„Brüder“

Brüder verkleinert

Roman von Jackie Thomae, erschienen als Taschenbuch bei btb

Inhalt:

Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.
Mick, ein charmanter Hasardeur, lebt ein Leben auf dem Beifahrersitz, frei von Verbindlichkeiten. Und er hat Glück – bis ihn die Frau verlässt, die er jahrelang betrogen hat. Gabriel, der seine Eltern nie gekannt hat, ist frei, aus sich zu machen, was er will: einen erfolgreichen Architekten, einen eingefleischten Londoner, einen Familienvater. Doch dann verliert er in einer banalen Situation die Nerven und steht plötzlich als Aggressor da – ein prominenter Mann, der tief fällt. Brüder erzählt von zwei deutschen Männern, geboren im gleichen Jahr, Kinder desselben Vaters.

Eigene Meinung:

„Brüder“ ist ein besonderes Buch. Zunächst werden viele wichtige und spannende Themen aufgegriffen. So war mir das Thema, dass es schwarze Studenten in der DDR gegeben hat, nicht so geläufig. Nach dem Studium sind die Studenten in ihre Heimatländer zurückgegangen, interessant der Gedanke, wenn dann aus Beziehungen Kinder zurück bleiben. Auch spannend die Frage, wie unterschiedlich sich das eigene Leben entwickeln kann, denn der Lebenslauf der Brüder beginnt ähnlich, trotzdem entwickeln sich zwei ganz unterschiedliche Menschen. Bei aller Komplexität ist das Buch auch sehr gut zu lesen. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt, kann man jederzeit gut folgen. Trotzdem habe ich mich durch den ersten Teil, erzählt aus der Sicht von Mick und seiner Freundin doch etwas durchgequält. Nicht meine Welt, so wie Mick lebt und sich verhält. Damit konnte ich einfach nicht warm werden. Natürlich lebe ich auch nicht in Gabriels Welt, aber da konnte ich eher Sympathien aufbauen, so dass mir der zweite Teil wesentlich besser gefallen hat. Zusammengefasst, ein Buch gut zu lesendes Buch mit interessanten Themen.

4 Sterne-p1