„Voll im falschen Film“

Roman von Wiebke Lorenz, erschienen im Pendragon Verlag

Werbung, Rezensionsexemplar

Inhalt:

Nora Stern ist Schauspielerin, Mutter, Alkoholikerin und seit drei Jahren abstinent. Bis sie in einem fremden Partykeller erwacht. Niedergeschlagen und verschleppt. Auf dem Bar­tresen: ein gut sortiertes Buffet. Getränke? Nichts – außer Alkohol. Nach vier Tagen kommt sie auf einer Wiese zu sich. In Freiheit, aber zurück an der Flasche. Nora muss trocken werden. Schnell. Bald stehen Dreharbeiten an, und im Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann macht sich Trunkenheit eher schlecht. Nur: So leicht ist es nicht. Als sie sich an einer Tankstelle Nachschub besorgen will, wird sie von einem Paparazzo abgelichtet. Das kann kein Zufall sein. Sie beginnt zu ermitteln. Gegen Widerstände. Gegen alte Feinde. Und gegen eine Sucht, die geduldig auf jede Chance wartet.

Susannes Meinung:

Mit dem Buch gelingt der Autorin ein großer Spagat sehr gut: ein ernstes Thema, spannend und humorvoll zu verpacken. Und so liest sich das Buch angenehm leicht und man verfolgt nicht nur, wie die Hauptfigur Nora mit der Situation fertig wird, sondern es ist auch spannend zu verfolgen, wer ihr das angetan hat. Oder vielleicht auch doch nicht? Beim Lesen kommen einem auch Zweifel, genau wie ihrem Umfeld. Nora nimmt das Leben mit viel trockenem Humor, eine gute Strategie, um mit den Problemen fertig zu werden. Dazu wirft das Buch auch einen Blick darauf, wie die Gesellschaft mit Alkoholabhängigen umgeht und wie demütigend das für die Betroffenen sein kann. Alkohol zu konsumieren gehört häufig zum Leben dazu, aber wenn daraus eine Krankheit wird, können viele Menschen damit nicht umgehen. Für mich auf jeden Fall ein Buch, dass lange nachwirkt und ich habe großen Respekt vor der Autorin, das so zu schreiben. Von mir auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

Premierenlesung am 7.09.2026 im Nochtspeicher in Hamburg:

Eines haben das Buch und die Premierenlesung in Hamburg im Nochtspeicher auch gemeinsam: Sie werden lange im Gedächtnis bleiben: Denn die Premierenlesung war eine szenische Lesung, bei der die Autorin Teile aus dem Buch vorstellte, im Jogginganzug, auf einem kaputten Sofa, reichlich Flaschen in der Nähe… Schauspieler Jan-Christopf Scheibe leistete „ärztlichen Beistand“. Das war wirklich sehr eindrucksvoll und unterhaltsam. Das Buch, so die Autorin, ist eine Liebeserklärung an die Menschen, die mit der Krankheit zu leben haben, und Humor hilft dabei. Das Buch hat dabei für sie selbst auch eine therapeutische Wirkung .    

Hinterlasse einen Kommentar