„Schatten über der Alhambra“

Ein Andalusien-Krimi von Susanne Beck, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Sonnenuntergänge und spanischer Rotwein statt Winterdepressionen und Schneematsch – darauf hoffen die digitale Nomadin Clara und ihre Mutter Anneliese, als sie sich für einige Monate in Granada einquartieren. Und sie haben Glück: Ihr charmanter Vermieter Manuel zeigt den beiden verborgene Ecken der Stadt und zwischen Anneliese und ihm bahnt sich eine Romanze an. Doch der sorglose Spanienaufenthalt nimmt mit einem Todesfall in ihrem Umfeld schon bald eine düstere Wendung, die Clara und Anneliese dazu treibt, auf eigene Faust zu ermitteln. Dass die Schatten über der Alhambra dunkle Geheimnisse verbergen, merken sie erst, als es fast zu spät ist …

Eigene Meinung:

Das Buch ist nicht nur ein wunderbarer Urlaubskrimi, auch auf dem heimischen Sofa macht das Buch Spaß. Dabei bin ich bei Ermittlern immer vorsichtig, die nicht als Profis unterwegs sind. Aber hier habe ich Mutter und Tochter gerne bei ihren Nachforschungen begleitet. Der Krimi liest sich flüssig und es wird auch wirklich spannend. Zusätzlich gibt es ganz viel spanisches Flair aus Andalusien und natürlich von der Alhambra selbst.  Dadurch, dass die Alhambra als ehrwürdiges Gebäude zu Beginn jeden Kapitels auch selbst zu Wort kommt, bekommt das Buch auch noch einen angenehmen Tiefgang. Insgesamt hatte ich Lesespaß mit viel spanischer Sonne.

„Zornige Flut“ Der 7. Fall für Liv Lammers

Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Nach einem nächtlichen Brand in ihrem Haus ist Kriminalkommissarin Liv Lammers gerade erst in den Dienst zurückgekehrt, als sie nach Sylt gerufen wird. Ausgerechnet einer ihrer Kollegen hat in einer Fastenklinik bei Archsum einen menschlichen Schädel gefunden. Die Verletzungsspuren sprechen für einen gewaltsamen Tod, doch es erscheint nahezu unmöglich, den Schädel einem Vermisstenfall zuzuordnen. Oder handelt es sich bei dem Opfer etwa um eine bekannte Sylter Galeristin, die sich seit Monaten nicht bei ihren Freunden gemeldet hat? Noch während sie und ihre Kollegen von der Flensburger Mordkommission ermitteln, entgeht Liv einem erneuten Unfall nur knapp. Ein furchtbarer Verdacht kommt auf: Versucht jemand, die Aufklärung des Falls zu verhindern? Oder hat es jemand auf Livs Leben abgesehen?

Eigene Meinung:

Der 7. Fall für Kriminalkommissarin Liv Lammers hat es wirklich in sich. Neben den Ermittlungen auf Sylt scheint es auch noch jemand auf die Kommissarin persönlich abgesehen zu haben. Als Leser hat man wieder spannende Unterhaltung vor der perfekten Kulisse von Sylt. So kommt sehr viel Sylt-Feeling in dem Buch rüber, aber auch die Gegend um Flensburg kommt nicht zu kurz. Dabei ist der Krimi sehr flüssig zu lesen und wird insbesondere im letzten Drittel sehr spannend und fesselnd. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall für diese Ermittlerin.

„Ein Hund für zwei“

Roman von Thorsten Steffens, erschienen bei Piper

Inhalt:

Tony wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Leider ist er Single und arbeitet in Vollzeit, weswegen ihm das Tierheim keinen vermitteln möchte. Dieses Schicksal teilt Isabelle, der man ebenfalls einen Hund verwehrt. Als sie sich zufällig begegnen, tun sie sich zusammen: Im nächsten Tierheim geben sie sich als Paar aus und beschließen, sich abwechselnd um den Hund zu kümmern! Ansonsten haben sie zwar nichts gemeinsam, aber was soll schon schiefgehen? So zieht kurzerhand Labrador-Mischling Buddy als Teilzeithund bei ihnen ein. Der stellt ihr Leben ganz schön auf den Kopf – und dann funken auch noch Gefühle dazwischen.

Eigene Meinung:

Dieser Roman bietet gute Unterhaltung. Wer auf der Suche nach einem Roman mit einer charmanten Grundidee ist und dazu auch noch trockenen Humor mag, der wird hier fündig. Und für Hundefreunde ist dieser Roman bestimmt eine besondere Freude. Dabei ist auch dieser Roman des Autors wieder sehr entspannt und flüssig zu lesen. In dem Buch ist es mal wieder so, man macht einen Plan und dann kommt das Leben dazwischen, hier auf sehr humorvolle Weise erzählt. Insgesamt ein Buch, das gute, entspannte Unterhaltung bietet.

„Nordwestschuld“

 

Ein Fall für die Soko St. Peter-Ording Band 4 Krimi von Svea Jensen, erschienen bei HarperCollins

Inhalt:

Als die 55-jährige Karla Hensel vermisst gemeldet wird, übernimmt die Soko St. Peter-Ording den Fall. Bei den Befragungen des Umfelds stellt sich schnell heraus, dass Karla erst vor Kurzem über Facebook einen interessanten Mann kennengelernt hat. Ihre Mitarbeiterin Inken berichtet außerdem von Geldüberweisungen, die Karla an diesen Mann getätigt haben soll, und vermutet, Karla sei einem Love-Scammer aufgesessen. Ist dieser für Karlas Verschwinden verantwortlich?

Dann tauchen auch noch Skelettteile am Ordinger Strand auf. Sie können Elke Färber zugeordnet werden, einer vor zwei Jahren in Itzehoe verschwundenen Frau, die seinerzeit unter ähnlichen Umständen verschwand. Kann es wirklich sein, dass gefährliche Betrüger, die auch nicht vor Mord zurückschrecken, ihr Unwesen im Norden treiben?

Eigene Meinung:

Dieser Band ist schon der 4. Fall für die Soko St. Peter-Ording und bietet wieder spannende Krimi-Unterhaltung. Ich mag das Ermittlerteam der Soko und finde es wieder eine sehr gelungene Mischung zwischen persönlichen Themen der Ermittler und spannender Ermittlungsarbeit. Noch dazu, wo die Ermittlungen viel mit Love-Scamming zu tun haben und somit ein sehr aktuelles Thema aufgreifen. Welcher Facebook-Nutzer hat nicht auch schon mal so eine Kontaktaufnahme bekommen? Die Autorin hat viele Beispiele in ihrem Buch mit aufgenommen, da ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen, wenn man überlegt, wie oft man selbst schon entsprechende Posts bekommen hat. In diesem Krimi kriegt man einen nachhaltigen Eindruck davon, welche Folgen das alles haben kann. Das Buch ist schön flüssig zu lesen, der Fall ist spannend und dazu kann man per Buch einige Zeit in St. Peter-Ording verbringen, also bestes Lesevergnügen. 

Inhaltsangaben und Rezensionen zu Band 1-3 sind auch hier auf dem Blog zu finden. 

„Wellentanz und Liebesglück“

Roman von Jane Hell, erschienen bei Montlake

Inhalt:

Als Simons Ehe in Scherben liegt, flüchtet der Architekt zu seiner Oma Fria ins idyllische Hareby an der dänischen Küste. Nirgends fühlt er sich so geborgen wie in dem gemütlichen Reetdachhaus, das schon morgens nach Zimtschnecken duftet. Doch alles ist anders als früher, denn dort lebt nun auch Frias jüngere Mitbewohnerin. Die dreißigjährige Lerke praktiziert Qigong im neu angelegten Zen-Garten, der Simons geliebten Fußballrasen verdrängt hat. Außerdem legt Lerke viel Wert auf Ordnung und Ruhe, beides nicht gerade Simons Stärken. Erst als ausgerechnet Lerke Simon und seine Tochter auf einen Ausflug begleitet, sprühen die Funken zwischen den beiden. Dabei hat Lerke ihr Herz vor langer Zeit verschlossen und Simon würde zu gerne wissen, warum.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist schon Band 2 der romantischen Ostsee-Reihe der Autorin und entführt wieder ins dänische Hareby. Man muss den ersten Band nicht unbedingt kennen, um an diesem Buch Spaß zu haben. Die Hauptfiguren aus Band 1 sind zwar wieder da, aber dem kann man folgen, ohne das vorherige Buch zu kennen. Und dann gibt es wieder den gemütlichen und entspannten Lesespaß. Eine weitere Person kommt nach Hareby und wieder ist es nicht so einfach, wenn zwei ziemlich verschiedene Personen sich näher kennenlernen. Dazu kann man dann noch in das gemütliche Hareby eintauchen und so hat man großen und entspannten Lesespaß und auf jeden Fall beste Unterhaltung.

„Meeresnacht“

Nordseekrimi von Carina Lund, Elin Bertram ermittelt 2, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Alle zwei Jahre und vier Monate, in einer Vollmondnacht. Dann schlägt der Mondscheinmörder wieder zu.

Elin Bertram und Thees Conrads von der Soko Mondschein wissen noch immer nicht, wer hinter dem grausamen Ritual steckt, dem bislang fünf Frauen zum Opfer gefallen sind. Eine Woche vor der Frist erreicht sie plötzlich eine unerwartete Nachricht: In Bremerhaven ist ein junger Mann verschwunden und die dortige Polizei hat Hinweise, dass der Serientäter verantwortlich ist. Elin Bertram vermutet, dass es sich um einen Nachahmungstäter handelt. Doch am Tatort finden sich Hinweise, die die Handschrift des Mondscheinmörders tragen. Dann verschwindet eine weitere junge Frau. Und während Elin und Thees die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt, müssen sie sich fragen, wieviel sie überhaupt verstehen in diesem tödlichen Spiel …

Eigene Meinung:

Der 2. Teil der Trilogie hat mir auch wieder sehr gut gefallen. Man wird als Leser schon nach kurzer Zeit direkt in den Krimi reingezogen und mag dann kaum noch aufhören zu lesen. Denn das Buch  lässt sich sehr flüssig lesen und es hat ein gutes Tempo und die notwendige Spannung, damit man als Leser dran bleibt. Außerdem gefällt mir das Ermittlerduo Elin und Thees sehr gut.  Sie ermitteln gut zusammen, aber auch trockener Humor kommt nicht zu kurz. Sicherlich macht es Sinn, den ersten Teil der Serie, „Meeresdämmerung“, vorab zu lesen, denn es wird doch häufiger darauf Bezug genommen. Dieser zweite Fall ist zwar in sich abgeschlossen, aber der Mondscheinmörder wird die Soko noch weiter beschäftigen. Und daher freue ich mich schon sehr auf den 3. Band, wo es dann die Auflösung geben soll.

Teil 1 der Reihe

„Meeresdämmerung“

„Alsterschatten“

Kriminalroman von Leo Hansen, erschienen im Emons Verlag

Inhalt:

Hamburg wird von einer brutalen Mordserie erschüttert. Privatermittler Dr. Elias Hopp, Ex-Soldatin Janne Bakken und LKA-Profiler Zillinski arbeiten zusammen, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Der Schluss liegt nahe, dass ein Psychopath sein Unwesen treibt. Doch um das perfide Spiel tatsächlich zu durchschauen, müssen die drei ihr ganzes Können aufbringen. Eine Informantin aus der Szene der »Neuen Rechten« bringt die Ermittler auf eine heiße Spur. Viel Zeit bleibt ihnen allerdings nicht, denn unter der Oberfläche ziehen gefährliche Gegner ihre Fäden.

Eigene Meinung:

Das Buch ist der 2. Band für das Hamburger Ermittlerteam. Ich kenne Band 1 nicht, teilweise wäre es gut gewesen, den Band zu kennen, aber trotzdem hatte ich Lesespaß. Dieser Krimi überzeugt mit Aktualität, es geht schließlich um ein rechtes Terrornetzwerk in Hamburg. Als Laie kann man nur staunen, was da hinter den Kulissen wohl so teilweise passiert. Dazu sind interessante Ermittlertypen tätig und es gibt ganz viel Hamburg-Atmosphäre. Außerdem ist der Fall noch spannend und es gibt überraschende Wendungen. Ein Krimi mit gesellschaftspolitischem Tiefgang, der auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt.

„Inselspiel“

Kriminalroman von Anja Eichbaum, erschienen im Gmeiner Verlag

Inhalt:

Silvester am Conversationshaus: Auf Norderney fiebern die Urlauber dem Feuerwerk entgegen. Auch Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser sind voller Pläne für das neue Jahr. Da zerreißt ein Knall den Winterzauber. Ein Unheil jagt in dieser Nacht das andere, bis eine Entführung am Neujahrsmorgen erst recht das Tor zur Hölle öffnet. Und niemand weiß: Was ist wahr? Was unwahr? Was Wirklichkeit? Und was Wahn? Ein Trip voller Angst beginnt. Die Würfel scheinen längst gefallen …

Eigene Meinung:

Dieser Band ist der 6. Fall für Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser. Für Martin Ziegler wahrscheinlich auch der persönlichste Fall, geht es doch um die Entführung seiner Lebensgefährtin Anne. Für mich hat sich das Buch angefühlt wie „Nachhausekommen“. Man kennt die Personen der Serie und fühlt sich gleich heimisch und vertraut. Dazu hat mich der Fall allerdings auch total gepackt, ich fand das Buch sehr spannend. Abwechselnd erlebt man als Leser die Ermittlungen der Polizei und von Ruth Keiser und bekommt dann im nächsten Kapitel Einblick, wie es der entführten Anne gerade geht. Das ist sehr spannend geschrieben und gerade Ruth Keiser läuft zur Höchstform auf. Für mich ist das beste Unterhaltung mit einem Regionalkrimi, denn es gibt auch noch ganz viel Inselfeeling von Norderney und in diesem Buch auch aus Lübeck Es passt also alles.

„Drohbriefe an den Weihnachtsmann“

Ein Adventskalenderbuch von Frieda Frost mit Illustrationen von Kai Würbs, erschienen bei Coppenrath

Inhalt:

Ein Blick in den Alltag des Weihnachtsmannes voller schwarzem Humor!
Es ist Weihnachten – Hochbetrieb am Nordpol! Die Geschenke müssen gepackt werden und tagtäglich treffen haufenweise neue Wunschzettel ein. Eigentlich Routine für Santa und sein eingespieltes Team.
Bis der Weihnachtsmann einen Brief öffnet, dessen Inhalt es in sich hat …

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein liebevoll gestaltetes Adventskalenderbuch für Leser, die schwarzen Humor mögen. Mir hat es sehr großen Spaß gemacht. Dabei geht es in 24 Kapiteln um den Schriftverkehr zwischen dem Weihnachtsmann und Stefan, der sich eine Sehnenscheidenentzündung für seine Schwiegermutter wünscht. Allein die Sprache hat bei mir schon für beste Unterhaltung gesorgt. Der Weihnachtsmann ist schön geschäftsmäßig unterwegs und hat auch seine Vorgaben, was er darf und was nicht. Die Korrespondenz liest sich manchmal wie der Schriftverkehr mit einem Versandhandel. Und Stefan versucht alles, um seinen Wunsch durchzubekommen, für den man als Leser schon bald viel Verständnis hat. Ein höchst unterhaltsamer Blick auf Geschenke zu Weihnachten und ihre Folgen, dazu noch wunderbar illustriert und gestaltet. Kein Adventskalender für Kinder, aber Erwachsene, die schwarzen Humor mögen, werden großen Spaß haben.

„22 Bahnen“

Roman von Caroline Wahl, erschienen bei Dumont

Klappentext:

Hochsommer in einer farblosen Kleinstadt: Neben Mathestudium und Nebenjob an einer Supermarktkasse ist das allabendliche Schwimmen im Freibad einer der wenigen Lichtblicke für Tilda. Hier kann sie mal kurz abschalten von ihrem Alltag, in dem sie sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter kümmern muss. Von einem freien und unbeschwerten Leben erlaubt sie sich nicht zu träumen. Dann taucht Viktor auf, und plötzlich gerat alles aus dem Takt.

Eigene Meinung:

Das Buch ist der Debütroman von Caroline Wahl und es hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist modern, mit manchmal kurzen, knappen Dialogen und teilweise kurzen Sätzen. Begeistert hat mich die Beobachtungsgabe, mit der die Autorin gerade ihre Hauptfigur ausstattet. Besonders bildlich wird das, wenn Tilda  an der Supermarktkasse schon anhand des Einkaufs weiß, wer da vor ihr steht. Aber auch sonst ist Tilda eine gute Beobachterin. Dabei erzählt die Geschichte sehr eindringlich, was das für Kinder bedeutet, wenn die eigene Mutter von Alkohol abhängig ist. Und so ist das dann für die Kinder auch noch schwieriger als sonst ohnehin, den eigenen Weg im Leben zu gehen. Das erzählt dieses Buch sehr eindringlich. Von daher: Unbedingt lesen!

Das Buch ist von den unabhängigen Buchhandlungen zum Lieblingsbuch des Jahres 2023 gewählt worden. Eine tolle Auszeichnung für die junge Autorin und absolut verdient.