„Aus schwarzem Wasser“

Aus schwarzem Wasser verkleinert

Thriller von Anne Freytag, erschienen bei dtv bold

Inhalt:

Das Meer ist der Ursprung allen Lebens und verbirgt eine tödliche Bedrohung

Ohne zu bremsen, rast die Innenministerin Dr. Patricia Kohlbeck mit ihrem Dienstwagen in die Spree. Mit dabei: ihre Tochter Maja. „Du kannst niemandem trauen, sie stecken alle mit drin“, ist das letzte, was sie zu ihrer Tochter sagt, bevor sie ertrinkt. Auch Maja stirbt – wacht jedoch wenige Stunden später unversehrt in einem Leichensack im Krankenhaus wieder auf. Wie ist das möglich? Während Maja versucht, Antworten zu finden, ereignet sich eine verheerende Naturkatastrophe nach der anderen. Gegen ihren Willen gerät sie in einen Konflikt aus Lügen, Intrigen und Machtkämpfen, dessen Folgen fatale Ausmaße annehmen.  

Eigene Meinung:

Die Autorin wurde für ihre Romane schon mehrfach ausgezeichnet. Nun hat sie ihren ersten Thriller vorgelegt. Ein Öko- und Fantasythriller, der es in sich hat. Man muss sich als Leser etwas auf den Fantasyteil einlassen, dafür wird man dann mit einem spannenden Ökothriller belohnt. Trotz diverser Perspektivwechsel und mehreren Zeitebenen ist das Buch sehr gut zu lesen, da der Schreibstil sehr flüssig ist und das Buch auch handwerklich gut gemacht ist. Die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen sind so gut gekennzeichnet, dass die Wechsel den Lesefluss nicht stören und stattdessen das Tempo erhöhen. Insgesamt eine spannende Entdeckung!

4 Sterne-p1

„Eiskalt ist die Nacht“

Eiskalt ist die Nacht

Kriminalroman von Rainer Würth, erschienen als E-Book bei dotbooks

2009 erschienen unter dem Titel „Krötenwanderung“ bei Goldmann, München

Inhalt:

Es beginnt scheinbar harmlos. In einer kleinen Schwarzwaldgemeinde gibt es massive Proteste gegen den Ausbau eines Wohngebiets. Dann wird der Bauamtsleiter mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Haben ihn wirklich empörte Bewohner der kleinen Gemeinde auf dem Gewissen? Kommissar Bruno Kolb glaubt nicht daran und stößt bald auf eine Spur, die selbst dem abgebrühten Ermittler den Atems stocken lässt: Der Opfer führte ein Doppelleben und verfügte über zahllose dubiose Kontakte- hinter der bürgerlichen Fassade verbirgt sich ein Sumpf aus Egoismus, Korruption und absoluter moralischer Verkommenheit, der weite Kreise zieht.

Eigene Meinung:

Der erste Fall für Kommissar Bruno Kolb ist ein grundsolider Krimi. Dabei werden sehr aktuelle Themen aufgenommen und im zweiten Teil wird es auch spannend. Der Fall wird dann sinnvoll aufgelöst. Dabei liest sich das Buch ganz gut, und die relativ kurzen Sätze zu Anfang stören mich nicht. Auch finde ich Perspektivwechsel sehr spannend, wenn ich als Leser teilweise aus Sicht des Täters unterwegs bin, hat das seinen Reiz. Aber wenn ich das beim Lesen nicht so richtig unterscheiden kann, dann stört das etwas den Lesefluss. Insgesamt ein solides Debüt.

3 Sterne-p1

„Töchter der Elbchaussee“

Töchter der Elbschaussee verkleinert

Roman von Lena Johannson, erschienen im Aufbau Verlag

Das Erbe der Schokoladenvilla

Inhalt:

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei. Frieda muss schlimme Verluste verkraften. Sie lässt sich nicht unterkriegen und möchte nach und nach ihre Nichte Sarah in der Schokoladenmanufaktur ausbilden. Doch Friedas Sohn hat andere Pläne. Und dann holt Frieda auch noch die Vergangenheit ein. Ein Kampf beginnt, der Frieda mehr als die eigene Familie kosten könnte. Kann sie diesen Kampf gewinnen.

Eigene Meinung:

Der dritte und letzte Teil der Trilogie um die Geschichte einer Hamburger Familie, die mit Kakao handelt, hat mich wieder total begeistert. Er ist ein bisschen anders als die ersten zweite Teile, da es hier weniger um die Schokolade an sich geht. Die Stadt und auch die Familie sind geprägt von den Verlusten durch die Kriegsjahre und der Wiederaufbau steht im Mittelpunkt. Aber auch gerade diesen Teil fand ich sehr interessant. Dazu die Hauptfiguren, die wieder sehr menschlich beschrieben werden, so dass man automatisch mit ihnen fühlt. Außerdem ist der Schreibstil wieder so, dass man auch diesen historischen Stoff wieder sehr gut und flüssig lesen kann. Die gesamte Trilogie hat mich begeistert und ich finde es sehr schade, dass dieses der letzte Teil war.

5 Sterne-p1

Die gesamte Trilogie:

Teil 1 „Die Villa an der Elbchaussee“

https://susannesbuecherwelt.com/2019/04/28/die-villa-an-der-elbchaussee/

Teil 2 „Jahre an der Elbchaussee“

https://susannesbuecherwelt.com/2020/06/30/jahre-an-der-elbchaussee/

Teil 3 „Töchter der Elbchaussee“

„Weihnachten im kleinen Laden am Strand“

Roman von Julia Rogasch, erschienen als E-Book bei Forever

Inhalt:

Die Weihnachtszeit steht im kleinen Laden auf Sylt vor der Tür. Kaum Touristen sind auf der Insel und Ebba und Magnus bereiten mit Hingabe den anstehenden Weihnachtsmarkt vor. Doch in die Kälte und Ruhe vor dem turbulenten Weihnachtsgeschäft platzt eine junge Frau, die einen Job sucht. Ebba und Magnus überlegen nicht lange und stellen Lene May als Aushilfe ein. Zwischen Plätzchen, Glitzerkugeln und Leuchtsternen freunden sich Ebba und Lene an und bald schon wird klar: Lene ist nicht nur wegen einer dringend benötigten Auszeit auf der Insel. Sie ist schwer krank und außerdem auf der Suche nach ihrer Zwillingsschwester, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Doch obwohl ihre Schwester scheinbar auf Sylt lebt, ist sie auf einmal unauffindbar. Lene ahnt nicht, wie weit die Spuren ihrer Familiengeschichte sie in die Vergangenheit führen werden…

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist schlicht ein Wohlfühlbuch. Ich habe mich jeden Tag auf das Lesen gefreut, weil ich mich in der Gesellschaft von Ebba und Lene einfach wohl gefühlt habe. Dazu ist die Atmosphäre auf Sylt in der Vorweihnachtszeit sehr gut einfangen und so kann man mit dem Buch wunderbar einige Stunden in der Weihnachtszeit auf Sylt verbringen. Die Personen sind sehr liebevoll beschrieben, so dass man sich gut ein Bild machen kann. Außerdem läuft im Leben der Hauptpersonen nicht alles nach Plan, was der Geschichte eine gewisse Tiefe gibt, dabei ist die Geschichte aber ganz entspannt zu lesen. Wer die besondere Atmosphäre der Nordseeinseln mag und und eine Weihnachtsgeschichte lesen möchte ist hier genau richtig, dafür eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

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„Niemand wird vergeben“

Niemand wird vergeben verkleinert

Psychothriller von Martin Krist, R&K

Inhalt:

Die Welt von Anna-Louisa gleicht einem Traum, verheiratet mit ihrer Jugendliebe, eine hinreißende Tochter, Erfolg im Job. Doch dann erreicht sie eine anonyme Nachricht. Was wie ein Scherz anmutet, entpuppt sich schon bald als Albtraum aus Lüge, Intrige und Mord. Wem kann sie noch trauen? Und wer will ihr Leben zerstören?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein echter Psychothriller. Es bietet unterschwellige Spannung statt brutaler Szenen, also ein klassischer Psychothriller. Dabei finde ich es wieder bemerkenswert, wie es Martin Krist gelingt, auf nur knapp etwas über 200 Seiten eine so kompakte Story zu erzählen. Dabei bekommt man einen sehr guten Einblick in das Leben der Hauptfiguren und erlebt dann mit, wie innerhalb kürzester Zeit ein anscheinend perfektes Leben komplett aus den Fugen gerät. Das ist spannend erzählt und sehr gut zu lesen. Für Fans von Psychothrillern eine Leseempfehlung.

4 Sterne-p1

„Die Stimme“

Die Stimme verkleinert

Psychothriller von S.K. Tremayne, aus dem Englischen von Susanne Wallbaum, erschienen bei Knaur

Inhalt:

„Ich weiß, was Du getan hast.“ Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist. Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen. Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo…

Eigene Meinung:

Wenn das Smart Home zum Horror-Haus wird… das trifft es bei diesem Psychothriller wirklich. Eine spannende Geschichte, sehr gut zu lesen und erschreckend aktuell. Wo doch viele gerade dabei sind, sich die entsprechenden Geräte ins Haus zu holen. Hier kann man miterleben, wie es ist, wenn die Geräte plötzlich ein Eigenleben führen. Auch wenn ich das Verhalten der Hauptfigur manchmal etwas anstrengend fand, so ist die Grundidee dieses Thrillers doch sehr gut und bietet auch spannende Unterhaltung. Ich war jedenfalls bis zum Schluss auf der falschen Spur…

4 Sterne-p1

„Das Haus in der Claremont Street“

Das Haus in der Claremont Street verkleinert

Roman von Wiebke von Carolsfeld, aus dem Englischen von Dorothee Merkel, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:

Tom weigert sich zu sprechen, nachdem seine Eltern auf brutale Weise sterben. Seine unfreiwillig kinderlose Tante Sonya nimmt ihn auf, kommt aber nicht an den traumatisierten Jungen heran. Bald ist Tom gezwungen, erneut umzuziehen, diesmal in die Claremont Street in der Innenstadt von Toronto, i der ihm seine liebenswert-chaotische Tante Rose und sein Weltenbummler-Onkel Will ein Zuhause geben. Mit der zeit wird Toms Schweigen zu einer mächtigen Präsenz, die es dieser zerrütteten Familie ermöglicht, einander zum ersten mal wirklich zu hören. Ein Roman , wie mit viel Humor und Liebe selbst aus den schlimmstmöglichen Umständen etwas Positives erwachsen kann.

Eigene Meinung:

Das Buch habe ich sehr gerne gelesen und es hat mich nachhaltig beeindruckt. Die Geschichte von Tom ist natürlich schlimm, aber das Buch ist so geschrieben, dass man dabei nicht die Tränen in den Augen hat. Vielmehr ist es spannend zu erleben, wie unterschiedlich die Familienmitglieder mit dieser für alle schwierigen Situation umgehen. Mit Zusammenhalt und Humor wird einiges möglich, auch muss man mal über den eigenen Schatten springen. Denn auch die Familienmitglieder sind sehr unterschiedlich, was das Zusammenleben nicht immer leicht macht. Dabei ist das Buch auch sehr flüssig zu lesen, ein angenehmer Schreibstil. Einzig zum Ende hin ging es mir dann etwas zu schnell, da hätten es gerne noch einige Seiten mehr sein können. Insgesamt ein überzeugendes Debüt der Autorin.

4 Sterne-p1

„Die App – Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst“

Die App verkleinert

Psychothriller von Arno Strobel, erschienen im S. Fischer Verlag

Inhalt:

Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Hamburg-Winterhude, ein Haus mit Smart Home, alles ganz einfach per App steuerbar, jederzeit, von überall. Und dazu absolut sicher. Hendrik und Linda sind begeistert, als sie einziehen. So haben sie sich ihr gemeinsames Zuhause immer vorgestellt. Aber dann verschwindet Linda eines Nachts. Es gibt keine Nachricht, keinen Hinweis, nicht die geringste Spur. Die Polizei ist ratlos, Hendrik kurz vor dem Durchdrehen. Konnte sich in jener Nacht jemand Zutritt zum Haus verschaffen? Und wenn ja, warum hat die App nicht sofort Alarm ausgelöst? Hendrik fühlt sich mehr und mehr beobachtet. Zu recht, denn nicht nur die App weiß, wo er wohnt…

Eigene Meinung:

Auch dieser Thriller von Arno Strobel ist wieder topaktuell. Das Thema Smart Home ist ja im Moment überall angesagt. Wenn man diesen Thriller liest, wird man allerdings sehr nachdenklich. Dazu ist das Buch gut zu lesen und rasant geschrieben. Durch verschiedene Erzählperspektiven ist man als Leser auch immer sehr nah dran und bekommt schon bald eine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte. Das ist allerdings nichts für schwache Nerven, was man so anhand der Inhaltsbeschreibung nicht ahnt. Am Ende war es mir allerdings zu viel auf einmal, da wurde es etwas unübersichtlich, aber auf jeden Fall wieder ein gelungener aktueller Psychothriller.

4 Sterne-p1

„Baskische Tragödie“

Baskische Tragödie verkleinert

Ein Krimi von Alexander Oetker, erschienen bei Hoffmann und Campe

Inhalt:

An den Stränden der Aquitaine werden massenhaft Pakete angespült, gefüllt mit reinstem Kokain. Ein kleines Kind probiert davon – und fällt ins Koma. Commissaire Luc Verlain ermittelt in dem Fall, bi ihn eine geheimnisvolle Nachricht aus dem Baskenland erreicht.

Luc macht sich auf den Weg gen Süden und findet sich plötzlich auf der anderen Seite wieder. Er wird verhaftet, ausgerechnet wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel – und wegen dringendem Mordverdacht. Wer spielt dem Commissaire böse mit? Er muss das Spiel eines altbekannten Psychopathen mitspielen. So beginnt in den engen Gassen San Sebastians und auf dem stürmischen Atlantik eine teuflische Schnitzeljagd. Um den Plan des Mannes zu durchkreuzen, der um jeden Preis Rache nehmen will, muss Luc alles auf eine Karte setzen.

Eigene Meinung:

Auch wenn dieses schon der vierte Fall für Commissaire Luc Verlain ist, so ist es mein erstes Buch aus dieser Reihe. Das ist auf jeden Fall kein Problem, alle Informationen, die notwendig sind, um diesen Fall zu verstehen, bekommt man in diesem Buch. Daneben haben mir die Beschreibungen von Land und Leuten richtig gut gefallen. Ich habe einiges über das Baskenland gelernt und mich über die gut eingefangene Atmosphäre gefreut. Der Fall selbst überzeugt mit Tempo und Spannung. Manchmal fand ich allerdings die Handlung schon fast etwas überdreht. Um aber gedanklich zu verreisen und dabei spannende Stunden zu haben, ist das Buch genau richtig.

4 Sterne-p1

„Mind Games“ Dieses Spiel wird Du verlieren

Mind games verkleinert

Psychothriller von Leona Deakin, aus dem Englischen von Ariane Böckler, erschienen bei Goldmann

Inhalt:

London: Vier Menschen erhalten anonym eine Geburtstagskarte mit der Nachricht: „Dein Geschenk ist das Spiel – traust Du Dich zu spielen?“ Danach verschwinden sie spurlos. Da die Polizei die Sache nicht ernst nimmt engagiert die Tochter einer der Verschwundenen die Psychologin und Privatdetektivin Dr. Augusta Bloom. Als Bloom die Lebensläufe der Vermissten analysiert, entdeckt sie eine Gemeinsamkeit: Alle vier hatten eine dunkle Seite, die sie vor der Welt geheim hielten – und die sie höchst gefährlich mach. offensichtlich nutzt der Täter das Gewaltpotential seiner Opfer. Und versucht, auch Augusta Bloom in sein tödliches Spiel hineinzuziehen…

Eigene Meinung:

Der Anfang von dem Buch hat mir richtig gut gefallen und auch die Hauptfigur Dr. Bloom hat mir sehr gut gefallen. Der Thriller ist gut zu lesen, auch wenn es immer wieder Einschübe aus einer anderen Zeit gibt. Für mich war auch das Ende überraschend, mit der Auflösung hatte ich nicht gerechnet. Allerdings war mir das Ende fast ein wenig zu überzogen. Aber das Buch verdient den Namen Psychothriller, denn um die Psyche der Menschen geht es hier wirklich. Und wenn das Buch der Auftakt einer Reihe sein wird, dann möchte ich gerne mehr von Augusta Bloom lesen.

4 Sterne-p1