
Kriminalroman von Michael Jensen, erschienen im Aufbau Taschenbuch Verlag
Inhalt:
Nach der Hölle des Zweiten Weltkriegs will der engagierte junge Jurist Henry Mahler als Privatermittler für Gerechtigkeit sorgen. Dabei stößt er auf das Schicksal der jüdischen Familie Lassally: Eduard Lassally, das Oberhaupt der Hamburger Handelsdynastie, wurde in der Nazizeit eingeschüchtert und enteignet – und soll schließlich Selbstmord begangen haben. Sein Sohn Oswald glaubt diese Geschichte nicht. Gemeinsam suchen Henry und Oswald nach den Schuldigen, die die Lassallys ins Unglück stürzten. Und geraten damit in höchste Gefahr.
Susannes Meinung:
Das Buch von Michael Jensen bleibt dem Leser nachhaltig im Gedächtnis. Es beschäftigt sich anhand einer wahren Begebenheit mit dem Schicksal jüdischer Familien im Nachkriegsdeutschland und man kann mit Schrecken verfolgen, wie die Familien gezielt um ihr Vermögen gebracht wurden. Dabei beleuchtet der Autor auch die Folgen des Krieges für die Menschen und was z.B. andauernde Ungewissheit mit Angehörigen macht, die nicht wissen, ob ein Familienmitglied noch lebt. Die Geschichte spielt in Hamburg und wird auf zwei Zeitebenen in den Jahren 1930 und 1950 erzählt, was auch immer gut kenntlich gemacht ist. Durch die Rückblenden kann man verfolgen was damals passiert ist, während der Ermittler später versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Das wird sehr spannend erzählt, weil auch die Ermittlungen nicht ganz ungefährlich sind. Außerdem lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und man kann sich Hamburg in der Nachkriegszeit durch die anschauliche Sprache sehr gut vorstellen. Dabei fliegt man eigentlich nur so durch die spannenden Seiten während man dem Ermittler folgt und sich gleichzeitig das Entsetzen über die Geschehnisse breit macht. Zusammengefasst ein Roman, der einem langen im Gedächtnis bleiben wird und dem ich viele Leserinnen und Leser wünsche, weil das gerade in der heutigen Zeit leider wieder ein aktuelles Thema ist. Eine klare Leseempfehlung.
