„Das dunkle Netz des Todes“

das dunkle Netz des Todes verkleinert
Quelle: Verlag

Kriminalroman von Sybille Schrödter, erschienen bei dotbooks.

Inhalt:

Strafverteidigerin Anne zieht mit ihrer Tochter aus der Großstadt in die Provinz und übernimmt dort die Kanzlei ihres alten Freundes Martin. Sie hat einen Mörder vor dem Gefängnis bewahrt und braucht nun erstmal etwas Abstand. Doch auch in der beschaulichen Provinz häufen sich plötzlich rätselhafte Todesfälle. Anne lässt sich überreden, auch hier einen Tatverdächtigen zu verteidigen, der schwört, mit der Tat nichts zu tun zu haben. Um herauszufinden, ob der Tatverdächtige die Wahrheit sagt, bleibt nur ein Weg, nämlich selbst Nachforschungen anzustellen. Und das wird sehr gefährlich…

Eigene Meinung:

Schon die Grundidee dieses Krimis fand ich sehr interessant, nämlich die Frage, wie Schwerverbrecher zu verteidigen sind und wie es ist, wenn ein Mörder durch eine gute Verteidigung straffrei aus dem Gericht kommt. Dazu gibt es hier noch einen soliden, spannenden Krimi mit einer überraschenden Auflösung. Außerdem hat die Autorin hier sehr interessante Figuren geschaffen, die man auch intensiv kennen lernt und sich bildlich vorstellen kann. Neben Strafverteidigerin Anne ihre Tochter in der Pubertät, der der Umzug aufs Land so gar nicht gefällt, und Bürovorsteherin Thea, die Anne zusammen mit der Kanzlei übernimmt und die sich an ihre neue Chefin auch erstmal gewöhnen muss. Und so gibt es auch einige humorvolle Szenen in diesem Krimi, der mit den handelnden Personen auch das Zeug hätte, der Auftakt einer Reihe zu werden. Ich würde mich freuen.

4 Sterne-p1

„Die Krabbenfischerin“

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Quelle: Verlag

Ein Nordsee-Roman von Anni Deckner, erschienen bei Forever by Ullstein

Inhalt:

Die 40-jährige Swantje Hansen arbeitet als Krabbenfischerin auf ihrem eigenen Kutter. Als einzige Frau unter den Büsumer Fischern muss sie sich oft beweisen. Während eines Sturms verliert sie fast die Kontrolle über ihr Schiff, doch zum Glück ist die Seenotrettung in Person des attraktiven Jannis zur Stelle, der ihr hilft, das Schiff sicher in den Hafen zu bringen. Swantje kennt Jannis seit vielen Jahren und hat das Gefühl, dass er mehr als Freundschaft für sie empfindet. Doch nach einer bitteren Enttäuschung glaubt sie nicht mehr an die Liebe. Als dann auch noch das Navigationsgerät ihres Schiffes verschwindet, wird Swantje langsam klar, dass es doch nicht so leicht ist, frischen Wind in die Büsumer Fischerei zu bringen.

Eigene Meinung:

Ein echtes Wohlfühlbuch, so ging es mir jedenfalls von der ersten Seite an. Man ist sofort in der Geschichte mittendrin und das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Außerdem ist mir Swantje sehr sympathisch, eine taffe Frau von der Küste. Mir ist die ganze Familie Hansen sehr ans Herz gewachsen, ich könnte mir sehr gut eine Fortsetzung vorstellen. Mutter Hansen und ihre Töchter haben dafür Potential. Trotzdem habe ich über die Bewertung länger nachgedacht, denn es werden mit der Handlung auch sehr viele Klischees bedient. Dafür gibt es aber auch eine Geschichte mit sympathischen Hauptpersonen, einer besonderen Frau (so viele Fischerinnen gibt es meines Wissens nicht auf der Nordsee) und ganz viel Nordseeluft. Wer also einen wunderbar zu lesenden Frauenroman mit einer kräftigen Prise Nordseeluft sucht, wird hier sein Lese-Vergnügen haben.

4 Sterne-p1

Fredenbüll in Reinfeld

Krischan Koch Reinfeld

Lesung mit Krischan Koch aus „Pannfisch für den Paten“ 

Die Bücher von Krischan Koch sind schon toll. Küsten-Krimis mit viel Nordseeluft, Spannung, Humor und ganz besonderen Personen, die in den Krimis immer wieder vorkommen. Ein ganz besonderes Erlebnis sind dann aber die Lesungen, wenn Krischan Koch seine Figuren mit seiner Stimme zum Leben erweckt. Und so waren sie auch alle letzten Freitag auf Einladung der Buchhandlung Michaels in Reinfeld: Dorfpolizist Thies Detlefsen, die Stammgäste vom Fredenbüller Stehimbiss „De Hidde Kist“ Postbote Klaas, Landmaschinenvertreter a.D. Piet Paulsen und Althippie Bounty, nicht zu vergessen Imbisswirtin Antje und natürlich Oma Albeck, die im Supermarkt ihres Sohnes an der Kasse wacht. Der Wortwitz aus den Büchern so wunderbar vorgetragen, wie Krischan Koch es macht, das ist ein ganz besonderes Vergnügen und so wurde auch in Reinfeld viel gelacht, während Krimilesungen ja sonst immer eher ruhig verlaufen. Es war ein toller Abend, der lange in Erinnerung bleibt.

 

 

„Satansbrut“

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Mordkommission Leipzig Staffel 2/ Band 2 Kriminalroman von David Gray

Inhalt:

In Leipzig herrscht Ausnahmezustand, denn zum Wave Gotik Festival wird die Stadt von Gruftis, Punkern und Heavy Metal-Fans belagert. Da geschieht ein brutaler Mord, ein Toter wird mit durchgeschnittener Kehle in einem alten Hotel gefunden. Erste Spuren deuten darauf hin, dass der Tote einer mächtigen geheimen Satanistensekte zum Opfer gefallen ist. Der Fall wird immer undurchsichtiger, und als auch noch die FBI-Agentin Ellen auftaucht, nimmt der Fall für das Ermittlerteam um Kommissar Hubertus Wilhelm Knabe eine gefährliche neue Wendung.

Eigene Meinung:

Dieses Buch gehört sich einem interessanten Projekt. Es gehört zur zweiten Staffel von vier Büchern, von vier Autoren geschrieben, die vier Kommissaren der Leipziger Polizei eine Stimme geben. Jeder Band behandelt einen eigenständigen Kriminalfall. Und auch dieses Buch ist wieder ein spannender Krimi, kurz und genau auf den Punkt geschrieben, einfach präzise und trotzdem bekommt man als Leser alle Informationen, die man benötigt. Wer ein kurzes, spannendes Krimivergnügen sucht, wird an diesem seine Freude haben. Mir hat es jedenfalls wieder gut gefallen.

5 Sterne-p1

Die zweite Staffel der Moko Leipzig

Band 1 „Blender“ von Marcus Hünnebeck

Band 2 „Satansbrut“ von David Gray

Band 3 „Blutzoll“ von Kirsten Wendt

Band 4 „Showdown“ von Stefan B. Meyer

„Klugscheißer Royale“

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Quelle: Verlag

Roman von Thorsten Steffens, erschienen bei Piper

Inhalt:

Timo Seidel, der mit 28 Jahren immer noch in seinem Studentenjob hängengeblieben ist, verliert seine Arbeit im Callcenter und Freundin Cleo trennt sich von ihm. Auch wenn er kein abgeschlossenes Studium hat, bekommt er plötzlich einen Job angeboten: als Englisch-Lehrer an einer Abendschule, er darf also, wie er es nennt, staatlich beauftragter Klugscheißer sein. Doch schon bald stellt er fest, dass es doch nicht so einfach ist, als Lehrer tätig zu sein und auch das Kollegium, das komplett aus Frauen besteht, ist nicht ohne. Aber es ist auch die Chance, das eigene Leben neu zu organisieren und diese Chance nutzt er.

Eigene Meinung:

Eigentlich sind Klugscheißer ja meistens anstrengend, in diesem Buch geht es aber um ein sehr charmantes Exemplar. Wenn man schon selbst erkannt hat, dass ein Hang zur Klugscheißerei besteht, ist das der erste Weg zur Besserung. Und so hat man dann als Leser Spaß dabei, der Hauptfigur zu folgen, die sich auch ständig um Besserung bemüht, was halt nicht immer klappt. Das Buch ist locker zu lesen und ich musste bei einigen Szenen wirklich laut lachen. Und dabei bietet das Buch aber durchaus auch wichtige Themen, denn der Schulalltag oder die Gleichstellung von Frauen sind Themen, mit denen sich die Hauptfigur hier auseinandersetzen muss. Mir hat das Buch auf jeden Fall großen Spaß gemacht.

5 Sterne-p1

„Und es wurde finster“

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Quelle: Verlag

Ein Donau-Krimi von Alexander Lorenz Golling, erschienen bei Midnight Ullstein

Inhalt:

Auf einem heruntergekommenen Bauernhof in Moosbach wird ein grausames Verbrecher verübt, die ganze Familie wird ermordet und verstümmelt aufgefunden. Die einzige Zeugin, die 14-jährige Amelie, kann nicht sprechen und so bleibt als einziger Verdächtiger Paul, der landwirtschaftliche Helfer, der spurlos verschwunden ist. Kriminalhauptkommissar Brauner und sein Team übernehmen die Ermittlungen, wobei die Dorfbewohner der Polizei nicht vertrauen und die Ermittlungen nicht unterstützen. Dafür gibt es Ähnlichkeiten zu einem anderen, bis heute auch nicht aufgeklärten Verbrechen. Ein schwieriger Fall also für das Ermittlerteam.

Eigene Meinung:

In diesem Donau-Krimi gelingt es dem Autoren, eine ganz besondere Atmosphäre  zu schaffen. Man kann sich dieses düstere Dorf und die Stimmung dort sehr gut vorstellen. Auch ist mit Kommissar Brauner ein sehr sympathischer Ermittler bei der Arbeit, von dem ich gerne noch mehr lesen möchte. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, so bekommt man auch einen Einblick, wie der flüchtige Erntehelfer auf den Hof kam. Leider kann man diese Wechsel nicht immer sofort erkennen, was etwas das Lesen erschwert. Insgesamt aber ein ein solider, spannender, atmosphärisch dichter Regionalkrimi mit einer unerwarteten Auflösung.

4 Sterne-p1

„Leid und letzter Tag“

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Quelle: Verlag

Thriller von Elias Haller, erschienen bei Edition M

Inhalt:

Auf dem Marktplatz umstellt die Polizei einen vermeintlichen Irren, an dessen Oberkörper ein Aktenkoffer mittels Kette und Zahlenschloss befestigt ist. Er behauptet, von einem Unbekannten strikte Anweisungen bekommen zu haben. Wenn er den Koffer nicht rechtzeitig an die Mordkommission übergibt, stirbt seine Frau. Zeitgleich macht Kriminalhauptkommissar Erik Donner in seinem eigenen Schlafzimmer einen abscheulichen Fund. Rasch erkennt er einen Zusammenhang zwischen seiner Entdeckung und dem Aktenkoffer. Von da an beginnt für Donner und seine Kollegen ein Alptraum, denn ab sofort sind sie Teil eines Spiels. Des perfiden Spiels eines Serienkillers, dessen Regeln nicht grausamer sein könnten.

Eigene Meinung:

Es ist der 6. Teil aus der Reihe um Kriminalhauptkommissar Erik Donner und auch dieses Buch überzeugt wieder mit Tempo und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Ganz sicher ist dieses Buch nichts für schwache Nerven, alle anderen dürfen sich auf einen kompakten, ungewöhnlichen Fall für Donner und seine Kollegen freuen. Ich würde sehr gerne mehr davon lesen.

5 Sterne-p1

 

BookOldesloe

oder auch: Das Paradies vor der Haustür

Zum zweiten Mal hat dieses Wochenende im KuB in Bad Oldesloe die BookOldesloe stattgefunden. Start war Freitag mit der langen Lesenacht, in der 9 Autoren aus ihren Büchern gelesen haben. Dann folgte am Samstag und Sonntag die eigentliche Messe, an der rund 80 Aussteller teilgenommen haben. Verlage und Autoren unterschiedlicher Genres nutzen die Gelegenheit, sich dem Publikum zu präsentieren. Dazu gab es an beiden Tagen während der gesamten Zeit Lesungen der teilnehmenden Autoren, so dass man gleich einen tollen Eindruck hatte und auch mal Bücher kennenlernen konnte, die man vielleicht bisher nicht gelesen hat.

Und es war wirklich toll, in dieser entspannten, gemütlichen Atmosphäre die Autoren und ihre Bücher kennenzulernen. Ausreichend Zeit zum Stöbern und für Gespräche mit den Autoren, anderen Lesern und „Büchermenschen“. Die Zeit ist schnell vergangen und es gab reichlich neuen Lesestoff, nette neue Kontakte und sogar schon erste Verabredungen für die Messe in Leipzig. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Veranstaltung in Bad Oldesloe wiederholt wird, denn für mich war dieses Wochenende im KuB wirklich „das Paradies vor der Haustür“.

Book Oldesloe
…und diese Bücher warten nun bei mir darauf, gelesen zu werden…

„Blutrausch – Er muss töten“

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Thriller von Chris Carter erschienen im Ullstein Buchverlag, aus dem Englischen von Sybille Uplegger

Inhalt:

Sonderermittler Robert Hunter und Carlos Garcia sind als Detectives in Los Angeles auf Morde spezialisiert, bei denen die Täter mit großer Brutalität vorgehen. Als nun ein weiteres Opfer eines Serienmörders gefunden wird, werden die beiden Sonderermittler vom FBI um Hilfe gebeten. Der Täter gestaltet die Tatorte als künstlerische Darstellungen, was die Ermittler vor große Probleme stellt, da sich zunächst kein Zusammenhang zwischen den Opfern herstellen lässt. Als das FBI dann noch den Täter provoziert, sinnt der Täter auch noch auf Rache und es wird richtig spannend…

Eigene Meinung:

Das Buch ist schon der 9. Fall für diese beiden Ermittler und nichts fürs zarte Gemüter, da schon ziemlich blutig. Dafür bekommt man aber einen spannenden Thriller mit einer ungewöhnlichen Auflösung. Sehr gut hat mir auch dieses Ermittlerteam gefallen, besonders Robert Hunter hat auch immer einen interessanten psychologischen Ansatz bei seinen Gedanken. Dazu hat das Buch ein hohes Tempo und die Geschichte ist sehr packend. Als Leser folgt man den Ermittlern und gleichzeitig auch dem Täter, was zusätzlichen Reiz ausmacht. Trotzdem ist das Buch zügig zu lesen, was man schon macht, um die Auflösung zu erfahren. Und ich freue mich auf weitere Fälle für dieses Ermittlerteam.

5 Sterne-p1

„Spätsommerfreundinnen“

Spätsommerfreundinnen verkleinert
Quelle: Verlag

Roman von Andrea Russo erschienen bei MIRA Taschenbuch in der Harper Collins Germany GmbH

Inhalt:

Jette lebt in Oberhausen und wurde gerade von ihrem Mann geschieden. Da erfährt sie, dass der Wirt des Gasthauses in ihrem Heimatort in der Heide gestorben ist. Sie kehrt zur Beerdigung in die alte Heimat zurück. Da trifft sie dann auch auf ihre alte Freundin aus Kinderzeiten Uta und ihre Jugendliebe Jan. Plötzlich hat sie die Möglichkeit, den alten Landgasthof zu übernehmen und muss eine Entscheidung treffen.

Eigene Meinung:

Dieser Roman ist ein sehr warmherziges, charmantes Buch, an vielen Stellen auch mit einer Prise Humor. Die Personen sind liebevoll beschrieben,  und man kann sich gut in den kleinen Ort und die Handlung hineinversetzen. Wenn man nach vielen Jahren in die Heimat zurückkehrt und alte Freunde wieder trifft, zu denen man über viele Jahre keinen Kontakt hatte, so ist das nicht immer einfach. So geht es auch der Hauptfigur in diesem Buch. Ein gut zu lesender Roman mit liebevoll beschriebenen Personen und der gewissen Wohlfühlatmosphäre, die diesen Roman auszeichnet.

4 Sterne-p1