„Küstenmord – Die unsichtbaren Toten“

Kriminalroman von Eva Jensen

Inhalt:

Ein nebliger Neujahrsmorgen in den Schleswiger Königswiesen: In einem Gebüsch unweit der Feuerwerks-Reste liegt ein Toter. Offenbar ein Obdachloser, brutal erschlagen. Katja Grewe und Daniel Kowalski von der Kripo Schleswig fragen sich: War es ein Streit im Obdachlosen-Milieu? Wer könnte ein Interesse am Tod eines Stadtstreichers gehabt haben?

Die Ermittlungen verlaufen schnell im Sande, niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Doch da taucht ein weiterer toter Obdachloser auf. Eine Überdosis? Katja und Daniel haben Zweifel und nehmen die Ermittlungen wieder auf. Die Spur führt zu einem Verdächtigen, mit dem sie nie gerechnet hätten – und viel näher, als es ihnen lieb ist.

Eigene Meinung;

Dieser Fall ist bereits der 4. Fall für das Ermittlerteam in Schleswig. Ich kenne die vorherigen Bände nicht, was aber auch kein Problem ist, man kommt auch ohne diese Vorkenntnisse gut in die Handlung. Diese beginnt im ersten Teil des Buches  etwas ruhig, dann entfaltet sich aber ein komplexer Fall, spannend und mit einigen überraschenden Wendungen. Dazu gibt es interessante gesellschaftspolitische Ansätze. Das Ermittlerteam hat mir richtig gut gefallen und so freue ich mich auf weitere Ermittlungen für dieses Team.

„Meeresgrauen“

Nordseekrimi von Carina Lund, erschienen bei Ullstein (Teil 3)

Inhalt:

Eigentlich sind Elin Bertram und ihr Kollege Thees Conrads auf die Insel Juist gefahren, um sich von ihrer Arbeit in der Soko Mondschein zu erholen. Die beiden jagen immer noch den Mann, der entlang der Nordseeküste mehrere junge Frauen brutal ermordet hat – aus Rache für etwas, das vor Jahrzehnten geschehen ist, wie Elin inzwischen weiß. Kurz nach ihrer Ankunft auf Juist werden ein ehemaliger Justizvollzugsbeamte und ein pensionierter Richter tot aufgefunden. Elin ist sicher, dass der Mondscheinmörder sich an den beiden gerächt hat. Sie ist ihm so nah wie nie zuvor, doch bevor sie ihm von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht, müssen weitere Menschen sterben, und plötzlich geht es auch für Elin selbst um Leben und Tod…

Eigene Meinung:

Die ersten beiden Bände dieser Trilogie haben mir schon sehr gut gefallen. Im letzten Band kommt es nun zu einer sehr überraschenden Auflösung. Wie auch bei den vorherigen Bänden ist man als Leserin gleich wieder mittendrin und kann dem bekannten Ermittlerteam folgen. Das Team überzeugt auch hier wieder mit viel trockenem Humor. Dazu ist der Krimi wie immer sehr flüssig geschrieben und entwickelt viel Tempo. Auch wenn es die Soko Mondscheinmörder jetzt nicht mehr gibt, so hoffe ich doch auf neue Fälle für das Ermittlerteam Elin und Thees, denn ich möchte gerne mehr von den beiden lesen….

„Morden in der Menopause“

Roman von Tine Dreyer, erschienen beim Dumont Buchverlag

Inhalt:

Die 48-jährige Liv ist Ehefrau, Mutter von drei Kindern und arbeitet erfolgreich als Küchenplanerin. Mit den Wechseljahren hat sie sich noch nie befasst. Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, klar, davon hat sie schon gehört. Aber dass eine Hitzewallung tödlich enden kann, damit hätte sie nun wirklich nicht gerechnet. Und wahrscheinlich auch nicht der Typ, der ihrem pubertierenden Sohn eigentlich nur ein paar Drogen verkaufen will und Liv dabei so provoziert, dass sie ihm den Schädel einschlägt. Ab da gerät ihr wohlgeordnetes Leben gehörig aus den Fugen. Denn die eine Leiche bleibt nicht lange alleine, und jeder neue Tote sorgt für neue Probleme. Aber immerhin auch dafür, dass Liv sich über ihren verdammten Hormonhaushalt informiert und endlich aufhört, sich zwischen Familie, Job und Haushalt aufzureiben.

Eigene Meinung:

Als Frau, selbst so mitten in der „Alterspubertät“, hat mir dieser Krimi wunderbar gefallen. Ich habe beim Lesen oft gedacht, eigentlich müsste der Titel „Achtsam morden – für Frauen“ heißen. Und so kann man sich als Frau bei der Lektüre köstlich amüsieren und wahrscheinlich auch gut nachvollziehen, welche Auswirkungen die Hitzewallungen halt haben können. Die Autorin erzählt hier die Geschichte von Liv, die sich zwischen Familie und Job aufreibt und nebenbei auch noch die Schwiegereltern versorgen „darf“. Und da sie für ihre Familie nur Gutes möchte, greift sie schon mal zu ungewöhnlichen Methoden. Das alles ist mit so viel trockenem Humor erzählt, dass ich manchmal laut lachen musste und alles bildlich vor mir gesehen habe. Insgesamt ein schönes Lesevergnügen für Frauen, die schon erfahren haben, was Wechseljahre sind.

„Bitterkaltes Land“

Ein Krimi aus dem Alten Land von Regine Seemann, erschienen im Gmeiner Verlag

Inhalt:

Auf dem Heimweg von einer Feier kommen Banu Kurtoğlu und Stella Brandes zufällig an einem brennenden Waldhäuschen vorbei. Die Journalistin Viktoria Beck kommt darin um. Der erste Verdacht fällt auf Becks Ex-Mann. Doch auch ihre Arbeit gerät in den Fokus der Ermittlungen, denn diese führte sie ins Alte Land zu einer Familie, die glaubt, von Dämonen heimgesucht zu werden. Als sich ein Zusammenhang zwischen dem Flammentod und der Familie abzeichnet, müssen die Kommissarinnen erkennen, dass das Grauen erst begonnen hat.

Eigene Meinung:

Der vorliegende Band ist schon der 5. Fall für die beiden Ermittlerinnen Banu Kurtoğlu und Stella Brandes. Ich kenne die ersten 4 Bände noch nicht, was aber beim Lesen überhaupt kein Problem war. Vielmehr bin ich schnell gedanklich in das Hamburger Ermittlerteam reingekommen und kann nur sagen, dass ich auf jeden Fall noch mehr von diesem Team lesen möchte. Dabei hat es der vorliegende Krimi schon in sich. Er spielt im Alten Land, dem Obstanbaugebiet vor den Toren Hamburgs, und das auf zwei Zeitebenen, nämlich 1943/44 und 2018. Die Ebenen sind entsprechend kenntlich gemacht. Und geht es vordergründig um viel Hexenspuk, damals wie heute, bekommt man in dem Buch auch eine Ahnung, welche Grausamkeiten sich im Krieg rund um die Zwangsarbeiter abgespielt haben, die auch im Alten Land beschäftigt wurden. Das ist sehr gekonnt mit einer spannenden Krimihandlung verbunden, so dass es von mir für dieses Buch eine klare Leseempfehlung gibt. Zusammengefasst ein Regionalkrimi mit sehr viel Tiefgang und Spannung.

„Schicksalstage am Deich“

Roman von Silke Mahrt

Inhalt:

Überraschend erbt Katharina eine Pension am Deich. Gegen den Willen ihrer Familie verwirklicht sie ihren Traum vom Leben am Meer. Doch schnell holt sie die Vergangenheit ein. Welches dunkle Geheimnis steckt hinter der Erbschaft? Wem kann sie noch vertrauen? Nur ihr Jugendfreund Ole unterstützt sie.

Eigene Meinung:

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und bei mir auch nachhaltig Eindruck hinterlassen. Auf der einen Seite eine Liebes-Geschichte mit einer schönen Meeresbrise. Auf der anderen Seite ein Familiengeheimnis, das langsam gelüftet wird. Dazu kann man am Beispiel von Katharina anschaulich erleben, dass man manchmal einfach Mut und Herzblut braucht, wenn es um Entscheidungen für das weitere Leben geht. Das Familiengeheimnis, das gelüftet wird, hat es zu der Zeit, hier geht es um die Zeit von 1955 bis 1973, bestimmt in mehreren Familien gegeben. Die Geschichte von Katharina und ihrer Tante wird in zwei Zeitebenen erzählt. Dabei lässt sich das Buch flüssig und entspannt lesen und verbindet gekonnt Unterhaltung mit Tiefgang in der Geschichte. Von mir daher eine klare Leseempfehlung.

„Krieg der Seesterne“

Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Inhalt:

Piet Paulsen traut seinen Augen nicht: »Ufos über Fredenbüll? Dat kann doch gar nich angehen.« Doch er ist sich sicher: »Das Ding schwebt und leuchtet. Die Außerirdischen sind gelandet, gleich hinterm Deich.« Als dann ein Toter im neu entstandenen Kornkreis liegt, sind Dorfpolizist Thies Detlefsen und Kollegin KHK Nicole Stappenbek aus Husum alarmiert. Mit den üblichen Ermittlungsmethoden kommen sie nicht weiter. Mysteriöses passiert im spätsommerlichen Fredenbüll. Fahrerlose Autos rasen übers Land, das Getreide wächst wie verrückt, und geheimnisvolles Trommeln hallt durch die Nacht. Ist das nordfriesische Küstendorf womöglich ins Visier einer außerirdischen Macht geraten?

Eigene Meinung:

In dem 12. Band aus Fredenbüll ist Krischan Koch wieder in Höchstform. Erstmal ist es  als Leser schön, die Stammbesetzung vom Imbiss wieder zu treffen. Aber in diesem Band kommen reichlich schräge Figuren dazu. Touristen, die Außerirdische treffen wollen und eine Gruppe, die ihre innere Mitte sucht. Das alles in der eigenen Art von Krischan Koch geschrieben, mit so viel trockenem Humor, dass man viel Freude beim Lesen hat. Nebenbei  geht es dann auch noch um künstliche Intelligenz und so wird ein aktuelles Thema in einem unterhaltsamen Krimi verpackt. Daneben sind natürlich auch die Ermittlungen wieder sehr spannend mit einem schlüssigen Ende. Zusammengefasst bietet dieser Krimi wieder größtes Lesevergnügen.

„Engelsmädchen“

Psychothriller von Max Bentow, der 11. Fall für Nils Trojan, erschienen im Goldmann Verlag

Inhalt:

Der Berliner Kommissar Nils Trojan kommt einem Rätsel auf die Spur: Warum gibt sich eine Jugendliche fälschlicherweise als ein seit vielen Jahren vermisstes Mädchen aus, kurz bevor sie in den Tod springt? Bei seinen Ermittlungen trifft er auf die Kriminalpsychologin Carlotta Weiss, die unter Lebensgefahr versucht hat, die Jugendliche von dem Sprung abzuhalten. Trojan ist auf Anhieb fasziniert von seiner unkonventionellen Kollegin und bietet ihr an, in dem Fall zusammenzuarbeiten. Während sie gemeinsam versuchen, die mysteriösen Hintergründe des Selbstmords aufzuklären, geraten sie in den Strudel einer Mordserie, der sie unter die Brücken Berlins führt – und Carlotta erneut mit dem schwärzesten Abgrund ihres Lebens konfrontiert …

Eigene Meinung:

Das Buch ist der 11. Fall für den Berliner Kommissar Nils Trojan. Und auch wenn man weiß, was einen als Leser bei Max Bentow erwartet, so ist dieser Fall doch ganz anders. Wie alle Bücher von Max Bentow ist dieser Thriller sehr flüssig zu lesen. Dabei wächst die Spannung bis zu einem überraschenden Ende. Zwar wechseln die Erzähl-Perspektiven, aber das tut dem Lesefluss keinen Abbruch. Es geschehen wieder grausige Dinge in Berlin und es wird ein Thema aufgegriffen, von dem man sich als Außenstehender wenig Gedanken macht. Sehr interessant und belebend fand ich außerdem, dass Nils Trojan in dem Buch fast eine Nebenrolle spielt. Er arbeitet bei diesem Fall mit der Kriminalpsychologin Carlotta Weiss zusammen, die sehr unkonventionell aber erfolgreich unterwegs ist. Für mich eine sehr interessante Figur mit vielen Ecken und Kanten. Am Ende bietet ihr Nils Trojan eine weitere Zusammenarbeit an – ich hoffe, es kommt dazu.

„Winterträume in der kleinen Manufaktur am Meer“

Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen im Ullstein-Verlag

Inhalt:

Alea hat ihr Leben im Griff – zumindest bis ihre Tante so schwer stürzt, dass Alea Hals über Kopf auf das winterliche Sylt reisen muss, um ihr zu helfen. Aleas Beziehung überlebt das nicht, aber für Herzschmerz bleibt keine Zeit: Mit der kleinen Kerzenmanufaktur hat sie alle Hände voll zu tun, und dazu kommt noch der Hundewelpe, den ihre Tante adoptiert hat! Zum Glück hilft Felix, der Nachbar, wo er kann. Zwischen den funkelnden Dünenlichtern im Laden und der eiskalten Nordseebrise ist Herzklopfen vorprogrammiert. Doch Alea befallen Zweifel: Kann sie Felix wirklich vertrauen?

Eigene Meinung:

Auch dieses Buch von Julia Rogasch ist wieder ein Wohlfühlroman vor traumhafter Kulisse. Man kann das Buch entspannt lesen und dabei in die wunderbare Welt von Sylt abtauchen. Dabei sind die Beschreibungen wieder so gut, dass man als Leserin gleich in der Geschichte drin ist und auch das Gefühl hat, die Hauptfiguren schon lange zu kennen. Und ich war am Ende traurig, dass die Geschichte erzählt war, ich wäre gerne noch länger dort geblieben. Dabei geht es nicht nur um eine reine Liebesgeschichte sondern auch um den Mut, seine Träume im Leben zu verwirklichen und Chancen zu nutzen. Insgesamt ein schönes Lesevergnügen im winterlichen Sylt.

„Möwenzorn“ Ein Levke Sönkamp Krimi

Krimi von Ivonne Keller und Stina Jensen, als E-Book verfügbar

Inhalt:

Abitreffen auf Sylt – für Levke Sönkamp keine leichte Reise, denn mit der Nordseeinsel verbindet sie unangenehme Erinnerungen. Doch das Zusammentreffen mit alten Schulkameraden und ihrer Jugendliebe Leon könnte alte Wunden heilen. Das erste Drama erwartet sie schon bei ihrer Ankunft. Der Wirt des Szenelokals, in dem das Wiedersehen gefeiert werden sollte, ist ermordet worden. Levke sucht nicht nur nach einem Ersatzlokal, sondern auch nach dem Täter. Dabei stößt sie auf zahlreiche Ungereimtheiten. Was verbirgt die Witwe des Opfers? Und was dessen bester Freund – zufällig Beamter der örtlichen Polizei? Mitten in ihre Ermittlungen platzt Leon, dessen Anwesenheit bei Levke nicht gerade für einen klaren Kopf sorgt. Chefinspektor Jordi Barceló, der Levke von Mallorca aus beratend zur Seite steht, sorgt sich um ihre Sicherheit …

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist schon der 3. Fall für Levke Sönkamp. Ich kenne die beiden ersten Bände nicht, was auch nicht erforderlich ist, weil jeder Fall in sich abgeschlossen ist. Allerdings entwickeln sich die Hauptfiguren auch weiter und daher würde ich die beiden ersten Bände gerne noch lesen, denn die Figuren sind mit sehr viel Wärme dargestellt. Und so hat man als Leser gleich das Gefühl „mittendrin“ zu sein. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen mehreren Personen. Da das aber gut kenntlich gemacht ist, tut das dem Lesefluss keinen Abbruch. Insgesamt hat man hier einen spannenden Sylt-Krimi mit ganz viel Inselfeeling, guter Unterhaltung und einer interessanten Auflösung.

 

„Die Erinnerungsfotografen“

Roman von Sanaka Hiiragi, aus dem Japanischen von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold, erschienen bei Hoffmann und Campe

Inhalt:

Das Fotostudio von Herrn Hirasaka ist ein magischer Ort: Hier, an der Schwelle zum Jenseits, können die Besucher aus Fotografien ihren persönlichen Lebensfilm zusammenstellen. Hirasaka bietet dabei einen besonderen Service: Jeder Besucher erhält die Möglichkeit, zu einem bestimmten Moment seiner Vergangenheit zu reisen und eins der Fotos aufzufrischen. Ob eine einstige Erzieherin mit blasser Erinnerung ans Nachkriegs-Tokio, ein ermordetes Yakuza-Mitglied, das glaubt, nichts als eine bedauernswerte Schneise der Verwüstung hinterlassen zu haben, oder ein Mädchen aus perspektivlosen Verhältnissen – ihnen allen zeigt Hirasaka: Das Leben ist doch wunderschön, man muss nur im richtigen Moment hinsehen.

Eigene Meinung:

Dieses kleine, sorgfältig gestaltete Buch ist eine besondere Leseerfahrung. Man muss sich zunächst gedanklich auf die Grundidee einlassen. Dann erzählt das Buch darüber, wie schön das Leben sein kann und was im Leben wirklich wichtig ist. Außerdem erfährt man etwas über einen anderen Umgang mit dem Tod, der in dem Buch auch sehr gegenwärtig ist. Das war für mich aber nicht belastend, weil es irgendwie auf eine selbstverständliche Art passiert. Und auch wenn die Themen nicht einfach sind, so ist das Buch doch flüssig zu lesen. Insgesamt eine interessante Leseerfahrung.