„Ein dänischer Winter“

Roman von Sanne Jellings, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag 

Inhalt:

Dezember 1929: Karen Blixen verbringt die Weihnachtstage auf dem Hof ihrer Familie am Øresund. Die Frau, die einmal Schriftstellerin werden wollte, quälen existenzielle Sorgen: Ihre Farm in Afrika steht vor dem Ruin, die Beziehung zu ihrem Geliebten Denys Finch Hatton steckt in der Krise.
Am dunkelsten Tag des Jahres steht auch Minna Kasparsson vor dem Nichts. Das achtzehnjährige Mädchen aus der Arbeiterklasse hat ihre Stelle als Schreibkraft verloren, und zu allem Überfluss erfährt sie, dass sich der Mann ihres Herzens mit einer anderen verlobt hat. Heimlich hatte Minna gehofft, Lehrerin werden zu können, nun muss sie bei Karen Blixens Familie eine Stelle als Hausmädchen annehmen.
Auf Rungstedlund kommt es zur Begegnung der beiden Frauen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine Begegnung, deren Kraft ihrer beider Zukunft verändern wird …

Eigene Meinung:

Das Taschenbuch hat nur 156 Seiten und trotzdem hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Sie erzählt nämlich sehr kraftvoll von der ganz besonderen Begegnung von zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Tochter der Familie trifft auf das Dienstmädchen und eine ganz besondere Verbindung entsteht. Eigentlich würde ich mir wünschen, dass diese Geschichte von vielen jungen Frauen und Mädchen heute gelesen wird. Vieles, was für uns heute als Frauen selbstverständlich ist, war es früher nicht. Und so ein Einblick hilft vielleicht, sich für wichtige Fragen unserer Gesellschaft heute zu interessieren. Dabei ist die Geschichte sehr gut zu lesen und sehr bildlich erzählt. Und bei mir hat sie auch noch das Interesse geweckt, dass ich mehr über Karen Blixen erfahren möchte.

Krimiabend in Großhansdorf

Lust auf Krimi? Lautete die Frage, die an einem Freitag vor Weihnachten in Großhansdorf eindeutig mit „Ja“ beantwortet wurde. Auf Einladung des Heimatvereins Großhansdorf-Schmalenbeck sorgten gleich zwei Krimi-Autoren für spannende Unterhaltung. Beide Autoren leben in Großhansdorf und das war an diesem Abend eine interessante Mischung, einen auf Steuerstrafrecht spezialisierten Rechtsanwalt und einen Psychoanalytiker zu erleben.

Olaf R. Dahlmann ist Rechtsanwalt und auf Steuerstrafrecht spezialisiert und stellte an diesem Abend sein Buch „Der Fall Brinkowsky“ vor, bereits der dritte Fall für seine Figur Katharina Tenzer. Diese Anwältin trägt auch einige autobiografische Züge, denn nach 45 Jahren im Wirtschaftsstrafrecht kann der Autor viele Geschichten erzählen.

Inhalt:

Die junge Hamburger Anwältin Katharina Tenzer wird von einer Freundin gebeten, bei der Suche nach dem verschwundenen Ehemann juristischen Beistand zu leisten. Schnell stellt sich heraus, dass der Verschollene grausam ermordet wurde und seine Firma offenbar in einen internationalen Waffenskandal verwickelt war. Die irrational handelnde Witwe, der israelische Geheimdienst und ein geheimnisvoller Whistleblower sorgen dafür, dass Katharina im Fall Brinkowsky wenig Luft zum Atmen bleibt. Mit der Zeit wird immer offensichtlicher: Sie sollte das Mandat besser kündigen. Doch da ist es bereits zu spät, denn inzwischen schwebt ihre eigene Familie in Lebensgefahr …
Olaf R. Dahlmann ist durch einen Mandanten zum Schreiben gekommen, der feststellte, dass er einen blumigen Schreibstil hat. Dabei hat John Grisham ihm zu Anfang die Freude verhagelt, als er den Titel „Der Mandant“ rausgebracht hat. trotzdem gehört Grisham wie auch Nele Neuhaus, Charlotte Link und Stephen King immer noch zu seinen Lieblingsautoren.
Nach der Pause folgte dann die Lesung von Christian Kraus. Bei dem Psychotherapeuten und Psychoanalytiker ist mir beim Lesen als erstes die tolle Stimme aufgefallen. Und die passte wunderbar zu dem Buch „Tief wirst Du schlafen„, das ist der dritte Psychothriller des Autors.
Inhalt:
Die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit ist schmaler, als du denkst …
In den sozialen Medien kursiert angeblich ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt. Und tatsächlich soll eine junge Frau, die das Video gesehen hat, direkt danach und völlig grundlos ihren Freund ermordet haben. Der renommierte forensische Psychiater und Gerichtsgutachter Christoph Kerber hält das für blanken Unsinn – bis er während einer Gerichtsverhandlung ohne erkennbaren Grund mit einem Bleistift attackiert und am Hals verletzt wird. Als sich in Christophs Umfeld unerklärliche Vorfälle häufen, wachsen seine Zweifel. Doch wie weit würde er gehen, um das alles zu beenden?
Christian Kraus arbeitet selbst in seiner normalen Praxistätigkeit nicht mit Hynose, aber er hat etliche Jahre als Gerichtsgutachter gearbeitet und so steckt auch etwas von ihm in den Figuren. Beim Schreiben fängt er mit einer Idee an, die Dinge entwickeln sich dann. Sein 1. Roman war eine Fantasygeschichte. Sein Literaturagent hat ihm damals den Rat gegeben, was zu schreiben, wovon er was versteht. Daraus sind dann die Psychothriller geworden, wobei diese für ihn nicht immer gut ausgehen müssen.
Es war ein sehr schöner und interessanter Abend in Großhansdorf, ich hoffe auf eine Wiederholung.

„Friesenwinterzauber“

Roman von Tanja Janz, erschienen bei HarperCollins

Inhalt:

Alle schwärmen von der schönsten Zeit im Jahr, doch Isabel möchte sich am liebsten den gesamten Winter über verkriechen. Da bittet ihre alte Nachbarin Helma Osterfeld sie, sie nach St. Peter-Ording zum Wiedersehen mit ihrer Schwester zu begleiten. Isabel muss nicht lange überlegen und spürt beim Blick auf Salzwiesen und Wattenmeer bald den heilsamen Zauber der nordfriesischen Winterlandschaft. Und nicht nur das. Es scheint, dass sie sich diesem Ort nicht ohne Grund so verbunden fühlt. Findet sie im alten Haubarg womöglich, wovon sie ein Leben lang geträumt hat: ihre Familie?

Eigene Meinung:

Auch dieses Buch von Tanja Janz ist wieder ein Buch zum Wohlfühlen. Leicht zu lesen, mit einer schönen, warmen Geschichte und ganz viel Nordsee-Feeling aus St. Peter-Ording in der Vorweihnachtszeit. Dazu gibt es dann noch liebevoll beschriebene Hauptfiguren und als Leserin kommt man dann gleich an, auf dem Haubarg an der Nordsee. Auch der liebevoll gestaltete Lageplan in dem Buch hat mir Freude bereitet, der weckt gleich wieder Erinnerungen an schöne Urlaubstage. Und so hat mir das Buch insgesamt wieder Spaß gemacht.

„Der kleine Wintermarkt am Meer“

Ein Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen im Ullstein Verlag

Inhalt:

Kein Geld, kein Job, kein Mann – Weihnachtsstimmung will sich bei Josi dieses Jahr so gar nicht einstellen. Zum Glück bittet ihre Freundin Linnea sie, nach Sylt zu kommen, um ihr mit dem Wintermarkt zu helfen! Josi kann es kaum erwarten, Heißgetränke in dem kleinen Foodtruck zu verkaufen. Der muss allerdings erst einmal restauriert werden. Unterstützung erhält Josi dabei von Erik. Zwischen den Weihnachtsgirlanden kommen die beiden sich bald näher – doch da beginnt Linnea, sich immer mehr zurückzuziehen … Ist ein Weihnachtswunder noch möglich?

Eigene Meinung:

Das Buch ist der perfekte Roman, um ein bisschen (Vor-)Weihnachtszeit auf Sylt zu genießen. Er bietet wieder ganz viel Insel-Feeling und dazu noch wunderbare Unterhaltung. Eigentlich geht es um vier Hauptfiguren, nämlich Josi, Linnea, Erik und Niklas. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Josi und Erik erzählt. Man kann sich als Leserin wunderbar in die Figuren hineinversetzen und wenn man dann vielleicht auch noch Sylt kennt, fühlt sich das Buch so gut an wie eine warme Decke im Winter – es tut einfach gut. Dabei ist es leicht zu lesen und bietet aber auch etwas Tiefgang, denn die Lebensgeschichten der Hauptfiguren sind nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Insgesamt ein schönes Buch für die (Vor-)Weihnachtszeit.

Lesung mit Andreas Winkelmann in Hamburg

In der Buchhandlung Thalia in der Spitaler Straße gab es im November eine ganz besondere Lesung: Andreas Winkelmann hat hier aus seinem Thriller „Das Letzte, was Du hörst“ gelesen. Das war insofern besonders, als das es die Premienlesung aus diesem Buch war, denn der Autor hat 1 Jahr keine Lesungen gemacht.

Und so erklärte Andreas Winkelmann, dass er Lesungen eigentlich nur im Herbst macht, damit die Zuschauer sich dann auf dem Heimweg schön im Dunkeln fürchten. Und weil er den Lesern Angst machen möchte, hat er für das Buch auch eine entsprechende Einleitung geschrieben, schließlich ist er selbst ein „Angsthase“. Wichtig ist ihm dabei auch, dass es von der 1. Seite an spannend losgeht (das klappt auch, kann ich bestätigen).

Bereits mit 14 Jahren hatte er aber schon den Plan, Beststellerautor zu werden, so wie Stephen King. Nachdem er mit Arno Strobel einen Podcast betrieben hat, lag es nahe, das Buch jetzt so zu schreiben. Vieles, was in den Geschichten auftaucht, hat er selbst erlebt, aus Erfahrung schreiben ist für ihn das Beste. Und so wird ein Erlebnis auf seiner letzten Schweden Reise Eingang in sein nächstes Buch finden. Zum Glück gehen ihm nicht die Ideen aus und dazu geht er mit offenen Augen durch die Gegend und hört zu, denn die Realität bietet die besten Anreize.

Beim Schreiben plotet er keine Geschichte, sondern er fängt an, die Geschichte zu schreiben und erzählt sie sich selbst. So entwickelt sich dann die Geschichte. Einen besonderen Bezug hat der Autor, der schon 25 Bücher veröffentlichte, zu „Blinder Instinkt“, das war für ihn der Durchbruch und dabei ist er emotional stark eingebunden.

Gelesen hat Andreas Winkelmann aus „Das Letzte, was Du hörst“, der Thriller ist im Rowohlt Verlag erschienen. Zum Inhalt, und wie es mir gefallen hat, gibt es weitere Infos:

„Das Letzte, was Du hörst“

 

„Winterzauber in der kleinen Teestube am Meer“

Ein Sylt-Roman von Julia Rogasch, erschienen bei Ullstein

Inhalt:

Luises Eltern versuchen verzweifelt, die seit Jahrzehnten familiengeführte Teestube gegen die Konkurrenz der schicken Cafés auf Sylt zu verteidigen. Doch nun sind sie mit ihrer Kraft am Ende, und Luise eilt ein paar Wochen vor Weihnachten zu Hilfe. Unterstützung erhält sie dabei vom gut aussehenden Konditor Moritz, der sich im Zimmer oberhalb der Stube eingemietet hat. Zwischen Törtchen, feinen Teemischungen und kalten Winterstürmen kommen die beiden sich bald näher. Sie finden ein altes Rezeptbuch, das die Teestube retten könnte, und ein lange gehütetes Geheimnis, das sie weit in die Vergangenheit ihrer beiden Familien zurückführt. Nichts ist so, wie es scheint, und doch am Ende alles so, wie es sein muss.

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein Sylt-Roman zum Wohlfühlen. Wenn man die Verhältnisse auf Sylt kennt, weiß man, dass der Roman auch einen ernsten Hintergrund hat, denn Strukturwandel gibt es auch auf der Insel reichlich. Die Probleme der alteingesessenen Familie werden hier aber in eine schöne Geschichte verpackt, mit liebevoll beschriebenen Personen und ganz viel Sylt-Atmosphäre im Winter. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren erzählt. Und so sitzt man beim Lesen dann gedanklich in der schönen Teestube und genießt Sylt in der Vorweihnachtszeit. Und so bietet das Buch beste Unterhaltung für die Wintermonate und insbesondere die Vorweihnachtszeit.  

„Ein Abend mit Celeste Ng“

Einen interessanten Abend gab es im November im Schmidtchen in Hamburg: Celeste Ng stellte dort ihr neues Buch „Unsere verschwundenen Herzen“ vor

Das Buch ist erschienen bei dtv, übersetzt von Brigitte Jakobeit.

Inhaltsangabe:

Der zwölfjährige Bird lebt mit seinem Vater in Harvard. Seit einem Jahrzehnt wird ihr Leben von Gesetzen bestimmt, die nach Jahren der wirtschaftlichen Instabilität und Gewalt die »amerikanische Kultur« bewahren sollen. Vor allem asiatisch aussehende Menschen werden diskriminiert, ihre Kinder zur Adoption freigegeben. Als Bird einen Brief von seiner Mutter erhält, macht er sich auf die Suche. Er muss verstehen, warum sie ihn verlassen hat. Seine Reise führt ihn zu den Geschichten seiner Kindheit, in Büchereien, die der Hort des Widerstands sind, und zu seiner Mutter. Die Hoffnung auf ein besseres Leben scheint möglich. Eine genauso spannende wie berührende Geschichte über die Liebe in einer von Angst zerfressenen Welt.

Der Abend in Hamburg:

Die Autorin erzählte, dass sie bereits zum 3. Mal in Hamburg war, sich allerdings in Boston zu Hause fühlt. In jedem ihrer Bücher steckt auch ein kleines Stück von ihr. 

Sie findet es beängstigend, sich in die Situation reinzuversetzen, als Mutter das eigene Kind zurückzulassen. Allerdings hat sie auch Hoffnung, dass man den Kindern in einer schwierigen Welt auch noch Optimismus mitgeben kann. 

Während es in den vorherigen Büchern eher ein persönlicher Blick auf eine Geschichte ist, geht es in dem neuen Buch um Politik. Schließlich hat sie selbst erfahren, wie es ist, wenn man „anders“ ist in Amerika, ihre Eltern stammen aus Hongkong. Und da jemand an der Wirtschaftskrise in den USA Schuld sein muss, bekommen jetzt die Chinesen die Schuld. Und in Amerika ist es so, dass man jemanden, der sich nicht „richtig“ verhält, die Kinder wegnehmen kann. Dann wird illoyalen Nichtamerikanern das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. Und um so eine Geschichte geht es in dem Buch. Mit dem Buch hat sie 2016 angefangen und es macht ihr Angst, denn „die Welt wird immer mehr, wie ich sie schreibe“. Und wie US-Amerikaner mit asiatischem Hintergrund gesehen werden, tritt immer mehr den Nerv der Zeit.

Büchereien sind in dem Buch die sicheren Orte und auch die Autorin mag Bibliotheken sehr gern. Sie schreibt dort und hat die Mitarbeiter beobachtet, die für alles eine Lösung haben. Sie selbst hat kreatives Schreiben in Michigan studiert und ist in ihrer Familie als Künstlerin die Ausnahme, wo es sonst viele Ingenieure gibt. Außerdem ist sie dankbar, dass so viele Leute ihre Bücher lieben, denn schließlich kommt sie aus den USA und ist kein Thrillerautor. Ihre Botschaft: es gibt immer Hoffnung und dabei kann sie sich nur in Geschichten ausdrücken. Insgesamt ein sehr interessanter Abend mit einer starken Persönlichkeit.          

 

Krimifestival auf Kampnagel 2022

Jedes Jahr im November gibt es eine Woche das Hamburger Krimifestival auf Kampnagel, in diesem Jahr zum 15. Mal. Dort gibt es dann jeden Abend mehrere Krimilesungen – und ich könnte mein Zelt im Foyer aufstellen. Aber Frau muss sich entscheiden und so war ich dieses Jahr im hohen Norden unterwegs.

Am Mittwoch stellt die Isländerin Yrsa Sigurdardóttir ihr neues Buch „Schnee“ vor. Ich habe schon mehrere Bücher von der Autorin gelesen und das mit Begeisterung. Die Autorin berichtet von sich, dass sie gut Deutsch spricht- „im Kopf“.

Zunächst ging es dann in dem Gespräch um Weihnachten auf Island, was immer ein Buchthema ist. Alle Hardcover kommen vor Weihnachten raus und jeder bekommt ein Buch zu Weihnachten, ein ungeschriebenes Gesetz.

In dem neuen Buch der Autorin geht es um eine Gruppe von Wanderern, die in einer sehr verlassenen Berghütte unterwegs sind. Die Berghütten gibt es überall in Island, als Schlafplätze im Sommer und auch im Winter offen, falls jemand von einem Schneesturm überrascht wird und für alle zugänglich. Denn man kann nicht bei jeder Witterung zurück und auch nur bei Tageslicht weiter. Die Geschichte basiert auf einer wahren Geschichte, einer Gruppe von Studenten, die tot aufgefunden wurden, was nie aufgeklärt werden konnte.  Dabei gibt es Rettungsteams überall in Island, die ehrenamtlich unterwegs sind.

Die Autorin freut sich, ein Buch „stand alone“ zu schreiben, so muss keiner überleben und man kann Figuren austauschen. Um den Lesern das Lesen zu erleichtern wählt sie die Namen so, dass jeder Buchstabe nur 1x als Anfangsbuchstabe vorkommt. Interessant auch, dass auf Island die möglichen Namen für Kinder und Pferde auf einer Liste vorgibt.

Yrsa ist gelernte Bauingenieurin und arbeitet auch immer noch in diesem Beruf, obwohl sie mittlerweile als Schriftstellerin sehr erfolgreich ist. Aber Schreiben alleine ist ihr zu einsam, erzählt die Autorin weiter, die schon als kleines Kind Horrorfan war und heute auch noch ist. Und so wundert es nicht, dass der Soundtrack von Horrorfilmen heute für sie die Musik zum Schreiben ist.

Inhalt:

Was zwang die Freunde, sich mitten im harten Winter im isländischen Hochland zu bewegen, in Dunkelheit und Schneestürmen? Und warum verließen sie das kleine Obdach, das sie hatten, kaum bekleidet und den harten Bedingungen vollkommen ausgeliefert? Ein Rettungsteam wird in die abgeschiedene Gegend geschickt, um nach den Vermissten zu suchen. Währenddessen gehen an der einsam gelegenen Radarstation in Stokksnes seltsame Dinge vor sich. Nichts ist so, wie es scheint: Sei es die Blutlache, die im unberührten Schnee fernab der Zivilisation entdeckt wird, oder der kleine Kinderschuh, der Jahrzehnte nach der Vergrabung wiedergefunden wird …Angesiedelt in der grandiosen isländischen Landschaft, beschreibt Yrsa Sigurdardóttir überzeugend, wie das Gehirn uns in Ausnahmesituationen täuschen kann.

Auf Samstag hatten wir dann Karten für die „Schwedische Nacht“ und wurden ziemlich enttäuscht. Asa Larsson, Anne Holt und Arne Dahl waren angekündigt, alles Autoren, die ich sehr gerne lese. Erst mit Beginn der Veranstaltung wurden wir dann informiert, dass bei Asa Larsson der Flieger nicht abgehoben hatte und Anne Holt erkrankt ist. Aus 3 Autoren wurde einer. Sehr bedauerlich und dafür war der Eintrittspreis sicherlich auch nicht gerechtfertigt. Aber immerhin Arne Dahl war da und stellte sein neuestes Buch

Null gleich Eins„vor. Das Ermittlerpaar Berger und Blom  ist jetzt im 5. Buch tätig und bekommt jetzt Ermittlungsaufträge, allerdings ist dieser Band auch der Abschluss der Reihe.

Das alle Bücher der Reihe Zahlen haben, ist eine deutsche Idee, der Verlag brauchte neue Titel nach Gier, Zorn usw. Es gibt immer eine entsprechende mathematische Verbindung in dem Buch. Bisher gab es immer viele Polizisten in seinen Büchern, so sollten es hier nur zwei sein. Die Fundorte der Leichen sind Strände mit Felsen. Nicht ganz geografisch korrekt, aber der Autor ist immer vor Ort gewesen. Und auch wenn es schwierig geworden ist, originelle Plots zu schreiben, so haben wir Glück, dass Arne Dahl ein „Serienschreiber“ ist, denn eine neue Serie ist in Arbeit und  fast fertig.

Inhalt:

Er wird es wieder tun. Am Fünften jedes Monats findet die Stockholmer Polizei in den Schären eine Leiche. Doch die Todesursachen unterscheiden sich, und so glaubt niemand an eine Verbindung zwischen den Morden. Niemand außer Kommissarin Desiré Rosenkvist, die Sam Berger und Molly Blom mit dem Fall beauftragt. Obwohl die Ermittler im Verborgenen agieren müssen, erkennen sie: Wer auch immer die Toten deponiert, will gefunden werden. Nur warum gerade jetzt? Berger und Blom setzen sich auf die Fährte eines größenwahnsinnigen Täters, dem es um nichts Geringeres als das ewige Leben zu gehen scheint.

Dann wurden auch noch die Bücher der beiden Autorinnen vorgestellt, aber das war dann nur der halbe Spaß. Und trotzdem freue ich mich schon auf den Krimifestival hoffentlich im nächsten Jahr.

Nora Luttmer – Lesung in Eutin

Im November gab es einen spannenden und interessanten Abend in der Buchhandlung Hoffmann in Eutin. Die Autorin Nora Luttmer hat dort ihre Bücher vorgestellt. Mit „Hinterland“ beginnt die Reihe um die Ermittlerin Bette Hansen, einer ehemaligen Kommissarin. Die lebt jetzt in Ochsenwerder, in den Vier- und Marschlanden, wie auf einem Dorf. Den Job musste sie aufgeben, da sie an unkontrollierbaren Schlafattacken leidet.

Die Autorin, die selbst in der Hamburger Neustadt lebt und 2000 nach Hamburg gezogen ist, hat sich bewusst für Ochsenwerder entschieden, denn „über St. Pauli gibt es schon so viel“ und sie wollte über etwas schreiben, wo sie jetzt lebt. Vorher hat sie Südostaisenkunde studiert und in Vietnam gelebt. Nun freut sie sich über einen Garten in Ochsenwerder und erkundet die Gegend mit dem Fahrrad.

Die Lesung hat viel Spaß gemacht, es war einfach gut gelesen, dazu noch viele Informationen und die Ausschnitte waren so gewählt, dass viel Spannung aufgebaut wurde. Und während ich mich auf Teil 1 freue, schreibt die Autorin an Teil 3. Es bleibt spannend und die Veranstaltung war ein rundum schöner Abend.

Band 1 der Krimiserie um Ermittlerin Bette Hansen aus Hamburg-Ochsenwerder

Inhalt:

Eine Muschel mit einem Kreuz. Eingeritzt in ein Holzscheit in ihrem Garten im dörflichen Hamburger Stadtteil Ochsenwerder an der Elbe. Die ehemalige Kommissarin Bette Hansen, 53, ist alarmiert. Das Zeichen hat sie schon einmal gesehen. Auf einem Hochstand, von dem aus ein Unternehmensberater und seine Trainerin beim Bogenschießen regelrecht hingerichtet wurden. Die Wut, mit der der Täter vorgegangen sein muss, hat selbst der erfahrenen Ermittlerin einen Schreck versetzt. Der Muschelmörder war Bettes letzter Fall. Bis heute ist er ungelöst. Sie musste den Job aufgeben, da sie an unkontrollierbaren Schlafattacken leidet, die sie auch im Dienst überfielen. Von ihrer Krankheit weiß auch der Täter, der nun immer engere Kreise um sie zieht.

«Tiefergrund» ist nach «Hinterland» der zweite spannende Kriminalroman mit der Ermittlerin Bette Hansen:

Inhalt:
Freiwillig ist Bette Hansen, 53, nicht ins idyllische Ochsenwerder, den Ort ihrer Kindheit, zurückgekehrt. Die ehemalige Kommissarin wurde von ihrer Narkolepsie dazu gezwungen. Immer wieder wird sie von Schlafattacken heimgesucht. Ihren Beruf kann die sonst so toughe Frau nicht mehr ausüben. Als ein junges Mädchen verschwindet, reißen im Ort alte Wunden auf, denn es scheint eine Verbindung zu einem Mord im Jahr 1986 zu geben. Damals wurde ein Teenager getötet, eine Freundin von Bette – und das ausgerechnet im Tiefergrund, diesem düsteren Uferabschnitt an der Elbe, der ihnen als Kindern solche Angst eingeflößt hatte. Fieberhaft ermittelt Bette unter der Hand. Kann die Vergangenheit heute immer noch Leben zerstören?

„Frankfurter Buchmesse 2022“

Endlich war es so weit: ich war Samstag  mal wieder einen Tag auf der Buchmesse in Frankfurt. Bücherluft schnuppern und Büchermenschen treffen – es ist immer schön. Auch wenn ein Tag dafür nicht gerade üppig ist.

Gefühlt waren die Aussteller z.T. auch immer noch etwas auf „Sparflamme“ unterwegs, aber trotzdem hat es großen Spaß gemacht. Auch hatte ich nicht so viele feste Verabredungen, von daher gibt es heute mehr Bilder.

Dieses Bild finde ich besonders gut. Es sind viele Besucher da und das Banner sagt eigentlich alles.

Als erstes habe ich dann Rainer Löffler am Stand von Bastei Lübbe getroffen. Das Gespräch mit dem sehr sympathischen Autor hat mir viel Spaß gemacht. Lese ich doch die „Blut-Reihe“ schon sehr gerne vom ersten Buch „Blutsommer“ an. Leider gab es damals meinen Blog noch nicht und somit dazu auch noch keine Rezi. Aber von dem neusten Buch Die Blutliste“ gibt es auf dem Blog eine Rezi. Dazwischen gehören noch „Blutdämmerung“ und „Der Näher“ zu der Reihe. Und, wie ich erfahren habe, geht es auch weiter. Rainer Löffler hat vor vielen Jahren „Das Schweigen der Lämmer“ gelesen und wollte so etwas auch auf Deutsch machen. Ich würde sagen, das ist absolut gelungen.

Dann ging es weiter zu einer Veranstaltung von Crimetrill. Das ist eine Community für alle, die Thriller lieben und wird von mehreren Verlagen begleitet. Hier wurden 5 Autoren ins Kreuzverhör genommen.

Andreas Storm stellte seinen Kriminalroman „Das neunte Gemälde vor“. Es ist der Auftakt einer Reihe bei der Kunstexperte Lennard Lomberg im Mittelpunkt steht und der Autor wollte damit ein Buch schreiben, was er immer so selbst gerne gelesen hätte.

           

Weiter ging es dann mit Andreas Winkelmann und „Das letzte, was Du hörst“, dazu gibt es hier auch schon eine Rezi. Andreas Winkelmann wollte damit erreichen, dass das Böse dem Leser so nah kommt, wie nur möglich – mit der Stimme.

          

Und ich freue mich jetzt schon auf die Lesung von Andreas Winkelmann im November in Hamburg. Ich werde berichten…

Ihm folgte Arno Strobel mit „FAKE – Wer soll dir jetzt noch glauben“, der der Meinung ist, dass wir alle unser Grundvertrauen in unser Justizsystem vielleicht mal in Frage stellen sollten.

               

Bei Cathrin Moeller ist „Todesglut“ auch der Auftakt einer neuen Reihe rund um die „Akademie des Verbrechens“, im Mittelpunkt steht ein ehemaliger Mordermittler und die Handlung spielt auf Rügen.

             

Zum Schluss der ersten Runde stellte dann Ursula Poznanski ihr neuestes Buch „Stille blutet“ vor. Auch dies ist der Beginn einer neuen Reihe. In diesem Fall geht es um eine Mordserie in Wien, bei der die Opfer ihre Ermordung ankündigen. Außerdem gibt es noch eine Erzählebene mit einem geheimnisvollen Ich-Erzähler…

             

Nach der kurzen ersten Vorstellung gab es dann mehrere Fragerunden, wo die Autoren Fragen beantworteten, wo z.B. die Ideen herkommen und wie viele Figuren durch ihre Tastenanschläge schon sterben mussten. Insgesamt eine sehr kurzweilige und interessante Veranstaltung.

Hinterher hatte ich dann noch die Gelegenheit für ein Selfie mit Ursula Poznanski.

Gerne wäre ich auch noch zum Signiermarathon gegangen, aber die Warteschlange war einfach riesig lang.

Dann habe ich die Zeit genutzt, mich einfach etwas treiben zu lassen und Eindrücke zu sammeln.

Kai Meyer bekannt durch „Die Seiten der Welt“ war dabei, sein neues Buch zu signieren. Das ist ein Autor, den ich sehr interessant finde.

Hätte es die Bücher doch nur zu meiner Kinderzeit schon gegeben….

Man bekommt viele unterschiedliche Eindrücke auf der Messe, Gärtner die ihre Bücher vorstellen…

…genauso wie „Bleistifte im Himmel“

                               

                                   

Und wie immer ist Sebastian Fitzek einer der Stars auf der Messe. Von ihm gibt es demnächst auch ein neues Buch- die PR-Maschinerie läuft an…

Für mich wurde es noch Zeit für einen Besuch bei den „Mörderischen Schwestern e.V.“. Der Verein ist ein Netzwerk von Autorinnen, Leserinnen und Buchbranchenprofis mit dem Ziel, von Frauen geschriebene, deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern. Nachdem ich die Ladies aus dem Norden schon bei einer Veranstaltung in Norderstedt erleben durfte, konnte ich jetzt Carolyn Srugies persönlich kennenlernen.  Die Bücher der Autorin spielen in Mecklenburg-Vorpommern und sie hat auch einen Beitrag zu „Tatort Nord“ geschrieben, den Urlaubskurzkrimis der Ladies. Und mit Freude habe ich gehört, dass es dazu einen 2. Teil geben wird. Dort wird dann auch Mecklenburg-Vorpommern vertreten sein. Ich freue mich darauf.

                                       

Den Messeabschluss am Samstag bildet für mich eigentlich immer ein Besuch beim „Blauen Sofa“ vom ZDF, wo es Samstagabend immer ein Krimi-Speeddating gibt. Und so war es auch dieses Mal:

Christa von Bernuth, Alex Beer und Alexander Oetker stellten hier ihre neuen Bücher vor.

Der Kriminalroman „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ ist ein historischer Kriminalroman von Alex Beer und spielt 1878. Auch das Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe um den Kleinkriminellen Flex Blom, der sich mit einer Detektivin zusammentut.

Das Buch „Spur 33“ von Christa von Bernuth spielt dagegen in der Gegenwart, es geht um ein Blutbad im Familienverbund. Ein dreifacher Mord, der 2020 in Starnberg tatsächlich passiert ist, ist hier die Grundlage der Geschichte,

Alexander Oetker ist eigentlich für seine französischen Krimis rund um den Ermittler Luc Verlains bekannt. Da aber in französischen Krimis mehr gegessen als gemordet wird, so Oetker, gibt es jetzt zu der Reihe ein Kochbuch mit französischen Rezepten. „Chez Luc“ ist dabei Krimi, Reiseführer und Kochbuch in einem. Der Autor freut sich, dass er zur Recherche zu Winzern und Austernfischern gehen kann und nicht in Archive steigen muss.

Für mich geht ein interessanter Messetag mit vielen Eindrücken zu Ende. Was mich beeindruckt hat war, wie viele besonders junge Leserinnen und Leser auf der Messe waren. Da wurden zahlreiche Bücher gekauft und gerade bei den Romance-Autorinnen gab es sehr lange Schlangen beim Signieren. Das macht Hoffnung auf die Zukunft des Buches.