Krimiabend in Großhansdorf

Lust auf Krimi? Lautete die Frage, die an einem Freitag vor Weihnachten in Großhansdorf eindeutig mit „Ja“ beantwortet wurde. Auf Einladung des Heimatvereins Großhansdorf-Schmalenbeck sorgten gleich zwei Krimi-Autoren für spannende Unterhaltung. Beide Autoren leben in Großhansdorf und das war an diesem Abend eine interessante Mischung, einen auf Steuerstrafrecht spezialisierten Rechtsanwalt und einen Psychoanalytiker zu erleben.

Olaf R. Dahlmann ist Rechtsanwalt und auf Steuerstrafrecht spezialisiert und stellte an diesem Abend sein Buch „Der Fall Brinkowsky“ vor, bereits der dritte Fall für seine Figur Katharina Tenzer. Diese Anwältin trägt auch einige autobiografische Züge, denn nach 45 Jahren im Wirtschaftsstrafrecht kann der Autor viele Geschichten erzählen.

Inhalt:

Die junge Hamburger Anwältin Katharina Tenzer wird von einer Freundin gebeten, bei der Suche nach dem verschwundenen Ehemann juristischen Beistand zu leisten. Schnell stellt sich heraus, dass der Verschollene grausam ermordet wurde und seine Firma offenbar in einen internationalen Waffenskandal verwickelt war. Die irrational handelnde Witwe, der israelische Geheimdienst und ein geheimnisvoller Whistleblower sorgen dafür, dass Katharina im Fall Brinkowsky wenig Luft zum Atmen bleibt. Mit der Zeit wird immer offensichtlicher: Sie sollte das Mandat besser kündigen. Doch da ist es bereits zu spät, denn inzwischen schwebt ihre eigene Familie in Lebensgefahr …
Olaf R. Dahlmann ist durch einen Mandanten zum Schreiben gekommen, der feststellte, dass er einen blumigen Schreibstil hat. Dabei hat John Grisham ihm zu Anfang die Freude verhagelt, als er den Titel „Der Mandant“ rausgebracht hat. trotzdem gehört Grisham wie auch Nele Neuhaus, Charlotte Link und Stephen King immer noch zu seinen Lieblingsautoren.
Nach der Pause folgte dann die Lesung von Christian Kraus. Bei dem Psychotherapeuten und Psychoanalytiker ist mir beim Lesen als erstes die tolle Stimme aufgefallen. Und die passte wunderbar zu dem Buch „Tief wirst Du schlafen„, das ist der dritte Psychothriller des Autors.
Inhalt:
Die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit ist schmaler, als du denkst …
In den sozialen Medien kursiert angeblich ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt. Und tatsächlich soll eine junge Frau, die das Video gesehen hat, direkt danach und völlig grundlos ihren Freund ermordet haben. Der renommierte forensische Psychiater und Gerichtsgutachter Christoph Kerber hält das für blanken Unsinn – bis er während einer Gerichtsverhandlung ohne erkennbaren Grund mit einem Bleistift attackiert und am Hals verletzt wird. Als sich in Christophs Umfeld unerklärliche Vorfälle häufen, wachsen seine Zweifel. Doch wie weit würde er gehen, um das alles zu beenden?
Christian Kraus arbeitet selbst in seiner normalen Praxistätigkeit nicht mit Hynose, aber er hat etliche Jahre als Gerichtsgutachter gearbeitet und so steckt auch etwas von ihm in den Figuren. Beim Schreiben fängt er mit einer Idee an, die Dinge entwickeln sich dann. Sein 1. Roman war eine Fantasygeschichte. Sein Literaturagent hat ihm damals den Rat gegeben, was zu schreiben, wovon er was versteht. Daraus sind dann die Psychothriller geworden, wobei diese für ihn nicht immer gut ausgehen müssen.
Es war ein sehr schöner und interessanter Abend in Großhansdorf, ich hoffe auf eine Wiederholung.