 Minuten aus ihren Büchern gelesen- wenn die Zeit um war ertönte ein Schuss. Die Veranstaltung war insgesamt toll vorbereitet, so stimmten ein Tisch mit kriminellen Requisiten und die Umrisse einer Leiche auf dem Boden die Besucher schon mal auf den Abend ein. Und alle Autorinnen durften sich über eine Auftrittsmusik freuen, was bei Krimi-Lesungen eher selten der Fall ist. Aber „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“.

Deko Norderstedt 1 verkleinert Deko Norderstedt 2 verkleinert

Durch die kurzen Leseabschnitte und die sehr unterschiedlichen Bücher – Vom Ostseekrimi, einem Lokalkrimi aus Norderstedt und einem historischem Hamburg-Krimi war alles dabei, wurde es dann ein sehr kurzweiliger Abend.

Svea Jensen machte bei ihrem Heimspiel, sie wohnt in Norderstedt, den Auftakt und stellte mit „Nordwestnacht“ den 3. Fall für ihre Soko St.Peter-Ording vor.

Svea Jensen Norderstedt verkleinert

Ihr folgte Anke Küpper mit „Tod an der Alster„- eindeutig ein Hamburg-Krimi. Das ist schon der 2. Fall für Kommissarin Svea Koptezki. Die aus dem Ruhrgebiet stammende Autorin hat zunächst Sach- und Kinderbücher geschrieben und lässt jetzt in Hamburg morden.

Für Eva Almstädts Ermittlerin Pia Korittki ist „Ostseekreuz“ dagegen schon der 17. Fall und die Autorin darf sich über Platz 2 auf der Spiegel-Bestsellerliste freuen. Und spielten die Krimis bisher an der Ostsee so beginnt bald eine neue Krimireihe an der Nordsee. In „Akte Nordsee – Am dunklen Wasser“ werden dann eine Anwältin und ein Journalist ermitteln. Eva Almstädt wollte gerne mal andere Ermittler haben. Aber Pia wird weiter ermitteln, was alle Fans beruhigen dürfte.

Ava Almstädt Norderstedt verkleinert

Nach der Pause stellte dann Anja Gust ihren Krimi „Die Schwebfliege- Ein schmutziges Geschäft“ vor. Dieser Krimi spielt in Norderstedt, die Lesung wurde fast zum Hörspiel, was mir besonderen Spaß gemacht hat.

Anja Gust verkleinert

Die Autorin Joyce Summer stellte mit „Madeirasturm“ den zweiten Fall für ihren Comissário Avila vor. Die Bücher spielen auf Madeira. Von der Autorin gibt es eine weitere Reihe, wo die Bücher in Südafrika spielen. Sie hat Bücher gerne von Orten, wohin sie reist. Und von Madeira gibt es noch nicht so viele Krimis. Der Name ist ein Pseudonym, der sich zusammensetzt aus dem Namen der ihrer Amerikanischen Gastmutter Joyce und dem Sommer, wo die Bücher spielen.

Joyce Summer verkleinert

Den Abschluss machte dann Anja Marschall mit ihrem historischen Hamburg-Krimi „Tod in der Speicherstand„. Für die Zuhörer nochmal eine Reise in eine andere Zeit.

Anja Maschall Norderstedt verkleinert

Zum Abschluss gab es dann noch eine gemeinsame Fragerunde, wo sich rausstellte, dass alle Autorinnen den Plot durchplanen. Allerdings plant Svea Jensen das Ende nicht mehr, weil sich einfach zu viel entwickelt, während des Schreibens. Dafür hat sie aber die private Handy-Nummer des Rechtsmediziners Klaus Püschel, da kann nichts schiefgehen.

Norderstedt Gruppenbild 2 verkleinert

Anja Marschall hat sich über historische Krimis geärgert, die schlecht recherchiert waren, das wollte sie besser machen und hat angefangen, historische Krimis zu schreiben.

Anja Gust hat eine Liebe zum Kochen und zur Pharmazie und freut sich, in ihren Krimis eine epische Gerechtigkeit zu schaffen.

Und dann ging ein kurzweiliger, spannender Abend zu Ende. Liebevoll vorbereitet, war es insgesamt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern“.

„Insellicht“

Insellicht

Kriminalroman von Anja Eichbaum, erschienen im Gmeiner Verlag

Inhalt:

Als eine junge Germanistin auf Norderney Heinrich Heines literarischen Spuren nachgeht, gerät sie unbeabsichtigt in die Ermittlungen eines rätselhaften Mordfalls, der Inselpolizist Martin Ziegler verzweifeln lässt: Ein Unbekannter erlag am Kap, dem Seezeichen von Norderney, den Folgen eines Giftanschlags. Doch alle Hinweise führen ins Leere. Bald schon ziehen „Sondengänger“ Zieglers Aufmerksamkeit auf sich. Die Schatzsucher scheinen ein Geheimnis zu hüten. Und dann ist da noch Polizeipsychologin Ruth Keiser, die derweil eine ganz persönliche Katastrophe erlebt.

Eigene Meinung:

Der 5. Fall für Ruth Keiser und Martin Ziegler hat wieder großen Spaß beim Lesen gemacht. Bis zu einer überraschenden Auflösung laufen eigentlich zwei spannende Fälle nebeneinander her, die auf Norderney bzw. in Bonn angesiedelt sind. Und auch wenn die beiden Ermittler hier gar nicht so viel Kontakt miteinander haben hat man als Leser viel Freude an den schon bekannten Personen, die insbesondere auf Norderney leben (Bei Daniela würde ich mich gerne mal einmieten). Dazu noch eine Auflösung, mit der ich so nicht gerechnet habe, machen das Buch wieder zu einem sehr lesenswerten Kriminalroman mit einer frischen Brise Nordseeluft. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall für die beiden Ermittler.

5 Sterne-p1

„Düsteres Watt“

Düsteres Watt

Ein Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Klappentext:

Sylt glüht unter der Sommerhitze. In den Wanderdünen bei List meldet ein anonymer Anrufer eine männliche Leiche. Der Tod des Mannes gibt Rätsel auf, denn obgleich das Opfer auf einer Düne liegt, ist es ertrunken. Zumindest die Identität ist rasch geklärt: Es handelt sich um Karl von Raboisen, den steinreichen Spross einer Adelsfamilie, der eine Villa in List besitzt. Seine Ehefrau Charlotte ist Politikerin, weshalb die Ermittlungen sofort im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Doch noch während Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg ermitteln, wird im Sylter Watt eine weitere Leiche angespült. Auch hier steht die Todesart im Widerspruch zum Fundort: Die Frau ist verdurstet. Makabrer Zufall oder Ergebnis eines perfiden Plans?

Eigene Meinung:

Das Buch ist schon der 6. Fall für Liv Lammers und ihre Kollegen und mir hat das Lesen wieder sehr viel Spaß gemacht. Ein spannender Kriminalfall, ganz viel Sylt-Atmosphäre und ein Ermittler-Team mit Ecken und Kanten sind eine sehr stimmige Mischung. Die Erzählperspektiven wechseln in dem Buch und trotzdem ist es sehr gut zu lesen. Dadurch, dass man als Leser auch noch die Leiden einer entführten Person miterlebt, wird es auch noch sehr spannend. Auch gibt es Einblicke in die privaten Sorgen und Nöte der Ermittler, was den ganzen Fall abrundet. Insgesamt ein spannender und runder Sylt-Krimi, ich freue mich schon auf den nächsten Fall für dieses Team.

5 Sterne-p1

„Mord im Nord-Ostsee-Express“

Mord im Nord-Ostsee

Ein Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Inhalt:

Die geplante Zugreise in das österliche Paris wird für Polizeihauptmeister Thies Detlefsen und die Teilnehmer des Bredstedter VHS-Französischkurses zum Albtraum: Nicht nur, dass der Nord-Ostsee-Express im unverhofft einsetzenden Schneesturm stecken bleibt, auch die tote Lateinlehrerin Agathe Christiansen auf der Zugtoilette sorgt für beträchtliche Unruhe. Thies stürzt sich sofort in die Ermittlungen, tatkräftig unterstützt von Französischlehrer Picon.

Eigene Meinung:

Der 10. Fall für „Nordfrieslands besten Dorfsheriff“ (Zitat vom Klappentext) überzeugt wieder mit einem soliden Krimi und begeistert mit viel trockenem Humor- wunderbar. Reichlich Wortspiele und schräge Typen, so hat man beim Lesen sehr viel Spaß. Und der Stammtisch der Hidden Kist hat auch gut zu tun, wenn auch die Hälfte im feststeckenden Zug sitzt. Ich habe mich schon sehr auf den 10. Fall gefreut, mit den vertrauten Hauptfiguren und dem trockenem Humor und hatte so auch viel Spaß beim Lesen. Allerdings eignet sich dieser Fall nicht, um in die Reihe einzusteigen, dass sollte man dann auf jeden Fall mit einem der vorherigen Bücher machen. Und das lohnt sich auf jeden Fall: beste Unterhaltung mit einem Krimi im Schnack von Schleswig-Holstein.

5 Sterne-p1

„Vertrauen“

Vertrauen

Roman von Dror Mishani, aus dem Hebräischen von Markus Lemke, erschienen bei Diogenes

Inhalt:

In einem Vorort von Tel Aviv wird vor einem Krankenhaus ein Neugeborenes gefunden. Am selben Tag verschwindet ein Tourist und lässt sein Gepäck im Hotelzimmer zurück. Inspektor Avi Avraham hat genug von Bagatellfällen und häuslichen Dramen. Deshalb stürzt er sich gleich in den rätselhaften Vermisstenfall. Doch bald merkt er, dass auch das Private Sprengstoff birgt- und gerät in ein Labyrinth aus Gewalt und täuschung, das ihn bis nach Paris führt und nicht nur mit dem Mossad in Konflikt bringt.

Eigene Meinung:

„Vertrauen“ ist schon der vierte Fall für Avi Avraham, für mich ist es das erste Buch von dem Autoren. Es ist, glaube ich, kein Problem, die Vorgänger nicht zu kennen, ich bin trotzdem gut in die Geschichte reingekommen. Und nachdem ich zu Anfang etwas Probleme hatte, mich in Israel einzufinden, so waren Namen, Orte und Begebenheiten doch etwas fremd, hat mir das Buch sehr gut gefallen, es hat sogar eine gewissen Sogwirkung entfaltet. So geht es viel um Glauben und Vertrauen, das fand ich sehr interessant. Auch die Geschichte ist spannend, einzig und allein die Auflösung war mir nicht klar genug. Trotz der unterschiedlichen Ermittlungen in gleich zwei Fällen kann man als Leser gut folgen. Spannend der Blick auf die Einwohner von Israel und wohltuend ruhig der Ermittler Avi. So freue ich mich auf den nächsten Fall und werde bestimmt noch die „Vorgänger“ lesen.

4 Sterne-p1

„Unser kostbares Leben“

unser kostbares Leben

Roman von Katharina Fuchs, erschienen im Droemer Verlag

Inhalt:

Mainheim, Hessen, 1972: Minka und Caro eröffnen die Schwimmbadsaison, als ihr Klassenkamerad Guy vor ihren Augen verunglückt. Am selben Tag trifft das vietnamesische Waisenkind Claire in der Kleinstadt ein. Das Netzwerk der Väter, eines Bürgermeisters und eines Schokoladenfabrikdirektors , beginnt zu arbeiten. Die Freundinnen realisieren, dass in der kleinen Industriestadt nichts mehr stimmt: vergiftetes Flusswasser, Tierversuche und Experimente mit Psychopharmaka. Wie kostbar ist ein Leben?

Eigene Meinung:

Vielen Themen finden in diesem Buch Platz und dabei trifft die Autorin den Zeitgeist der 70er-Jahre sehr gut. Selbst in dieser Zeit aufgewachsen, gab es für mich viele Sachen, an die ich mich auch so erinnern kann. Und zu der Zeit wurde mit Themen wie Umweltverschmutzung, Tierversuche, Experimente mit Medikamenten anders umgegangen, als man es heute kennt. Dazu wurden viele Probleme in Männerrunden, am Stammtisch, geregelt. Auch das Zusammenleben in den Familien greift das Buch auf. Der Vater als Ernährer und Bestimmer, die Mutter kümmert sich um Familie und Haushalt, die Kinder suchen ihren eigenen Weg. Das alles wird sehr authentisch dargestellt, aus unterschiedlichen Erzählperspektiven, die aber gut gekennzeichnet sind. Auch die Zeitgeschichte kommt nicht zu kurz und man erlebt einige Bundestagswahlen mit. Allerdings gibt es gerade im ersten Teil einige Längen in der Geschichte, da hätte man gerne etwas kürzen können. So verliert man in der Mitte etwas Lesespaß. Wer aber in dieser Zeit aufgewachsen ist oder Elternteil war, der dürfte Freude an dem Buch haben.

4 Sterne-p1

„Das Loft“ Sie sind Deine besten Freunde- aber kannst Du Ihnen trauen?

Deutschlandpremiere in Hamburg

Das Loft

Thriller von Linus Geschke, erschienen bei Piper

Schon die Location dieser Veranstaltung war sehr cool: Die Hafenbühne im Pierdrei Hotel HafenCity in Hamburg. Eine kleine Bühne in einem sehr modernen stylischen Hotel. Alleine das hat schon Spaß gemacht. Dazu gab es dann aber noch die Buchvorstellung von Linus Geschke. Mit diesem Thriller hat er seinen ersten Stand-Alone geschrieben, die bisherigen Bücher sind als Reihen erschienen. Nun gibt es aber neues „Personal“, und das Buch soll ein Einzelband bleiben. Dabei entsteht hier die Spannung nicht durch Action oder brutale Morde, sondern vor allem aus dem Innenleben der Hauptfiguren

Klappentext:

Als Henning Järisch in der gemeinsamen Wohnung brutal getötet wird, weisen alle Spuren auf seine Mitbewohner Sarah Hauptmann und Marc Lammert hin. Hat sie ihn getötet, war er es? Haben sie es gemeinsam getan oder läuft der Mörder noch frei rum? Und was hat ihre einst so große Liebe von einen Tag auf den anderen zerrissen? Bei den Vernehmungen erzählt jeder seine eigene Geschichte, aber nur eine kann wahr sein. Wenn überhaupt.

Geschke Hamburg

                                                           Linus Geschke im Gespräch mit Mike Altwicker

Moderiert wurde die Veranstaltung von Buchhändler Mike Altwicker und so erzählte der Autor auch viel über seinen Schreibprozess, der für ein Buch rund 8 Monate dauert. Dabei dauern die ersten 50 Seiten dann so lange, wie später der gesamte Rest. Zunächst stehen auch nur Anfang und Ende fest, das Buch verändert sich noch im Schreibprozess. So weicht das Buch dann nachher oft deutlich von dem ersten Expose ab. Linus Geschke braucht totale Ruhe zum Schreiben und feste Schreibzeiten, keine Musik, obwohl diese in dem Buch eine große Rolle spielt. Großartig auch, wenn schon bei der Deutschlandpremiere bekannt wird, dass das Buch wenige Tage nach Erscheinen gleich in die Spiegel-Bestseller-Liste einsteigt.  

Insgesamt ein sehr interessanter und unterhaltsamer Abend, der richtig Lust auf das Buch gemacht hat…