„Junge Frau vermisst“

Damit beginnt der Krimi von Svea Jensen in #NordWestTod und so oder ähnlich liest man es häufiger in der Zeitung oder im Internet. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Jeder Erwachsene, der im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte ist, hat das Recht, seinen Aufenthaltsort frei zu wählen. Wenn nun eine Person aus unerklärlichen Gründen von ihrem gewohnten Aufenthaltsort fern bleibt, erfolgt meistens durch Angehörige oder Bekannte eine Vermissten-Meldung bei der örtlichen Polizei. Die Polizei leitet eine Vermissten-Fahndung ein, wenn eine Person ihren gewohnten Lebenskreis verlassen hat, ihr derzeitiger Aufenthalt unbekannt ist und eine Gefahr für Leib und Leben (z.B. Opfer einer Straftat, Selbstmordabsicht) angenommen werden kann. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, werden unmittelbar nach Eingang der Vermissten-Meldung Suchmaßnahmen eingeleitet. Das erfolgt dann unmittelbar und nicht, wie im Fernsehen oft dargestellt, erst nach 24 Stunden. Bei den Suchmaßnahmen können neben der Polizei weitere lokale Rettungskräfte eingesetzt werden, wie z.B. THW oder Feuerwehr.

Wird die vermisste Person aufgefunden, will aber keinen Kontakt mehr zu den Suchenden, ist die Ermittlung für die Polizei ebenfalls abgeschlossen

Neben der Tätigkeit der örtlichen Polizei gibt es m Bundeskriminalamt zusätzlich eine zentrale Vermissten-Stelle, die sich mit der Fahndung nach vermissten Personen, Identifizierung von unbekannten Leichen und unbekannten hilflosen Personen beschäftigt. Hier werden auch die entsprechenden Statistiken geführt und die Informationen laufen zusammen. In der Datei „Vermisste/unbekannte Tote“ sind aktuell rund 11.500 Vermissten-Fälle gespeichert, darunter ca. 9.200 Fälle Betroffener in Deutschland. Nach den Erfahrungen erledigen sich ca. 50 % der Vermissten-Fälle innerhalb einer Woche, innerhalb eines Monats sind es schon über 80 %. Länger als ein Jahr werden nur rund 3 % der Personen vermisst.

Jeden Tag werden etwa 200 bis 300 Fahndungen neu erfasst und auch wieder gelöscht.  

Für die Angehörigen ist  ein Vermissten-Fall eine erhebliche psychologische Belastung. Nichts über den Verbleib einer Person zu wissen und immer in Ungewissheit zu leben, ist vermutlich irgendwann schlimmer, als wenn man Gewissheit z.B. über den Tod eines Menschen hat. Neben den psychologischen Folgen gibt es auch rechtliche Schwierigkeiten, die sogar existenzgefährdend für Hinterbliebene werden können, wenn z.B. aufgrund einer fehlenden Toderklärung Pensionszahlungen nicht erfolgen.  

Nordwesttod verkleinert

Und wie hat mir nun das Buch gefallen? Hier meine Rezension:

Dieses spannende Buch ist der erste Fall für die Soko St.Peter-Ording.  Damit bietet es beste Krimi-Unterhaltung vor der traumhaften Kulisse St. Peter-Ordings. Die dortige Polizei-Dienststelle bekommt es mit einem Vermisstenfall zu tun. Das Buch überzeugt mit einem flüssigen Schreibstil und ist dabei immer spannend mit einigen überraschenden Wendungen. Außerdem hat mir die Mischung gut gefallen, zwischen den reinen Ermittlungen der Polizei und den persönlichen Geschichten der tätigen Ermittler. Hier findet sich gerade ein Team neu zusammen und die Charaktere  haben mir sehr gut gefallen. Man erfährt viel über Anna und Hendrik, aber auch über die Einwohner von St.Peter-Ording. Insgesamt ein spannendes, großartiges Lesevergnügen, eine klare Leseempfehlung für die Liebhaber von Regionalkrimis von mir. Und ich freue mich auf den nächsten Fall in St. Peter-Ording.  

5 Sterne-p1

2 Kommentare zu „„Junge Frau vermisst“

  1. Hallo liebe Susannesbuecherwelt,

    Hm, interessante Formulierung mit dem …..Das Buch ist entspannt zu lesen…..und dabei immer spannend mit überraschenden Wendungen…ist das nicht ein kleiner Widerspruch in sich?

    LG…Karin..

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