„Alsterschatten“

Kriminalroman von Leo Hansen, erschienen im Emons Verlag

Inhalt:

Hamburg wird von einer brutalen Mordserie erschüttert. Privatermittler Dr. Elias Hopp, Ex-Soldatin Janne Bakken und LKA-Profiler Zillinski arbeiten zusammen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Der Schluss liegt nahe, dass ein Psychopath sein Unwesen treibt. Doch um das perfide Spiel tatsächlich zu durchschauen, müssen die drei ihr ganzes Können aufbringen. Eine Informantin aus der Szene der »Neuen Rechten« bringt die Ermittler auf eine heiße Spur. Viel Zeit bleibt ihnen allerdings nicht, denn unter der Oberfläche ziehen gefährliche Gegner ihre Fäden.

Eigene Meinung:

Das Buch ist der 2. Band für das Hamburger Ermittlerteam. Ich kenne Band 1 nicht, teilweise wäre es gut gewesen, den Band zu kennen, aber trotzdem hatte ich Lesespaß. Dieser Krimi überzeugt mit Aktualität, es geht schließlich um ein rechtes Terrornetzwerk in Hamburg. Als Laie kann man nur staunen, was da hinter den Kulissen wohl so teilweise passiert. Dazu sind interessante Ermittlertypen tätig und es gibt ganz viel Hamburg-Atmosphäre. Außerdem ist der Fall noch spannend und es gibt überraschende Wendungen. Ein Krimi mit gesellschaftspolitischem Tiefgang, der auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt.

„Inselspiel“

Kriminalroman von Anja Eichbaum, erschienen im Gmeiner Verlag

Inhalt:

Silvester am Conversationshaus: Auf Norderney fiebern die Urlauber dem Feuerwerk entgegen. Auch Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser sind voller Pläne für das neue Jahr. Da zerreißt ein Knall den Winterzauber. Ein Unheil jagt in dieser Nacht das andere, bis eine Entführung am Neujahrsmorgen erst recht das Tor zur Hölle öffnet. Und niemand weiß: Was ist wahr? Was unwahr? Was Wirklichkeit? Und was Wahn? Ein Trip voller Angst beginnt. Die Würfel scheinen längst gefallen …

Eigene Meinung:

Dieser Band ist der 6. Fall für Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser. Für Martin Ziegler wahrscheinlich auch der persönlichste Fall, geht es doch um die Entführung seiner Lebensgefährtin Anne. Für mich hat sich das Buch angefühlt wie „Nachhausekommen“. Man kennt die Personen der Serie und fühlt sich gleich heimisch und vertraut. Dazu hat mich der Fall allerdings auch total gepackt, ich fand das Buch sehr spannend. Abwechselnd erlebt man als Leser die Ermittlungen der Polizei und von Ruth Keiser und bekommt dann im nächsten Kapitel Einblick, wie es der entführten Anne gerade geht. Das ist sehr spannend geschrieben und gerade Ruth Keiser läuft zur Höchstform auf. Für mich ist das beste Unterhaltung mit einem Regionalkrimi, denn es gibt auch noch ganz viel Inselfeeling von Norderney und in diesem Buch auch aus Lübeck Es passt also alles.

„Drohbriefe an den Weihnachtsmann“

Ein Adventskalenderbuch von Frieda Frost mit Illustrationen von Kai Würbs, erschienen bei Coppenrath

Inhalt:

Ein Blick in den Alltag des Weihnachtsmannes voller schwarzem Humor!
Es ist Weihnachten – Hochbetrieb am Nordpol! Die Geschenke müssen gepackt werden und tagtäglich treffen haufenweise neue Wunschzettel ein. Eigentlich Routine für Santa und sein eingespieltes Team.
Bis der Weihnachtsmann einen Brief öffnet, dessen Inhalt es in sich hat …

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein liebevoll gestaltetes Adventskalenderbuch für Leser, die schwarzen Humor mögen. Mir hat es sehr großen Spaß gemacht. Dabei geht es in 24 Kapiteln um den Schriftverkehr zwischen dem Weihnachtsmann und Stefan, der sich eine Sehnenscheidenentzündung für seine Schwiegermutter wünscht. Allein die Sprache hat bei mir schon für beste Unterhaltung gesorgt. Der Weihnachtsmann ist schön geschäftsmäßig unterwegs und hat auch seine Vorgaben, was er darf und was nicht. Die Korrespondenz liest sich manchmal wie der Schriftverkehr mit einem Versandhandel. Und Stefan versucht alles, um seinen Wunsch durchzubekommen, für den man als Leser schon bald viel Verständnis hat. Ein höchst unterhaltsamer Blick auf Geschenke zu Weihnachten und ihre Folgen, dazu noch wunderbar illustriert und gestaltet. Kein Adventskalender für Kinder, aber Erwachsene, die schwarzen Humor mögen, werden großen Spaß haben.

„22 Bahnen“

Roman von Caroline Wahl, erschienen bei Dumont

Klappentext:

Hochsommer in einer farblosen Kleinstadt: Neben Mathestudium und Nebenjob an einer Supermarktkasse ist das allabendliche Schwimmen im Freibad einer der wenigen Lichtblicke für Tilda. Hier kann sie mal kurz abschalten von ihrem Alltag, in dem sie sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter kümmern muss. Von einem freien und unbeschwerten Leben erlaubt sie sich nicht zu träumen. Dann taucht Viktor auf, und plötzlich gerat alles aus dem Takt.

Eigene Meinung:

Das Buch ist der Debütroman von Caroline Wahl und es hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist modern, mit manchmal kurzen, knappen Dialogen und teilweise kurzen Sätzen. Begeistert hat mich die Beobachtungsgabe, mit der die Autorin gerade ihre Hauptfigur ausstattet. Besonders bildlich wird das, wenn Tilda  an der Supermarktkasse schon anhand des Einkaufs weiß, wer da vor ihr steht. Aber auch sonst ist Tilda eine gute Beobachterin. Dabei erzählt die Geschichte sehr eindringlich, was das für Kinder bedeutet, wenn die eigene Mutter von Alkohol abhängig ist. Und so ist das dann für die Kinder auch noch schwieriger als sonst ohnehin, den eigenen Weg im Leben zu gehen. Das erzählt dieses Buch sehr eindringlich. Von daher: Unbedingt lesen!

Das Buch ist von den unabhängigen Buchhandlungen zum Lieblingsbuch des Jahres 2023 gewählt worden. Eine tolle Auszeichnung für die junge Autorin und absolut verdient.

„Sandmuscheln und Salzwasserküsse“

Ostsee-Roman von Jane Hell, erschienen bei Montlake, Amazon Media EU

Inhalt:

Alma lebt mit ihrem Verlobten Clemens in einem schicken Kopenhagener Apartment und alles scheint perfekt. Doch während sich Clemens immer weiter in seine Arbeit vertieft, läuft es für sie beruflich immer schlechter. Kurzerhand schnappt sich Alma ihre Katze und fährt nach Hareby: ihr Heimatdorf, das sie seit dem Tod ihres Vaters nur selten besucht hat. Auf dem Campingplatz bei ihrer Mutter zu sein, tut Alma gut. Alles ist vertraut, sogar die alte Inga bäckt noch die weltbesten Zimtschnecken. Doch die täglichen Begegnungen mit ihrem Jugendfreund Magnus werfen sie aus der Bahn. Bei einem Segelausflug knistert es gewaltig zwischen ihnen und Almas Herz sendet ihr Signale, die sie nicht hören will. Dabei hat Alma ganz andere Sorgen, denn ein großzügiges Kaufangebot stellt die Zukunft des Campingplatzes infrage …

Eigene Meinung:

Das Buch ist der Beginn der neuen Ostsee-Reihe von Jane Hell „Herzklopfen in Dänemark“ und es verspricht einige Stunden entspannten Lesespaß. Es ist flüssig zu lesen, immer abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren geschrieben. Was mich richtig überzeugt hat, ist das Setting. Der Ort Hareby mit seinen Bewohnern, insbesondere rund um die Campingplatz, ist so bildlich und liebevoll dargestellt, dass ich beim Lesen die ganze Zeit entsprechende Bilder im Kopf hatte und sehr gerne sofort losgefahren wäre. Dazu die Bewohner, die hier so vorgestellt werden, dass man das Gefühl hat, sie schon gut zu kennen. Das gibt ein schönes Gefühl der Vertrautheit und kam mir irgendwie „griffig“ vor, anders kann ich es nicht beschreiben. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.

„Meeresdämmerung“

Auftakt für die Soko Mondschein

Ein Nordseekrimi von Carina Lund, erschienen bei Ullstein eBooks

Inhalt:

Elin Bertram ist nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Mit der Soko Mondschein sucht die Hamburger Kommissarin einen Serienmörder, der seit elf Jahren entlang der Nordseeküste Frauen brutal ermordet. Dann wird sie in das kleine Hafenstädtchen Carolinensiel gerufen: In einer verlassenen Hütte in einem Kiefernwald wurde die 17-jährige Jonna tot aufgefunden. Auf den ersten Blick deutet alles darauf hin, dass Jonna zum sechsten Opfer des Mondscheinmörders wurde. Aber Elin ist sicher, dass jemand anderes hinter diesem Mord steht. Kann sie ihrem Instinkt glauben und ihren Kollegen Thees Conrads von der Kripo Aurich überzeugen? Und wer wollte Jonna etwas Böses?

Eigene Meinung:

Dieser erste Fall für das Ermittlerteam Elin und Thees hat mir sehr gut gefallen. Eine solide Ermittlerarbeit vor Nordseekulisse und auch immer ein cooler Spruch untereinander, und das bei einem Team, was zunächst eher durch Zufall zusammen arbeitet. Dazu war der eigentliche Fall sehr spannend und hat einige überraschende Wendungen. Ich selbst war jedenfalls auf einer völlig falschen Spur und das spricht dafür, dass der Krimi gut erzählt wird. Die Nordseekulisse hat mir auch gut gefallen, denn so ganz nebenbei gab es jede Menge Nordseeflair und auch das kam authentisch rüber. Und so freue ich mich auf eine Fortsetzung und bis dahin gibt es hier eine Leseempfehlung für alle Liebhaber von Küstenkrimis, die an der Nordsee spielen.

„Projekt 22“

Thriller von Alexa Linell, erschienen bei Harper Collins

Inhalt:

Alice hofft auf ein normales Leben: Liebe, Freunde, Arbeit. Doch ihre Eltern wollen sie für immer in die Anstalt stecken. Eine berüchtigte Psychiatrie, versteckt unter der Zentrale eines Pharmakonzerns. In letzter Sekunde flieht Alice aus der elterlichen Villa im bayerischen Grünwald, trampt Richtung Norden und taucht in Hamburg unter. Aber die Hetzjagd auf sie hat längst begonnen. Angeführt von Viktor, dem brutalen Söldner, der für die Anstalt die Drecksarbeit erledigt. Denn Alice ist mehr als eine normale junge Frau.

Eigene Meinung:

„Projekt 22“ ist ein Wissenschaftsthriller, der es in sich hat. Auf jeden Fall ist das Buch ein spannender Thriller, denn Alice ist permanent auf der Flucht und man fiebert beim Lesen mit, wie das ausgeht. Die Auflösung, warum Alice verfolgt wird, gibt einem zu denken, was hinter den Kulissen von Pharmakonzernen vielleicht so los ist. Und da kann man wirklich sehr nachdenklich werden. Dabei ist das Buch zügig zu lesen, kommt allerdings teilweise auch recht hart rüber, wie es offensichtlich in der Branche, um die es geht, dann auch zugeht. Und so war es für mich wirklich keine Lektüre zur Nachtruhe, aber sonst ein sehr gelungener Thriller, der Eindruck hinterlassen hat.

„Harzer Sühne“

Kriminalroman von Silke Mahrt, erschienen bei der EPV Elektronik-Praktiker-Verlagsgesellschaft mbH

Inhalt:

Die LKA-Ermittlerin Carla Altmann kehrt in ihre Heimatstadt Altenau zurück und übernimmt die Leitung der kleinen Polizeistation vor Ort. Sie freut sich auf ein geruhsames Leben mit ihrem Sohn Niklas. Da geschieht ein Mord. Widerwillig beginnt Carla zu ermitteln. Die Spuren führen zu einem lange gehütetem Familiengeheimnis und in die dunkle Vergangenheit des Harzes.

Eigene Meinung:

Dieser Kriminalroman hat mich von vorne bis hinten überzeugt. Es ist ein ruhiger Krimi, der mit ganz viel Tiefgang punktet. Es geht um ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, die sich auch im Harz zugetragen hat. Darüber erfährt man einiges in dem Buch, was ich so nicht wusste und was mich zum Nachdenken gebracht hat. Außerdem finde ich, dass die Besonderheiten im Harz in diesem Buch sehr gut rüberkommen. Es ist dort landschaftlich wunderschön, aber die Klimakrise und der Strukturwandel haben Spuren hinterlassen. Und die Auswirkungen kommen in dem Buch sehr authentisch rüber. Dazu gibt es noch spannende Ermittlungen mit interessanten Wendungen und Carla Altmann hat mir als Ermittlerin sehr gut gefallen. Da hoffe ich auf eine Fortsetzung. Also alles vorhanden, damit dieses Buch von mir eine Leseempfehlung bekommt.

„Tiefer als der Abgrund“

Psychothriller von Christian Kraus, erschienen bei Droemer Knaur

Inhalt:

Hochintelligent, hochsensibel – und ein verurteilter Mörder: Elias, der neueste Patient des Psychologen Malte Fischer, ist ein ungewöhnlicher junger Mann. Zwar hat er keinerlei Erinnerungen an die brutale Tat, die er mit 16 begangen haben soll, aber die Beweislast war erdrückend. Frisch aus der Haft entlassen, fürchtet Elias nichts mehr als das Monster, das tief in seinem Inneren zu lauern scheint. Im Verlauf ihrer Sitzungen kommt Malte jedoch zu dem Schluss, dass Elias unschuldig sein könnte und wendet sich an die zuständige Kommissarin Freya Svensson. Freya will nichts von dieser Theorie wissen – bis es erneut Tote gibt und Elias spurlos verschwindet …

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein absolut überzeugender Psychothriller. Man merkt, dass der Autor als Psychotherapeut vom Fach ist. So bekommt man einen sehr tiefen Blick in die Psyche eines Menschen. Das hebt sich wohltuend von den üblichen Psychothrillern ab, wo in der Regel ein gestörter Mensch etwas Schlimmes tut und fertig. Da ist der Blick hier deutlich vielschichtiger. Und spannend ist die Geschichte auch, insbesondere im letzten Drittel des Buches nimmt auch das Tempo deutlich zu und die Handlung überrascht mit verschiedenen Wendungen. Interessant ist auch der Schreibstil. Immerhin 91 Kapitel hat das Buch mit 357 Seiten. Dabei sind einige Kapitel sehr kurz, andere über mehrere Seiten. Für mich hat das mehr Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert, zumal die Handlung dabei etwas hin und her springt. Sehr gut hat mir auch die Person der Kommissarin Freya gefallen- eine richtig starke Frau. Da würde ich mir gerne eine Fortsetzung wünschen. Insgesamt eine Leseempfehlung für alle, die mal einen „richtigen“ Psychothriller lesen möchten.

„Küstendorf“

Kriminalroman von Susanne Ziegert, erschienen im Gmeiner Verlag   

Inhalt:

Ein idyllisches Dorf am Ahlenmoor bei Cuxhaven. Eines Nachts zerreißt ein ohrenbetäubender Knall die Stille. Das Haus des Reichsbürgers Holger Waldmann liegt in Trümmern, der verhasste Bewohner kam ums Leben. Er lebte zurückgezogen mit Dutzenden Hunden und bedrohte Nachbarn mit gezogener Waffe. Als kurz zuvor zwei Kinder verschwunden und dann bei Waldmann wieder aufgetaucht waren, hatten sich die bislang verstrittenen Dorfbewohner zusammengeschlossen. War sein Tod Selbstjustiz oder ging es um alte Feindschaften? Friederike von Menkendorf ermittelt.

Eigene Meinung:

Das Buch ist schon der 4. Fall für Kommissarin Friederike von Menkendorf. Die vorherigen drei Fälle kenne ich (noch) nicht. Das ist aber kein Problem beim Lesen. Stattdessen habe ich „wow“ gesagt. Zu einem sehr guten Krimi. Ein spannender Krimi, der so viel Inhalt hat, dass ich gestaunt habe. Viele aktuelle gesellschaftliche Fragen werden geschickt in den Fall eingebaut, so dass man sich nach dem Lesen wundert, dass das alles auf 311 Seite Platz findet. Dazu ist die Geschichte spannend erzählt, manchmal fast erdrückend, und immer gut zu lesen. Und es gibt viel Stoff zum Nachdenken.. Eine absolute Leseempfehlung von mir für die Liebhaber von Regionalkrimis.