„Inselaffäre“

Inselaffäre verkleinert

Kriminalroman von Anja Eichbaum, erschienen im Gmeiner-Verlag

Klappentext:

Partystimmung auf Norderney. Ein Fotoshooting junger Cosplayer sorgt für Aufsehen. Nichts, worüber sich Inselpolizist Martin Ziegler Sorgen machen würde, wäre nicht zeitgleich die Hochzeit von Pensionsbesitzerin Daniela, bei der er Trauzeuge ist. Zum Glück ist auch die Polizeipsychologin Ruth Kreiser eingeladen. Denn es gibt einen mysteriösen Todesfall im Schrebergarten. Dabei ahnt Martin noch nicht, dass dies erst der Auftakt zu viel Schlimmeren ist…

Eigene Meinung:

Das Buch ist der dritte Band um Inselpolizist Martin Ziegler und es ist ein wirklich gelungener Regionalkrimi. Man bekommt eine satte Brise „Norderney“ und hat gleichzeitig Spannung und Unterhaltung. Auch wenn man die vorherigen Bände nicht kennt, kann man problemlos einsteigen und sich an diesem ostfriesischem Krimi erfreuen, der entspannt zu lesen ist. Mir hat es wirklich Spaß gemacht und ich freue mich auf den nächsten Fall für Martin Ziegler.

5 Sterne-p1

„Ultimatum“

Ultimatum

Thriller von Christian v. Ditfurth erschienen bei C. Bertelsmann

Inhalt:

Berlin im Herbst 2019: Der Ehemann der Kanzlerin wird gekidnappt. Die Entführer stellen unerfüllbare Forderungen. Eine deutsche Regierung lässt sich nicht erpressen. Oder doch? Die Entführer meinen es ernst, senden eine abgetrennte Hand ins Polizeirevier. Der Machtapparat ist in Schockstarre, Kommissar de Bodt schafft es allerdings, Dr. Süß zu befreien. Aber das Katz- und-Maus-Spiel hat gerade erst angefangen. In Frankreich wird die Gattin des Präsidenten entführt… Kommissar Eugen de Bodt und sein Team stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein rasanter Thriller in der Welt der Geheimdienste. Viele kurze bis sehr kurze Sätze erzeugen Spannung und Tempo. Dazu geht die Handlung in hohem Tempo quer durch Europa. Das Buch ist schon der 5. Band zu der Thriller-Reihe um Kommissar de Bodt. Ich kenne die vorherigen Bände nicht, es war aber kein Problem, in die Geschichte hereinzukommen. Man ist sofort mittendrin, auch wenn man die vorherigen Bände nicht kennt. Und mir gefällt die Figur des Kommissars de Bodt sehr gut. Er ist gebildet und nervt seine Umgebung mit Zitaten von Philosophen. Mich hat beeindruckt, wie selbstsicher und gelassen er auftritt, auch wenn er mit ranghohen politischen Vertretern zu tun hat. Das hat bei mir auch für einiges Schmunzeln gesorgt. Wer einen politischen, temporeichen Thriller sucht, der wird bei diesem Buch fündig.

4 Sterne-p1

„Offene See“

offene See verkleinert

Roman von Benjamin Myers, erschienen im DuMont Buchverlag, aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

Inhalt:

Robert weiß früh, dass er, der Familientradition folgend, sein Dasein als Bergarbeiter fristen wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt die Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er, im Alter von sechzehn, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Durch sie lernt Robert eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen: Musik, Malerei, Literatur, all das zählt in seinem Elternhaus nicht, doch Robert erkennt sofort seine Liebe hierzu. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er Dulcie seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf die offene See freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.

Eigene Meinung:

Der Autor schreibt in seiner Danksagung am Ende des Buches, das Buch ist allen Bibliothekaren, Buchhändlerin und Lehrern auf der ganzen Welt gewidmet, die sich darum bemühen, anderen ihre Leidenschaft für die Kraft des geschriebenen Wortes zu vermitteln. Und genau das erreicht das Buch auch. Zu Beginn hatte ich Probleme beim Lesen, weil mir die Sprache etwas holperig vorkam. Aber die Geschichte ist aus der Sicht eines sechzehn Jahre alten Ich-Erzählers erzählt, der gerade seinen Schulabschluss gemacht hat, aber nicht mit Literatur aufgewachsen ist. Dafür ist er aber ein guter Beobachter, besonders auch, was die Natur betrifft. Und als er Zugang zu Literatur bekommt, verändert sich seine Sprache. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich von dem Buch restlos begeistert. Es hat mich sehr beeindruckt, hier mitzuerleben, wie der Zugang zu Literatur einen Menschen verändern kann. Die Gespräche von Dulcie und Robert haben mich so gefangen genommen, das ich nur ungerne die Welt der beiden wieder verlassen habe. Das Cottage und die wunderbare Natur darum sind so schön beschrieben, man mag es nicht verlassen, sondern möchte dort auch auf die offene See schauen.  Eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

„Leben“

Leben verkleinert

Thriller von Uwe Laub, erschienen im Heyne Verlag

Inhalt:

Fledermauskolonien auf der Schwäbischen Alb und Antilopenherden in Südafrika: Weltweit verenden innerhalb kürzester Zeit große Tierpopulationen, ganze Arten sterben in erschreckendem Tempo aus. Experten schlagen Alarm, denn das mysteriöse Massensterben scheint vor keiner Spezies Halt zu machen. Der junge Pharmareferent Fabian Nowack stößt auf Hinweise, dass selbst der Fortbestand der Menschheit unmittelbar bedroht ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, an dessen Ende unsere Erde nie wieder so sein wird wie zuvor.

Eigene Meinung:

Genauso wie mit dem 1. Buch „Sturm“ ist Uwe Laub hier wieder ein großartiger Thriller gelungen. Er versteht es wunderbar, wissenschaftliche Fragen mit einer spannenden Handlung zu verbinden. Das Buch liest sich sehr flüssig, trotz vieler Schauplätze und Personen. Man kann sehr gut folgen, weil die einzelnen Kapitel entsprechend gekennzeichnet sind. Und so beginnt ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit. Als Leser wird man sehr nachdenklich, was den Umgang der Menschen mit der Erde angeht, aber auch, wie hinter bestimmten Handlungen knallharte wirtschaftliche Überlegungen stehen. Diese Ansätze sind natürlich auch gerade topaktuell, wo die Menschen sich mit der Bewältigung der Corona-Krise beschäftigen. Da wirft ein Blick hinter die Kulissen eines Pharmakonzerns noch ganz neue Fragen auf. Mich hat dieses Buch absolut gefesselt, ich konnte es nicht aus der Hand legen und die Lektüre wird lange nachwirken. Eine absolute Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

„Dünen-Traumsommer“

Dünentraumsommer verkleinert

Roman von Tanja Janz, erschienen bei Harper Collins

Inhalt:

Marieke zieht mit ihrem Sohn Emil von der Großstadt im Ruhrgebiet nach St. Peter-Ording an die Nordsee. Für beide ist es eine Wohltat, einmal tief durchzuatmen und die gemütliche Einliegerwohnung im Reetdachhaus von Berta Tetens wird ihnen ein neues Zuhause.  Als Marieke die kleine Friesenküche ihrer Vermieterin betritt, kommt ihr eine Idee: Um die Senioren in St. Peter-Ording zusammenzubringen, gründet Marieke einen Kuchen-Club. Bald werden die „Oma-Kuchen“ zum Kassenschlager, aber Marc Velthuisen, dem die hiesige Cafebar gehört, stört sich daran…

Eigene Meinung:

Das Buch ist eine entspannt zu lesende Lektüre, die die Leserin gedanklich direkt an die Nordsee bringt. Man taucht ein in das Leben der Einwohner in dem Nordseebad St. Peter-Ording und möchte eigentlich gar nicht wieder weg. Dabei greift das Buch neben angenehmer Leichtigkeit auch ernste Themen auf. Mariekes Mann ist gestorben, der Sohn hat seinen Vater gar nicht kennengelernt. Dabei ist der Sohn krank, was auch der Grund für die Luftveränderung ist. In ihrem Beruf in der Altenpflege erfährt Marieke viel über die Einsamkeit im Alter und es macht Spaß zu erleben, wie hier Abhilfe geschaffen wird und die Senioren wieder aufblühen. Also eine wunderbare Lektüre, nicht nur zur Sommerzeit und für jung und alt. Wer einen Frauenroman sucht, in dem auch ernste Themen eine Rolle spielen, und bestens unterhalten werden möchte, der ist hier genau richtig.

5 Sterne-p1

„Eisiger Nebel“

Eisiger nebel verkleinert

Ein Nordsee-Krimi von Hendrik Berg, erschienen im Wilhelm Goldmann Verlag

Klappentext:

Über die Küste Nordfrieslands bricht eine Kältewelle herein – und sie bringt Schlimmeres als Schnee und Eis. Im Husumer Hafen wird die übel zugerichtete Leiche eines Unbekannten aus dem Wasser gefischt. Kommissar Theo Krumme nimmt mit seiner Kollegin Pat die Ermittlungen auf. Die spur führt sie in einen kleinen Ort auf der Halbinsel Eiderstedt, dessen Einwohner eng zusammenhalten. Als ein Eisnebel über dem Deich heraufzieht, müssen krumme und Pat die Dorfgemeinschaft vor einem skrupellosen Mörder schützen..

Eigene Meinung:

„Eisiger Nebel“ ist schon der sechste Band um den Kriminalkommissar Theo Krumme. Und es ist wieder ein perfekter Regionalkrimi. Wunderbar zu lesen, mit ganz viel Atmosphäre von Nordfriesland im Winter und einer überzeugenden Krimi-Handlung. Außerdem wurde es inbesondere in der zweiten Hälfte so spannend, dass ich das Buch dann auch schnell zu Ende lesen musste. Außerdem mag ich das Ermittlerteam Krumme und Pat sehr gerne. Hartnäckig bei den Ermittlungen, aber auch Menschen mit Ecken und Kanten. Zusammengefasst hat dieses Buch alles, was ein guter Regionalkrimi braucht, eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von norddeutschen Krimis.

5 Sterne-p1

 

„Zu wahr, um schön zu sein“

Zu wahr, um schön zu sein verkleinert

Roman von Gabriella Engelmann, erschienen bei Droemer Knaur

Klappentext:

„Wenn etwas kaputt ist, muss man es reparieren!“ 45 Jahre lang hat Caro nach diesem Motto gelebt – bis sie ausgerechnet am Tag ihrer Silberhochzeit vor den Scherben ihrer Ehe steht. Als wäre das nicht genug, verliert Caro nach dem Mann auch noch den Job, ihr Sohn Felix baut ordentlich Mist, und Caros esoterisch angehauchte Hippie-Mutter Flora kommentiert all das mit nervigen Kalendersprüchen. Zum Glück sind Caros beste Freundin Sylvia und die Lotsenwitwe Hedwig zur Stelle, um mit Humor und guten Ratschlägen Caros Kampfgeist zu wecken. Denn wenn etwas unwiderruflich kaputt ist, muss frau es schließlich irgendwann ersetzen, oder nicht?

Eigene Meinung:

Ich liebe die Bücher von Gabriella Engelmann sehr und so ist die Freude groß, wenn es „Nachschub“ gibt. Und so ist auch dieses Buch wieder ein flott zu lesender Roman mit liebevoll gestalteten Personen. Und besonders die Hippie-Mutter Flora sorgt auch dafür, dass man beim Lesen einiges zu lachen hat. Das Einzige, was mich so ein bisschen enttäuscht hat, ist ein wenig der Plot selbst. Frau trennt sich von Mann, Sohn macht Stress, beste Freundin hilft beim Neuanfang, das ist nicht so besonders überraschend und neu. Aber die liebevoll gestalteten Personen und Hamburg als perfekte Kulisse gleichen das wieder aus.

4 Sterne-p1