„Kalter Sturm“

Thriller von Anne Nordby, erschienen im Gmeiner-Verlag

Inhalt:

Ein dunkler Ort, den man nicht betreten darf. Ein Mord in Islands Einöde, der brutaler nicht sein könnte. Und der Glaube an finstere Mächte, die durch die Risse im Lavagestein nach oben steigen wie giftige Dämpfe und die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Eingeschlossen von einem Schneesturm weiß Kommissar Skagen, der Mörder ist mitten unter ihnen. Er muss ihn stellen, bevor er erneut zuschlägt. Ein Fall für Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol, der ihn im Land der Elfen und Zwerge in die Abgründe des Glaubens und Aberglaubens blicken lässt.

Eigene Meinung:

Das vorliegende Buch ist schon der vierte Fall für Tom Skagen und es hat mich vollständig gefangen. Die vorherigen Bücher nicht zu kennen, ist kein Problem, man kommt trotzdem sehr schnell in die Geschichte rein. Für mich passte hier einfach alles. Ein cooler, sympathischer Ermittler, der zu Beginn des Buches selbst auf der Flucht vor Verbrechern ist. Hier wird es also gleich zu Beginn schon sehr spannend und temporeich. Dann bekommt er einen Einsatz auf Island und kann sich so verstecken. Hier hat die Handlung dann etwas weniger Tempo, dafür gibt es aber sehr viel „Island-Feeling“, was mir auch sehr gut gefallen hat Und dabei bleibt das Buch bis zum Ende spannend und ist flüssig zu lesen. Für mich insgesamt ein großes Lesevergnügen..

„Wohnverwandtschaften“

Roman von Isabel Bogdan, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:

Constanze zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten in die Wohngemeinschaft von Jörg, Anke und Murat. Was zunächst als Übergangslösung gedacht war, entpuppt sich als zunehmend stabil. Da ist Jörg, dem die Wohnung gehört und der eine große Reise plant; Anke, die als mittelalte Schauspielerin kaum noch gebucht wird und plötzlich nicht mehr die einzige Frau in der WG ist; und Murat, der sich einfach keine Sorgen machen will und dessen Lebenslust auf die anderen mitreißend und manchmal auch enervierend wirkt. Constanze sorgt als Neuankömmling dafür, dass sich die bisherige Tektonik gehörig verschiebt. Alle vier haben ihre eigenen Träume und Sehnsüchte und müssen sich irgendwann der Frage stellen, ob sie eine reine Zweck-WG sind oder doch die Wahlfamilie.

Eigene Meinung:

Isabel Bogdan schafft es auch in diesem Buch, ein ernstes Thema aufzunehmen und mit einem humorvollen und fast leichten Schreibstil darzustellen. Es geht nämlich nicht nur um das Zusammenleben in einer WG und um unterschiedliche Lebensentwürfe, es geht auch darum, dass einer der Bewohner an Demenz erkrankt und sich die Mitbewohner damit auseinander setzen müssen. Dabei erzählt Isabel Bogdan die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive einer der vier Bewohner und es gibt dabei keine Rückblenden oder Erklärungen. Eine interessante Art des Erzählens, die dafür sorgt, dass man sehr flüssig lesen kann und immer irgendwie mitten im Geschehen ist. Spannend dabei auch, wenn in den letzten Kapiteln aus der Sicht von Jörg erzählt wird, der an Demenz erkrankt ist. Seine Wortfindungsschwierigkeiten kann man da beim Lesen gut mitfühlen. Vermutlich wird niemand genau sagen können, wie an Demenz erkrankte Menschen denken, aber nach eigenen Erfahrungen in der Familie kam mir das Verhalten  hier sehr authentisch vor. Auch die Reaktionen im Umfeld, wenn die Krankheit beginnt und es niemand so richtig wahrhaben möchte sind, glaube ich, sehr typisch. Insgesamt ein großartiges Buch, eine absolute Leseempfehlung, gerade auch in einer Zeit, in der immer mehr Menschen an Demenz erkranken und sich die Gesellschaft damit auseinander setzen muss.

„Box – Nimm Dich in acht vor dieser KI“

Thriller von Alexa Linell, erschienen bei Harper Collins

Inhalt:

Die Juristin Veda glaubt nicht, dass ihr Ex-Freund Danilo Selbstmord begangen hat. Durch seinen Bruder gelangt sie an Informationen, die Danilo vor seinem Tod gesammelt hatte, und stößt auf eine Serie mysteriöser Kriminalfälle. Ratlos, wie diese miteinander zusammenhängen, macht sie sich mit ihrem guten Freund Philipp und der Polizistin Talli auf die Suche. Worauf die drei stoßen, konnte niemand ahnen: eine künstliche Intelligenz. In den falschen Händen ein schreckliches Instrument, denn diese KI weiß alles über jeden, der mit ihr in Kontakt kommt. Die Spuren verdichten sich und deuten auf eine Korruption bis in die höchsten Ränge der Justiz hin. Unvermittelt stehen sie einem zu allem entschlossenen Gegner und dessen mächtiger Erfindung gegenüber.

Eigene Meinung:

Der Thriller von Alexa Linell überzeugt wieder mit allem, was ein Thriller haben muss. Er bietet Spannung, so dass man das Buch zeitweise nicht aus der Hand legen mag. Dazu gibt es mit Veda und Talli zwei Hauptfiguren, die einem beim Lesen gleich so sympathisch sind, dass man nicht anders kann, als mit ihnen zu fiebern. Zum Ende geht es dann auch noch um moderne Technik, was das Buch zu einem aktuellen Thriller macht. Und bei aller Spannung ist der Thriller auch noch gut und flüssig zu lesen. Ganz nebenbei bekommt man beim Lesen noch einen Blick hinter die Kulissen der Juristen, da wurden auch gleich nochmal viele Vorurteile bestätigt. Insgesamt ein spannender und moderner Thriller, der sich zu lesen lohnt.

„Pancakes, Samt und Winterglanz“

Inhalt:

𝘌𝘪𝘨𝘦𝘯𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘴𝘴𝘵 𝘊𝘢𝘳𝘢 𝘋𝘰𝘯𝘢𝘵𝘪 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘮𝘦𝘩𝘳 𝘢𝘭𝘴 𝘏𝘦𝘪𝘮𝘭𝘪𝘤𝘩𝘬𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯. 𝘋𝘢𝘣𝘦𝘪 𝘪𝘴𝘵 𝘴𝘪𝘦 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘴𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘨𝘳öß𝘵𝘦 𝘎𝘦𝘩𝘦𝘪𝘮𝘯𝘪𝘴𝘬𝘳ä𝘮𝘦𝘳𝘪𝘯. 𝘚𝘰𝘯𝘴𝘵 𝘩ä𝘵𝘵𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘮 𝘔𝘢𝘯𝘯 𝘒𝘰𝘯𝘴𝘵𝘢𝘯𝘵𝘪𝘯 𝘸𝘰𝘩𝘭 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘭ä𝘯𝘨𝘴𝘵 𝘷𝘦𝘳𝘳𝘢𝘵𝘦𝘯, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘷𝘰𝘯 𝘴𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘈𝘧𝘧ä𝘳𝘦 𝘸𝘦𝘪ß. 𝘈𝘶ß𝘦𝘳𝘥𝘦𝘮 𝘸ü𝘳𝘥𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘩𝘮 𝘷𝘰𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘷𝘦𝘳𝘩𝘰𝘧𝘧𝘵𝘦𝘯 𝘌𝘪𝘯𝘭𝘢𝘥𝘶𝘯𝘨 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘴 𝘨𝘦𝘮𝘦𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮𝘦𝘯 𝘑𝘶𝘨𝘦𝘯𝘥𝘧𝘳𝘦𝘶𝘯𝘥𝘦𝘴 𝘔𝘪𝘭𝘰 𝘻𝘶 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘪𝘯𝘴 𝘛𝘢𝘯𝘯𝘩𝘦𝘪𝘮𝘦𝘳 𝘛𝘢𝘭 𝘦𝘳𝘻ä𝘩𝘭𝘦𝘯. 𝘖𝘥𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘷𝘰𝘯, 𝘸𝘪𝘦 𝘷𝘰𝘳 𝘻𝘸𝘢𝘯𝘻𝘪𝘨 𝘑𝘢𝘩𝘳𝘦𝘯 𝘯𝘶𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘣𝘳𝘦𝘯𝘯𝘦𝘯𝘥𝘦 𝘗𝘧𝘢𝘯𝘯𝘦 𝘗𝘢𝘯𝘤𝘢𝘬𝘦𝘴 𝘷𝘦𝘳𝘩𝘪𝘯𝘥𝘦𝘳𝘵 𝘩𝘢𝘵, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘢𝘶𝘴 𝘪𝘩𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘔𝘪𝘭𝘰 𝘦𝘪𝘯 𝘗𝘢𝘢𝘳 𝘸𝘶𝘳𝘥𝘦. 𝘈𝘭𝘴 𝘪𝘩𝘳𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘸𝘦𝘴𝘵𝘦𝘳 𝘔𝘢𝘳𝘪𝘯𝘢 𝘴𝘪𝘦 𝘻𝘶 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘮 𝘒𝘶𝘳𝘻𝘵𝘳𝘪𝘱 𝘦𝘪𝘯𝘭ä𝘥𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘊𝘢𝘳𝘢 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘴 𝘡𝘪𝘦𝘭 𝘢𝘶𝘴𝘴𝘶𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘢𝘳𝘧, 𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘦𝘪𝘯𝘵 𝘪𝘩𝘳 𝘥𝘢𝘴 𝘸𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘞𝘪𝘯𝘬 𝘥𝘦𝘴 𝘚𝘤𝘩𝘪𝘤𝘬𝘴𝘢𝘭𝘴. 𝘒𝘢𝘯𝘯 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘯𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯 𝘛𝘪𝘳𝘰𝘭𝘦𝘳 𝘉𝘦𝘳𝘨𝘦𝘯 𝘬𝘭𝘢𝘮𝘮𝘩𝘦𝘪𝘮𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘨𝘦𝘳𝘢𝘥𝘦𝘳ü𝘤𝘬𝘦𝘯, 𝘸𝘢𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘷𝘰𝘳 𝘴𝘰 𝘭𝘢𝘯𝘨𝘦𝘳 𝘡𝘦𝘪𝘵 𝘷𝘦𝘳𝘱𝘢𝘵𝘻𝘵 𝘩𝘢𝘵? 𝘋𝘪𝘦𝘴𝘮𝘢𝘭 𝘸𝘪𝘭𝘭 𝘴𝘪𝘦 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘢𝘯𝘣𝘳𝘦𝘯𝘯𝘦𝘯 𝘭𝘢𝘴𝘴𝘦𝘯. 𝘌𝘳𝘴𝘵 𝘳𝘦𝘤𝘩𝘵 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘗𝘢𝘯𝘤𝘢𝘬𝘦𝘴 …

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist bereits der 8. Band der Winterknistern-Reihe der Autorin. Es ist aber kein Problem, die anderen Bände nicht zu kennen, denn alle Bände sind in sich abgeschlossen. Auch in diesem Band bekommt man wieder einen wunderbaren Roman. Eine schöne Liebesgeschichte, bei der man die Hauptfiguren schon sehr bald ins Herz schließt, denn insbesondere Cara und Milo werden so warmherzig beschrieben, dass man sie schnell gerne hat. Auch die Schwester Marina hat das Herz am rechten Fleck, sie bekommt in der Geschichte aber genug eigene Probleme. Und auch wenn es sich um eine wunderschöne Liebesgeschichte handelt, wird es nicht kitschig, denn gerade bei Marina und Milo sorgen Schatten aus der Vergangenheit dafür, dass die Geschichte den notwendig Tiefgang hat. Dabei ist das Buch entspannt zu lesen, man fliegt durch die Seiten und ich hätte mir tatsächlich gewünscht, dass es doppelt so viele Seiten hat. Auf jeden Fall ein sehr gutes Buch für die Vorweihnachtszeit oder als entspannte Lektüre über die Feiertage.

„Flunder-Verschwörung“

Ein Küsten-Krimi von Patricia Brandt, erschienen im Gmeiner-Verlag

Inhalt:

Notfall in der Familie Oltmanns: Ausgerechnet in seinen Ferien muss der wortkarge Küstenpolizist Oke Oltmanns auf dem Kutter eines Verwandten aushelfen. Der Fischer, »der schöne Hauke«, wird seit Tagen vermisst. Kurz darauf findet eine Gruppe von Walschützern einen abgetrennten Fuß, eingewickelt in ein Fischernetz. Oke ermittelt wider Willen und stößt bald auf ein Geflecht aus Lügen – und eine Leiche im Kettenkasten seines Kahns. Das ruft zu seinem Verdruss jede Menge Schaulustige, Reporter und Hellseherin Ortrud auf den Plan.

Eigene Meinung:

Dieser Küsten-Krimi war für mich das erste Buch von Patricia Brandt. Tatsächlich ist es aber schon der 4. Fall für den Küstenpolizisten Oke Oltmanns. Das ich die ersten drei Bände nicht kenne, war aber kein Problem und hat das Lesevergnügen nicht geschmälert. „Okes Welt“, vorne im Buch, ist eine Personenliste, die im Zweifelsfall weiterhilft. Und ich hatte wirklich sehr großen Lesespaß bei meinem Ausflug nach Hohwacht an der Ostsee. Dieser Küsten-Krimi hat alles, was ein Küsten-Krimi haben muss: Viel Ostsee-Flair, originelle Personen und einen spannenden Fall. Das alles ist hier vorhanden und dazu noch eine große Prise Humor. Und so hat das Lesen richtig Spaß gemacht. Zusammengefasst eine klare Leseempfehlung für alle, die Bücher z.B. von Krischan Koch mögen. Und ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

„Wintertee im kleinen Büchercafé am Meer“

Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen im Ullstein-Verlag

Inhalt:

Tilda ist zutiefst gerührt, als ihre Freundin sie bittet, als Partnerin in ihrem Büchercafé auf Sylt mit einzusteigen. Auf ihrer Lieblingsinsel war die ehemalige Buchhändlerin Tilda nicht mehr, seit ihr damaliger Partner dort verunglückt ist. Doch zwischen den Bücherstapeln und den frisch gebackenen Kuchen beginnt sie langsam zu heilen und knüpft ein zartes Band zu einem Stammkunden, der regelmäßig in den Laden kommt. Außerdem lässt sie sich zum ersten Mal seit Jahren wieder auf einen Liebesroman ein – und im Austausch mit der Autorin erwacht ihre alte Leidenschaft für Bücher wieder. Dabei ahnt Tilda zunächst nicht, dass nicht nur ein gebrochenes Herz Zuflucht im kleinen Büchercafé sucht …

Eigene Meinung:

Dieser wunderbare Roman eignet sich sehr gut zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit. Mit viel Wärme erzählt er die Geschichte von einem Neuanfang auf der Insel Sylt. Dabei heilen alte Wunden aus der Vergangenheit. Neben liebevoll gestalteten Hauptfiguren überzeugt er auch mit einem wunderbaren Setting. Da ist zum einen die Insel Sylt, die schon für eine wunderbare Atmosphäre sorgt. Aber auch die Idee mit dem Büchercafé sorgt beim Lesen für absolutes Wohlfühlen. Und so taucht man gedanklich ein, ein Besuch auf Sylt, in einem gemütlichen Café mit netten Menschen Kuchen genießen und ein gutes Buch lesen. Das fühlt sich sehr schön an und ist entspannt zu lesen. Also insgesamt eine gute Lese-Empfehlung in der hektischen Vorweihnachtszeit.

„In den Farben des Dunkels“

Roman von Chris Whitaker, erschienen im Piper Verlag, aus dem Englischen von Conny Lösch

Inhalt:

Es ist gleißend heller Hochsommer, als der dreizehnjährige Patch entführt wird. Für seine beste Freundin Saint bricht an diesem Tag die Welt zusammen. Sie isst, schläft und atmet nur noch, um ihn zu finden und nach Hause zu holen. Patch verbringt unendliche Stunden allein in einem stockdunklen Raum. Bis er eine Hand in seiner fühlt. Das Mädchen sagt, es heiße Grace, und es holt Patch aus dem Dunkel, indem es die Welt mit seinen Worten malt. Patch wird schließlich befreit, doch nicht erlöst. Denn niemand glaubt ihm, dass es Grace wirklich gab. Er will sie um jeden Preis finden und das Verbrechen sühnen, das ihn nicht loslässt. Auch Saint sucht den Täter und die Wahrheit, aber mit ganz anderen Mitteln als Patch. Selbst wenn das bedeutet, dass sie ihn für immer verlieren könnte.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist, einfach ausgedrückt, ein „großes Buch“ und damit meine ich nicht die 583 Seiten Umfang. Es ist ein Roman, der einen sehr schnell gefangen nimmt und damit eine unheimliche Sogwirkung auslöst. Man taucht ein in die Welt von Patch und Saint und folgt ihnen über mehrere Jahrzehnte. In diesen Jahrzehnten ändert sich natürlich auch viel in den Vereinigten Staaten, was man so am Rande mitbekommt. Der Roman wird mit einer wunderbaren Sprache erzählt und ist auch noch spannend bis zum Schluss, Beeindruckt hat mich auch, wie eine Liebe so viele Belastungen aushält, denn Saint gibt nicht auf. Auf jeden Fall eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst.

„Inselwinter auf Sylt“

Roman für Julia K. Rodeit, erschienen im Kampenwand Verlag

Inhalt:

Reisen und ferne Länder besuchen – das ist das Einzige, was Isa antreibt. Dabei gilt: je exotischer und spontaner, desto besser! Aus einer Kurzschlusshandlung heraus führt ihr Weg sie jedoch ausgerechnet zu ihrer Schwester nach Sylt. Kontrastreicher könnte das Leben nicht sein, denn in Lenes Hotel geht es zur Weihnachtszeit eher traditionell und kitschig zu. Als Isa den spießigen Lars trifft, ahnt sie zunächst nicht, dass in der Begegnung Zündstoff steckt, denn in der Beliebtheitsskala der Sylter Freunde rangiert Lars nicht gerade an erster Stelle. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum sie sich zwischen all den verliebten Paaren zu ihm hingezogen fühlt, obwohl er das genaue Gegenteil von ihr ist. Schließlich wird Isa klar, dass vieles im Leben anders erscheint, wenn man einen zweiten Blick riskiert – vor allem, wenn die Liebe ihre Finger im Spiel hat. Denn dabei lernt man plötzlich auch jede Menge über sich selbst …

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist schon der 5. Band der Inselträume-auf-Sylt-Reihe von Julia K.Rodeit. Ich kenne die anderen Bände noch nicht, was aber beim Lesen kein Problem war. Dafür hatte ich jetzt großen Lesespaß mit diesem Roman, der die Atmosphäre auf Sylt sehr gut einfängt, Strandspaziergänge inbegriffen. Und auch wenn der Roman sehr unterhaltsam ist und man ihn entspannt lesen kann, gibt es auch einige ernsthafte Themen in dem Buch. Die Hauptfigur in diesem Buch, Isa, führt ein sehr unruhiges Leben, ist ständig auf Reisen und nirgendwo so richtig heimisch. In der Geschichte wird klar, wo hier die Ursachen liegen und sie steht auf Sylt vor einem Neuanfang, der auch nicht so einfach ist. Insgesamt ein schönes vorweihnachtliches Lesevergnügen mit viel Sylt-Atmosphäre.

„Pi mal Daumen“

Roman von Alina Bronsky, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:

Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung: Der hochbegabte Oscar ist 16, hat einen Adelstitel und ist noch nie mit der U-Bahn gefahren. Moni Kosinsky hat drei Enkel, mehrere Nebenjobs und liebt knalligen Lippenstift und hohe Absätze. Sie ist fest entschlossen, sich heimlich den Traum von einem Mathe-Studium zu erfüllen. Doch im Hörsaal wird Moni für eine Putzfrau gehalten und belächelt. Wie kommt sie dazu, sich für eines der schwierigsten Fächer überhaupt einzuschreiben? Und woher kennt sie den berühmtesten Professor der Uni?Bald muss nicht nur Oscar feststellen, dass Monis Verstand und Beharrlichkeit größer sind als ihre Wissenslücken. Denn Mathematik schert sich nicht um Fragen der Herkunft, des Alters und des Aussehens. Oscar dagegen kämpft mit dem Alltag und findet ausgerechnet in der warmherzigen Moni eine Vertraute, die seinem Leben eine entscheidende Wendung gibt. Bald verbindet die beiden Außenseiter eine Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte.

Eigene Meinung:

Für mich das zweite Buch von Alina Bronsky und ich mag ihren Schreibstil sehr. Das Buch ist entspannt zu lesen, bietet beste Unterhaltung und die Geschichte hat  auch noch eine Botschaft. Bei dieser ungewöhnlichen Freundschaft erlebt  man gleich mehrere Dinge: wie schwer das Leben ist, wenn man keine richtigen sozialen Kontakte hat, wie in diesem Fall Oscar. Dazu lernt man Moni kennen, die mehrere Jobs hat, alles für die Enkel tut, eine Frau, wie man sie auch im richtigen Leben kennt. Und dazu dann die Frage, wie kann man sich einen Traum verwirklichen und wie schwer ist das? Dabei spielt auch die Herkunft immer noch eine entscheidende Rolle. Das alles verpackt Alina Bronsky gekonnt in ihrem Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Menschen, in dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.

„Und alle so still“

Roman von Mareike Fallwickl, erschienen im Rowohlt Buchverlag

Inhalt:

Elin ist Anfang zwanzig und lebt mit ihrer Mutter in einem Wellnesshotel. Während des Lockdowns ist sie Influencerin geworden. Seither sieht sie sich mit misogynem Hass im Netz konfrontiert.
Nuri stammt aus prekären Verhältnissen, einen Schulabschluss hat er nicht. Nun versucht er, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Essenslieferant über Wasser zu halten. Der Spätkapitalismus hat ihn fest im Griff.
Ruth ist Ende fünfzig, nach dem Tod ihres behinderten Sohnes hat sie wieder angefangen, als Pflegekraft im Krankenhaus zu arbeiten. Jeden Tag geht sie über ihre Grenzen, ihr Pflichtgefühl scheint unerschöpflich.
An einem Sonntag geraten alle drei in eine unvorhergesehene Situation: Vor dem Krankenhaus, in dem Ruth und Nuri arbeiten, liegen Frauen. Reglos, in stillem Protest.

Eigene Meinung:

Dieses Buch hat mich berührt und zum Nachdenken gebracht. Die Autorin ist bekannt für ihre feministischen Romane und so hat mich der Grundgedanke in dem Buch sehr nachdenklich gemacht: was passiert, wenn die Frauen in der Gesellschaft die Arbeit niederlegen – die bezahlte und die unbezahlte. Welche Auswirkungen hat das auf die Gesellschaft? Erst dadurch wird dann nämlich deutlich, wie wichtig die Arbeit der Frauen ist, gerade auch die unbezahlte, z.B. bei der Pflege von Kindern oder älteren Angehörigen. Neben den feministischen Themen, zu denen auch Gewalt gegenüber Frauen gehört, hat die Autorin noch weitere gesellschaftliche Themen in dem Buch verarbeitet, wie z.B. prekäre Arbeitsverhältnisse, wo ein Job nicht zum Lebensunterhalt ausreicht. In dem Buch bekommen diese Themen ein Gesicht und dadurch berühren sie beim Lesen besonders. Das Buch wird als feministischer Gesellschaftsroman beschrieben, eine passende Beschreibung für ein bewegendes Buch.