„Schicksalstage am Deich“

Roman von Silke Mahrt

Inhalt:

Überraschend erbt Katharina eine Pension am Deich. Gegen den Willen ihrer Familie verwirklicht sie ihren Traum vom Leben am Meer. Doch schnell holt sie die Vergangenheit ein. Welches dunkle Geheimnis steckt hinter der Erbschaft? Wem kann sie noch vertrauen? Nur ihr Jugendfreund Ole unterstützt sie.

Eigene Meinung:

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und bei mir auch nachhaltig Eindruck hinterlassen. Auf der einen Seite eine Liebes-Geschichte mit einer schönen Meeresbrise. Auf der anderen Seite ein Familiengeheimnis, das langsam gelüftet wird. Dazu kann man am Beispiel von Katharina anschaulich erleben, dass man manchmal einfach Mut und Herzblut braucht, wenn es um Entscheidungen für das weitere Leben geht. Das Familiengeheimnis, das gelüftet wird, hat es zu der Zeit, hier geht es um die Zeit von 1955 bis 1973, bestimmt in mehreren Familien gegeben. Die Geschichte von Katharina und ihrer Tante wird in zwei Zeitebenen erzählt. Dabei lässt sich das Buch flüssig und entspannt lesen und verbindet gekonnt Unterhaltung mit Tiefgang in der Geschichte. Von mir daher eine klare Leseempfehlung.

„Krieg der Seesterne“

Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Inhalt:

Piet Paulsen traut seinen Augen nicht: »Ufos über Fredenbüll? Dat kann doch gar nich angehen.« Doch er ist sich sicher: »Das Ding schwebt und leuchtet. Die Außerirdischen sind gelandet, gleich hinterm Deich.« Als dann ein Toter im neu entstandenen Kornkreis liegt, sind Dorfpolizist Thies Detlefsen und Kollegin KHK Nicole Stappenbek aus Husum alarmiert. Mit den üblichen Ermittlungsmethoden kommen sie nicht weiter. Mysteriöses passiert im spätsommerlichen Fredenbüll. Fahrerlose Autos rasen übers Land, das Getreide wächst wie verrückt, und geheimnisvolles Trommeln hallt durch die Nacht. Ist das nordfriesische Küstendorf womöglich ins Visier einer außerirdischen Macht geraten?

Eigene Meinung:

In dem 12. Band aus Fredenbüll ist Krischan Koch wieder in Höchstform. Erstmal ist es  als Leser schön, die Stammbesetzung vom Imbiss wieder zu treffen. Aber in diesem Band kommen reichlich schräge Figuren dazu. Touristen, die Außerirdische treffen wollen und eine Gruppe, die ihre innere Mitte sucht. Das alles in der eigenen Art von Krischan Koch geschrieben, mit so viel trockenem Humor, dass man viel Freude beim Lesen hat. Nebenbei  geht es dann auch noch um künstliche Intelligenz und so wird ein aktuelles Thema in einem unterhaltsamen Krimi verpackt. Daneben sind natürlich auch die Ermittlungen wieder sehr spannend mit einem schlüssigen Ende. Zusammengefasst bietet dieser Krimi wieder größtes Lesevergnügen.

„Engelsmädchen“

Psychothriller von Max Bentow, der 11. Fall für Nils Trojan, erschienen im Goldmann Verlag

Inhalt:

Der Berliner Kommissar Nils Trojan kommt einem Rätsel auf die Spur: Warum gibt sich eine Jugendliche fälschlicherweise als ein seit vielen Jahren vermisstes Mädchen aus, kurz bevor sie in den Tod springt? Bei seinen Ermittlungen trifft er auf die Kriminalpsychologin Carlotta Weiss, die unter Lebensgefahr versucht hat, die Jugendliche von dem Sprung abzuhalten. Trojan ist auf Anhieb fasziniert von seiner unkonventionellen Kollegin und bietet ihr an, in dem Fall zusammenzuarbeiten. Während sie gemeinsam versuchen, die mysteriösen Hintergründe des Selbstmords aufzuklären, geraten sie in den Strudel einer Mordserie, der sie unter die Brücken Berlins führt – und Carlotta erneut mit dem schwärzesten Abgrund ihres Lebens konfrontiert …

Eigene Meinung:

Das Buch ist der 11. Fall für den Berliner Kommissar Nils Trojan. Und auch wenn man weiß, was einen als Leser bei Max Bentow erwartet, so ist dieser Fall doch ganz anders. Wie alle Bücher von Max Bentow ist dieser Thriller sehr flüssig zu lesen. Dabei wächst die Spannung bis zu einem überraschenden Ende. Zwar wechseln die Erzähl-Perspektiven, aber das tut dem Lesefluss keinen Abbruch. Es geschehen wieder grausige Dinge in Berlin und es wird ein Thema aufgegriffen, von dem man sich als Außenstehender wenig Gedanken macht. Sehr interessant und belebend fand ich außerdem, dass Nils Trojan in dem Buch fast eine Nebenrolle spielt. Er arbeitet bei diesem Fall mit der Kriminalpsychologin Carlotta Weiss zusammen, die sehr unkonventionell aber erfolgreich unterwegs ist. Für mich eine sehr interessante Figur mit vielen Ecken und Kanten. Am Ende bietet ihr Nils Trojan eine weitere Zusammenarbeit an – ich hoffe, es kommt dazu.

„Winterträume in der kleinen Manufaktur am Meer“

Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen im Ullstein-Verlag

Inhalt:

Alea hat ihr Leben im Griff – zumindest bis ihre Tante so schwer stürzt, dass Alea Hals über Kopf auf das winterliche Sylt reisen muss, um ihr zu helfen. Aleas Beziehung überlebt das nicht, aber für Herzschmerz bleibt keine Zeit: Mit der kleinen Kerzenmanufaktur hat sie alle Hände voll zu tun, und dazu kommt noch der Hundewelpe, den ihre Tante adoptiert hat! Zum Glück hilft Felix, der Nachbar, wo er kann. Zwischen den funkelnden Dünenlichtern im Laden und der eiskalten Nordseebrise ist Herzklopfen vorprogrammiert. Doch Alea befallen Zweifel: Kann sie Felix wirklich vertrauen?

Eigene Meinung:

Auch dieses Buch von Julia Rogasch ist wieder ein Wohlfühlroman vor traumhafter Kulisse. Man kann das Buch entspannt lesen und dabei in die wunderbare Welt von Sylt abtauchen. Dabei sind die Beschreibungen wieder so gut, dass man als Leserin gleich in der Geschichte drin ist und auch das Gefühl hat, die Hauptfiguren schon lange zu kennen. Und ich war am Ende traurig, dass die Geschichte erzählt war, ich wäre gerne noch länger dort geblieben. Dabei geht es nicht nur um eine reine Liebesgeschichte sondern auch um den Mut, seine Träume im Leben zu verwirklichen und Chancen zu nutzen. Insgesamt ein schönes Lesevergnügen im winterlichen Sylt.

„Möwenzorn“ Ein Levke Sönkamp Krimi

Krimi von Ivonne Keller und Stina Jensen, als E-Book verfügbar

Inhalt:

Abitreffen auf Sylt – für Levke Sönkamp keine leichte Reise, denn mit der Nordseeinsel verbindet sie unangenehme Erinnerungen. Doch das Zusammentreffen mit alten Schulkameraden und ihrer Jugendliebe Leon könnte alte Wunden heilen. Das erste Drama erwartet sie schon bei ihrer Ankunft. Der Wirt des Szenelokals, in dem das Wiedersehen gefeiert werden sollte, ist ermordet worden. Levke sucht nicht nur nach einem Ersatzlokal, sondern auch nach dem Täter. Dabei stößt sie auf zahlreiche Ungereimtheiten. Was verbirgt die Witwe des Opfers? Und was dessen bester Freund – zufällig Beamter der örtlichen Polizei? Mitten in ihre Ermittlungen platzt Leon, dessen Anwesenheit bei Levke nicht gerade für einen klaren Kopf sorgt. Chefinspektor Jordi Barceló, der Levke von Mallorca aus beratend zur Seite steht, sorgt sich um ihre Sicherheit …

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist schon der 3. Fall für Levke Sönkamp. Ich kenne die beiden ersten Bände nicht, was auch nicht erforderlich ist, weil jeder Fall in sich abgeschlossen ist. Allerdings entwickeln sich die Hauptfiguren auch weiter und daher würde ich die beiden ersten Bände gerne noch lesen, denn die Figuren sind mit sehr viel Wärme dargestellt. Und so hat man als Leser gleich das Gefühl „mittendrin“ zu sein. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen mehreren Personen. Da das aber gut kenntlich gemacht ist, tut das dem Lesefluss keinen Abbruch. Insgesamt hat man hier einen spannenden Sylt-Krimi mit ganz viel Inselfeeling, guter Unterhaltung und einer interessanten Auflösung.

 

„Die Erinnerungsfotografen“

Roman von Sanaka Hiiragi, aus dem Japanischen von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold, erschienen bei Hoffmann und Campe

Inhalt:

Das Fotostudio von Herrn Hirasaka ist ein magischer Ort: Hier, an der Schwelle zum Jenseits, können die Besucher aus Fotografien ihren persönlichen Lebensfilm zusammenstellen. Hirasaka bietet dabei einen besonderen Service: Jeder Besucher erhält die Möglichkeit, zu einem bestimmten Moment seiner Vergangenheit zu reisen und eins der Fotos aufzufrischen. Ob eine einstige Erzieherin mit blasser Erinnerung ans Nachkriegs-Tokio, ein ermordetes Yakuza-Mitglied, das glaubt, nichts als eine bedauernswerte Schneise der Verwüstung hinterlassen zu haben, oder ein Mädchen aus perspektivlosen Verhältnissen – ihnen allen zeigt Hirasaka: Das Leben ist doch wunderschön, man muss nur im richtigen Moment hinsehen.

Eigene Meinung:

Dieses kleine, sorgfältig gestaltete Buch ist eine besondere Leseerfahrung. Man muss sich zunächst gedanklich auf die Grundidee einlassen. Dann erzählt das Buch darüber, wie schön das Leben sein kann und was im Leben wirklich wichtig ist. Außerdem erfährt man etwas über einen anderen Umgang mit dem Tod, der in dem Buch auch sehr gegenwärtig ist. Das war für mich aber nicht belastend, weil es irgendwie auf eine selbstverständliche Art passiert. Und auch wenn die Themen nicht einfach sind, so ist das Buch doch flüssig zu lesen. Insgesamt eine interessante Leseerfahrung.

„Schatten über der Alhambra“

Ein Andalusien-Krimi von Susanne Beck, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Sonnenuntergänge und spanischer Rotwein statt Winterdepressionen und Schneematsch – darauf hoffen die digitale Nomadin Clara und ihre Mutter Anneliese, als sie sich für einige Monate in Granada einquartieren. Und sie haben Glück: Ihr charmanter Vermieter Manuel zeigt den beiden verborgene Ecken der Stadt und zwischen Anneliese und ihm bahnt sich eine Romanze an. Doch der sorglose Spanienaufenthalt nimmt mit einem Todesfall in ihrem Umfeld schon bald eine düstere Wendung, die Clara und Anneliese dazu treibt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dass die Schatten über der Alhambra dunkle Geheimnisse verbergen, merken sie erst, als es fast zu spät ist …

Eigene Meinung:

Das Buch ist nicht nur ein wunderbarer Urlaubskrimi, auch auf dem heimischen Sofa macht das Buch Spaß. Dabei bin ich bei Ermittlern immer vorsichtig, die nicht als Profis unterwegs sind. Aber hier habe ich Mutter und Tochter gerne bei ihren Nachforschungen begleitet. Der Krimi liest sich flüssig und es wird auch wirklich spannend. Zusätzlich gibt es ganz viel spanisches Flair aus Andalusien und natürlich von der Alhambra selbst.  Dadurch, dass die Alhambra als ehrwürdiges Gebäude zu Beginn jeden Kapitels auch selbst zu Wort kommt, bekommt das Buch auch noch einen angenehmen Tiefgang. Insgesamt hatte ich Lesespaß mit viel spanischer Sonne.

„Zornige Flut“ Der 7. Fall für Liv Lammers

Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Nach einem nächtlichen Brand in ihrem Haus ist Kriminalkommissarin Liv Lammers gerade erst in den Dienst zurückgekehrt, als sie nach Sylt gerufen wird. Ausgerechnet einer ihrer Kollegen hat in einer Fastenklinik bei Archsum einen menschlichen Schädel gefunden. Die Verletzungsspuren sprechen für einen gewaltsamen Tod, doch es erscheint nahezu unmöglich, den Schädel einem Vermisstenfall zuzuordnen. Oder handelt es sich bei dem Opfer etwa um eine bekannte Sylter Galeristin, die sich seit Monaten nicht bei ihren Freunden gemeldet hat? Noch während sie und ihre Kollegen von der Flensburger Mordkommission ermitteln, entgeht Liv einem erneuten Unfall nur knapp. Ein furchtbarer Verdacht kommt auf: Versucht jemand, die Aufklärung des Falls zu verhindern? Oder hat es jemand auf Livs Leben abgesehen?

Eigene Meinung:

Der 7. Fall für Kriminalkommissarin Liv Lammers hat es wirklich in sich. Neben den Ermittlungen auf Sylt scheint es auch noch jemand auf die Kommissarin persönlich abgesehen zu haben. Als Leser hat man wieder spannende Unterhaltung vor der perfekten Kulisse von Sylt. So kommt sehr viel Sylt-Feeling in dem Buch rüber, aber auch die Gegend um Flensburg kommt nicht zu kurz. Dabei ist der Krimi sehr flüssig zu lesen und wird insbesondere im letzten Drittel sehr spannend und fesselnd. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall für diese Ermittlerin.

„Ein Hund für zwei“

Roman von Thorsten Steffens, erschienen bei Piper

Inhalt:

Tony wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Leider ist er Single und arbeitet in Vollzeit, weswegen ihm das Tierheim keinen vermitteln möchte. Dieses Schicksal teilt Isabelle, der man ebenfalls einen Hund verwehrt. Als sie sich zufällig begegnen, tun sie sich zusammen: Im nächsten Tierheim geben sie sich als Paar aus und beschließen, sich abwechselnd um den Hund zu kümmern! Ansonsten haben sie zwar nichts gemeinsam, aber was soll schon schiefgehen? So zieht kurzerhand Labrador-Mischling Buddy als Teilzeithund bei ihnen ein. Der stellt ihr Leben ganz schön auf den Kopf – und dann funken auch noch Gefühle dazwischen.

Eigene Meinung:

Dieser Roman bietet gute Unterhaltung. Wer auf der Suche nach einem Roman mit einer charmanten Grundidee ist und dazu auch noch trockenen Humor mag, der wird hier fündig. Und für Hundefreunde ist dieser Roman bestimmt eine besondere Freude. Dabei ist auch dieser Roman des Autors wieder sehr entspannt und flüssig zu lesen. In dem Buch ist es mal wieder so, man macht einen Plan und dann kommt das Leben dazwischen, hier auf sehr humorvolle Weise erzählt. Insgesamt ein Buch, das gute, entspannte Unterhaltung bietet.

„Nordwestschuld“

 

Ein Fall für die Soko St. Peter-Ording Band 4 Krimi von Svea Jensen, erschienen bei HarperCollins

Inhalt:

Als die 55-jährige Karla Hensel vermisst gemeldet wird, übernimmt die Soko St. Peter-Ording den Fall. Bei den Befragungen des Umfelds stellt sich schnell heraus, dass Karla erst vor Kurzem über Facebook einen interessanten Mann kennengelernt hat. Ihre Mitarbeiterin Inken berichtet außerdem von Geldüberweisungen, die Karla an diesen Mann getätigt haben soll, und vermutet, Karla sei einem Love-Scammer aufgesessen. Ist dieser für Karlas Verschwinden verantwortlich?

Dann tauchen auch noch Skelettteile am Ordinger Strand auf. Sie können Elke Färber zugeordnet werden, einer vor zwei Jahren in Itzehoe verschwundenen Frau, die seinerzeit unter ähnlichen Umständen verschwand. Kann es wirklich sein, dass gefährliche Betrüger, die auch nicht vor Mord zurückschrecken, ihr Unwesen im Norden treiben?

Eigene Meinung:

Dieser Band ist schon der 4. Fall für die Soko St. Peter-Ording und bietet wieder spannende Krimi-Unterhaltung. Ich mag das Ermittlerteam der Soko und finde es wieder eine sehr gelungene Mischung zwischen persönlichen Themen der Ermittler und spannender Ermittlungsarbeit. Noch dazu, wo die Ermittlungen viel mit Love-Scamming zu tun haben und somit ein sehr aktuelles Thema aufgreifen. Welcher Facebook-Nutzer hat nicht auch schon mal so eine Kontaktaufnahme bekommen? Die Autorin hat viele Beispiele in ihrem Buch mit aufgenommen, da ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen, wenn man überlegt, wie oft man selbst schon entsprechende Posts bekommen hat. In diesem Krimi kriegt man einen nachhaltigen Eindruck davon, welche Folgen das alles haben kann. Das Buch ist schön flüssig zu lesen, der Fall ist spannend und dazu kann man per Buch einige Zeit in St. Peter-Ording verbringen, also bestes Lesevergnügen. 

Inhaltsangaben und Rezensionen zu Band 1-3 sind auch hier auf dem Blog zu finden.