„Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit“

Roman von Anja Marschall, erschienen im Piper Verlag

Drei starke Frauen in bewegten Zeiten: Band 2 der großen Familiensaga rund um den Aufstieg einer Hamburger Kaffeedynastie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte

Inhalt:

Hamburg 1929: Anders als ihre Mutter Maria hat Cläre Behmer zunächst kein großes Interesse am Kaffeekontor der Familie. Sie will lieber studieren und ihren eigenen Weg gehen, was ihrem Verlobten missfällt, hofft er doch, durch die Heirat mit Cläre »Behmer & Söhne« übernehmen zu können. Doch Cläres Leben ändert sich schlagartig, als sie den freiheitsliebenden Journalisten Fritz Waltershausen kennen und lieben lernt, während die neuen nationalsozialistischen Machthaber das Überleben des Kaffeekontors gefährden. Endlich erwacht in Cläre die Kämpfernatur ihrer Mutter, und sie setzt alles daran, ihr Erbe und ihre Liebe zu retten.

Eigene Meinung:

Nachdem ich von Teil 1 schon total begeistert war, wurde ich auch beim 2. Teil der Saga nicht enttäuscht. Auch dieser Teil ist genauso wunderbar erzählt und eine großartige Verbindung zwischen Familiengeschichte und deutscher Geschichte. Und so folgt man der warmherzigen Familiengeschichte und lernt nebenbei vieles über die Geschichte unseres Landes. Dabei ist das alles so bildlich beschrieben, dass man die Speicherstadt förmlich vor sich sieht und oft auch Kaffee riecht, auch wenn der im Krieg zur Mangelware wird. Und so freue ich mich jetzt auf den 3. Teil der Familiensaga.

„Der Gesang der Flusskrebse“

Roman von Delia Owens, aus dem amerikanischen Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, erschienen bei hanserblau

Klappentext:

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen.

Eigene Meinung:

Beim Lesen des Buches war ich zu Anfang nicht ganz so begeistert. Es ist schon eine wunderbar erzählte Geschichte, die Beschreibungen insbesondere auch von dem Marschland sind sehr schön und bildlich und gut zu lesen. Auch die Geschichte des Marschmädchens beeindruckt einen beim Lesen . Ich fand es besonders spannend zu lesen, was man von der Natur alles für das Leben lernen kann, wenn man keine Schule besucht. Aber das alles zieht sich etwas in die Länge. Allerdings ist der Funke im letzten Drittel dann bei mir total übergesprungen und ich muss auch sagen, dass dieses Buch und die Geschichte des Mädchens bei mir sehr nachwirkt. Das ist etwas ganz besonderes und sehr beeindruckend. Daher auch eine klare Leseempfehlung von mir.

„Der Diamanten-Coup“

Thriller von Patrick Burow erschienen im Benevento Verlag

Inhalt:

Blitzeinbruch im legendären Grünen Gewölbe: Wer sind die Kunstdiebe von Dresden?
Der Coup dauert nur fünf Minuten. Wenige Axthiebe genügen, das Sicherheitsglas zersplittert und die kostbaren Juwelen verschwinden. Die Einbrecher erbeuten in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden Schmuckstücke von unermesslichem Wert. Darunter auch der »Sächsische Weiße«, ein weißer Diamant mit 48 Karat. Ein Juwelenraub von nie dagewesener Dimension – und unvergleichlicher Dreistigkeit! Professor und Kunstdetektiv Adrian Falke gerät in Verdacht, mit dem Diamantenraub in Verbindung zu stehen. Tags zuvor interessierte er sich auffällig für die Sicherheitsmaßnahmen. Doch Falke ist unschuldig. Gemeinsam mit der Direktorin des Grünen Gewölbes macht er sich auf die Suche nach den legendären Diamanten. Können die beiden die wahren Juwelen-Räuber schnappen?

Eigene Meinung:

Einer der spektakulärsten Raubzüge der deutschen Geschichte hat Autor Patrick Burow zu diesem Buch inspiriert. Und das macht es gerade so interessant, dass ein echter Kriminalfall als Grundlage dient. Wie haben die Täter das gemacht? Eine Frage, die sich viele Bürger gestellt haben. Hier gibt es eine Fiktion, wie es gewesen sein könnte, dann folgt eine Verfolgungsjagd durch mehrere Länder. Als Leser verfolgt man die Täter, die Polizei und den Professor nebst Museumsdirektorin. Eine spannende Kombination, dabei ist das Buch auch so gut geschrieben, dass es ordentlich Fahrt aufnimmt. Die Handlungen des Professors und der Museumsdirektorin kommen einem dabei manchmal etwas merkwürdig vor, aber das gehört dazu, um eine rasante Geschichte zu erzählen. Insgesamt ein interessanter Thriller.  

„Die Blutliste“

Thriller von Rainer Löffler erschienen bei Bastei Lübbe AG

Inhalt:

In einem Grab auf einem Kölner Friedhof wird die Leiche eines ermordeten, entsetzlich entstellten Mannes entdeckt. Die junge Frau, die dort eigentlich liegen sollte, ist verschwunden. Auch sie war das Opfer einer Bluttat. Fallanalytiker Martin Abel wird nach Köln beordert und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Er findet heraus, dass Spuren auf einen lange zurückliegenden Mord weisen – und dass der Schlüssel zur Klärung des aktuellen Falls in der Familie dieses allerersten Mordopfers liegen muss. Aber dann wird ein weiterer verstümmelter Toter in einem fremden Grab gefunden, und Abel erkennt, dass das nächste Opfer schon auf der Liste steht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Eigene Meinung:

Auch der 4. Fall für Fallanalytiker Martin Abel hat es wieder in sich. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und eine gewisse Brutalität muss man auch ertragen können. Dafür bekommt man dann einen spannenden, ungewöhnlichen Fall mit einem ungewöhnlichen Ermittler zu lesen. Die Erzählperspektiven wechseln dabei, aber das ist immer auch entsprechend gut zu erkennen und der Thriller ist flüssig zu lesen. Einzig einige Szenen mit einem Wolf fand ich etwas überflüssig und zum Schluss hatte ich etwas Schwierigkeiten, alles gedanklich zusammen zu sortieren. Insgesamt aber ein spannender deutscher Thriller, der für Lesespaß sorgt.

„Das Letzte, was Du hörst“

Das Letzte , was du hörst

Thriller von Andreas Winkelmann, erschienen im Rowohlt Verlag, Hamburg

Inhalt:

Ein Podcast, der Tausende begeistert. Der süchtig macht. Der den Tod bringt …
Lehn dich zurück. Höre diese Stimme. Vergiss deinen Alltag, den Job, den Ärger, die Sorgen. Vertrau dich den Worten an. Sie sind nur für dich. Aber Vorsicht: Wenn du einmal gefangen bist in dieser Welt, kommst du nicht mehr hinaus. Diese Stimme – sie ist das Letzte, was du hörst. Sarah ist süchtig nach dem Podcast «Hörgefühlt». Die Stimme von Podcaster Marc Maria Hagen ist wie ein seidiges Kissen, seine Worte sind Trost für die Seele. Doch Sarah ahnt nicht, was hinter den Kulissen vor sich geht. Dass hinter den weichen Worten der Tod lauert.

Eigene Meinung:

Ich mag die Bücher von Andreas Winkelmann sehr und wurde auch hier nicht enttäuscht. In diesem Thriller geht es um Morde in der Podcast-Szene, einer Szene, die gerade sehr in Mode ist. Dabei ist auch dieser Thriller wieder so geschrieben, dass man das Buch flüssig lesen kann, in einer modernen schnörkellosen Sprache. Und spannend ist das Buch durchweg auch, man fiebert schon sehr mit. Dazu hat mir auch die Kommissarin Barreis gut gefallen, eine erfahrene Ermittlerin mit Ecken und Kanten. Tatsächlich hatte ich mit dem Ende etwas Probleme. Sehr überraschend, irgendwo auch schlüssig, aber etwas verworren für mich. Insgesamt aber ein unterhaltsamer, moderner Thriller.

4 Sterne-p1

„Gezeitenmord“ Teit und Lehmann ermitteln

Gezeitenmord verkleinert

Krimi von Dennis Jürgensen, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:

Bei einem Spaziergang im Watt machen der Lehrer Lasse und sein elfjähriger Schüler Villads im dichten Nebel einen grausamen Fund: Im festen Sand des Meeresgrundes steckt die Leiche eines Mannes. Es ist Lykke Teits erster eigener Fall – endlich darf sie die Ermittlungen in einem Mordfall leiten. Dass sie den Toten kannte und er sich verfolgt fühlte, verschweigt sie. Da die Leiche im Watt auf der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland gefunden wurde, wird ihr Rudi Lehmann aus Flensburg zur Seite gestellt. Die beiden sehr ungleichen Ermittler verstehen sich auf Anhieb. Ihre Untersuchungen konzentrieren sich auf das kleine Dorf Melum, in dem jeder jeden kennt. Lykke und Rudi ermitteln nicht nur in diesem Mordfall: Villads ist seit dem Fund der Leiche spurlos verschwunden. Es ist nicht das erste vermisste Kind im Dorf. Wer weiß was? Und konnte sich Villads wie sein Lehrer vor der einsetzenden Flut an Land retten?

Eigene Meinung:

Der 1. Band dieser neuen Reihe hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ist flüssig zu lesen und die Schilderungen der Grenzlandschaft und des Ortes Melum sind atmosphärisch sehr dicht, man kann sich gut hineinversetzen. Dazu noch ein sehr sympathisches Ermittlerpaar mit Ecken und Kanten und so hat das Buch alles, was man sich von einem Krimi wünscht. An Spannung fehlt es auch nicht, nicht nur ein spannender Schluss sondern zwischendurch wird es auch teilweise richtig spannend. Unterhaltsam fand ich auch den trockenen Humor, der besonders in den Dialogen zwischen den beiden Ermittlern immer wieder durch kommt. Insgesamt eine klare Leseempfehlung und ich freue mich auf eine Fortsetzung.

5 Sterne-p1

„Der Spiegelmann“

Der Spiegelmann

Thriller von Lars Kepler, aus dem Schwedischen von Thorsten Alms und Susanne Dahmann, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Eine Schülerin verschwindet auf dem Heimweg spurlos. Jahre später wird sie auf einem Spielplatz in Stockholm ermordet aufgefunden. Das Mädchen wurde an einem Klettergerüst qualvoll gehängt. Eine Hinrichtung. Eine Machtdemonstration. Kommissar Joona Linna ist von der Kaltblütigkeit des Täters alarmiert. Als ein Mann aufgespürt wird, der den Mord gesehen haben muss, kann der Zeuge darüber nicht sprechen. So traumatisch sind offenbar seine Erinnerungen. Jonna Linna bittet daher den Hypnotiseur, Erik Maria Bark, um Hilfe …

Eigene Meinung:

Das Buch ist der 8. Fall für Kommissar Joona Linna und es geht wieder richtig zur Sache. Auf keinen Fall ist das Buch für zarte Gemüter geeignet. Das war sogar mir teilweise etwas zu heftig. Ansonsten ist dieser Thriller aber handwerklich wieder sehr gut gemacht. Er bietet rasante Spannung und nimmt durch die relativ kurzen Sätze viel Tempo auf. Und nach den ersten Grausamkeiten hatte das Buch auf mich dann eine gewisse Sogwirkung. Ich könnte so etwas nicht ausschließlich lesen, aber wer auf der Suche nach einem rasanten, heftigen Thriller ist, der wird hier fündig. Und ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe.

5 Sterne-p1
 

„Töchter der Speicherstadt – Der Duft der Kaffeeblüten“

Töchter der Speicherstadt 1 verkleinert

Roman von Anja Marschall, erschienen bei Piper

Inhalt:

Hamburg 1889: Als die junge Brasilianerin Maria den Kaffeehändler Johann Behmer heiratet und mit ihm nach Hamburg zieht, fühlt sie sich zunächst fremd in der Hansestadt – und einsam in Johanns zerstrittener Familie. Doch Maria ist eine Kämpferin, und als Tochter eines Kaffeeplantagenbesitzers liegt ihr das „schwarze Gold“ im Blut. Begierig lernt sie in der neu eröffneten Speicherstadt alles, was man über den Handel mit dem Luxusgut wissen muss. Schon bald erweist sie sich als kluge Geschäftsfreu. Aber dann beginnt der Erste Weltkrieg, der Kaffeehandelt kommt fast zum Erliegen, und Maria merkt, dass jemand in der Familie versucht, ihren Mann aus der Firma zu drängen.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist eines der Bücher, für das Lesen mein Hobby ist, so viel Spaß hat es mir gemacht. Historische Begebenheiten, eingebettet in eine sympathische Geschichte, so geht für mich der perfekte historische Roman. Ich weiß dabei nicht, was mir mehr Spaß gemacht hat: die Geschichte der Speicherstand oder der Duft von Kaffee, der aus fast jeder Seite dieses Buches strömt. Insgesamt eine wunderbare Kombination, die sich sehr flüssig lesen lässt und mit der Figur der Maria fiebert man bald schon mit. Insgesamt ein großes Lesevergnügen und eine absolute Empfehlung von mir. Zum Glück sind Teil 2 und 3 schon erschienen, ich kann also gleich erfahren, wie es weitergeht.

5 Sterne-p1

Die weiteren Bände der Kaffee-Saga sind inzwischen erschienen:

Band 2:  Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit

Band 3: Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück

 

„Der Eisjunge“

Der Eisjunge

Psychothriller von Max Bentow, erschienen im Wilhelm Goldmann Verlag

Inhalt:

Nils Trojan ist eben zurück von seiner Auszeit auf einer Insel, da wird er schon an einen neuen Tatort gerufen. Im ersten Moment glaubt er, in einen absurden Albtraum geraten zu sein: Es sieht aus, als würde ein Tier über dem Opfer kauern, denn der Mörder hat das Fell eines Rehs über die getötete junge Frau drapiert. Wenig später ereignet sich der zweite Mord und wieder sind Mensch und Tier auf makabre Weise ineinander verschlungen. Aber was will der Täter mit seiner grausamen Botschaft mitteilen? In einem verlassenen Haus im Umland von Berlin stößt Trojan auf eine Fährte – und erkennt zu spät, dass er in eine mörderische Falle geraten ist.

Eigene Meinung:

Das Buch ist schon der 9. Fall für Nils Trojan und ich bin weiterhin begeistert von der Reihe. Auf jeden Fall ist auch dieses Buch nichts für schwache Nerven, es geht schon sehr „zur Sache“. Durch einen flüssigen Schreibstil, genau richtig auf den Punkt, wird das Buch zu einem spannenden Lesevergnügen. Auch die Erzählung aus unterschiedlichen Perspektiven ändert daran nichts. Das Buch ist einfach gut zu lesen. Und es hat bei mir nachhaltig Eindruck hinterlassen: Sobald ich einen Granatapfel sehe, muss ich an das Buch denken. Dazu freue ich mich dann auf den nächsten Fall für Nils Trojan.

5 Sterne-p1

„Der Papierpalast“

Der Papierpalast verkleinert jpg

Roman von Miranda Cowley Heller, aus dem Amerikanischen von Susanne Höbel, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Es ist früh am Morgen, alle schlafen noch, als Elle Bishop an einem perfekten Augusttag zum See läuft. Er liegt unterhalb des Sommercamps der Familie, ein paar altersschwache Hütten, die ihr Großvater in den Back Woods von Cape Code zusammengezimmert hat. Durch das Fenster des Haupthauses sieht sie den noch nicht abgeräumten Tisch des vorherigen Abends, die leeren Weingläser, das Kerzenwachs auf dem Tischtuch. Sie hatten Besuch, und es ist etwas passiert: Während Elles Ehemann Peter mit den Gästen lachte, sind sie und ihr Jugendfreund Jonas nach draußen geschlichen und haben sich geliebt. Elle taucht ein ins Wasser, ihre Geschichte beginnt. Sie erzählt fünfzig Jahre Leben, bringt verborgene Liebe und ein düsteres Geheimnis ans Licht. An diesem einen Tag läuft alles auf eine Entscheidung hinaus.

Eigene Meinung:

Der Roman wird überall hoch gelobt, ich muss gestehen, ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten, in die Geschichte zu kommen und mit dem Buch „warm“ zu werden“. Erst als ich mir mehr Zeit für das Buch genommen und längere Abschnitte im Zusammenhang gelesen habe, gefiel es mir besser. Die Autorin nimmt in dem Buch sehr viele Themen auf, die sich in Familien abspielen können. Auch die Atmosphäre in diesem Sommercamp wird ganz gut eingefangen. Aber man sollte sich bewusst sein, dass das keine leichte Sommerlektüre ist, ganz im Gegenteil. Klar ist, dass der überwiegende Teil in der Vergangenheit erzählt wird. Die Kapitel sind entsprechend mit Jahres- und Ortsangaben versehen. Die Kapitel in der Gegenwart haben dann die Uhrzeit als Überschrift. So kann man die Ebenen auseinanderhalten. Wer auf der Suche nach einer etwas tiefgründigen Familiengeschichte ist, dürfte an diesem Buch seine Freude haben.

4 Sterne-p1