„Tatort Nord“

Tatort Nord

Urlaubskurzkrimis von Sylt bis Fehmarn, herausgegeben von Anke Küpper, Franziska Henze, Yvonne Wüstel, erschienen bei Harper Collins

Diese Anthologie entstand in Zusammenarbeit mit den „Mörderischen Schwestern“

Klappentext:

Zwischen Hamburg und der Küste gibt es so manchen Tatort und so manchen Ermittler – doch sie alle haben eins gemeinsam: Sie arbeiten dort, wo andere am liebsten Urlaub machen. Denn egal ob sonniger Sandstrand, glitzernde Elbe und tosende See – das Verbrechen macht vor gar nichts halt. 23 Fälle, die es in sich haben – unsere Autorinnen nehmen Sie mit an die Tatorte im Norden und versprechen Spannung für den Urlaub oder einfach zwischendurch. Seite für Seite.

Eigene Meinung:

Der Klappentext hat hier nicht zu viel versprochen. Einen guten Kurzkrimi zu schreiben ist für mein Gefühl eine schwierige Angelegenheit. Man muss eine kompakte Geschichte spannend auf wenigen Seiten erzählen. Das ist hier aber hervorragend gelungen. Und was mir besonders gut gefallen hat, war neben den verschiedenen Tatorten die Tatsache, dass es in dieser Sammlung gelungen ist, sehr unterschiedliche Krimis zusammenzutragen. Es ist wirklich alles dabei. Von lustig bis sehr nachdenklich, historisch und modern. Dazu gestandene Ermittler oder Krimis, in denen gar kein Ermittler vorkommt. In einigen Fällen hat man für die Täter sogar Verständnis. Es gibt auch unterschiedliche Arten von Spannung in diesem Buch, entweder eine richtig spannende Ermittlung oder auch mal unterschwellige Spannung. Das alles ist sehr unterschiedlich geschrieben und sehr abwechslungsreich. Das Buch sollte eigentlich in keinem Strandkorb fehlen, eine absolute Leseempfehlung von mir. Und ich denke, auch Leser, die sonst nicht so viel Krimis lesen, werden an diesen Krimis ihre Freude haben. Ich habe jetzt nur das Problem, dass ich von einigen Ermittlern, die in dem Buch vorkommen, gerne mehr lesen möchte…

5 Sterne-p1

„Ladiescrimenight“

6 Krimiautorinnen lesen gegen die Zeit aus ihren neuesten Büchern

Am Freitag gab es in Norderstedt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern„. Bei den „Mörderischen Schwestern“ handelt es sich um Europas größten Verein von Krimiautorinnen mit rd. 700 Mitgliedern.

Von den Schwestern waren an diesem Abend sechs auf der Bühne zu erleben- alle passend schwarz-rot gekleidet.

Spannend war dabei die Mischung aus Bestseller-Autorinnen und Autorinnen, die noch nicht so bekannt sind. Alle sechs Autorinnen haben jeweils 10 Minuten aus ihren Büchern gelesen- wenn die Zeit um war ertönte ein Schuss. Die Veranstaltung war insgesamt toll vorbereitet, so stimmten ein Tisch mit kriminellen Requisiten und die Umrisse einer Leiche auf dem Boden die Besucher schon mal auf den Abend ein. Und alle Autorinnen durften sich über eine Auftrittsmusik freuen, was bei Krimi-Lesungen eher selten der Fall ist. Aber „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“.

Deko Norderstedt 1 verkleinert Deko Norderstedt 2 verkleinert

Durch die kurzen Leseabschnitte und die sehr unterschiedlichen Bücher – Vom Ostseekrimi, einem Lokalkrimi aus Norderstedt und einem historischem Hamburg-Krimi war alles dabei, wurde es dann ein sehr kurzweiliger Abend.

Svea Jensen machte bei ihrem Heimspiel, sie wohnt in Norderstedt, den Auftakt und stellte mit „Nordwestnacht“ den 3. Fall für ihre Soko St.Peter-Ording vor.

Svea Jensen Norderstedt verkleinert

Ihr folgte Anke Küpper mit „Tod an der Alster„- eindeutig ein Hamburg-Krimi. Das ist schon der 2. Fall für Kommissarin Svea Koptezki. Die aus dem Ruhrgebiet stammende Autorin hat zunächst Sach- und Kinderbücher geschrieben und lässt jetzt in Hamburg morden.

Für Eva Almstädts Ermittlerin Pia Korittki ist „Ostseekreuz“ dagegen schon der 17. Fall und die Autorin darf sich über Platz 2 auf der Spiegel-Bestsellerliste freuen. Und spielten die Krimis bisher an der Ostsee so beginnt bald eine neue Krimireihe an der Nordsee. In „Akte Nordsee – Am dunklen Wasser“ werden dann eine Anwältin und ein Journalist ermitteln. Eva Almstädt wollte gerne mal andere Ermittler haben. Aber Pia wird weiter ermitteln, was alle Fans beruhigen dürfte.

Ava Almstädt Norderstedt verkleinert

Nach der Pause stellte dann Anja Gust ihren Krimi „Die Schwebfliege- Ein schmutziges Geschäft“ vor. Dieser Krimi spielt in Norderstedt, die Lesung wurde fast zum Hörspiel, was mir besonderen Spaß gemacht hat.

Anja Gust verkleinert

Die Autorin Joyce Summer stellte mit „Madeirasturm“ den zweiten Fall für ihren Comissário Avila vor. Die Bücher spielen auf Madeira. Von der Autorin gibt es eine weitere Reihe, wo die Bücher in Südafrika spielen. Sie hat Bücher gerne von Orten, wohin sie reist. Und von Madeira gibt es noch nicht so viele Krimis. Der Name ist ein Pseudonym, der sich zusammensetzt aus dem Namen der ihrer Amerikanischen Gastmutter Joyce und dem Sommer, wo die Bücher spielen.

Joyce Summer verkleinert

Den Abschluss machte dann Anja Marschall mit ihrem historischen Hamburg-Krimi „Tod in der Speicherstand„. Für die Zuhörer nochmal eine Reise in eine andere Zeit.

Anja Maschall Norderstedt verkleinert

Zum Abschluss gab es dann noch eine gemeinsame Fragerunde, wo sich rausstellte, dass alle Autorinnen den Plot durchplanen. Allerdings plant Svea Jensen das Ende nicht mehr, weil sich einfach zu viel entwickelt, während des Schreibens. Dafür hat sie aber die private Handy-Nummer des Rechtsmediziners Klaus Püschel, da kann nichts schiefgehen.

Norderstedt Gruppenbild 2 verkleinert

Anja Marschall hat sich über historische Krimis geärgert, die schlecht recherchiert waren, das wollte sie besser machen und hat angefangen, historische Krimis zu schreiben.

Anja Gust hat eine Liebe zum Kochen und zur Pharmazie und freut sich, in ihren Krimis eine epische Gerechtigkeit zu schaffen.

Und dann ging ein kurzweiliger, spannender Abend zu Ende. Liebevoll vorbereitet, war es insgesamt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern“.