„Tödliche See“

Tödliche See verkleinert

Ein Sylt-Krimi von Sabine Weiss, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Die Nordsee, fast achtzig Kilometer vor Sylt. Im Gerüst unter der Versorgungsplattform eines Windparks wird die Leiche eines Tauchers gefunden. Unfall oder Selbstmord sind ausgeschlossen. Das erkennen Liv Lammers und ihre Kollegen von der Mordkommission sofort. Die Arbeiter auf der Plattform wirken auf sie zunächst wie eine eingeschworene Gemeinschaft. Bald aber zeigt sich, dass es hinter den Kulissen brodelt. Und auch auf Sylt ist die Lage angespannt: Die Firmeninhaberin wird bedroht und viele Einheimische kämpfen seit Jahren gegen die Offshore-Anlage vor der Insel. Verdächtige gibt es daher mehr als genug…

Eigene Meinung:

Der fünfte Fall für Liv Lammers besticht mit einem ganz besonderen Setting. Die Versorgungsplattform eines Windparks mitten in der Nordsee ist eine eigene Welt, die man so kaum kennt und das macht diesen Krimi besonders interessant. Das gilt auch für die Welt der Berufstaucher, die man ebenfalls kaum kennt. Auch wenn man diese Welt nicht kennt, ist man sofort in diesem Krimi gefühlt mittendrin. Für mich eine Kunst der Autorin, ihre Bücher so zu schreiben. Dazu ist dieser Fall dann noch sehr spannend, es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten bis zu einer klaren Auflösung. Die Ermittlungen auf Sylt liefern dann noch ganz viel Insel-Gefühl. Außerdem mag ich das Ermittler-Team um Liv Lammers, die alle Ecken und Kanten haben. Und so freue ich mich schon auf den nächsten Fall. Bis dahin eine klare Leseempfehlung für die Leser von norddeutschen Regionalkrimis.

5 Sterne-p1

„Baskische Tragödie“

Baskische Tragödie verkleinert

Ein Krimi von Alexander Oetker, erschienen bei Hoffmann und Campe

Inhalt:

An den Stränden der Aquitaine werden massenhaft Pakete angespült, gefüllt mit reinstem Kokain. Ein kleines Kind probiert davon – und fällt ins Koma. Commissaire Luc Verlain ermittelt in dem Fall, bi ihn eine geheimnisvolle Nachricht aus dem Baskenland erreicht.

Luc macht sich auf den Weg gen Süden und findet sich plötzlich auf der anderen Seite wieder. Er wird verhaftet, ausgerechnet wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel – und wegen dringendem Mordverdacht. Wer spielt dem Commissaire böse mit? Er muss das Spiel eines altbekannten Psychopathen mitspielen. So beginnt in den engen Gassen San Sebastians und auf dem stürmischen Atlantik eine teuflische Schnitzeljagd. Um den Plan des Mannes zu durchkreuzen, der um jeden Preis Rache nehmen will, muss Luc alles auf eine Karte setzen.

Eigene Meinung:

Auch wenn dieses schon der vierte Fall für Commissaire Luc Verlain ist, so ist es mein erstes Buch aus dieser Reihe. Das ist auf jeden Fall kein Problem, alle Informationen, die notwendig sind, um diesen Fall zu verstehen, bekommt man in diesem Buch. Daneben haben mir die Beschreibungen von Land und Leuten richtig gut gefallen. Ich habe einiges über das Baskenland gelernt und mich über die gut eingefangene Atmosphäre gefreut. Der Fall selbst überzeugt mit Tempo und Spannung. Manchmal fand ich allerdings die Handlung schon fast etwas überdreht. Um aber gedanklich zu verreisen und dabei spannende Stunden zu haben, ist das Buch genau richtig.

4 Sterne-p1

„Helle und die kalte Hand“

Ein Dänemark-Krimi von Judith Arendt, Atlantik Bücher im Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg  

Inhalt:

Der Herbst hält Einzug in Skagen und vertreibt die letzten Sommergäste. Helle Jespers, Leiterin der örtlichen Polizeistation, ist fest entschlossen, den ersten Mordfall in ihrer Gemeinde zu lösen: In der Nähe der beliebten Wanderdüne Räbjerg Mile wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie scheint aus Südostasien zu stammen, doch niemand vermisst sie. Helle hat kaum brauchbare Spuren und kann sich nur auf ihre Intuition verlassen, um die düsteren Verflechtungen rund um diesen Mord aufzuklären.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist der zweite Fall für Kommissarin Helle Jespers und es hat mir richtig gut gefallen. Die Kommissarin ist eine interessante Figur, mit Ecken und Kanten und einem guten Team, was auch aus sehr unterschiedlichen Typen besteht. Dazu dann noch die wunderbare Kulisse Dänemarks und ein sehr aktuelles Thema. Spannend fand ich auch die unterschiedlichen Perspektiven. Jedem Kapitel ist der Ort und die aktuelle Temperatur vorangestellt. Man folgt der Handlung aus Sicht der Kommissarin, der möglichen Täter und der Schwester des Opfers, die sich auch auf die Suche macht. Das ist sehr spannend und gut zu lesen geschrieben. Großartig, dass eine deutsche Autorin hier so einen guten skandinavischen Krimi schreibt. Ich freue mich auf den nächsten Fall.

5 Sterne-p1

Der erste Fall für Kommissarin Jespers:

„Helle und der Tote im Tivoli“, ebenfalls erschienen im Atlantik Verlag

 

„Nordseedämmerung“

Nordseedämmerung verkleinert

Kriminalroman von Christian Kuhn, erschienen im Wilhelm Heyne Verlag

Klappentext:

Sommerpause. Der Bundespräsident macht Urlaub auf Juist. Doch es mehren sich die Hinweise, dass ein Mörder auf ihn angesetzt wurde. Kriminalhauptkommissar Tobas Velten wird von Berlin auf die ostfriesische Insel entsandt, um das Sicherheitsteam vor Ort zu unterstützen. Und er hat noch einen zweiten, geheimen Auftrag: Offenbar gibt es einen Spitzel in den eigenen Reihen. Velten muss ihn so schnell wie möglich überführen – sonst wird sein erster Einsatz an der Nordsee tödlich enden.

Eigene Meinung:

Dieser Debüt-Kriminalroman überzeugt durch ganz viel Atmosphäre, die von der Insel Juist gut eingefangen ist. Echtes Nordseefeeling eben. Dabei ist das Buch entspannt zu lesen und bietet im zweiten Teil auch Spannung bis zum schlüssigen Ende. Die Figur des Thomas Velten hat mir als Typ mit Ecken und Kanten gut gefallen, allerdings fehlt mir noch einiges an Informationen zu seiner Vergangenheit, das hätte gerne mehr sein dürfen. Die Figur hat auf jeden Fall noch viel Potential. Wer gut zu lesende Urlaubslektüre mit Nordseefeeling sucht, wird hier fündig.

4 Sterne-p1