„Der Pfau“

Roman von Isabel Bogdan, erschienen bei insel Taschenbuch

Inhalt:

Ein charmant heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, ein völlig durchgedrehter Pfau, der bei blau nur noch rotsieht, und ein bunt zusammengewürfelter Haufen Leute, dazu ein überraschender Wintereinbruch, ein Kurzschluss und die ein oder andere Verwechslung – und schon ist das Chaos perfekt!

Eigene Meinung:

Bei diesem Buch bereitet schon der Buchumschlag Freude. Der glänzende Pfau ist besonders schön gelungen. Inhaltlich geht es mit der Freude dann weiter. Lord McIntosh und seine Frau haben ein großes Anwesen in den Highlands. Nun wird ein Gebäudeflügel im Winter an eine Gruppe Banker aus London vermietet, die nebst Chefin, Köchin und Psychologin anreisen, um Teambuilding zu betreiben.

Unglücklich nur, das gerade bei den schwierigen Gästen einiges schief läuft. Ein Pfau geht auf das Auto der Chefin der Banker los, das Gebäude ist für den Winter eigentlich nicht geeignet, der Strom fällt aus und die ganze Gruppe schneit ein. Diese ganzen Geschehnisse werden wunderbar beschrieben und sind eigentlich in dieser Umgebung schon unterhaltsam genug. Was den Reiz des Buches ausmacht ist aber die Sprachgewandtheit der Autorin. Die Befindlichkeiten der Gastgeber, die unterschiedlichen Charaktere bei den Bankern, die sich im Laufe der Zeit untereinander auch besser kennenlernen, dazu das Personal, die Autorin versteht es wirklich großartig, diese unterschiedlichen Typen so darzustellen, dass der Leser sich ein eigenes Bild machen kann. Leider sind auch viele nicht so ganz aufrichtig zu einander, was zu weiteren Verwicklungen führt. Das gemeinsame Erleben schweißt insbesondere die Banker zusammen, aber besonderen Spaß hat es mir gemacht, dass Liz auch sprachlich immer „die Chefin“ bleibt. Nur ganz selten wird daraus einfach Liz.

Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, von dem ich denke, dass man auch bei einem zweiten Lesen immer noch wieder neue Feinheiten entdeckt. Auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung.

Diese Rezension habe ich schon vor sieben Jahren geschrieben. Immer noch eines meiner Lieblingsbücher und demnächst kommt die Verfilmung in die Kinos.

„Das Bernsteinkind“

Psychothriller von Max Bentow, erschienen im Goldmann Verlag

Inhalt:

Kommissar Nils Trojan steckt in einer Sackgasse. Innerhalb weniger Tage wurden drei Menschen getötet, zwischen denen es scheinbar keine Verbindung gibt. Was sie eint, ist allein die schaurige Inszenierung ihrer Augen, die golden wie Bernstein leuchten. Aber dann stößt Trojan plötzlich auf eine Spur: ein mysteriöser Thriller, in dem eine Frau in einem Verlies um ihr Leben schreibt. Und jedes der Opfer scheint mit diesem teuflischen Werk vor seinem Tod in Berührung gekommen zu sein. Als eine weitere junge Frau verschwindet, weiß Trojan, dass der Countdown läuft. Denn das »Nachtland« ist nicht nur der Titel des Romans – es ist ein realer Ort, an dem sich ein altes Versprechen auf grausame Weise erfüllt …

Eigene Meinung:

Auch der 10. Fall für Nils Trojan hat mich wieder total begeistert und mitgenommen. Der Thriller ist vom Schreibstil her angenehm zu lesen und hat auf mich eine Sogwirkung ausgeübt, dieses wunderbare Gefühl „ich muss unbedingt weiterlesen“ hat sich eingestellt. Gerade die Szenen im „Nachtland“ fand ich wunderbar geschrieben und ich konnte es mir sehr gut vorstellen und mitfühlen. Das hat dann sogar dazu geführt, dass mir sogar körperlich etwas unwohl war, weil es so gut geschrieben war. Ich möchte jetzt nicht spoilern, um das zu erklären. Und während man verfolgt, wie mehrere Menschen in die Hände des Täters gelangen, erfährt man parallel auch schon etwas über den Täter. Das Ganze mündet dann in einem spannenden Finale. Insgesamt wieder ein sehr guter Thriller von Max Bentow, der unter die Haut geht.

„Ein dänischer Winter“

Roman von Sanne Jellings, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag 

Inhalt:

Dezember 1929: Karen Blixen verbringt die Weihnachtstage auf dem Hof ihrer Familie am Øresund. Die Frau, die einmal Schriftstellerin werden wollte, quälen existenzielle Sorgen: Ihre Farm in Afrika steht vor dem Ruin, die Beziehung zu ihrem Geliebten Denys Finch Hatton steckt in der Krise.
Am dunkelsten Tag des Jahres steht auch Minna Kasparsson vor dem Nichts. Das achtzehnjährige Mädchen aus der Arbeiterklasse hat ihre Stelle als Schreibkraft verloren, und zu allem Überfluss erfährt sie, dass sich der Mann ihres Herzens mit einer anderen verlobt hat. Heimlich hatte Minna gehofft, Lehrerin werden zu können, nun muss sie bei Karen Blixens Familie eine Stelle als Hausmädchen annehmen.
Auf Rungstedlund kommt es zur Begegnung der beiden Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine Begegnung, deren Kraft ihrer beider Zukunft verändern wird …

Eigene Meinung:

Das Taschenbuch hat nur 156 Seiten und trotzdem hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Sie erzählt nämlich sehr kraftvoll von der ganz besonderen Begegnung von zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Tochter der Familie trifft auf das Dienstmädchen und eine ganz besondere Verbindung entsteht. Eigentlich würde ich mir wünschen, dass diese Geschichte von vielen jungen Frauen und Mädchen heute gelesen wird. Vieles, was für uns heute als Frauen selbstverständlich ist, war es früher nicht. Und so ein Einblick hilft vielleicht, sich für wichtige Fragen unserer Gesellschaft heute zu interessieren. Dabei ist die Geschichte sehr gut zu lesen und sehr bildlich erzählt. Und bei mir hat sie auch noch das Interesse geweckt, dass ich mehr über Karen Blixen erfahren möchte.

„Friesenwinterzauber“

Roman von Tanja Janz, erschienen bei HarperCollins

Inhalt:

Alle schwärmen von der schönsten Zeit im Jahr, doch Isabel möchte sich am liebsten den gesamten Winter über verkriechen. Da bittet ihre alte Nachbarin Helma Osterfeld sie, sie nach St. Peter-Ording zum Wiedersehen mit ihrer Schwester zu begleiten. Isabel muss nicht lange überlegen und spürt beim Blick auf Salzwiesen und Wattenmeer bald den heilsamen Zauber der nordfriesischen Winterlandschaft. Und nicht nur das. Es scheint, dass sie sich diesem Ort nicht ohne Grund so verbunden fühlt. Findet sie im alten Haubarg womöglich, wovon sie ein Leben lang geträumt hat: ihre Familie?

Eigene Meinung:

Auch dieses Buch von Tanja Janz ist wieder ein Buch zum Wohlfühlen. Leicht zu lesen, mit einer schönen, warmen Geschichte und ganz viel Nordsee-Feeling aus St. Peter-Ording in der Vorweihnachtszeit. Dazu gibt es dann noch liebevoll beschriebene Hauptfiguren und als Leserin kommt man dann gleich an, auf dem Haubarg an der Nordsee. Auch der liebevoll gestaltete Lageplan in dem Buch hat mir Freude bereitet, der weckt gleich wieder Erinnerungen an schöne Urlaubstage. Und so hat mir das Buch insgesamt wieder Spaß gemacht.

„Der kleine Wintermarkt am Meer“

Ein Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Kein Geld, kein Job, kein Mann – Weihnachtsstimmung will sich bei Josi dieses Jahr so gar nicht einstellen. Zum Glück bittet ihre Freundin Linnea sie, nach Sylt zu kommen, um ihr mit dem Wintermarkt zu helfen! Josi kann es kaum erwarten, Heißgetränke in dem kleinen Foodtruck zu verkaufen. Der muss allerdings erst einmal restauriert werden. Unterstützung erhält Josi dabei von Erik. Zwischen den Weihnachtsgirlanden kommen die beiden sich bald näher – doch da beginnt Linnea, sich immer mehr zurückzuziehen … Ist ein Weihnachtswunder noch möglich?

Eigene Meinung:

Das Buch ist der perfekte Roman, um ein bisschen (Vor-)Weihnachtszeit auf Sylt zu genießen. Er bietet wieder ganz viel Insel-Feeling und dazu noch wunderbare Unterhaltung. Eigentlich geht es um vier Hauptfiguren, nämlich Josi, Linnea, Erik und Niklas. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Josi und Erik erzählt. Man kann sich als Leserin wunderbar in die Figuren hineinversetzen und wenn man dann vielleicht auch noch Sylt kennt, fühlt sich das Buch so gut an wie eine warme Decke im Winter – es tut einfach gut. Dabei ist es leicht zu lesen und bietet aber auch etwas Tiefgang, denn die Lebensgeschichten der Hauptfiguren sind nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Insgesamt ein schönes Buch für die (Vor-)Weihnachtszeit.

„Winterzauber in der kleinen Teestube am Meer“

Ein Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen bei Ullstein

Inhalt:

Luises Eltern versuchen verzweifelt, die seit Jahrzehnten familiengeführte Teestube gegen die Konkurrenz der schicken Cafés auf Sylt zu verteidigen. Doch nun sind sie mit ihrer Kraft am Ende, und Luise eilt ein paar Wochen vor Weihnachten zu Hilfe. Unterstützung erhält sie dabei vom gut aussehenden Konditor Moritz, der sich im Zimmer oberhalb der Stube eingemietet hat. Zwischen Törtchen, feinen Teemischungen und kalten Winterstürmen kommen die beiden sich bald näher. Sie finden ein altes Rezeptbuch, das die Teestube retten könnte, und ein lange gehütetes Geheimnis, das sie weit in die Vergangenheit ihrer beiden Familien zurückführt. Nichts ist so, wie es scheint, und doch am Ende alles so, wie es sein muss.

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein Sylt-Roman zum Wohlfühlen. Wenn man die Verhältnisse auf Sylt kennt, weiß man, dass der Roman auch einen ernsten Hintergrund hat, denn Strukturwandel gibt es auch auf der Insel reichlich. Die Probleme der alteingesessenen Familie werden hier aber in eine schöne Geschichte verpackt, mit liebevoll beschriebenen Personen und ganz viel Sylt-Atmosphäre im Winter. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren erzählt. Und so sitzt man beim Lesen dann gedanklich in der schönen Teestube und genießt Sylt in der Vorweihnachtszeit. Und so bietet das Buch beste Unterhaltung für die Wintermonate und insbesondere die Vorweihnachtszeit.  

„Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit“

Roman von Anja Marschall, erschienen im Piper Verlag

Drei starke Frauen in bewegten Zeiten: Band 2 der großen Familiensaga rund um den Aufstieg einer Hamburger Kaffeedynastie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte

Inhalt:

Hamburg 1929: Anders als ihre Mutter Maria hat Cläre Behmer zunächst kein großes Interesse am Kaffeekontor der Familie. Sie will lieber studieren und ihren eigenen Weg gehen, was ihrem Verlobten missfällt, hofft er doch, durch die Heirat mit Cläre »Behmer & Söhne« übernehmen zu können. Doch Cläres Leben ändert sich schlagartig, als sie den freiheitsliebenden Journalisten Fritz Waltershausen kennen und lieben lernt, während die neuen nationalsozialistischen Machthaber das Überleben des Kaffeekontors gefährden. Endlich erwacht in Cläre die Kämpfernatur ihrer Mutter, und sie setzt alles daran, ihr Erbe und ihre Liebe zu retten.

Eigene Meinung:

Nachdem ich von Teil 1 schon total begeistert war, wurde ich auch beim 2. Teil der Saga nicht enttäuscht. Auch dieser Teil ist genauso wunderbar erzählt und eine großartige Verbindung zwischen Familiengeschichte und deutscher Geschichte. Und so folgt man der warmherzigen Familiengeschichte und lernt nebenbei vieles über die Geschichte unseres Landes. Dabei ist das alles so bildlich beschrieben, dass man die Speicherstadt förmlich vor sich sieht und oft auch Kaffee riecht, auch wenn der im Krieg zur Mangelware wird. Und so freue ich mich jetzt auf den 3. Teil der Familiensaga.

„Der Gesang der Flusskrebse“

Roman von Delia Owens, aus dem amerikanischen Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, erschienen bei hanserblau

Klappentext:

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen.

Eigene Meinung:

Beim Lesen des Buches war ich zu Anfang nicht ganz so begeistert. Es ist schon eine wunderbar erzählte Geschichte, die Beschreibungen insbesondere auch von dem Marschland sind sehr schön und bildlich und gut zu lesen. Auch die Geschichte des Marschmädchens beeindruckt einen beim Lesen . Ich fand es besonders spannend zu lesen, was man von der Natur alles für das Leben lernen kann, wenn man keine Schule besucht. Aber das alles zieht sich etwas in die Länge. Allerdings ist der Funke im letzten Drittel dann bei mir total übergesprungen und ich muss auch sagen, dass dieses Buch und die Geschichte des Mädchens bei mir sehr nachwirkt. Das ist etwas ganz besonderes und sehr beeindruckend. Daher auch eine klare Leseempfehlung von mir.

„Der Diamanten-Coup“

Thriller von Patrick Burow erschienen im Benevento Verlag

Inhalt:

Blitzeinbruch im legendären Grünen Gewölbe: Wer sind die Kunstdiebe von Dresden?
Der Coup dauert nur fünf Minuten. Wenige Axthiebe genügen, das Sicherheitsglas zersplittert und die kostbaren Juwelen verschwinden. Die Einbrecher erbeuten in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden Schmuckstücke von unermesslichem Wert. Darunter auch der »Sächsische Weiße«, ein weißer Diamant mit 48 Karat. Ein Juwelenraub von nie dagewesener Dimension – und unvergleichlicher Dreistigkeit! Professor und Kunstdetektiv Adrian Falke gerät in Verdacht, mit dem Diamantenraub in Verbindung zu stehen. Tags zuvor interessierte er sich auffällig für die Sicherheitsmaßnahmen. Doch Falke ist unschuldig. Gemeinsam mit der Direktorin des Grünen Gewölbes macht er sich auf die Suche nach den legendären Diamanten. Können die beiden die wahren Juwelen-Räuber schnappen?

Eigene Meinung:

Einer der spektakulärsten Raubzüge der deutschen Geschichte hat Autor Patrick Burow zu diesem Buch inspiriert. Und das macht es gerade so interessant, dass ein echter Kriminalfall als Grundlage dient. Wie haben die Täter das gemacht? Eine Frage, die sich viele Bürger gestellt haben. Hier gibt es eine Fiktion, wie es gewesen sein könnte, dann folgt eine Verfolgungsjagd durch mehrere Länder. Als Leser verfolgt man die Täter, die Polizei und den Professor nebst Museumsdirektorin. Eine spannende Kombination, dabei ist das Buch auch so gut geschrieben, dass es ordentlich Fahrt aufnimmt. Die Handlungen des Professors und der Museumsdirektorin kommen einem dabei manchmal etwas merkwürdig vor, aber das gehört dazu, um eine rasante Geschichte zu erzählen. Insgesamt ein interessanter Thriller.  

„Die Blutliste“

Thriller von Rainer Löffler erschienen bei Bastei Lübbe AG

Inhalt:

In einem Grab auf einem Kölner Friedhof wird die Leiche eines ermordeten, entsetzlich entstellten Mannes entdeckt. Die junge Frau, die dort eigentlich liegen sollte, ist verschwunden. Auch sie war das Opfer einer Bluttat. Fallanalytiker Martin Abel wird nach Köln beordert und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Er findet heraus, dass Spuren auf einen lange zurückliegenden Mord weisen – und dass der Schlüssel zur Klärung des aktuellen Falls in der Familie dieses allerersten Mordopfers liegen muss. Aber dann wird ein weiterer verstümmelter Toter in einem fremden Grab gefunden, und Abel erkennt, dass das nächste Opfer schon auf der Liste steht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Eigene Meinung:

Auch der 4. Fall für Fallanalytiker Martin Abel hat es wieder in sich. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und eine gewisse Brutalität muss man auch ertragen können. Dafür bekommt man dann einen spannenden, ungewöhnlichen Fall mit einem ungewöhnlichen Ermittler zu lesen. Die Erzählperspektiven wechseln dabei, aber das ist immer auch entsprechend gut zu erkennen und der Thriller ist flüssig zu lesen. Einzig einige Szenen mit einem Wolf fand ich etwas überflüssig und zum Schluss hatte ich etwas Schwierigkeiten, alles gedanklich zusammen zu sortieren. Insgesamt aber ein spannender deutscher Thriller, der für Lesespaß sorgt.