„Stürmische Klippe“

Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Sylt im Herbst. In Rantum wird ein Anschlag auf eine ehemalige Ministerin verübt, die zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft zu ihrer Geburtstagsfeier geladen hat. Die Ministerin überlebt. Doch die Angelegenheit ist brisant, und die politischen Beratungen am Rande der Feier dürfen nicht gestört werden. Hilke Hasselbrecht, Chefin der Mordkommission, ist mit dem Opfer befreundet und ohnehin vor Ort. Die Nachforschungen kann sie allerdings unmöglich allein bewerkstelligen. So bittet sie Kriminaloberkommissarin Liv Lammers, sie zu unterstützen. Während ein heftiger Sturm aufzieht, mischen sich die Ermittlerinnen unter Politiker, Security und Personal. Bald ist klar, dass nur jemand aus dem inneren Kreis den Anschlag verübt haben kann. Wird er oder sie erneut versuchen, die Ministerin zu töten?

Susannes Meinung:

Der zehnte Fall für die Kommissarin Liv Lammers hat es wirklich in sich. Dieser Sylt-Krimi bietet natürlich wieder ganz viel Insel-Feeling denn schließlich ist die Kommissarin durch einen Sturm in einem Haus eingeschlossen mit einer illustren Gesellschaft aus Politik und Wirtschaft, die aber nichts Gutes im Schilde führt. Das an sich ist schon sehr spannend aber in dem Buch gibt es gleich auch noch einen zweiten Fall der nicht weniger spannend ist, nämlich der Lebensgefährte von Liv Lammers, der Rechtsmediziner Sebastian, gerät auch in Schwierigkeiten und wird letztendlich sogar als Verdächtiger verhaftet. Er soll eine Frau mit einem Messer verletzt haben. Diese beiden Fälle werden vor der Sylter Kulisse mit einem heftigen Sturmtief so rasant erzählt, daß man Spannung vom Anfang bis zum Ende hat und es einfach großen Spaß macht, das zu lesen. Neben Spannung gibt es dieses Mal auch politische Themen, schließlich ist eine Ministerin das Opfer und zusätzlich spielt der Inselschutz im Zusammenhang mit Bauprojekten  eine Rolle. Ich mag außerdem Liv Lammers als Ermittlerin auch gerne, so dass ich mich schon wieder auf den nächsten Fall dieser Kommissarin freue. Der Krimi lässt sich trotz der zwei Fälle sehr gut und flüssig lesen und so macht es einfach nur Freude, diesen stürmischen Sylt-Krimi zu lesen.

„Ostseebriefe vererbt – verstrickt – verliebt“

Roman von Jane Hell

Inhalt:

Der kleine Strickladen Wollmaus in Eckernförde an der Ostsee ist Miras Wohlfühlort. Kein Wunder, dass sie ihr Sabbatical genau dort verbringt, bis der plötzliche Tod der Inhaberin Ingeborg alles verändert. Als es um ihren Nachlass geht, taucht Enkel Elias auf. Ein ehrgeiziger Hamburger Immobilienentwickler, schlecht gelaunt und überzeugt, dass Mira fehl am Platz ist. Während er ein baufälliges Objekt sieht, ist es für Mira ein Zufluchtsort voller Herzlichkeit. Doch Ingeborgs letzter Wunsch überrumpelt beide: Mira soll die Wollmaus weiterführen. Das möchte Elias um jeden Preis verhindern und nistet sich kurzerhand in der Wohnung über dem Laden ein. Zwischen Wortgefechten, Wollknäuelschlachten und lauen Sommerabenden am Meer kommen die beiden sich unverhofft näher – bis ein einziger Brief alles infrage stellt.

Susannes Meinung:

Das Buch ist ein richtiger Wohlfühlroman, eine moderne Liebesgeschichte vor der schönen Kulisse der Ostsee. Und auch wenn ich überhaupt nicht stricken kann, ist mir der Strickladen schon beim Lesen ans Herz gewachsen. Die gemütliche Stimmung, die Gerüche, das alles fängt das Buch sehr gut ein. Auch die Figuren sind so liebevoll beschrieben, dass man einfach Spaß beim Lesen hat. Durch die Entscheidung, die Mira zu treffen hat, ob sie ihren alten Job aufgibt und den Sprung in die Selbständigkeit wagt, hat die Geschichte auch den notwendigen Tiefgang. Denn ihre Gedanken und Zweifel dazu fand ich sehr nachvollziehbar. Außerdem ist der Roman schön flüssig zu lesen und so kann man diesen Wohlfühlroman mit Ostseefeeling voll und ganz genießen.    

„Der Sommer, der uns blieb“

Roman von Greta Herrlicher, erschienen im VANI Verlag GmbH

Inhalt:

In einer idyllischen Kleinstadt, umgeben von glitzernden Seen und endlosen Feldern, erleben Britta, Pia und Martin eine Jugend voller Abenteuer und kindlicher Träume. Doch ein verhängnisvoller Sommer reißt die enge Freundschaft der drei auseinander. Zwei Jahrzehnte später ist die verlorene Zeit zwischen ihnen zu einem fremden Land geworden. Inmitten von Schmerz und Vergebung müssen Britta, Pia und Martin entscheiden, ob ihre Freundschaft stark genug ist, um die Schatten der Vergangenheit zu überwinden. Doch ein gut gehütetes Geheimnis droht die zarten Bande, die sie miteinander verbinden, endgültig zu zerreißen.

Susannes Meinung:

Zunächst ist dieses Buch optisch einfach wunderschön gestaltet, es erfreut wirklich das Auge. Auch inhaltlich habe ich es gerne gelesen. Beim Lesen dieses Coming-of-Age Romanes kommen schon fast nostalgische Gefühle auf und man denkt unwillkürlich an die eigene Jungend zurück, wenn man hier den drei Hauptfiguren folgt. Und es fühlt sich dabei auch sehr realistisch an, denn wenn die drei Hauptfiguren eine relativ unbekümmerte Jugend haben, stehen nun alle 20 Jahre später mitten im Leben, mit Pflege der Eltern oder eigener Krankheit. Diese Themen geben dem Buch auch einen gewissen Tiefgang. Was mich etwas gestört hat, ist, dass das Wiedersehen der drei Freunde ausgerechnet in der Corona-Zeit stattfindet. Ich mag mit dieser Zeitebene nicht so gerne Romane lesen, weil es hoffentlich eine einmalige Zeit war. Wenn es aber darum gehen sollte, zu erzählen, was es in dieser Zeit bedeutet hat, wenn man Angehörige im Krankenhaus hatte, dann muss ich aus eigener Erfahrung leider sagen, die Darstellung war ein bisschen oberflächlich. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm ruhig und flüssig, so lässt sich das Buch sehr gut lesen. Auch die unterschiedlichen Zeitebenen sind sehr gut kenntlich gemacht und man weiß beim Lesen immer, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird. Insgesamt ein berührender Roman über die Kraft der Freundschaft.  

„Die Anstalt“

Psychothriller von Patrick Burow

Inhalt:

Journalistin Nina Winterfeld lässt sich undercover in eine geschlossene Psychiatrie einweisen, um eine Mordserie aufzuklären. Doch plötzlich glaubt ihr niemand mehr. Ärzte erklären ihre Warnungen für Wahn. Türen bleiben verschlossen. Medikamente machen sie gefügig. Und der Killer weiß, dass sie dort ist. Wem kann Nina noch trauen, wenn alle sie für wahnsinnig halten?

Susannes Meinung:

Dieses Buch darf sich wirklich Psychothriller nennen und ist absolut nichts für schwache Nerven. Lange ist mir ein Psychothriller nicht mehr so nahe gegangen, wie dieses Buch. Man erlebt beim Lesen diesen Wahnsinn, den die Hauptfigur in dieser Klinik durchmachen muss, hautnah mit und es fühlt sich beklemmend an. Diese Zweifel, weil in dieser Klinik alles getan wird, um die Menschen krank zu machen, diese Ausweglosigkeit, dass man keine Chancen hat, hier wieder alleine rauszukommen. Der Autor ist als Richter auch beruflich mit dem Thema beschäftigt und man fragt sich beim Lesen, ob so etwas auch in der Realität passieren könnte. Dazu gerät die Hauptfigur hier auch noch in höchste Gefahr und so fiebert man auch da mit. Das alles ist sehr flüssig zu lesen und man kann das Buch eigentlich kaum aus der Hand legen, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Ein packender Psychothriller, der im Gedächtnis bleibt und ich freue mich auf den 2. Fall für die Journalistin Nina Winterfeld.  

„Tödliche Hallig“

Ein Nordsee-Krimi von Hendrik Berg, erschienen im Goldmann Verlag

Inhalt:

Als vor der Hallig Süderoog im nordfriesischen Wattenmeer eine Leiche gefunden wird, nehmen Kommissar Theo Krumme und seine Kollegin Pat die Ermittlungen auf. Der Tote gibt ihnen Rätsel auf: Wer ist der Mann? Wurde sein Leichnam von Bord eines Schiffs im nahen Heverstrom geworfen und hier angespült? Was wissen die Bewohner der Hallig – ein junges Paar und eine Gruppe Archäologiestudenten, die nach alten Schiffsspuren sucht? Und welche Rolle spielt eine Legende, nach der in dunklen Nächten ein Mörder das Watt heimsuchen soll? Krumme und Pat suchen in der kleinen Gemeinschaft nach Antworten, während über der Nordsee eine neue Gefahr heraufzieht …

Susannes Meinung:

„Tödliche Hallig“ ist schon der 12. Fall für Kommissar Theo Krumme von der Kripo Husum und seine Kollegin Pat. Man muss die vorherigen Bände nicht kennen, um an diesem Nordsee-Krimi großen Spaß zu haben. Ein interessantes, sympathisches Ermittlerteam ist hier tätig und mit einer Hallig als Ort, an dem die Leiche gefunden wird, gibt es hier ein ganz besonderes Setting, denn es sind naturgemäß nur wenige Personen auf einer Hallig. Das sorgt für besondere Spannung. Dazu erfährt man noch einiges darüber, was es auf der Nordsee so an kriminellen Machenschaften gibt und was man so vielleicht nicht vor Augen hatte. Der Krimi selbst wird im zweiten Teil sehr spannend und überzeugt mit einer überraschenden Wendung als Auflösung. Dazu gibt es noch ganz viel Nordsee-Atmosphäre von einer Hallig und der Insel Pellworm. So hat dieses Buch alles, was ein Nordsee-Krimi braucht und ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle, die gerne Nordseekrimis lesen.        

„Der andere Arthur“

Roman von Liz Moore, aus dem Englischen von Cornelius Hartz, erschienen bei C.H. Beck

Inhalt:

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Susannes Meinung:

Der Roman hat mich sehr berührt. Die Situation der beiden Hauptfiguren wird hier sehr einfühlsam und intensiv beschrieben. Man leidet mit diesen beiden Männern, wie sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein können. Der Professor, privilegiert, ohne wirtschaftlicher Sorgen und Kel, wo schon die Mutter finanzielle Sorgen hat und auch der Sohn immer damit kämpft. Gemeinsam ist beiden, dass sie einsam in ihrem jeweiligen Leben sind. Aber es ist nie zu spät für einen Neuanfang und mit ersten sozialen Kontakten wird es einfacher. Das ist sehr warmherzig beschrieben und berührt beim Lesen. Das Buch lässt sich angenehm flüssig und ruhig lesen und die Kapitel sind jeweils aus Sicht der beiden Hauptfiguren erzählt. Gewünscht hätte ich mir, dass der jeweilige Name vor dem Kapitel stehen würde, das würde es etwas einfacher machen. Insgesamt ein Roman der lange in Erinnerung bleiben wird und dem ich viele Leser:innen wünsche..

„Tödliches Angebot“

Psychothriller von Marisa Kashino, aus dem Englischen von Sybille Uplegger, erschienen bei Ullstein

Inhalt:

»Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.« Margo braucht für ihre Familie eine größere Wohnung, koste es, was es wolle. Nach monatelanger frustrierender Suche sieht sie den Inbegriff eines perfekten Lebens vor sich. Getrieben von ihrer Verzweiflung will Margo das Haus kaufen, bevor es überhaupt auf den Markt kommt. Ein bisschen Stalking? Harmlos. Etwas Hausfriedensbruch? Notwendig. Zunehmend skrupellos dringt Margo in das Leben der Hausbesitzer ein, sie umgarnt sie bis zur Erpressung. Bis sie auf Gegenwehr stößt. Die räumt sie so zielstrebig aus dem Weg wie die Geliebte ihres Mannes.

Susannes Meinung:

„Tödliches Angebot“ war für mich viel Psycho, aber eher weniger Thriller. Die Situation, um die es in diesem Buch geht, gibt es häufiger in dem allgemein angespannten Wohnungsmarkt, Man braucht wirklich viel Geduld um den passenden Wohnraum zu bekommen. So geht es auch Margo, der Hauptfigur in diesem Roman, allerdings hat Margo mich mit der Zeit doch etwas genervt, denn sie ist sehr auf sich bezogen. Dabei lässt sie nichts unversucht, um ihr Traumhaus zu bekommen. Das kann man teilweise nachvollziehen, wie sie es angeht und es gibt auch bis zum Schluss Spannung. Sympathisch ist sie mir bis zum Schluss nicht geworden. Außerdem habe ich eine überraschende Wendung so nicht kommen sehen. Insgesamt ist es ein flüssig zu lesendes Buch und man verfolgt relativ schnell und atemlos, wie Margo zu ihrem Traumhaus kommen will. Eine interessante Grundidee mit einem Blick in menschliche Abgründe, kurzweilig umgesetzt.

„Die Frau und der Fjord“

Roman von Anette Strohmeyer, erschienen bei Wunderlich im Rowohlt Verlag

Inhalt:

Ein Holzhäuschen mit Blick auf den Fjord, ein kleines Boot und die atemberaubende Landschaft Norwegens. Mehr braucht Gro Kristjánsdóttir nicht für ihren Neuanfang auf den Lofoten, nachdem ihr Mann überraschend verstorben ist. Die Natur am Polarkreis ist rau und unbarmherzig, doch mit der Zeit lernt Gro, ihr neues Leben zu lieben, die Eiseskälte des Winters und die hellen Nächte des Sommers. Als sie eines stürmischen Abends über Funk einen Notruf erhält, ist es mit der Einsamkeit vorbei. Ein Fischer ist an den Felsen ihres Fjords havariert. Gro pflegt ihn gesund und ist selbst überrascht, dass dieser fremde Mann ihr wieder eine Ahnung von Nähe vermittelt …

Susannes Meinung:

Der Roman „Die Frau und der Fjord“ von Annette Strohmeier ist ein wunderbares Buch und erzählt sehr kraftvoll von Gro, einer Frau, die nach dem Tod ihres Mannes die Einsamkeit sucht, um wieder ins Leben zurückzufinden. Dazu zieht sie an einen einsamen Fjord auf den Lofoten  in Norwegen. Das Buch folgt der Frau ein Jahr an ihrem Fjord mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und man kann mit verfolgen wie sie dann langsam auch wieder Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt und sich für neue Beziehungen öffnet. Dazu kommt in dem Buch noch ein umweltpolitisches Thema als nämlich Geologen versuchen in diesem Fjord Ölvorkommen zu entdecken, Nachdem Gro vorher selbst in der Ölförderung gearbeitet hat, setzt sie sich nun für den Erhalt der Natur ein. Das Ende des Buches war für mich fast ein bisschen zu kurz, ich hätte nämlich gerne noch einige Seiten weitergelesen. Dieses wunderbare Buch erzählt die Geschichte ruhig und warmherzig, mit einer kraftvollen Beschreibung der Natur auf den Lofoten und man ist beim Lesen wie gebannt. Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin ist das Buch angenehm flüssig zu lesen. Von mir eine absolute Leseempfehlung für diesen großartigen, vielschichtigen Roman.

„Oma, Ouzo und andere Katastrophen“

Roman von Thorsten Steffens, erschienen bei Piper

Inhalt:

Philipp hat alles, was sich der Mann von Welt nur wünschen kann: eine schicke Wohnung, ein unbeschwertes Single-Leben und eine aufsteigende Internet-Agentur. Bis eines Tages eine alte Dame vor der Tür steht und behauptet, seine tot geglaubte Großmutter zu sein. Zudem ist er angeblich Halbgrieche. Schneller als Philipp gucken kann, ist die redselige Toula bei ihm eingezogen und stellt sein perfektes Leben auf den Kopf  fest entschlossen, ihren Enkel mit 32 Jahren unter die Haube zu bringen!

Susannes Meinung:

Der neue Roman „Oma, Ouzo und andere Katastrophen“ von Thorsten Steffens ist ein perfekter Unterhaltungsroman und hat auch etwas Tiefgang. In die Gemeinschaft von Philipp und seinen Freunden und Kollegen platzt seine griechische Großmutter rein, von der er nichts geahnt hat und man kann sich beim Lesen an viel Situationskomik erfreuen, ein Gefühl, als wenn man mit am WG-Tisch sitzt. Plötzlich werden in der WG andere Dinge wichtig, denn Oma sorgt erstmal für ordentliches Essen, Gemütlichkeit und gemeinsame Runden und mischt so die WG auf. Das ist teilweise sehr komisch geschrieben, man muss beim Lesen laut lachen. Allerdings lernen Philipp und seine Freunde bald auch, dass einige zwischenmenschliche Dinge im Leben wichtiger sind als z.B. der berufliche Erfolg oder eine schicke Freundin und dadurch bekommt die Geschichte den notwendigen Tiefgang. Der Roman ist leicht und entspannt zu lesen und bietet mit der Situationskomik wirklich vergnügliche Lesestunden. 

„Giftiger Grund“

Kriminalroman von Thomas Knüwer, erschienen bei Droemer Knaur

Inhalt:

Für Joran, frisch aus dem Jugendknast entlassen, werden die ersten Tage in Freiheit zum Desaster: Sein Vater erpresst ihn und auf Jobsuche wird er erniedrigt und schikaniert. Verzweifelt schleicht er schließlich nachts zu der Tankstelle, die er vor sieben Jahren überfallen hat. Seine letzte Hoffnung ist die Beute, die er vor seiner Festnahme in einem Kanalschacht verstecken konnte. Die Tankstelle ist längst verlassen – ein Lost Place – doch statt der Beute findet Joran im Schacht eine Leiche: Aras, sein damaliger Freund und Komplize. Ist der Dritte im Bunde sein Mörder?
Entsetzt merkt Joran, dass er nicht allein ist auf dem heruntergekommenen Gelände. Da ist Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug. Und Charu, die sich als Fotografin von Lost Places einen Namen machen will. Der Tote im Schacht wird für alle drei zu einer schicksalhaften Verbindung.

Susannes Meinung:

Dieser Kriminalroman wirkt beim Leser nach, das kann ich jetzt aus eigener Erfahrung jetzt sagen. Eigentlich eine etwas schräge Geschichte, in der sich drei Menschen unter Umständen treffen, wie sie merkwürdiger kaum sein können. Aber die persönlichen Geschichten der Hauptfiguren sind es, die diesen Kriminalroman so besonders machen. So erlebt man mit, mit welchen Vorurteilen ein Ex-Gefangener zu kämpfen hat, oder das Schicksal eines Mädchens, wo nur die häusliche Fassade schön ist. Das berührt beim Lesen, dazu gibt es überraschende Wendungen und spannend ist es auch, denn so eine Leiche soll auch nicht entdeckt werden und wer ist eigentlich der Täter? Der Kriminalroman wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt und ist angenehm flüssig zu lesen. Insgesamt auch mal eine sehr angenehme Abwechslung zu den üblichen Krimiplots und daher ein besonderes Leseerlebnis.