„Das Dünencafe“

Ein historischer Sylt-Roman von Sina Beerwald, erschienen bei Droemer Knaur

Klappentext:

Der erste Weltkrieg ist endlich vorbei. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten und unter dem Argwohn der Männer setzt Moiken alles daran, das Hotel „Strandvilla“ und ihr geliebtes Cafe auf Sylt im alten Glanz erstrahlen zu lassen, sie will ihre Gäste im Dünenpavillon wieder mit Törtchen und Pralinen verwöhnen. Der charismatische Wasserbauingenieur Adam von Baudissin ist fasziniert von ihr – und sie von ihm. Er ist auf die Insel gekommen, um allen Widrigkeiten zum Trotz ein Jahrhundertbauwerk zu errichten – einen Damm zum Festland. Moiken könnte glücklich sein, wäre da nicht die Sorge um ihre Tochter Emma, die mit ihrem Vater, dem Fotografen Boy Lassen, nach Berlin gegangen ist. Als Emma schwer erkrankt, eilt Moiken in die brodelnde Metropole. Das Wiedersehen mit Boy, ihrer ersten großen Liebe, reißt alte Wunden auf: Wird Moiken ihn jemals vergessen können?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein historischer Roman, wie ich ihn sehr gerne lese. Historische Begebenheiten eingebunden in eine interessante Handlung mit spannenden Hauptpersonen. Genau das ist hier der Fall. Dabei lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und so gibt es den vollen Lesespaß. Neben dem großen Projekt des Dammbaus geht es hier auch noch um die Stellung der Frau in der Gesellschaft nach dem ersten Weltkrieg. Und das ist als Witwe und Geschäftsfrau gar nicht so einfach. Außerdem gibt es viele wunderbare Beschreibungen der Insel Sylt. Zwar aus einer anderen Zeit, aber vieles kann man auch heute noch nachvollziehen, wenn man die Insel kennt. Den ersten Teil habe ich übrigens noch nicht gelesen, was aber kein Problem darstellt, denn die Erklärungen in diesem Buch sind so, dass man mühelos hineinkommt. Insgesamt ein sehr großes Lesevergnügen und eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

Und wer mit Teil 1 anfangen möchte:

„Die Strandvilla“ entführt auf die Insel Sylt im Jahre 1913.

Lesung mit Sina Beerwald auf Sylt

Lesung Sina Beerwald

Wie, eine Lesung auf Sylt, mitten im Lockdown? Das Internet macht es möglich, man konnte sich eine Eintrittskarte online kaufen, erhielt dafür einen Zoom-Link und konnte dann der Lesung gemütlich vom heimischen Sofa aus lauschen. Dabei waren Teilnehmerkreis und Technik so, dass man Fragen stellen konnte und mit der Autorin und den anderen Gästen in Gespräch kommen konnte. Bei Minus 10 Grad draußen war ich dann sogar froh, dass ich nachts nicht nach Hause musste… Allen Beteiligten hat es großen Spaß gemacht. Für die Autorin endlich mal wieder eine Lesung und Kontakt zu den Lesern, für alle Zuhörer eine wunderbare Lesung.

Sina Beerwald lebt seit 12 Jahren auf Sylt. Aus dem Schwabenland ist sie mit 2 Koffern auf die Insel gekommen, als ihr Leben auf den Kopf gestellt war und es Zeit für einen Neuanfang war. Bisher als Biblothekarin im öffentlichen Dienst angestellt, eine sehr mutige Entscheidung.

Im März 2020 ist ihr Buch „Die Strandvilla“ erschienen. In dem historischen Sylt-Roman ist der erste Weltkrieg 1913/1914 ein Thema, innerhalb von drei Tagen mussten die Badegäste die Insel damals verlassen. Diese historische Realität hat sich jetzt mit dem Corona-Virus wiederholt, ausgerechnet, als das Buch erscheint. In dem Buch gibt es natürlich fiktive Figuren, aber auch Figuren nach realen Vorbildern.

Schon mit 10 Jahren hat Sina Beerwald „beschlossen“, Schriftstellerin zu werden. Als sie alles aus der Bibliothek gelesen hatte, fingt sie an, eigene Geschichten zu schreiben. Wichtig ist ihr hierbei bis heute die Frage „was ist mit den Menschen?“, sie möchte Geschichte anders erzählen, als was in der Schule gelehrt wird.

Ihre Mutter war die erste Leserin und hat auch nicht lockergelassen, bis ein Literaturagent den ersten Verlag gesucht hat. Heute schreibt Sina Beerwald in unterschiedlichen Genres: historische Romane, Thriller, lustige Krimis und Reiseführer wie „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“. Und gerade diese Abwechselung liebt sie, da gibt es kein Lieblingsgenre.

An dem Abend folgte dann eine Lesung aus „Die Strandvilla“. Außerdem konnte man einen Blick auf das Recherchematerial werfen und Sina Beerwald hatte Bilder zum Buch vorbereitet, Sylt zu Zeiten der „Strandvilla“ und heute. Auch das war sehr interessant.

Zum Schluss gab es dann noch eine kurze Lesung aus „Das Dünencafe“. Der 2. Teil der Sylt Saga erscheint am 01.03.2021, wieder im Lockdown. Derweil schreibt die Autorin am 3. Teil. Ganz aktuell erscheint im März 2021 auch „111 Orte auf Föhr, die man gesehen haben muss“.

Insgesamt ein toller, interessanter Abend. Und ich freue mich noch mehr auf das Buch und werde mit Teil 1 anfangen:

Die Strandvilla verkleinert

Ein Sylt-Roman von Sina Beerwald, erschienen im Knaur Verlag

Klappentext:

Ein Roman, wie ein nostalgischer Sommer-Urlaub auf Sylt

Sylt 1913: für die junge Seefahrer-Witwe Moiken Jacobsen scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen, als der Hotelier Theodor von Lengenfeldt um ihre Hand anhält. Vom beschaulichen Keitum holt er sie in die „Strandvilla“, das beste Hotel auf der Insel im mondänen Westerland. heimlich träumt Moiken jedoch davon, eines Tages das verlassene Cafe am Meer wiederzueröffnen, und steckt all ihre Kraft und Leidenschaft in süße Köstlichkeiten, die sie bis spät in die Nacht kreiert. Bald muss sie allerdings feststellen, dass Theodor sie vor allem geheiratet hat, damit sie ihm einen Stammhalter schenkt. Von ihren beruflichen Plänen ist er wenig begeistert. Als Moiken dann auch noch dem erfolgreichen Fotografen Boy Lassen begegnet, geraten ihre ihre Lebenspläne ins Wanken. Denn kein anderer als Boy hat ihr den ersten unschuldigen Kuss geraubt…