
Roman von Martina Bogdahn, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
Werbung, da Rezensionsexemplar
Inhalt:
Flirrende Hitze über dem See, das Summen in den Feldern und der Geschmack von Mirabellen. Martina Bogdahn führt uns in einen bewegten Sommer. In ihrem neuen Roman aus dem Kosmos des »Mühlensommers« erzählt sie warmherzig und humorvoll von einem Leben zwischen Routinen, Pflichten und Loslassen. Von einem letzten Wunsch und einem lang gehüteten Geheimnis. Von einer Frau, die alles hinterfragt und eine neue Sicht aufs Leben gewinnt. Denn ihre Freiheit liegt nicht in weiter Ferne, sie ist der schmale Weg, auf dem sie geht. Als der Ortspfarrer Josef überraschend stirbt, gerät die geordnete Welt seiner Haushälterin Anna ins Wanken. Was soll nun werden? Erst mal muss sie die Beerdigung organisieren, den jungen Ersatzpriester Fridtjof in Empfang nehmen – und dann soll auch noch Josefs Asche ans Meer. Dafür nimmt Anna, Anfang fünfzig, Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Gemeinsam erkunden sie die fränkische Gegend um Blumfeld und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben. An den Geruch des Sommers, die Farbe reifer Mirabellen, an harte Arbeit und kleine Alltagsfluchten. Je näher der Aufbruch rückt, desto drängender werden Annas Fragen, denn die Fahrt bedeutet eine Reise ins Ungewisse. Es braucht eine Entscheidung. Wie gut, dass sie die nicht alleine treffen muss.
Susannes Meinung:
„Nur weg wegfährt, kann auch wieder heimkommen“ – heißt es in dem Buch. Der Roman erzählt vom Mut zu Veränderungen und zu einem Neustart. Die Haushälterin Anna hat schon immer den Mut, unkonventionell zu sein, aber sie hat ihren Heimatort noch nie verlassen. Nun bringt das Leben, oder besser der Tod, sie dazu. Die Autorin erzählt in vielen Rückblenden über die Menschen in dem Ort und zwar in einer wunderschönen Sprache. Sie beschreibt das alles sehr bildlich und so gleitet man beim Lesen durch die Seiten. Den ersten Band kenne ich nicht, das war beim Lesen kein Problem. Allerdings möchte ich das aber noch nachholen, denn in dem Ort Blumfeld habe ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt. Dieser wunderbare Roman ist eine klare Leseempfehlung für etwas ältere Leserinnen.
