„Ladiescrimenight“

6 Krimiautorinnen lesen gegen die Zeit aus ihren neuesten Büchern

Am Freitag gab es in Norderstedt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern„. Bei den „Mörderischen Schwestern“ handelt es sich um Europas größten Verein von Krimiautorinnen mit rd. 700 Mitgliedern.

Von den Schwestern waren an diesem Abend sechs auf der Bühne zu erleben- alle passend schwarz-rot gekleidet.

Spannend war dabei die Mischung aus Bestseller-Autorinnen und Autorinnen, die noch nicht so bekannt sind. Alle sechs Autorinnen haben jeweils 10 Minuten aus ihren Büchern gelesen- wenn die Zeit um war ertönte ein Schuss. Die Veranstaltung war insgesamt toll vorbereitet, so stimmten ein Tisch mit kriminellen Requisiten und die Umrisse einer Leiche auf dem Boden die Besucher schon mal auf den Abend ein. Und alle Autorinnen durften sich über eine Auftrittsmusik freuen, was bei Krimi-Lesungen eher selten der Fall ist. Aber „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“.

Deko Norderstedt 1 verkleinert Deko Norderstedt 2 verkleinert

Durch die kurzen Leseabschnitte und die sehr unterschiedlichen Bücher – Vom Ostseekrimi, einem Lokalkrimi aus Norderstedt und einem historischem Hamburg-Krimi war alles dabei, wurde es dann ein sehr kurzweiliger Abend.

Svea Jensen machte bei ihrem Heimspiel, sie wohnt in Norderstedt, den Auftakt und stellte mit „Nordwestnacht“ den 3. Fall für ihre Soko St.Peter-Ording vor.

Svea Jensen Norderstedt verkleinert

Ihr folgte Anke Küpper mit „Tod an der Alster„- eindeutig ein Hamburg-Krimi. Das ist schon der 2. Fall für Kommissarin Svea Koptezki. Die aus dem Ruhrgebiet stammende Autorin hat zunächst Sach- und Kinderbücher geschrieben und lässt jetzt in Hamburg morden.

Für Eva Almstädts Ermittlerin Pia Korittki ist „Ostseekreuz“ dagegen schon der 17. Fall und die Autorin darf sich über Platz 2 auf der Spiegel-Bestsellerliste freuen. Und spielten die Krimis bisher an der Ostsee so beginnt bald eine neue Krimireihe an der Nordsee. In „Akte Nordsee – Am dunklen Wasser“ werden dann eine Anwältin und ein Journalist ermitteln. Eva Almstädt wollte gerne mal andere Ermittler haben. Aber Pia wird weiter ermitteln, was alle Fans beruhigen dürfte.

Ava Almstädt Norderstedt verkleinert

Nach der Pause stellte dann Anja Gust ihren Krimi „Die Schwebfliege- Ein schmutziges Geschäft“ vor. Dieser Krimi spielt in Norderstedt, die Lesung wurde fast zum Hörspiel, was mir besonderen Spaß gemacht hat.

Anja Gust verkleinert

Die Autorin Joyce Summer stellte mit „Madeirasturm“ den zweiten Fall für ihren Comissário Avila vor. Die Bücher spielen auf Madeira. Von der Autorin gibt es eine weitere Reihe, wo die Bücher in Südafrika spielen. Sie hat Bücher gerne von Orten, wohin sie reist. Und von Madeira gibt es noch nicht so viele Krimis. Der Name ist ein Pseudonym, der sich zusammensetzt aus dem Namen der ihrer Amerikanischen Gastmutter Joyce und dem Sommer, wo die Bücher spielen.

Joyce Summer verkleinert

Den Abschluss machte dann Anja Marschall mit ihrem historischen Hamburg-Krimi „Tod in der Speicherstand„. Für die Zuhörer nochmal eine Reise in eine andere Zeit.

Anja Maschall Norderstedt verkleinert

Zum Abschluss gab es dann noch eine gemeinsame Fragerunde, wo sich rausstellte, dass alle Autorinnen den Plot durchplanen. Allerdings plant Svea Jensen das Ende nicht mehr, weil sich einfach zu viel entwickelt, während des Schreibens. Dafür hat sie aber die private Handy-Nummer des Rechtsmediziners Klaus Püschel, da kann nichts schiefgehen.

Norderstedt Gruppenbild 2 verkleinert

Anja Marschall hat sich über historische Krimis geärgert, die schlecht recherchiert waren, das wollte sie besser machen und hat angefangen, historische Krimis zu schreiben.

Anja Gust hat eine Liebe zum Kochen und zur Pharmazie und freut sich, in ihren Krimis eine epische Gerechtigkeit zu schaffen.

Und dann ging ein kurzweiliger, spannender Abend zu Ende. Liebevoll vorbereitet, war es insgesamt eine tolle Veranstaltung der „Mörderischen Schwestern“.

„Das Loft“ Sie sind Deine besten Freunde- aber kannst Du Ihnen trauen?

Deutschlandpremiere in Hamburg

Das Loft

Thriller von Linus Geschke, erschienen bei Piper

Schon die Location dieser Veranstaltung war sehr cool: Die Hafenbühne im Pierdrei Hotel HafenCity in Hamburg. Eine kleine Bühne in einem sehr modernen stylischen Hotel. Alleine das hat schon Spaß gemacht. Dazu gab es dann aber noch die Buchvorstellung von Linus Geschke. Mit diesem Thriller hat er seinen ersten Stand-Alone geschrieben, die bisherigen Bücher sind als Reihen erschienen. Nun gibt es aber neues „Personal“, und das Buch soll ein Einzelband bleiben. Dabei entsteht hier die Spannung nicht durch Action oder brutale Morde, sondern vor allem aus dem Innenleben der Hauptfiguren

Klappentext:

Als Henning Järisch in der gemeinsamen Wohnung brutal getötet wird, weisen alle Spuren auf seine Mitbewohner Sarah Hauptmann und Marc Lammert hin. Hat sie ihn getötet, war er es? Haben sie es gemeinsam getan oder läuft der Mörder noch frei rum? Und was hat ihre einst so große Liebe von einen Tag auf den anderen zerrissen? Bei den Vernehmungen erzählt jeder seine eigene Geschichte, aber nur eine kann wahr sein. Wenn überhaupt.

Geschke Hamburg

                                                           Linus Geschke im Gespräch mit Mike Altwicker

Moderiert wurde die Veranstaltung von Buchhändler Mike Altwicker und so erzählte der Autor auch viel über seinen Schreibprozess, der für ein Buch rund 8 Monate dauert. Dabei dauern die ersten 50 Seiten dann so lange, wie später der gesamte Rest. Zunächst stehen auch nur Anfang und Ende fest, das Buch verändert sich noch im Schreibprozess. So weicht das Buch dann nachher oft deutlich von dem ersten Expose ab. Linus Geschke braucht totale Ruhe zum Schreiben und feste Schreibzeiten, keine Musik, obwohl diese in dem Buch eine große Rolle spielt. Großartig auch, wenn schon bei der Deutschlandpremiere bekannt wird, dass das Buch wenige Tage nach Erscheinen gleich in die Spiegel-Bestseller-Liste einsteigt.  

Insgesamt ein sehr interessanter und unterhaltsamer Abend, der richtig Lust auf das Buch gemacht hat…

Lesungen – es geht wieder los!!!

„Lesereise“ ist eine Veranstaltungsreihe in Schleswig-Holstein mit Lesungen an über 50 Orten im Land. Ziel ist es, den Neustart von Kulturveranstaltungen im Land nach der Pandemie zu fördern. Letzte Woche hat Sina Beerwald in Bad Oldesloe ihr Buch „Das Dünencafe“ vorgestellt.

Zu dem Buch habe ich schon eine Rezension geschrieben, die hier zu finden ist:

https://wordpress.com/post/susannesbuecherwelt.com/1377

Außerdem gibt es einen Bericht über eine Online-Lesung zu dem Buch hier zu finden:

https://wordpress.com/post/susannesbuecherwelt.com/1307

Nun gab es nun in Großhansdorf eine weitere Veranstaltung:

Anja Marschall hat hier ihren historischen Kriminalroman „Tod in der Speicherstadt“ in Wort und Bild vorgestellt.

Anja Marschall Lesung verkleinert

Das Buch ist bereits der 4. Fall für ihren Kommissar Hauke Sötje. Bisher hat der Kommissar in Schleswig-Holstein ermittelt, jetzt hat er seinen ersten Fall in Hamburg, nämlich 1896 in der Speicherstadt. Eine spannende Zeit, so die Autorin, denn die Industrialisierung verlangt ein Umdenken der Menschen, wobei Parallelen zur heutigen Zeit erkennbar sind, heute ist es die Digitalisierung, die ein Umdenken erfordert.

Bei den Büchern von Anja Marschall handelt es sich um historische Momentaufnahmen, angereichert mit einem Kriminalfall. Wichtig ist der Autorin, dass die Bücher zu der Zeit nur an dem entsprechenden Ort spielen können. Die Historie soll dabei keine „Rüschenkulisse“ werden. Und so gibt es in den Büchern dann auch historische Personen, die es tatsächlich gegeben hat. In dem aktuellen Band ist dieses z.B. Polizeirat Roscher, der u.a. dafür gesorgt hat, dass Hamburg ein weltweit führendes kriminaltechnisches Institut hatte.

Mit der gesammelten Erfahrung aus den bisherigen Büchern benötigt die Autorin heute 5 bis 6 Monate Recherchezeit für ein Buch, dann folgen 4 Monate sehr disziplinierte Schreibzeit. Die gelernte Erzieherin war beruflich auch als Journalistin und in der Forschung tätig, bevor sie nun hauptberuflich als Autorin arbeitet.

Und eines ist bei der sehr interessanten und unterhaltsamen Lesung schon deutlich geworden: Neben historischen Begebenheiten und einem spannenden Kriminalfall bieten die Bücher ganz viel Lokalkolorit.

Tod in der Speicherstadt verkleinert

„Tod in der Speicherstadt“ ist im Emons-Verlag erschienen.

Klappentext:

Hamburg, 1896: Der Sohn des wohlhabenden Kaffeehändlers Bellingrodt wird tot in der Elbe gefunden. Als Kommissar Hauke Sötje den Eltern die traurige Nachricht überbringt, gerät er in ein gefährliches Geflecht aus Macht, Giert und falscher Liebe. Zu allem Überfluss bittet ihn seine Verlobte Sophie, eine vermisste junge Frau und ihr Kind in der Stadt zu finden. Man hatte die beiden zuletzt vor der Villa der Bellingrodts gesehen…

Und wer sich für die Veranstaltungsreihe Lesereise Schleswig-Holstein interessiert, bekommt hier weitere Informationen:

https://lesereise.sh/

Lesereise 2021 verkleinert

Lesung mit

Premierenlesung von Sylvia Lott aus „Der Dünensommer“ in Travemünde

Eine doppelte Premierenlesung gab es heute in Travemünde. Sylvia Lott hat im Rahmen der „Travemünder Sommerfrische 2.0“ ihr Buch „Der Dünensommer“ vorgestellt.

Sylvia Lott Travemünde verkleinert

Es war die erste Lesung für die Autorin „nach Corona“ und die erste Lesung aus dem im Mai erschienenen Buch. Und die Kulisse war wirklich toll: Direkt am Strand sind Container als Bühne aufgestellt und die Zuhörer konnten bequem im Liegestuhl der Lesung lauschen. Die Möwen kreischten und ein dicker Pott zog direkt an der Veranstaltung vorbei. Einfach perfekt. Nur Tanzen war nicht erlaubt, also, so Sylvia Lott, dieses Mal also eine Lesung ohne Tanzen.

„Der Dünensommer“ ist der 8. Band der gebürtigen Ostfriesin, der im Blanvalet Verlag erschienen ist. Inzwischen lebt die Autorin seit vielen Jahren in Hamburg. Ihre Romane spielen in der Regel über in 2 Zeitebenen und meistens über 3 Generationen. Die Hauptgeschichte spielt dabei in der Vergangenheit.

Und nachdem sie schon einen Roman geschrieben hat, der auf Borkum spielt und gut gelaufen ist, wollte sie wieder eine Geschichte schreiben, wo sie sich gut auskennt und wohlfühlt. Und so fiel die Wahl auf Norderney, die Insel kennt sie seit 1959. Der entscheidende Funke war dann das Lied „Die Dame von der Elbchaussee“ von Lale Andersen. Allerdings hat sich der Charakter der Dame von der Elbchaussee beim Schreiben doch gewandelt, Ulla ist sehr sympathisch geworden. Aber die Schwiegermutter…

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf das Buch, nachdem mir die Vorgänger schon so gut gefallen haben.

Klappentext zu „Der Dünensommer“

Norderney 1959: Ulla führt ein scheinbar sorgloses Leben. Sie ist jung und gutaussehend, mit einem wohlhabenden Hamburger Verleger verheiratet und verbringt die Sommermonate im schicken Nordseeheilbad. Doch ihr Aufenthalt dort hat einen ernsten Hintergrund: nach drei Jahren Ehe sind Ulla und ihr Mann noch immer kinderlos, das maritime Klima soll Ullas Gesundheit stärken. Fernab vom stickigen Hamburg flaniert sie auf der Strandpromenade, badet, feiert und genießt das ungewöhnlich heiße Wetter. Man spricht von einem Jahrhundertsommer und alle spielen ein bisschen verrückt. Ulla lernt den mittellosen jungen Fotografen Hans kennen, der so anders ist als ihr Gatte. Bald entstehen zarte Gefühle zwischen den beiden und als das Ende des Sommers naht, muss Ulla eine schwierige Entscheidung treffen…