Lesung von Karl Olsberg in Travemünde

Besser geht es im Sommer eigentlich nicht – OpenAir-Lesung von Karl Olsberg im Godewindpark in Lübeck-Travemünde. Bestes Wetter, spannende Unterhaltung und als Zuhörerin gemütlich im Liegestuhl.

Der Autor ist im Hauptberuf Unternehmensberater und beschäftigt sich schon seit den 80-iger Jahren mit künstlicher Intelligenz und hat auch darüber promoviert. Ihn interessieren die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und auch die Frage, was dabei schiefgehen kann. Und so versteht er seine Bücher denn auch als Weckruf.

Das Buch „Virtua“ hat er 2022 geschrieben und dann kam die Realität mit der KI von Meta. Mittlerweile fällt ihm keine Frage mehr ein, die KI nicht beantworten kann. Dabei ist Olsberg kein Gegner von KI, aber wir sind seiner Meinung nach auf dem Weg eine KI zu schaffen, die so intelligent wie ein Mensch ist und damit stellt sich dann die Frage, ob die KI irgendwann nett genug ist, uns zu sagen, wie wir sie kontrollieren können. Vielleicht lässt die KI sich dann nicht abschalten und will Macht.

Olsberg spricht sich daher für einen Stopp bei den Entwicklungen aus, um zunächst herauszufinden, wie die Menschen die Kontrolle gewinnen/behalten können.  Aus seiner Sicht sollte nicht eine KI entwickelt werden, die alles kann, sondern mehrere kleinere KI, die nützlich sind und keinen Selbstzweck finden. Insgesamt eine interessante Veranstaltung mit vielen Denkansätzen zu einem sehr aktuellen Thema.

Inhaltsangabe zum Buch:

Weil er als Psychologe gescheitert ist, bewirbt Daniel sich bei dem Konzern Mental Systems, der führend in der Entwicklung künstlicher Intelligenz ist. Wider Erwarten bekommt er den Job – und ist gleich fasziniert von der virtuellen Welt, in die er eintaucht. Besonders beeindruckt ist er von Virtua, der neuesten Entwicklung von künstlicher Intelligenz. Doch dann lernt er den Entwickler Chen kennen, der seine Vorgesetzten warnt, die KI sei unkontrollierbar. Als Chen nach einem Hackerangriff auf Virtua spurlos verschwindet, wird Daniel klar, dass die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel steht.

Erschienen im Aufbau Taschenbuchverlag.

Lesung von Salih Jamal in Neumünster

Auf Einladung der Buchhandlung Krauskopf hat Salih Jamal Ende Juni in Neumünster aus seinem Buch „Das perfekte Grau“ gelesen. Mir ging es dabei wie der Buchhändlerin, ich „kenne“ den Autoren über eine Facebook-Gruppe. Umso gespannter war ich nun auf den persönlichen Eindruck.

Salih Jamal lebt und arbeitet in Düsseldorf und ist aus Liebeskummer zum Schreiben gekommen. Aus Briefen an seine Ex-Freundin hat er ein Buch gemacht und dafür dann sogar einen Preis bekommen.

Das perfekte Grau“ ist ihm dann „auf das Papier gefallen“ und auch dafür hat er in 2021 einen Preis bekommen. Die Geschichte spielt an der Ostsee, inspiriert haben ihn dabei die verfallenen Villen in Heiligendamm. Als Autor legt er Wert auf die Schönheit der Sprache, vergleichbar mit einem Bildhauer. Und so dauert das Schreiben eines Buches bei ihm dann auch 2 Jahre. Bei der Lesung hat man dann schon einen tollen Eindruck bekommen, dass das mit der Schönheit der Sprache auch wirklich umgesetzt wird – mit wirklich großartige Formulierungen.

Am 12.8.24 erscheint sein neues Buch „Vor der Nacht“ und hieraus gab es dann auch noch eine Kostprobe an einem interessanten Abend mit einem sympathischem Autoren.

Aus diesem Buch wurde gelesen

Inhalt:

Eine junge Frau, eine ältere Dame, ein afrikanischer Flüchtling und ein Tagedieb treffen in einem heruntergekommenen Hotel an der Ostsee aufeinander. Sie sind wie das Hotel renovierungsbedürftig und versuchen ihre Risse zu kaschieren. Und alle sind sie auf die eine oder andere Weise auf der Flucht, vor den inneren Dämonen oder der Polizei. Als sie sich tatsächlich gemeinsam auf eine Reise ins Ungewisse begeben, offenbaren sich ihre Geheimnisse. Aus dem gegenseitigen Mitgefühl entsteht Fürsorge und letztendlich Freundschaft.

Eine Sommergeschichte voller Licht und Schatten, die lange nachwirkt.

„Leipziger Buchmesse 2024“

Jedes Jahr im Frühjahr ist dieser Termin für mich ein Highlight – die Buchmesse in Leipzig öffnet ihre Pforten. Jede Menge Bücher, viele Informationen, Lesungen und viele schöne Treffen mit Büchermenschen: Autoren/-innen, Verlagsmitarbeitern/innen und Bloggerinnen. Eine wunderbare Zeit, die immer viel zu schnell vergeht. Gastland waren in diesem Jahr Niederlande und Flandern unter dem Motto „alles außer flach„. Schön ist auch, dass es unter dem Motto „Leipzig liest“ in der ganzen Stadt Veranstaltungen gibt, so dass auch das Abendprogramm gesichert ist. Ich hatte dieses Jahr nicht so viele Termine und war aber trotzdem recht gezielt unterwegs.

Während unseres Rundgangs haben wir natürlich auch den Stand der „Mörderischen Schwestern“ besucht. Britta Bendixen und Yvonne Keller waren am Stand und so gab es gleich eine freudiges Wiedersehen.

Weiter ging es mit einer Buchvorstellung von Katrin des Vries mit „Ein Garten offenbart sich“

Für mich ein spannendes Thema, wo ich doch auch den Garten liebe. Vor 15 Jahren hat die Autorin angefangen, ihren Garten anders zu organisieren und dabei ein Stück weit die Ordnung aufzugeben. In ihrem Buch erzählt sie davon und will mit ihrer Sprache den Lesern die Welt der Pflanzen nahebringen.

Beim Bummel durch die Hallen stand mir dann plötzlich schwer bewaffnete Polizei gegenüber und reichlich Männer in schwarzen Anzügen. Und da war er dann auch schon, der Bundespräsident beim Besuch der Messe. Das ist ja auch immer spannend, wen man auf der Messe immer alles so erleben kann.

Den Abend haben wir dann im Barfusz-Keller mit einer Lesung von Eva Almstädt aus „Ostseefinsternis“ ausklingen lassen.

Die Autorin stellte den 19. Band für ihre Ermittlerin Pia Korittki vor, der in Kaltenbrode in Ostholstein spielt, ein umbenannter Ort, wo es um zwei verfeindete Familien geht.

Der nächste Tag begann mit einer Programmvorstellung bei Kiepenheuer & Witsch. Ein dickes Dankeschön an Ulrike Meier, die das Programm mit viel Begeisterung vorstellte. Und ich bin auch begeistert und freue mich auf das, was da kommt.

Neben der Ullstein-Eule, die auf keiner Messe fehlen darf, waren auch viele Autoren auf der Messe zu erleben, wie z.B.

 

Auf den Bildern: Ullstein-Eule, Florian Schwiecker, Michael Tsokos, Ursula Poznanski, Arno Strobel

Spannend am Nachmittag dann auch das Werktstattgespräch bei Kiepenheuer & Witsch, in dem Yandé Seck im Gespräch mit ihrer Lektorin ihr Buch „Weisse Wolken“ vorstellte.

Inhaltsangabe „Weisse Wolken

Zwei Schwestern: Die eine arbeitet sich an sämtlichem Unrecht unserer Gegenwart ab, die andere am bürgerlichen Familienideal; für die eine ist ihr Schwarzsein eine politische Kategorie, für die andere ihr Muttersein. Klug, erhellend und mit hintergründigem Witz erzählt Yandé Seck in ihrem Debütroman von den Ambivalenzen, die wir im Kleinen wie im Großen aushalten müssen.

Dieo lebt mit ihrem Mann Simon und drei Söhnen in einer schönen Altbauwohnung im Frankfurter Nordend. Sie leidet unter den unerfüllbaren Ansprüchen der Gesellschaft an sie als Mutter, vor allem aber ist es die ständige Kritik ihrer jüngeren Schwester Zazie an allem und jedem, die an ihren Nerven zerrt. Auch Simon, ein mittelalter weißer Mann und Angestellter in einem Finanz-Start-up, gerät immer wieder ins Visier seiner Schwägerin, die zunehmend an der rassistischen und sexistischen Gesellschaft verzweifelt.

Als der Vater der Schwestern, ein eigensinniger Nietzschefan, der vor mehr als vierzig Jahren aus dem Senegal nach Deutschland kam, unerwartet stirbt, gerät das mühsam kalibrierte Familiengefüge aus dem Gleichgewicht. Für die Beerdigung reisen die Schwestern in das Land ihres Vaters. Der Abschied wird für die beiden zu einem Neuanfang – in vielerlei Hinsicht.

In dem Werkstattgespräch wurde dann viel von dem Entstehungsprozess des Buches erzählt. Die Autorin ist als Jugendpsychotherapeutin beruflich tätig, hat zwei Kinder und hat großen Respekt davor gehabt, in die Öffentlichkeit zu treten. Dabei war sie es schon gewohnt, Vorträge zu halten, aber es ist doch anders, als wenn man in der Forschung tätig ist, so die Autorin. Das Buch-Baby dann loszulassen, war dann schon sehr schwer. Kunst tut immer irgendwie gut und so hat sie für das 1. Manuskript nur 6 Wochen gebraucht.

Den Freitag-Abend haben wir dann im Landgericht verbracht. Das Blaue Sofa veranstaltet dort zur Messe den Krimiclub. Ingrid Noll, Stephan Schmidt, Susanne Tägder und Henri Faber stellten moderiert von Anouk Schollähn vom NDR ihre Bücher vor.

Der Andrang war so groß, dass nicht alle Zuhörer in den großen Saal passten. Daher wurden dann auch die kleineren Säle geöffnet und die Veranstaltung per Video dorthin übertragen. Erst war ich nicht begeistert, aber nachdem man die Reaktionen des Publikums aus dem großen Saal hören konnte, hat es sich doch gut angefühlt.

Von links Stephan Schmidt, Henri Faber, Susanne Tägder

Am Samstag wollten wir auch wieder auf die Messe, sind aber im Verkehrschaos hängengeblieben. Für eine Strecke vom Hotel zur Messe von eigentlich 30 Minuten haben wir über 2 Stunden gebraucht. Da haben wir auf das übliche Gedränge am Samstag in den Hallen dann lieber verzichtet und sind gleich in die Stadt gefahren.

Dort gab es am Abend im Barfusz-Keller noch wieder eine interessante Lesung.

Die Hamburger Autoren Kästner & Kästner stellten dort den ersten Band einer neuen norddeutschen Krimireihe aus dem Hamburger Hafen vor:

Tatort Hafen – Tod an den Landungsbrücken“ ist der erste Fall für die die beiden Ermittler Joanna Jacobi und Tom Bendixen. Spannend war dann noch, was die Autoren zu dem Buch erzählten. Die beiden sind verheiratet und Angélique Kästner ist nicht nur Autorin sondern auch Psychotherapeutin und dabei auch im Krisenintenventionsteam bei der Polizei tätig. Andreas Kästner war viele Jahre Hauptkommissar der Hamburger Wasserschutzpolizei und steuert die Insiderkenntnisse über den Hafen und die Arbeit der Wasserschutzpolizei bei. Der Hafen ist nicht nur ein großes Industriegebiet sondern auch eine eigene Welt für sich. Als dort ein Mord passiert, will die Mordkommission ermitteln, kennt sich im Hafen aber nicht aus. Und so wird Tom Bendixen von der Wasserschutzpolizei dann im Krimi gebraucht.

Eine spannende Entstehungsgeschichte zu dem Krimi und der neuen Reihe, die am 01.12. mit „Tod im Schatten der Elbflut“ fortgesetzt wird.

Am Sonntag haben wir uns dann bei einem entspannten Bummel durch die Messehallen nochmal Messeluft geschnuppert bevor es auf die Heimreise ging.

Spannendes Thema auch auf dieser Messe war übrigens wieder, dass es viele Bücher unter der Überschrift „New Adult“ oder Romance gab. Vorwiegend für junge Frauen geschrieben, haben viele Verlage jetzt entsprechende Angebote, man kann das auch in den Buchhandlungen sehen. Auf der Messe lange Schlangen an den Ständen, um überhaupt die entsprechenden Stände betreten zu können und natürlich auch bei Auftritten von entsprechenden Autorinnen.

Auch wenn ich mich in dem Bereich wirklich nicht auskenne, immer wieder ein hoffnungsvolles Zeichen, dass es Bücher auch in Zukunft geben wird, wenn viele junge Menschen so zum Lesen kommen.

Und dann ging es mit einem Stapel Bücher und vielen neuen Eindrücken nach Hause

Lesung von Ursula Poznanski in Lübeck

In der Lübecker Filiale von Thalia stellte Ursula Poznanski ihren neuen Thriller „Die Burg“ vor. Für die Autorin aus Wien, die vorher als Medizinjournalistin tätig war, war es die erste Lesung in Lübeck.  Das Buch ist ein Thriller um künstliche Intelligenz und die Idee kam der Autorin im letzten Jahr, als KI ein Riesenthema war und die Entwickler gebremst haben. Die KI im Buch handelt wie eine eigene Figur und in diesem Fall mit Humor und bösartig. Dadurch, das ihr Sohn einen  Studentenjob als Gamemaster in einem Escaperoom hatte, war dann auch gleich der passende Ort für die Handlung gefunden.

Die Autorin hat am meisten Freude beim Schreiben, wenn sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen kann und dazu gab es bei dem neuen Buch reichlich Gelegenheit. Ihre Bücher schreibt die Autorin chronologisch und baut die Ideen, die ihr beim Schreiben kommen, dann auch gleich ein. Sie selbst liest gerne Spannung und Fantasy, und ist offen für Abwechselung, mag aber keine Frauenromane.

Auf eine Frage aus dem Publikum zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Arno Strobel kam die Antwort, dass es bei den beiden erfolgreichen Autoren zusammen Zeitprobleme gibt. Die Zusammenarbeit war so, dass jeder eine Figur gehabt hat, dann wurde ein Plan gemacht und jeder hat abwechselnd Kapitel geschrieben.

Der Abend war insgesamt sehr kurzweilig und mit der charmanten Autorin verging die Zeit wie im Fluge. Ein bisschen froh war ich bei der eigentlichen  Lesung aus dem Buch, dass in der Buchhandlung des Licht nicht ausgemacht wurde. Mir war es ein bisschen unheimlich auf der Burg… aber ich werde das Buch natürlich lesen…

Das Buch:

Inhaltsangabe:

Es hat ihn buchstäblich Unsummen gekostet – doch Milliardär Nevio hat die halbverfallene Burg Greiffenau nicht nur einfach instandsetzen lassen: Die unterirdischen Geheimgänge, Gruften und Verliese wurden mithilfe modernster Technik zu einer einzigartigen Escape-Welt ausgebaut. Eine künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass das Spiel auf jede Besuchergruppe individuell zugeschnitten ist. Ob mittelalterliche Festung, Vampirschloss oder Fantasywelt – Burg Greiffenau kann alles sein, was sich die Spieler wünschen. Um sein grandioses Werk zu testen, lädt Nevio eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Experten ein. Niemand ahnt, dass die KI längst beschlossen hat, ihr eigenes Spiel zu spielen. Und darin ist ein Happy End nicht vorgesehen.

Lesung von Inger-Maria Mahlke in Eutin

Auf Einladung der Buchhandlung Hoffmann stellte Inger-Maria Mahlke im Januar ihr neues Buch „Unsereins“ in Eutin vor. Eine epische Familiengeschichte, die in Lübeck um 1900 spielt. Für die Figuren im Roman gibt es dabei reale Vorbilder. Die Autorin, die in Lübeck aufgewachsen ist, will zeigen, wie es sich in Lübeck zu Zeiten der Buddenbrooks gelebt hat und insbesondere wie auch die nicht so privilegierten Menschen zu dieser Zeit gelebt haben. Dabei war es bei der Recherche schwierig, etwas über den Alltag in dieser Zeit zu erfahren, denn von den einfachen Menschen gibt es zu dieser Zeit wenig Material. Das Buch ist auf jeden Fall ein interessanter Blick auf Lübeck und die damalige Zeit und überrascht hat mich der trockene Humor, der in dem Buch vorkommt und der auch den Abend in Eutin zu einem kurzweiligen und interessanten Abend gemacht hat.

Vorgestellt wurde „Unsereins„:

Inhaltsangabe:

Eine Lübecker Familie, protestantisch, konservativ, kaisertreu: die Lindhorsts. 1890 kommt Marthe in dem weitläufigen Patrizierhaus in der Königstraße zur Welt. Um sie eine Schar älterer Brüder, deren Freiheiten nicht ihre sein werden. Und doch ist es ein Leben mit glänzenden Aussichten. Bis ein Bestsellerroman, verfasst vom Sohn eines verstorbenen Bekannten, den respektablen Lindhorsts klarmacht, dass sie für ihr Umfeld auch nach zwei Generationen noch immer «die Jüdischen» sind.

Unsereins ist der Roman einer Stadt und ihrer Gesellschaft, ihrer Bürger und Lohndiener, der Handwerker und, vor allem, ihrer Frauen. Ob Dienstmädchen, Hausfrau, Weißnäherin oder Schriftstellerin, ob manisch-depressiv wie Marthes Mutter, durchlässig wie Marthe selbst, die mit eigenen und fremden Erwartungen ringt. Inger-Maria Mahlke erzählt von Identität und Zugehörigkeit, von Geschlecht und Klasse, von Macht- und Liebesverhältnissen – von allem, was nicht nur den vormals «kleinsten Staat des deutschen Reichs» formte und zusammenhielt.

„Lesung von Alena Schröder in Eutin“

Das war ein wunderbarer Abend letzten Freitag in der Buchhandlung Hoffmann in Eutin. Die Autorin Alena Schröder war zu Gast und hat aus ihrem neuen Roman „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ gelesen.

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Die Autorin ist eigentlich Zeitschriftenjournalistin und arbeitet auch immer noch für die „Brigitte“. Ihr erster Roman

„Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, dunkles Kleid“ ist mitten in der Pandemie erschienen und Dank der Buchhändler/innen trotzdem ein Erfolg geworden. Nun wollte die Autorin etwas ganz anderes machen, konnte die Figuren aber noch nicht loslassen. Und so gibt es mit dem neuen Buch wieder ein Buch über vier Frauengenerationen, wie auch schon in dem 1. Roman. Die Geschichte der Figuren wird erzählt, die in dem ersten Band nicht so ausführlich dargestellt wurden. Es geht dabei um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und auch dem Wunsch nach einer beruflichen Entwicklung. Das die Buchhändlerin mit dem ersten Titel in der Begrüßung Probleme hatte, konnte die Autorin verstehen, daß war ihr auch schon passiert.

Das Buch spielt in Schwaben, dabei kommt die Autorin aus der hessischen „Provinz“. Mit dem Ort wollte sie einem Freund eine Freude machen. Die Geschichte spielt an einem komplett fiktiven Ort in Schwaben, dass „spart Recherche“, so die Autorin. Dazu hat sie eine schwäbische Freundin, die entsprechend Korrektur liest. Zur Recherche bestellt Alena Schröder sich alte Zeitschriften, so erfahrt sie, wofür sich die Menschen in der jeweiligen Zeit abseits der Politik interessiert  haben.

„Lesung von Alex Beer in Bad Oldesloe“

Im Rahmen der Frauen-Kulturtage hat Alex Beer letzten Sonntag ihren aktuellen Kriminalroman „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ in Bad Oldesloe vorgestellt. Die Autorin lebt aktuell in Wien, kommt aber aus dem Vorarlberg, der Gegend mit dem schlimmsten Dialekt in Österreich, so ihre eigene Aussage. Mit Cosy Crime hat sie angefangen und ist als studierte Archäologin dann zu den historischen Kriminal-Romanen gewechselt, denn sie hat schon als Kind immer Kriminalromane gelesen.

Hier gibt es bereits eine Reihe um Inspektor August Emmerich, der in Wien nach dem Ersten Weltkrieg ermittelt. Außerdem gibt es eine Reihe um Sonderermittler Isaak Rubinstein, der 1942 in Nürnberg tätig ist.

Nun beginnt mit „Felix Blom“ eine neue Reihe, die im preußischen Berlin spielt. Die Autorin wünscht sich etwas mehr Leichtigkeit in den Büchern. Österreich war komplett kaputt nach dem 1. Weltkrieg, viele waren geflüchtet, es fehlten Rohstoffe usw, entsprechend düster war die Zeit. Dementsprechend düster ist auch die Reihe um Inspektor Emmerich. Alex Beer hat vorher auch in Berlin gelebt und findet die Gründerzeit dort sehr spannend. Die Stadt ist damals sehr schnell gewachsen, wie keine andere Stadt. Es war eine bunte, wilde Zeit und die Leute waren trotz der Umstände gut drauf.

Felix Blom hat eine historische Vorlage, nämlich den ersten Privatdetektiv Eugene Francois Vidocq. Der war erst Verbrecher, kannte alle Tricks und hat dann die Seiten zur Polizei gewechselt. Danach wurde er Privatdetektiv, auch in Deutschland. Die Bücher von Alex Beer sind True Crime, basieren also auf wahren Geschichten. Die Recherche ist nicht so einfach, weil ihre Figuren einfache Leute sind. Recherchematerial gibt es meistens von bekannten Leuten aus der jeweiligen Zeit, aber nicht von den praktischen Fragen der einfachen Leute. So berichtet niemand über die Verwendung von Toilettenpapier. So bekommt sie die meisten Informationen aus Tageszeitungen, wie z.B. von 1878 der Berliner Gerichtszeitung.

Das Buch ist Krimi und Lehrbuch, wie man gut einbrechen kann. Dazu hat es Struktur, mit dem entsprechenden Zeitungsartikel als Grundlage und dem Einschub von Tipps.

In zwei Wochen erscheint der 2. Band „Im Schatten von Berlin„. Es geht wieder um einen echten Fall, dieses Mal ein besonderer Einbruch.

Der 1. Band wurde vorgestellt:

Inhalt:

Berlin, 1878: Der Gauner Felix Blom wird nach drei Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Doch in Freiheit ist nichts mehr so, wie es mal war: Sein Hab und Gut gepfändet, seine Verlobte ist mit jemand Neuem liiert. Alle Versuche, an Geld oder Arbeit zu kommen, scheitern. Aber dann hat Blom eine geniale Idee: Warum sich nicht mit der neuen Nachbarin zusammentun? Die ehemalige Prostituierte Mathilde führt eine Privatdetektei, allerdings sind die Aufträge rar, da man ihr als Frau diese Arbeit nicht zutraut. Ihr erster Fall führt die beiden gleich auf die Spur eines mysteriösen Mörders, der seinen Opfern Briefe mit der Botschaft zukommen lässt: „In wenigen Tagen wirst Du eine Leiche sein.“ Als auch Blom eine solche Karte unter seiner Tür durchgeschoben bekommt, wird die Sache persönlich …

„eat.READ.sleep.Bücher für dich“ Podcast-Session in Hamburg

Das war eine spannende Veranstaltung im Rahmen des Harbourfront-Literaturfestivals letzten Donnerstag in Hamburg. Das Festival ist bekannt dafür, Literatur in Orte am Hafen zu bringen. Dieses Mal war die „Fabrik“ in Altona die Location.

Hier würde eine Podcast-Folge von eat.READ.sleep vor Live-Publikum aufgezeichnet. Katharina Mahrenholtz und Daniel Kaiser waren an diesem Abend die Moderatoren. Der Titel des Podcast besteht aus den lebenswichtigen Dingen, in der Mitte ist die Leidenschaft – das Lesen. Kann ich schon so unterschreiben.

Nach einer Runde „Stadt, Land, Buch“ ging es dann los mit eat., der literarischen Vorspeise. In Anlehnung an das Buch „Rebecca“ was den Abend als Klassiker vorgestellt wurde, gab es „Crumpets à la Manderley“ auf der Bühne zum Verkosten, für das Publikum als Rezept zum Mitnehmen.

Anschließend stellten die beiden Moderatoren sehr unterhaltsam folgende Bücher vor:

Drifter“ von Ulrike Sterblich

Paradise Garden“ von Elena Fischer

Himmel hilf“ von Tillmann Bendikowski

Während bei „Drifter“ zwischen beiden Moderatoren Einigkeit bestand, dass man es ziemlich überzogen fand, gingen bei den anderen Büchern die Meinungen manchmal auseinander, was es für die Zuhörer interessant machte.

Dann war Bestsellerautorin Mariana Leky zu Gast. Mit ihrem Buch „Was man von hier aus sehen kann“ war sie 65 Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste und das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen im letzten Jahr. Wichtig ist für sie beim Schreiben, dass sie die Geschichte bereits von A bis Z kennt. Und so beginnt Gemütlichkeit in ihrem Tag nicht vor 14 Uhr. Aktuell arbeitet sie an einem neuen Roman. In einem Roman gefällt ihr, so viel Zeit für die Figuren zu haben. Außerdem liest sie sich jede Seite vor, wenn sie sie geschrieben hat, denn der Klang ist wichtig, so die Autorin.

An diesem Abend hat sie aus „Kummer aller Art“ gelesen, die literarischen Kolumnen sind zuerst in einer Psychologie-Zeitschrift erschienen und nun als Buch veröffentlicht worden.

Anschließend stellten die beiden Moderatoren unter der Rubrik „Alltime-Favoriten“ noch „Rebecca“ von Daphne Du Maurier vor.

Zum Schluss gab es noch eine Runde Literatur-Quiz und ein unterhaltsamer Abend ging zu Ende mit dem schönen Gefühl: Lesen mit Spaß!

„Lange Nacht des Krimis – Theorie trifft auf Realität“

Ein krimineller Staffellauf – Autor/innen erzählen, Experten ergänzen

Das war eine eine lange und gleichzeitig sehr kurze und unterhaltsame Nacht des Krimis. Die Veranstaltung dauerte tatsächlich fast 6 Stunden, war aber so kurzweilig, dass es einem als Zuhörerin nicht so lange vor kam. Ich fand schon das Konzept sehr interessant, dass nämlich Lesungen ergänzt werden von Beiträgen von Fachleuten. Und so gab es zusätzlich Erklärungen von einem Rechtsmediziner, einem Kriminalhauptkommissar, einem Notfallseelsorger und einem Tatorteiniger. Und wenn schon das Auto von einem Tatortreiniger vor einem Kino in Norderstedt steht – dann ist was los…   

Den Auftakt machten Bettina Mittelacher und Prof.Dr. med. Klaus Püschel, sie Gerichtsreporterin und Krimiautorin, er einer der bekanntesten Rechtsmediziner Deutschlands, bis zur Pensionierung im UKE in Hamburg-Eppendorf als Leiter der Rechtsmedizin tätig. Zusammen schreiben beide True-Crime-Romane und Thriller, denn „Die Wahrheit ist der beste Krimi“

Dabei ist auch die Arbeitsteilung klar, denn Dr. Püschel ist zuständig für die Fakten und Bettina Mittelacher für das Schreiben. Beide haben aus ihren Büchern gelesen, dazu gab es noch einige spannende Ausführungen von Dr. Püschel zur Faszination der Rechtsmedizin.

„Totenpuzzel“ ist ein Thriller, den beide zusammen geschrieben haben.

Anschließend stellte Svea Jensen „Nordwestschuld“ vor, den 4. Fall für ihre Soko St. Peter-Ording. Die Örtlichkeit, so die Autorin, war ein Wunsch des Verlages.

In dem Buch geht es um Love-Scamming. Dazu hatte Svea Jensen Stefan Dummer an ihrer Seite, erster Kriminalhauptkommissar der Kriminalinspektion Itzehoe. Er hatte die Autorin bei dem Buch fachlich unterstützt.

Lovescamming ist die moderne Form des Heiratsschwindels. Bedingt durch die Einsamkeit auch durch Corona hat sich die Kriminalität vermehrt. Daneben erklärte Dummer dem Publikum dann auch noch sehr anschaulich die Arbeit der Polizei, wenn eine Person als vermisst gemeldet wird.  

Anschließend hat Reimer Boy Eilers aus seinem Buch „Das Helgoland – Der Höllensturz“ vorgelesen, ein historischer Kriminalfall, der die Zuhörer in die Geschichte Helgolands entführte.

   

Hinterher wurde es wieder unterhaltsamer. Anja Marschall und Leo Hansen haben zusammen ihre aktuellen Bücher vorgestellt. 

Anja Marschall hat aus „Die toten Engel von Kreta“ gelesen. Das Buch wurde hier im Blog schon ausführlich vorgestellt. Ausnahmsweise, so die Autorin, mal kein historisches Buch. Leo Hansen hat mit „Alsternacht“ sein erstes Buch vorgestellt, das in Hamburg spielt und sich sehr interessant anhörte.

Allein das Cover von dem Buch von Leo Hansen finde ich schon interessant – das Hamburger Rathaus. Der zweite Band erscheint demnächst.

Dann war die Bühne frei für eine der Organisatoren des Abends- Anja Gust hat ihren neuen Krimi „Kaczmarek ermittelt- Tatort Norderstedt“ vorgestellt.

 

Schon in der Leseprobe konnte man erkennen, dass es auch in diesem Buch neben Spannung auch wieder viel trockenen Humor gibt.

Mucksmäuschenstill war es dann aber im Saal, als Gunnar Urbach ans Mikrofon trat. Gunnar Urbach ist Pastor und Notfallseelsorger in Norderstedt. Er hat dem Publikum von seiner Arbeit als Notfallseelsorger berichtet und das war so berührend und authentisch, dass absolute Stille herrschte. Wie es ist, wenn die Polizei eine Todesnachricht überbringt und was dann ein Notfallseelsorger macht/machen kann. Und wie lange es dauern kann, bis der Angehörige wieder handlungsfähig ist und sich die Schockstarre löst. Dabei unterstützt Gunnar Urbach nicht nur Angehörige sondern auch Einsatzkräfte nach schwierigen Einsätzen. Man konnte den Respekt vor dieser Arbeit im Saal förmlich spüren. 

Etwas hemdsärmeliger, aber trotzdem einfühlsam ist die Arbeit eines Tatortreinigers. Krimiautorin Kathrin Hanke hat dazu mit Tatortreiniger Dirk Plähn ein Buch geschrieben.

Beide waren vor Ort, haben einen kurzen Film gezeigt und auch dieser Beitrag hat die Zuhörer ergriffen. Wie es ist, wenn jemand 6 Wochen tot in der Wohnung liegt, in mulmiges Gefühl macht sich im Publikum breit. Das Wort „Leichenflüssigkeit“ kam häufiger vor. Den Beruf hat Dirk Plähn ergriffen, nachdem er einen Bericht über Tatortreiniger in Amerika gesehen hat. So etwas gab es in Hamburg nicht, eine Marktlücke war entdeckt. Der Öffentlichkeit bekannt ist der Beruf durch die Fernsehserie mit Bjarne Mädel. Tatsächlich geht es in der täglichen Arbeit aber nicht nur um Tatorte… Z.B. kümmert sich Dirk Plähn auch um die Wohnung von Verstorbenen im Allgemeinen und entrümpelt Messie-Haushalte.

Sorry, dass die Fotos etwas dunkel sind, aber die Veranstaltung war in einem Kino, dem Spectrum Kino in Norderstedt. Dementsprechend war es etwas dunkel zum Fotografieren.

Zusammengefasst war es ein toller Abend. Spannend, interessant, abwechslungsreich und die Zeit verging wie im Flug. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.  

      

„Krimi-Dinner mit Florian Schwiecker in Bad Oldesloe“

Nachdem der Berliner Autor Florian Schwiecker im Jahr 2017 schon einmal im Kurpark in Bad Oldesloe seine Zuhörer begeistert hat, war es am Freitag im Oldesloer Restaurant KandelaR so weit: Rainer Hinz, Inhaber des Restaurants, Annette Führmann und Buchhändlerin Ilona Rehme, beide Gründerinnen des Oldesloer Krimi-Stammtisches, hatten zum Krimi-Dinner geladen. Dazu gab es ein wunderbares Menü von Rainer Hinz, angelehnt an die italienische Herkunft der Hauptfigur Rocco Eberhardt, der Anwalt in den Büchern, die Florian Schwiecker inzwischen zusammen mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos schreibt. Das Essen war sehr köstlich:

    

Zwischen den Gängen hat Florian Schwiecker dann aus dem neusten Buch „Die letzte Lügnerin“ gelesen. Es ist das dritte Buch, dass er gemeinsam mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos geschrieben hat. In dieser Reihe ermitteln Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer gemeinsam in Berlin. Hierbei kommt dem Autoren zu Gute, dass er von 2001 bis 2009 in Berlin als Strafverteidiger tätig war.  

Neben den Lesungen erzählte Schwiecker noch einiges, was ein Strafverteidiger so erleben kann und auch, wie es zu der Zusammenarbeit mit Michael Tsokos gekommen ist. Schwiecker hat in einer Kolumne für die Zeitschrift „Freundin“ Bücher empfohlen, u.a. ein Buch von Michael Tsokos. Als beide dann zusammen auf der Bestsellerliste standen, ist der Kontakt entstanden und daraus wurde eine Zusammenarbeit zwischen dem Strafverteidiger und dem Rechtsmediziner. 

Die gemeinsamen Fälle sind True Crime Thriller, die also auch so ähnlich tatsächlich passiert sind und auch die Personen gibt es. Grundlage für „Die letzte Lügnerin“ war die Ibizza-Affäre in Österreich. 

Auf die Frage, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren könnte, Strafverteidiger zu sein, erklärte Schwiecker, dass es ihm wichtig ist, stets beide Seiten zu beleuchten. Für ihn ist das auch sehr wichtig vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.

Die Zusammenarbeit mit Michel Tsokos gestaltet sich so, das jeder seine Kapitel schreibt, die die im Gericht spielen schreibt Florian Schwiecker, die Kapitel in der Rechtsmedizin Michael Tsokos. Dabei wissen sie beide, wie die Geschichte ausgeht, dass ist vorher besprochen worden. Beide Autoren haben einen relativ gleichen Stil, der von der Lektorin dann auch noch überarbeitet und angepasst wird.

Auf die Frage nach seinen täglichen Schreibzeiten erklärte Florian Schwiecker, dass er immer frühmorgens schreibt, da er seinen Hauptberuf mittlerweile bei einer Softwarefirma hat.

Insgesamt ein sehr gelungener Abend mit leckerem Essen und bester Krimi-Unterhaltung. Wie gut, dass Florian Schwiecker versprochen hat, in zwei Jahren wiederzukommen…

Das Buch:

Inhalt:

Ein Polit-Skandal erschüttert Berlin: In einem geleakten Video ist zu sehen, wie Bausenator Dieter Möller schmutzige Immobiliendeals mit einem russischen Oligarchen aushandelt – auch der  Vater von Strafverteidiger Rocco Eberhardt soll darin verwickelt sein. 

Als der für das Video verantwortliche Tontechniker auf dem Seziertisch von Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer landet, lautet die Anklage gegen Möller plötzlich auf Mord. In die Enge getrieben, bittet er Rocco um Hilfe und beteuert seine Unschuld. Doch die ermittelnde Kommissarin findet immer mehr Beweise gegen den Bausenator, und Rocco muss sich fragen, ob sein Vater einen Mörder deckt …