
Roman von Torsten Woywod, erschienen im dtv-Verlag
Inhalt:
In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr. Als dann noch die junge Französin Marie ins Dorf kommt und der Frühling Einzug hält, wird nicht nur die Natur zu neuem Leben erweckt. Selbst die mürrische Nachbarin Mathilde kann sich dieser Veränderung nicht entziehen.
Susannes Meinung:
Um es kurz zu sagen, dieser Roman ist ein wunderbares Buch. Schon beim Lesen spürt man etwas von der wohltuenden Ruhe dieses bezaubernden Ortes und möchte eigentlich auch gleich eine Reise dorthin starten. Ohne die Ablenkungen der modernen Welt erleben die Menschen hier die Natur bewusst, mit den Jahreszeiten, den Farben und Gerüchen. Sie leben im Einklang mit der Natur und wissen, wie wichtig die Gemeinschaft untereinander ist. Das alles strahlt eine wunderbare Ruhe aus. Dabei gibt es auch hier unglückliche Menschen, Menschen die traurig sind. Und am Beispiel von Mathilde und Marie beschreibt der Autor, wie sich zwei Fremde näher kennenlernen, anfreunden und sich gegenseitig damit helfen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen, erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, die aber immer gut kenntlich gemacht sind. Dabei gibt es so schöne Formulierungen rund um die Natur und das Leben an sich, dass man das Buch bestimmt noch ein zweites Mal lesen kann/sollte. Eine klare Leseempfehlung von mir.
