„Umlaufbahnen“

Roman von Samantha Harvey, aus dem Englischen von Julia Wolf, erschienen bei dtv

Inhalt:

Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe.

Susannes Meinung:

Dieser Roman ist wirklich beeindruckend, denn man erfährt vieles über die Tätigkeit der Astronauten, eine Welt, die mir bisher völlig fremd  war. Man erfährt viel über das Leben in einer Raumstation und hat auch einen Blick in das Gefühlsleben der Astronauten, die lange von ihren Familien und dem Leben auf der Erde getrennt werden. Außerdem ermöglicht der Roman mit wunderbaren Beschreibungen sehr interessante Blicke auf die Erde und das im wörtlichen Sinne. Die Astronauten sehen sehr viel bei ihrem Blick auf die Erde, gerade was Natur und Umwelt betrifft. Ein bisschen schwierig fand ich die Personen in dem Buch, mit ihnen bin ich nicht so richtig warm geworden. Aber insgesamt ein ungewöhnlicher, kraftvoller Roman, den man auch nicht so schnell vergisst.

„Sommerhimmel über dem Möwenhof“

Roman von Frida Jacobsen, erschienen im Aufbau Taschenbuchverlag

Inhalt:

Für einen Neuanfang zieht Maren mit ihren Kindern zurück an die Nordseeküste, wo ihre Familie auf dem Möwenhof ein gemütliches Bed & Breakfast betreibt. Als sich Maren Hals über Kopf in den Bootsbauer Henning verliebt, könnte ihr Glück perfekt sein. Doch gerade jetzt plant ihr Onkel, das idyllische Kleinod zu verkaufen. Die Frauen vom Möwenhof geben nicht auf und setzen alles daran, ihn umzustimmen. Marens Beziehung zu Henning wird dabei auf eine harte Probe gestellt. Kann sie auf seine Unterstützung vertrauen und ihr Zuhause retten?

Susannes Meinung:

Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich muss sagen, ich bin sehr begeistert. Man ist beim Lesen sofort mittendrin und taucht dann ganz tief ein in die Geschichte. Neben viel Nordseeflair kann man sich an eine warmherzigen Geschichte erfreuen mit Figuren, die gefühlt mitten aus dem Leben kommen. Und so kam bei mir beim Lesen ständig der Wunsch, auch sofort auf dem Möwenhof Urlaub machen zu wollen. Dazu lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen, einfach ein echtes Wohlfühlbuch. Ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung gibt.

„Hotel Vier Jahreszeiten“

Roman von Anja Marschall, erschienen bei Piper

Am 27. Februar 2025 ist er erschienen, der neue historische Roman von Anja Marschall. Das Hotel Vier Jahreszeiten steht dabei im Mittelpunkt des Romans, der eine Mischung aus Fiktion und realer Geschichte ist. Das Hotel hat für die Autorin als Hamburgerin besondere Bedeutung, auch wenn die Oma mit ihr immer die Straßenseite gewechselt hat, um die feinen Leute im Hotel nicht zu stören.

Ich habe mich zum Erscheinen dieses Buches an einer Bloggeraktion beteiligt. Bei meinen „Lesebuddys“ findet Ihr viele weitere spannende Themen rund um das Buch und natürlich viele andere Bücher:

Die Lesebuddys sind Bloggerinnen/Blogger, die mit mir das Buch gemeinsam lesen und Themen rund um das Buch vorstellen. Schaut vorbei bei

Die glänzende Fassade eines Grandhotels – Frau Goethe liest

Angélique’s Leseecke

Luises Lebenswelt aus Anja Marschall, Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold (Bd. 1) – Elizas Bücherparadies

Blog – Willkommen bei Bücherheike und Skoutzi

Ich habe mich für die Bloggeraktion im Raum Hansekabinett eingebucht und etwas zum Thema Hansestadt geschrieben, denn das Hotel Vier Jahreszeiten ist eng mit der Hansestadt Hamburg verbunden:

Und hier noch etwas zum Inhalt des Buches:

Der schicksalhafte Aufstieg einer einfachen Wäscherin im mondänen Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten

Die große Saga rund um die fesselnde Geschichte des Hamburger Luxushotels während der beiden Weltkriege

Hamburg, 1914: die 14jährige Luise wäscht im Armenviertel der Stadt auf. Als sie die Chance bekommt, im vornehmen Hotel Vier Jahreszeiten zu arbeiten, scheint ihr Traum auf ein besseres Leben in Erfüllung zu gehen. Doch der Alltag im Waschkeller des Hotels ist hart und Luise muss sich gegen viele Widrigkeiten behaupten. Zum Glück ist Page Hans an ihrer Seite. Dank ihm entdeckt sie die Wahrheit über ihre Herkunft, während draußen der Krieg tobt. Das Hotel wird zu ihrer Familie, die sie nie hatte. Und sie ist bereit, diese mit ihrem Leben zu verteidigen.

Die Rezi dazu folgt bald.

Und am 10. März 2025 war es dann so weit: Premierenlesung von Anja Marschall im Spiegelsaal des Hotels Vier Jahreszeiten. Stillvoller kann man eine Buchpremiere nicht feiern. Neben Anja Marschall haben noch ehemalige Mitarbeiter des Hotels, die 1. Hausdame und ein Oberkellner mit ihren Geschichten das Hotel zum Leben erweckt. Hier einige Bilder von der Veranstaltung:

 

„Die Friedhofsvilla“

Flensburg-Krimi von Britta Bendixen, erschienen bei CW Niemeyer

Inhalt:

Eine kopflose Leiche im Wald stellt Kommissar Carsten Andresen und sein Team vor eine Herausforderung. Kaum haben die Ermittlungen begonnen, verschwindet plötzlich die Tochter von Andresens Lebensgefährtin spurlos. Kurz darauf wird auch er vermisst. Für seine Kollegen Lutz Weichert und Mirja Sommer deutet alles auf eine Entführung hin, doch es gibt keine Lösegeldforderungen. Geht es hier nicht um Geld, sondern um Rache? Sind der Hauptkommissar und seine Ziehtochter in Lebensgefahr? Um das Rätsel ihres Verschwindens zu lösen, suchen Weichert und Sommer in Andresens Vergangenheit nach Hinweisen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Währenddessen durchlebt Andresen auf dem Dachboden einer stadtbekannten, alten Villa seine ganz persönliche Hölle .

Susannes Meinung:

Dieser solide Flensburg-Krimi hat mich richtig gepackt. Er ist spannend, flüssig zu lesen und hat ein gutes Erzähltempo. Es wird nie langweilig, stattdessen gibt es überraschende Wendungen. Man verfolgt abwechselnd, was der entführte Kommissar durch macht und in der anderen Perspektive kann man die Ermittlungen verfolgen. Dadurch entsteht eine besondere Spannung. Die verliert sich auch dann nicht, als man als Leser schon weiß, wer der Entführer ist, denn dann beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Die Hauptfiguren sind sehr authentisch  angelegt, so dass man auch tatsächlich mit ihnen fühlt.  Dieses Buch ist nicht der erste Fall für Kommissar Andresen und sein Team, aber es ist nicht notwendig, die anderen Bücher auch zu kennen. Mich hat dieses Buch begeistert und ich freue mich auf weitere Fälle für dieses Team.

„Lupus“

Thriller von Tibor Rode, erschienen bei Droemer Knaur

»Lupus« von Tibor Rode ist ein filmreifer Wissenschaftsthriller im Spannungsfeld zwischen Mensch, Technik und Natur.

Inhalt:

Ohne jede Spur verschwinden nachts Jäger auf der Pirsch – so auch der Vater von Tierärztin Jenny Rausch. Zeitgleich häufen sich Angriffe scheinbar wild gewordener Wölfe in deutschen Wäldern. Die Kameras auf einem eigens eingerichteten und von KI gesteuerten Schutzzaun zeichnen seltsame Daten auf, was Staatsanwalt Frederik Bach auf den Plan ruft. Sind die vermissten Jäger tatsächlich Wölfen zum Opfer gefallen oder hat man es mit Mord zu tun? Staatsanwalt Bach und Jenny geraten in einen Strudel aus Ereignissen, die Verbrechen während der Nazi-Zeit, eines der bestgehüteten Geheimnisse der DDR-Diktatur und ein Familiendrama miteinander verknüpfen. Antworten finden die beiden schließlich in Jennys eigener Vergangenheit – und auf der gefährlichsten Insel der Welt.

Michis Meinung:

Spannung von der ersten Seite an und dieser Spannungsbogen wird bis zum Schluss gehalten. Eine mystische, absolut glaubhafte Fiktion bzg. KI-Zaun, getrennt gepaart mit Geheimnissen der Forschung in der DDR. Gedankengänge, welche bis in die Gegenwart reichen und mich teils erschüttern und Denken anstoßen. Ein klasse verarbeiteter Thriller.

„Die Wand“

Roman von Marlen Haushofer, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf ein unsichtbares, glattes, kühles Hindernis – eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

Eigene Meinung:

Nachdem ich das Buch gelesen habe, verstehe ich, warum es für viele Leserinnen und Leser zu den ganz besonderen Büchern gehört, die man unbedingt mal gelesen haben sollte. Es ist beeindruckend, wie sich die Hauptfigur in ihrer Einsamkeit einrichtet und Mittel und Wege findet, hier zu überleben. Sehr schnell entdeckt sie, wie die Natur ihr dabei helfen kann. Und unweigerlich überlegt man beim Lesen, wie es einem selbst in einer ähnlichen Situation gehen würde. Nun ist das Buch 1968 erschienen, die Menschen haben da noch in einer weniger technischen Welt gelebt, als wir es heute tun. Aber plötzlich komplett auf sich alleine gestellt zu sein, ist immer eine Herausforderung. Dieses wird in einer sehr ruhigen, einfachen Sprache erzählt, so dass sich das Buch auch sehr gut  lesen lässt. Zusammengefasst ein besonderes Buch, dass man nicht vergisst.

„Nachtflut“

Thriller von Stina Westerkamp, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Orkanböen peitschen über die Straße, in den Nachrichten wird vor der kommenden Sturmflut gewarnt. Die Lage ist mehr als bedrohlich, der kleine Ort direkt an der Ostseeküste muss vollständig evakuiert werden. Doch Elisa wartet bis zur letzten Sekunde, längst sind alle anderen fort. Vor ihrem Aufbruch stößt sie im Haus nebenan überraschend auf die Nachbarn. Wieso sind sie noch da? Das Paar scheint – genau wie Elisa selbst – etwas zu verbergen. Der Deich bricht. Die drei sind in dem Haus gefangen. Der Strom fällt aus, der Pegel steigt. Aus der nahegelegenen JVA können Häftlinge entfliehen, und einer von ihnen hat nur ein Ziel: Elisa.

Eigene Meinung:

Dieser Psychothriller lässt mich etwas ratlos zurück. Ich finde die Grundidee sehr interessant, so einen Thriller mit dem Szenario Orkan und Sturmflut zu verbinden. Dieses Szenario wird hier auch gut dargestellt. Außerdem fand ich das Buch tatsächlich sehr spannend und es war für mich auch angenehm flüssig zu lesen. Aber zum Ende war die Handlung dann doch etwas zu konstruiert, es war alles etwas überzogen und unrealistisch. Mehr kann ich dazu nicht schreiben, ohne zu spoilern. Mit der Hauptfigur Elisa bin ich in dem Buch auch nicht warm geworden, da konnte ich nicht wirklich mitfühlen. Ein spannender, flotter Thriller, aber leider etwas überzogen.

„Mord auf den Färöern“

Kriminalroman von Carola Christiansen, erschienen im Gmeiner-Verlag

Inhalt:

Grausige Morde erschüttern die Färöer! Als ein Toter gefunden wird – grausam verstümmelt und bizarr drapiert – beginnt für Kommissar Revur ein Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt.
Denn dies ist erst der Anfang einer Reihe von Morden, die nur eins gemeinsam haben: alle Opfer werden an nationalen Kultstätten platziert. Treibt ein Serienmörder sein Unwesen im Nordatlantik? Zu Revurs Unterstützung wird die Kopenhagener Kommissarin Amalie Vinther nach Tórshavn geschickt. Zusammen kommen sie Geheimnissen auf die Spur, die internationale Kreise ziehen

Eigene Meinung:

Dieser Kriminalroman spielt auf den Färöern, einer Inselgruppe, die nur wenige kennen. Umso spannender ist es, Land und Menschen in einem Krimi kennenzulernen. Und hier merkt man dann auch schnell, dass die Autorin sorgfältig und mit Liebe zu Land und Menschen recherchiert hat, man bekommt nämlich einen umfassenden Einblick. Dazu gibt es einen spannenden Kriminalfall, der allerdings nichts für zarte Gemüter ist, die Opfer sehen nicht wirklich gut aus. Die Spannung wird über das ganze Buch gehalten, außerdem lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen. Bei mir ging es relativ schnell, dass ich mich an die etwas ungewöhnlichen Ortsnamen und Namen der Personen gewöhnt habe, das fällt mir beim Lesen immer etwas leichter. Außerdem haben mir die beiden Ermittler gut gefallen, so unterschiedlich sie auch sind. Da hoffe ich doch noch sehr auf weitere gemeinsame Einsätze.

„Mord und Flut“

Ein Nordseekrimi von Katharina Drüppel, erschienen im dp-Verlag

Inhalt:

Kriminaloberkommissarin Levke Tönnens wird an die Nordseeküste gerufen: Ein unbekleideter Mann – ermordet und kunstvoll in Szene gesetzt. Als ein zweites Opfer auftaucht, erkennt Levkes Freund Veit erneut ein Kunstwerk in der grausamen Mordszene. Obwohl die Opfer scheinbar völlig unterschiedlich sind, verbindet sie dieses Muster: Sie wurden nach Gemälden der Romantik inszeniert. Während Levke immer tiefer in das mysteriöse Rätsel um die Mordfälle eintaucht und Verstrickungen aus Intrigen und zwielichtigen Professoren lösen muss, wird der Fall plötzlich persönlicher, als sie anfangs dachte. In einem Wettlauf gegen die Zeit muss sie das Puzzle lösen, bevor der Killer erneut zuschlägt. Denn Levke weiß – der nächste Mord könnte ihr Leben zerstören.

Eigene Meinung:

Dieser Auftakt zu einer neuen Krimiserie hat mir gut gefallen. Ein spannender Kriminalfall mit einer ungewöhnlichen Inszenierung und viel „Nordseefeeling“. Dazu hat mir das Ermittlerteam sehr gut gefallen. Levke als Ermittlerin mit viel frischem Wind, zusammen mit  Henning Martens, ein cooler Typ, der ihr auch immer zur Seite steht, wenn sie vielleicht etwas emotional reagiert oder auch mit eigenen Problemen beschäftigt ist. Ich hatte beim Lesen schon einen Verdacht, wer die Täterin oder der Täter sein könnte, aber es gibt so einige Spuren, dass man sich auch freut, wenn man richtig gelegen hat. Auf jeden Fall ein lesenswerter neuer Krimi für alle Freunde von Nordseekrimis.

Ich darf das Erscheinen des Buches im Rahmen einer Bloggertour begleiten.

Mord und Flut“ beginnt mit einem plattdeutschen Satz und später gibt es einige umgangssprachliche Formulierungen, die aber auch ohne Plattdeutsch-Kenntnisse problemlos zu verstehen sind. Aber was ist eigentlich Plattdeutsch?

Plattdeutsch, auch Niederdeutsch genannt, ist eine Gruppe von Dialekten, die vor allem in Norddeutschland und den angrenzenden Regionen der Niederlande gesprochen werden.  Es handelt sich um eine germanische Sprache, die sich aus dem Altsächsischen entwickelt hat und viele Gemeinsamkeiten mit dem Englischen und dem Niederländischen aufweist. Plattdeutsch hat eine eigene Grammatik und einen eigenen Wortschatz, der sich von Hochdeutsch unterscheidet. Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung „Platt“ nicht darauf, dass der Dialekt auf dem flachen norddeutschen Land gesprochen wurde, sondern es war die Sprache, die vom einfachen Volk gesprochen wurde. Und so wird die Sprache heute oft in ländlichen Gebieten gesprochen und hat eine reiche Tradition in der Literatur und Folklore. Durch die Vielzahl der Dialekte ist es  häufig auch  für einen Norddeutschen schwierig, das Platt aus eine anderen Region zu verstehen.  Eine gemeinsame niederdeutsche Schriftsprache existiert nicht, was es manchmal schwierig macht, niederdeutsche Texte zu lesen, da muss man sich häufiger erst „einlesen“.

In „Mord und Flut“ passen die wenigen plattdeutschen Formulierungen einfach gut zu dem „norddeutschen Gefühl“ in dem Buch.

„Hotel Paraiso“

Roman von Arezu Weitholz, erschienen im Mare Verlag  

Inhalt:

Eines Tages bleibt Frieda beim Synchronsprechen im Studio die Stimme weg, die Worte haften nicht mehr. Jonas, ihr Freund, vermittelt ihr die Möglichkeit, an der portugiesischen Algarve ein Hotel zu hüten, das über den Jahreswechsel schließt. Allein mit Hotelhund Otto, dem Hausmeister und Handwerkern hat Frieda nicht viel zu tun: Strandspaziergänge, Einkaufen, Kochen, Schauen. Sie lüftet Zimmer und ihre Gedanken. Das Hotel Paraíso ruft bei ihr Erinnerungen an einen anderen Ort wach, an dem sie sich wohlfühlte, aber nicht bleiben konnte: die Tankstelle in einem niedersächsischen Dorf, wo sie aufwuchs, bis sie irgendwann erfuhr, warum sie trotzdem nicht dazugehörte. Und während Frieda in Portugal darauf wartet, dass Jonas nachkommt, wird eine Frage immer drängender: Kann das Dazwischen ein Zuhause sein?

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist einfach nur ganz fein und wunderbar. Es passiert nicht wirklich viel in der Handlung, das liegt in der Natur der Sache, wenn man ein leeres Hotel hütet. Aber die Gedanken, die die Hauptfigur sich macht und wie sie ihre Umgebung, die Natur und die Menschen um sich herum wahrnimmt, das ist schon etwas ganz besonders. Sie denkt über ihr Leben nach und das Leben im allgemeinen. Dabei gibt es so viele schöne Gedanken, dass man sich fast auf jeder zweiten Seite einen Satz merken möchte. Außerdem ist das Buch auch noch wunderbar flüssig zu lesen und es strahlt eine gewisse Ruhe aus, die mir beim Lesen gut getan hat. Dazu entstehen durch die poetische Sprache viele Bilder im Kopf, wenn man über die Sätze nachdenkt. Einfach ein ganz bezauberndes Buch, eine klare Leseempfehlung von mir.