„Inselspiel“

Kriminalroman von Anja Eichbaum, erschienen im Gmeiner Verlag

Inhalt:

Silvester am Conversationshaus: Auf Norderney fiebern die Urlauber dem Feuerwerk entgegen. Auch Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser sind voller Pläne für das neue Jahr. Da zerreißt ein Knall den Winterzauber. Ein Unheil jagt in dieser Nacht das andere, bis eine Entführung am Neujahrsmorgen erst recht das Tor zur Hölle öffnet. Und niemand weiß: Was ist wahr? Was unwahr? Was Wirklichkeit? Und was Wahn? Ein Trip voller Angst beginnt. Die Würfel scheinen längst gefallen …

Eigene Meinung:

Dieser Band ist der 6. Fall für Inselpolizist Martin Ziegler und Polizeipsychologin Ruth Keiser. Für Martin Ziegler wahrscheinlich auch der persönlichste Fall, geht es doch um die Entführung seiner Lebensgefährtin Anne. Für mich hat sich das Buch angefühlt wie „Nachhausekommen“. Man kennt die Personen der Serie und fühlt sich gleich heimisch und vertraut. Dazu hat mich der Fall allerdings auch total gepackt, ich fand das Buch sehr spannend. Abwechselnd erlebt man als Leser die Ermittlungen der Polizei und von Ruth Keiser und bekommt dann im nächsten Kapitel Einblick, wie es der entführten Anne gerade geht. Das ist sehr spannend geschrieben und gerade Ruth Keiser läuft zur Höchstform auf. Für mich ist das beste Unterhaltung mit einem Regionalkrimi, denn es gibt auch noch ganz viel Inselfeeling von Norderney und in diesem Buch auch aus Lübeck Es passt also alles.

„Drohbriefe an den Weihnachtsmann“

Ein Adventskalenderbuch von Frieda Frost mit Illustrationen von Kai Würbs, erschienen bei Coppenrath

Inhalt:

Ein Blick in den Alltag des Weihnachtsmannes voller schwarzem Humor!
Es ist Weihnachten – Hochbetrieb am Nordpol! Die Geschenke müssen gepackt werden und tagtäglich treffen haufenweise neue Wunschzettel ein. Eigentlich Routine für Santa und sein eingespieltes Team.
Bis der Weihnachtsmann einen Brief öffnet, dessen Inhalt es in sich hat …

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein liebevoll gestaltetes Adventskalenderbuch für Leser, die schwarzen Humor mögen. Mir hat es sehr großen Spaß gemacht. Dabei geht es in 24 Kapiteln um den Schriftverkehr zwischen dem Weihnachtsmann und Stefan, der sich eine Sehnenscheidenentzündung für seine Schwiegermutter wünscht. Allein die Sprache hat bei mir schon für beste Unterhaltung gesorgt. Der Weihnachtsmann ist schön geschäftsmäßig unterwegs und hat auch seine Vorgaben, was er darf und was nicht. Die Korrespondenz liest sich manchmal wie der Schriftverkehr mit einem Versandhandel. Und Stefan versucht alles, um seinen Wunsch durchzubekommen, für den man als Leser schon bald viel Verständnis hat. Ein höchst unterhaltsamer Blick auf Geschenke zu Weihnachten und ihre Folgen, dazu noch wunderbar illustriert und gestaltet. Kein Adventskalender für Kinder, aber Erwachsene, die schwarzen Humor mögen, werden großen Spaß haben.

„22 Bahnen“

Roman von Caroline Wahl, erschienen bei Dumont

Klappentext:

Hochsommer in einer farblosen Kleinstadt: Neben Mathestudium und Nebenjob an einer Supermarktkasse ist das allabendliche Schwimmen im Freibad einer der wenigen Lichtblicke für Tilda. Hier kann sie mal kurz abschalten von ihrem Alltag, in dem sie sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter kümmern muss. Von einem freien und unbeschwerten Leben erlaubt sie sich nicht zu träumen. Dann taucht Viktor auf, und plötzlich gerat alles aus dem Takt.

Eigene Meinung:

Das Buch ist der Debütroman von Caroline Wahl und es hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist modern, mit manchmal kurzen, knappen Dialogen und teilweise kurzen Sätzen. Begeistert hat mich die Beobachtungsgabe, mit der die Autorin gerade ihre Hauptfigur ausstattet. Besonders bildlich wird das, wenn Tilda  an der Supermarktkasse schon anhand des Einkaufs weiß, wer da vor ihr steht. Aber auch sonst ist Tilda eine gute Beobachterin. Dabei erzählt die Geschichte sehr eindringlich, was das für Kinder bedeutet, wenn die eigene Mutter von Alkohol abhängig ist. Und so ist das dann für die Kinder auch noch schwieriger als sonst ohnehin, den eigenen Weg im Leben zu gehen. Das erzählt dieses Buch sehr eindringlich. Von daher: Unbedingt lesen!

Das Buch ist von den unabhängigen Buchhandlungen zum Lieblingsbuch des Jahres 2023 gewählt worden. Eine tolle Auszeichnung für die junge Autorin und absolut verdient.

„Lesung von Alena Schröder in Eutin“

Das war ein wunderbarer Abend letzten Freitag in der Buchhandlung Hoffmann in Eutin. Die Autorin Alena Schröder war zu Gast und hat aus ihrem neuen Roman „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ gelesen.

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Die Autorin ist eigentlich Zeitschriftenjournalistin und arbeitet auch immer noch für die „Brigitte“. Ihr erster Roman

„Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, dunkles Kleid“ ist mitten in der Pandemie erschienen und Dank der Buchhändler/innen trotzdem ein Erfolg geworden. Nun wollte die Autorin etwas ganz anderes machen, konnte die Figuren aber noch nicht loslassen. Und so gibt es mit dem neuen Buch wieder ein Buch über vier Frauengenerationen, wie auch schon in dem 1. Roman. Die Geschichte der Figuren wird erzählt, die in dem ersten Band nicht so ausführlich dargestellt wurden. Es geht dabei um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und auch dem Wunsch nach einer beruflichen Entwicklung. Das die Buchhändlerin mit dem ersten Titel in der Begrüßung Probleme hatte, konnte die Autorin verstehen, daß war ihr auch schon passiert.

Das Buch spielt in Schwaben, dabei kommt die Autorin aus der hessischen „Provinz“. Mit dem Ort wollte sie einem Freund eine Freude machen. Die Geschichte spielt an einem komplett fiktiven Ort in Schwaben, dass „spart Recherche“, so die Autorin. Dazu hat sie eine schwäbische Freundin, die entsprechend Korrektur liest. Zur Recherche bestellt Alena Schröder sich alte Zeitschriften, so erfahrt sie, wofür sich die Menschen in der jeweiligen Zeit abseits der Politik interessiert  haben.

„Lesung von Alex Beer in Bad Oldesloe“

Im Rahmen der Frauen-Kulturtage hat Alex Beer letzten Sonntag ihren aktuellen Kriminalroman „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ in Bad Oldesloe vorgestellt. Die Autorin lebt aktuell in Wien, kommt aber aus dem Vorarlberg, der Gegend mit dem schlimmsten Dialekt in Österreich, so ihre eigene Aussage. Mit Cosy Crime hat sie angefangen und ist als studierte Archäologin dann zu den historischen Kriminal-Romanen gewechselt, denn sie hat schon als Kind immer Kriminalromane gelesen.

Hier gibt es bereits eine Reihe um Inspektor August Emmerich, der in Wien nach dem Ersten Weltkrieg ermittelt. Außerdem gibt es eine Reihe um Sonderermittler Isaak Rubinstein, der 1942 in Nürnberg tätig ist.

Nun beginnt mit „Felix Blom“ eine neue Reihe, die im preußischen Berlin spielt. Die Autorin wünscht sich etwas mehr Leichtigkeit in den Büchern. Österreich war komplett kaputt nach dem 1. Weltkrieg, viele waren geflüchtet, es fehlten Rohstoffe usw, entsprechend düster war die Zeit. Dementsprechend düster ist auch die Reihe um Inspektor Emmerich. Alex Beer hat vorher auch in Berlin gelebt und findet die Gründerzeit dort sehr spannend. Die Stadt ist damals sehr schnell gewachsen, wie keine andere Stadt. Es war eine bunte, wilde Zeit und die Leute waren trotz der Umstände gut drauf.

Felix Blom hat eine historische Vorlage, nämlich den ersten Privatdetektiv Eugene Francois Vidocq. Der war erst Verbrecher, kannte alle Tricks und hat dann die Seiten zur Polizei gewechselt. Danach wurde er Privatdetektiv, auch in Deutschland. Die Bücher von Alex Beer sind True Crime, basieren also auf wahren Geschichten. Die Recherche ist nicht so einfach, weil ihre Figuren einfache Leute sind. Recherchematerial gibt es meistens von bekannten Leuten aus der jeweiligen Zeit, aber nicht von den praktischen Fragen der einfachen Leute. So berichtet niemand über die Verwendung von Toilettenpapier. So bekommt sie die meisten Informationen aus Tageszeitungen, wie z.B. von 1878 der Berliner Gerichtszeitung.

Das Buch ist Krimi und Lehrbuch, wie man gut einbrechen kann. Dazu hat es Struktur, mit dem entsprechenden Zeitungsartikel als Grundlage und dem Einschub von Tipps.

In zwei Wochen erscheint der 2. Band „Im Schatten von Berlin„. Es geht wieder um einen echten Fall, dieses Mal ein besonderer Einbruch.

Der 1. Band wurde vorgestellt:

Inhalt:

Berlin, 1878: Der Gauner Felix Blom wird nach drei Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Doch in Freiheit ist nichts mehr so, wie es mal war: Sein Hab und Gut gepfändet, seine Verlobte ist mit jemand Neuem liiert. Alle Versuche, an Geld oder Arbeit zu kommen, scheitern. Aber dann hat Blom eine geniale Idee: Warum sich nicht mit der neuen Nachbarin zusammentun? Die ehemalige Prostituierte Mathilde führt eine Privatdetektei, allerdings sind die Aufträge rar, da man ihr als Frau diese Arbeit nicht zutraut. Ihr erster Fall führt die beiden gleich auf die Spur eines mysteriösen Mörders, der seinen Opfern Briefe mit der Botschaft zukommen lässt: „In wenigen Tagen wirst Du eine Leiche sein.“ Als auch Blom eine solche Karte unter seiner Tür durchgeschoben bekommt, wird die Sache persönlich …

„eat.READ.sleep.Bücher für dich“ Podcast-Session in Hamburg

Das war eine spannende Veranstaltung im Rahmen des Harbourfront-Literaturfestivals letzten Donnerstag in Hamburg. Das Festival ist bekannt dafür, Literatur in Orte am Hafen zu bringen. Dieses Mal war die „Fabrik“ in Altona die Location.

Hier würde eine Podcast-Folge von eat.READ.sleep vor Live-Publikum aufgezeichnet. Katharina Mahrenholtz und Daniel Kaiser waren an diesem Abend die Moderatoren. Der Titel des Podcast besteht aus den lebenswichtigen Dingen, in der Mitte ist die Leidenschaft – das Lesen. Kann ich schon so unterschreiben.

Nach einer Runde „Stadt, Land, Buch“ ging es dann los mit eat., der literarischen Vorspeise. In Anlehnung an das Buch „Rebecca“ was den Abend als Klassiker vorgestellt wurde, gab es „Crumpets à la Manderley“ auf der Bühne zum Verkosten, für das Publikum als Rezept zum Mitnehmen.

Anschließend stellten die beiden Moderatoren sehr unterhaltsam folgende Bücher vor:

Drifter“ von Ulrike Sterblich

Paradise Garden“ von Elena Fischer

Himmel hilf“ von Tillmann Bendikowski

Während bei „Drifter“ zwischen beiden Moderatoren Einigkeit bestand, dass man es ziemlich überzogen fand, gingen bei den anderen Büchern die Meinungen manchmal auseinander, was es für die Zuhörer interessant machte.

Dann war Bestsellerautorin Mariana Leky zu Gast. Mit ihrem Buch „Was man von hier aus sehen kann“ war sie 65 Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste und das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen im letzten Jahr. Wichtig ist für sie beim Schreiben, dass sie die Geschichte bereits von A bis Z kennt. Und so beginnt Gemütlichkeit in ihrem Tag nicht vor 14 Uhr. Aktuell arbeitet sie an einem neuen Roman. In einem Roman gefällt ihr, so viel Zeit für die Figuren zu haben. Außerdem liest sie sich jede Seite vor, wenn sie sie geschrieben hat, denn der Klang ist wichtig, so die Autorin.

An diesem Abend hat sie aus „Kummer aller Art“ gelesen, die literarischen Kolumnen sind zuerst in einer Psychologie-Zeitschrift erschienen und nun als Buch veröffentlicht worden.

Anschließend stellten die beiden Moderatoren unter der Rubrik „Alltime-Favoriten“ noch „Rebecca“ von Daphne Du Maurier vor.

Zum Schluss gab es noch eine Runde Literatur-Quiz und ein unterhaltsamer Abend ging zu Ende mit dem schönen Gefühl: Lesen mit Spaß!

„Lange Nacht des Krimis – Theorie trifft auf Realität“

Ein krimineller Staffellauf – Autor/innen erzählen, Experten ergänzen

Das war eine eine lange und gleichzeitig sehr kurze und unterhaltsame Nacht des Krimis. Die Veranstaltung dauerte tatsächlich fast 6 Stunden, war aber so kurzweilig, dass es einem als Zuhörerin nicht so lange vor kam. Ich fand schon das Konzept sehr interessant, dass nämlich Lesungen ergänzt werden von Beiträgen von Fachleuten. Und so gab es zusätzlich Erklärungen von einem Rechtsmediziner, einem Kriminalhauptkommissar, einem Notfallseelsorger und einem Tatorteiniger. Und wenn schon das Auto von einem Tatortreiniger vor einem Kino in Norderstedt steht – dann ist was los…   

Den Auftakt machten Bettina Mittelacher und Prof.Dr. med. Klaus Püschel, sie Gerichtsreporterin und Krimiautorin, er einer der bekanntesten Rechtsmediziner Deutschlands, bis zur Pensionierung im UKE in Hamburg-Eppendorf als Leiter der Rechtsmedizin tätig. Zusammen schreiben beide True-Crime-Romane und Thriller, denn „Die Wahrheit ist der beste Krimi“

Dabei ist auch die Arbeitsteilung klar, denn Dr. Püschel ist zuständig für die Fakten und Bettina Mittelacher für das Schreiben. Beide haben aus ihren Büchern gelesen, dazu gab es noch einige spannende Ausführungen von Dr. Püschel zur Faszination der Rechtsmedizin.

„Totenpuzzel“ ist ein Thriller, den beide zusammen geschrieben haben.

Anschließend stellte Svea Jensen „Nordwestschuld“ vor, den 4. Fall für ihre Soko St. Peter-Ording. Die Örtlichkeit, so die Autorin, war ein Wunsch des Verlages.

In dem Buch geht es um Love-Scamming. Dazu hatte Svea Jensen Stefan Dummer an ihrer Seite, erster Kriminalhauptkommissar der Kriminalinspektion Itzehoe. Er hatte die Autorin bei dem Buch fachlich unterstützt.

Lovescamming ist die moderne Form des Heiratsschwindels. Bedingt durch die Einsamkeit auch durch Corona hat sich die Kriminalität vermehrt. Daneben erklärte Dummer dem Publikum dann auch noch sehr anschaulich die Arbeit der Polizei, wenn eine Person als vermisst gemeldet wird.  

Anschließend hat Reimer Boy Eilers aus seinem Buch „Das Helgoland – Der Höllensturz“ vorgelesen, ein historischer Kriminalfall, der die Zuhörer in die Geschichte Helgolands entführte.

   

Hinterher wurde es wieder unterhaltsamer. Anja Marschall und Leo Hansen haben zusammen ihre aktuellen Bücher vorgestellt. 

Anja Marschall hat aus „Die toten Engel von Kreta“ gelesen. Das Buch wurde hier im Blog schon ausführlich vorgestellt. Ausnahmsweise, so die Autorin, mal kein historisches Buch. Leo Hansen hat mit „Alsternacht“ sein erstes Buch vorgestellt, das in Hamburg spielt und sich sehr interessant anhörte.

Allein das Cover von dem Buch von Leo Hansen finde ich schon interessant – das Hamburger Rathaus. Der zweite Band erscheint demnächst.

Dann war die Bühne frei für eine der Organisatoren des Abends- Anja Gust hat ihren neuen Krimi „Kaczmarek ermittelt- Tatort Norderstedt“ vorgestellt.

 

Schon in der Leseprobe konnte man erkennen, dass es auch in diesem Buch neben Spannung auch wieder viel trockenen Humor gibt.

Mucksmäuschenstill war es dann aber im Saal, als Gunnar Urbach ans Mikrofon trat. Gunnar Urbach ist Pastor und Notfallseelsorger in Norderstedt. Er hat dem Publikum von seiner Arbeit als Notfallseelsorger berichtet und das war so berührend und authentisch, dass absolute Stille herrschte. Wie es ist, wenn die Polizei eine Todesnachricht überbringt und was dann ein Notfallseelsorger macht/machen kann. Und wie lange es dauern kann, bis der Angehörige wieder handlungsfähig ist und sich die Schockstarre löst. Dabei unterstützt Gunnar Urbach nicht nur Angehörige sondern auch Einsatzkräfte nach schwierigen Einsätzen. Man konnte den Respekt vor dieser Arbeit im Saal förmlich spüren. 

Etwas hemdsärmeliger, aber trotzdem einfühlsam ist die Arbeit eines Tatortreinigers. Krimiautorin Kathrin Hanke hat dazu mit Tatortreiniger Dirk Plähn ein Buch geschrieben.

Beide waren vor Ort, haben einen kurzen Film gezeigt und auch dieser Beitrag hat die Zuhörer ergriffen. Wie es ist, wenn jemand 6 Wochen tot in der Wohnung liegt, in mulmiges Gefühl macht sich im Publikum breit. Das Wort „Leichenflüssigkeit“ kam häufiger vor. Den Beruf hat Dirk Plähn ergriffen, nachdem er einen Bericht über Tatortreiniger in Amerika gesehen hat. So etwas gab es in Hamburg nicht, eine Marktlücke war entdeckt. Der Öffentlichkeit bekannt ist der Beruf durch die Fernsehserie mit Bjarne Mädel. Tatsächlich geht es in der täglichen Arbeit aber nicht nur um Tatorte… Z.B. kümmert sich Dirk Plähn auch um die Wohnung von Verstorbenen im Allgemeinen und entrümpelt Messie-Haushalte.

Sorry, dass die Fotos etwas dunkel sind, aber die Veranstaltung war in einem Kino, dem Spectrum Kino in Norderstedt. Dementsprechend war es etwas dunkel zum Fotografieren.

Zusammengefasst war es ein toller Abend. Spannend, interessant, abwechslungsreich und die Zeit verging wie im Flug. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.  

      

„Sandmuscheln und Salzwasserküsse“

Ostsee-Roman von Jane Hell, erschienen bei Montlake, Amazon Media EU

Inhalt:

Alma lebt mit ihrem Verlobten Clemens in einem schicken Kopenhagener Apartment und alles scheint perfekt. Doch während sich Clemens immer weiter in seine Arbeit vertieft, läuft es für sie beruflich immer schlechter. Kurzerhand schnappt sich Alma ihre Katze und fährt nach Hareby: ihr Heimatdorf, das sie seit dem Tod ihres Vaters nur selten besucht hat. Auf dem Campingplatz bei ihrer Mutter zu sein, tut Alma gut. Alles ist vertraut, sogar die alte Inga bäckt noch die weltbesten Zimtschnecken. Doch die täglichen Begegnungen mit ihrem Jugendfreund Magnus werfen sie aus der Bahn. Bei einem Segelausflug knistert es gewaltig zwischen ihnen und Almas Herz sendet ihr Signale, die sie nicht hören will. Dabei hat Alma ganz andere Sorgen, denn ein großzügiges Kaufangebot stellt die Zukunft des Campingplatzes infrage …

Eigene Meinung:

Das Buch ist der Beginn der neuen Ostsee-Reihe von Jane Hell „Herzklopfen in Dänemark“ und es verspricht einige Stunden entspannten Lesespaß. Es ist flüssig zu lesen, immer abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren geschrieben. Was mich richtig überzeugt hat, ist das Setting. Der Ort Hareby mit seinen Bewohnern, insbesondere rund um die Campingplatz, ist so bildlich und liebevoll dargestellt, dass ich beim Lesen die ganze Zeit entsprechende Bilder im Kopf hatte und sehr gerne sofort losgefahren wäre. Dazu die Bewohner, die hier so vorgestellt werden, dass man das Gefühl hat, sie schon gut zu kennen. Das gibt ein schönes Gefühl der Vertrautheit und kam mir irgendwie „griffig“ vor, anders kann ich es nicht beschreiben. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.

„Krimi-Dinner mit Florian Schwiecker in Bad Oldesloe“

Nachdem der Berliner Autor Florian Schwiecker im Jahr 2017 schon einmal im Kurpark in Bad Oldesloe seine Zuhörer begeistert hat, war es am Freitag im Oldesloer Restaurant KandelaR so weit: Rainer Hinz, Inhaber des Restaurants, Annette Führmann und Buchhändlerin Ilona Rehme, beide Gründerinnen des Oldesloer Krimi-Stammtisches, hatten zum Krimi-Dinner geladen. Dazu gab es ein wunderbares Menü von Rainer Hinz, angelehnt an die italienische Herkunft der Hauptfigur Rocco Eberhardt, der Anwalt in den Büchern, die Florian Schwiecker inzwischen zusammen mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos schreibt. Das Essen war sehr köstlich:

    

Zwischen den Gängen hat Florian Schwiecker dann aus dem neusten Buch „Die letzte Lügnerin“ gelesen. Es ist das dritte Buch, dass er gemeinsam mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos geschrieben hat. In dieser Reihe ermitteln Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer gemeinsam in Berlin. Hierbei kommt dem Autoren zu Gute, dass er von 2001 bis 2009 in Berlin als Strafverteidiger tätig war.  

Neben den Lesungen erzählte Schwiecker noch einiges, was ein Strafverteidiger so erleben kann und auch, wie es zu der Zusammenarbeit mit Michael Tsokos gekommen ist. Schwiecker hat in einer Kolumne für die Zeitschrift „Freundin“ Bücher empfohlen, u.a. ein Buch von Michael Tsokos. Als beide dann zusammen auf der Bestsellerliste standen, ist der Kontakt entstanden und daraus wurde eine Zusammenarbeit zwischen dem Strafverteidiger und dem Rechtsmediziner. 

Die gemeinsamen Fälle sind True Crime Thriller, die also auch so ähnlich tatsächlich passiert sind und auch die Personen gibt es. Grundlage für „Die letzte Lügnerin“ war die Ibizza-Affäre in Österreich. 

Auf die Frage, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren könnte, Strafverteidiger zu sein, erklärte Schwiecker, dass es ihm wichtig ist, stets beide Seiten zu beleuchten. Für ihn ist das auch sehr wichtig vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.

Die Zusammenarbeit mit Michel Tsokos gestaltet sich so, das jeder seine Kapitel schreibt, die die im Gericht spielen schreibt Florian Schwiecker, die Kapitel in der Rechtsmedizin Michael Tsokos. Dabei wissen sie beide, wie die Geschichte ausgeht, dass ist vorher besprochen worden. Beide Autoren haben einen relativ gleichen Stil, der von der Lektorin dann auch noch überarbeitet und angepasst wird.

Auf die Frage nach seinen täglichen Schreibzeiten erklärte Florian Schwiecker, dass er immer frühmorgens schreibt, da er seinen Hauptberuf mittlerweile bei einer Softwarefirma hat.

Insgesamt ein sehr gelungener Abend mit leckerem Essen und bester Krimi-Unterhaltung. Wie gut, dass Florian Schwiecker versprochen hat, in zwei Jahren wiederzukommen…

Das Buch:

Inhalt:

Ein Polit-Skandal erschüttert Berlin: In einem geleakten Video ist zu sehen, wie Bausenator Dieter Möller schmutzige Immobiliendeals mit einem russischen Oligarchen aushandelt – auch der  Vater von Strafverteidiger Rocco Eberhardt soll darin verwickelt sein. 

Als der für das Video verantwortliche Tontechniker auf dem Seziertisch von Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer landet, lautet die Anklage gegen Möller plötzlich auf Mord. In die Enge getrieben, bittet er Rocco um Hilfe und beteuert seine Unschuld. Doch die ermittelnde Kommissarin findet immer mehr Beweise gegen den Bausenator, und Rocco muss sich fragen, ob sein Vater einen Mörder deckt …

 

      

„Meeresdämmerung“

Auftakt für die Soko Mondschein

Ein Nordseekrimi von Carina Lund, erschienen bei Ullstein eBooks

Inhalt:

Elin Bertram ist nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Mit der Soko Mondschein sucht die Hamburger Kommissarin einen Serienmörder, der seit elf Jahren entlang der Nordseeküste Frauen brutal ermordet. Dann wird sie in das kleine Hafenstädtchen Carolinensiel gerufen: In einer verlassenen Hütte in einem Kiefernwald wurde die 17-jährige Jonna tot aufgefunden. Auf den ersten Blick deutet alles darauf hin, dass Jonna zum sechsten Opfer des Mondscheinmörders wurde. Aber Elin ist sicher, dass jemand anderes hinter diesem Mord steht. Kann sie ihrem Instinkt glauben und ihren Kollegen Thees Conrads von der Kripo Aurich überzeugen? Und wer wollte Jonna etwas Böses?

Eigene Meinung:

Dieser erste Fall für das Ermittlerteam Elin und Thees hat mir sehr gut gefallen. Eine solide Ermittlerarbeit vor Nordseekulisse und auch immer ein cooler Spruch untereinander, und das bei einem Team, was zunächst eher durch Zufall zusammen arbeitet. Dazu war der eigentliche Fall sehr spannend und hat einige überraschende Wendungen. Ich selbst war jedenfalls auf einer völlig falschen Spur und das spricht dafür, dass der Krimi gut erzählt wird. Die Nordseekulisse hat mir auch gut gefallen, denn so ganz nebenbei gab es jede Menge Nordseeflair und auch das kam authentisch rüber. Und so freue ich mich auf eine Fortsetzung und bis dahin gibt es hier eine Leseempfehlung für alle Liebhaber von Küstenkrimis, die an der Nordsee spielen.