„Das Haus in der Claremont Street“

Das Haus in der Claremont Street verkleinert

Roman von Wiebke von Carolsfeld, aus dem Englischen von Dorothee Merkel, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Inhalt:

Tom weigert sich zu sprechen, nachdem seine Eltern auf brutale Weise sterben. Seine unfreiwillig kinderlose Tante Sonya nimmt ihn auf, kommt aber nicht an den traumatisierten Jungen heran. Bald ist Tom gezwungen, erneut umzuziehen, diesmal in die Claremont Street in der Innenstadt von Toronto, i der ihm seine liebenswert-chaotische Tante Rose und sein Weltenbummler-Onkel Will ein Zuhause geben. Mit der zeit wird Toms Schweigen zu einer mächtigen Präsenz, die es dieser zerrütteten Familie ermöglicht, einander zum ersten mal wirklich zu hören. Ein Roman , wie mit viel Humor und Liebe selbst aus den schlimmstmöglichen Umständen etwas Positives erwachsen kann.

Eigene Meinung:

Das Buch habe ich sehr gerne gelesen und es hat mich nachhaltig beeindruckt. Die Geschichte von Tom ist natürlich schlimm, aber das Buch ist so geschrieben, dass man dabei nicht die Tränen in den Augen hat. Vielmehr ist es spannend zu erleben, wie unterschiedlich die Familienmitglieder mit dieser für alle schwierigen Situation umgehen. Mit Zusammenhalt und Humor wird einiges möglich, auch muss man mal über den eigenen Schatten springen. Denn auch die Familienmitglieder sind sehr unterschiedlich, was das Zusammenleben nicht immer leicht macht. Dabei ist das Buch auch sehr flüssig zu lesen, ein angenehmer Schreibstil. Einzig zum Ende hin ging es mir dann etwas zu schnell, da hätten es gerne noch einige Seiten mehr sein können. Insgesamt ein überzeugendes Debüt der Autorin.

4 Sterne-p1