„Der andere Arthur“

Roman von Liz Moore, aus dem Englischen von Cornelius Hartz, erschienen bei C.H. Beck

Inhalt:

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Susannes Meinung:

Der Roman hat mich sehr berührt. Die Situation der beiden Hauptfiguren wird hier sehr einfühlsam und intensiv beschrieben. Man leidet mit diesen beiden Männern, wie sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein können. Der Professor, privilegiert, ohne wirtschaftlicher Sorgen und Kel, wo schon die Mutter finanzielle Sorgen hat und auch der Sohn immer damit kämpft. Gemeinsam ist beiden, dass sie einsam in ihrem jeweiligen Leben sind. Aber es ist nie zu spät für einen Neuanfang und mit ersten sozialen Kontakten wird es einfacher. Das ist sehr warmherzig beschrieben und berührt beim Lesen. Das Buch lässt sich angenehm flüssig und ruhig lesen und die Kapitel sind jeweils aus Sicht der beiden Hauptfiguren erzählt. Gewünscht hätte ich mir, dass der jeweilige Name vor dem Kapitel stehen würde, das würde es etwas einfacher machen. Insgesamt ein Roman der lange in Erinnerung bleiben wird und dem ich viele Leser:innen wünsche..

„Der Gott des Waldes“

Roman von Liz Moore, aus dem Englischen von Cornelius Hartz, erschienen bei C.H. Beck

Inhalt:

Es ist August 1975, ein Sommer, der das Leben vieler Menschen in den Adirondack Mountains für immer verändern wird. Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje im Sommercamp liegt, beginnt eine panische und groß angelegte Suche nach der 13-Jährigen. Das Verschwinden einer Jugendlichen im Naturreservat ist unter allen Umständen eine Katastrophe, aber Barbara ist keine gewöhnliche Camperin: Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Und sie ist die Schwester von Bear, dem Jungen, der seit 14 Jahren vermisst wird. Kann das Zufall sein? Was wissen die anderen Kinder im Camp über Barbaras Verschwinden, und was verheimlichen die Angestellten, die im Schatten der Van Laars ihr Dasein fristen? Was hat der aus dem Gefängnis entflohene «Schlitzer» mit all dem zu tun und welche Geheimnisse hütet die Familie selbst?

Susannes Meinung:

Das Buch ist eine Wucht. Ich bin lange nicht mehr so durch fast 600 Seiten geflogen, wie hier. Das Buch hat für mich eine unheimliche Sogwirkung entfaltet, ich konnte es einfach nicht aus der Hand leben. Hier wird sehr gekonnt ein spannender Thriller mit zwei vermissten Kindern mit einem großartigen Gesellschaftsroman verbunden. Denn man bekommt hier  auch einen Einblick in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten Amerikas, in dem Buch die reichen Besitzer des Camps und ihre Angestellten- Interessant ist auch der Schreibstil, die Autorin erzählt  die Geschichte aus der Perspektive von mehreren Personen und wechselt dabei auch noch die Zeitebenen. Das ist auch immer entsprechend kenntlich gemacht. Tatsächlich taucht man beim Lesen  so tief in die Geschichte ein, dass man das Buch sehr flüssig wie aus einem Guss liest. Dieses Buch vergisst man nicht so schnell, wirklich ein großes Buch, und daher eine absolute Leseempfehlung.