„Semper occultus Bin ich schuldig?“

semper occultus verkleinert
Quelle: Verlag

Hamburg-Krimi von Alexandra Krebs, erschienen im Fehnland-Verlag 

Inhalt:

In Hamburg ist Hafengeburtstag, für Martin Phillips von der Polizeiwache in Bergedorf immer eine verrückte Zeit. In diesem Jahr kommt Finn Baumann auf die Wache, ein junger Mann, der behauptet, seine Mutter ermordet zu haben. Martin und seine Kollegin Paula beginnen zu ermitteln, finden allerdings in der Wohnung keine Leiche. Und Finn hat keine Erinnerung an die letzten zwei Wochen, was die Ermittlungen zusätzlich schwierig gestaltet. Die Angelegenheit entwickelt sich zu einem spannenden Fall.

Eigene Meinung:

Dieser Krimi der Hamburger Autorin hat mir gut gefallen. Ein interessanter Fall, wo die Leiche schon mal nicht da ist, wo sie sein soll. Mehr kann ich nicht verraten, dass würde zu viel Spaß beim Lesen nehmen. Und der Autorin ist es wichtig, auch die psychologischen Hintergründe einer Tat darzustellen und das gelingt hier sehr gut. So ist das Buch interessant und wird zu einem besonderen Buch. Um die Hintergründe herauszuarbeiten, werden die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Martin, dem Polizisten, und Finn, dem jungen Mann, geschrieben. Das ist klar gekennzeichnet und so ist das Buch einfach und entspannt zu lesen. Dabei gibt es an einigen Stellen Spannung pur. Außerdem haben mir Martin und Paula als Ermittlerteam gut gefallen. Von den beiden würde ich gerne mehr lesen. Und es dürfen dann gerne 100 Seiten mehr sein – das gibt die Geschichte auf jeden Fall her.

4 Sterne-p1

„Die Tote in den Dünen“

die tote in den dünen verkleinert
Quelle: Verlag

Ein Sylt-Krimi von Bodo Manstein, erschienen bei Midnight by Ullstein

Klappentext:

Journalist Robert Benning recherchiert für einen Bericht über das Sylter Rotlichtmilieu, als vor Kampen die Leiche einer Prostituierten angespült wird. Roberts Freund, Kriminalhauptkommissar Hinrichs, ermittelt und auch ein aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Bürgermeisters gerät in den Fokus der Ermittlungen, zu denen auch das LKA hinzugezogen wird. Ein weiterer Todesfall und erste Indizien deuten auf eine im großen Stil angelegte Erpressung, die den Kreis der Verdächtigen auf einmal vergrößert.

Eigene Meinung:

Ein neuer Fall für Robert Benning – für mich der erste Fall  mit diesem Journalisten, die Vorgängerbände kenne ich bisher nicht. Es ist ein ruhiger, gut lesbarer Krimi mit sehr viel Sylt-Atmosphäre und interessanten Personen. Auch der Journalist ist als Charakter sehr interessant und als Ermittlerteam eine Kombination aus Journalist und Kriminalpolizist einzusetzen, ist auch eine gute, interessante Kombination, die nicht so oft vorkommt. Außerdem greift das Buch viele aktuelle Themen auf, wie z.B. Bürgermeisterwahl oder Rotlichtmilieu. Insgesamt ein ruhiger, aktueller Krimi mit ganz viel frischer Nordseeluft.

4 Sterne-p1

„Besessen“

Besessen verkleinert_
Quelle: Verlag

Kriminalroman von Mia Herbst erschienen bei Droemer Knaur

Inhalt:

Nach einem traumatischen Erlebnis hat Lena ihr Leben gerade erst neu sortiert und konzentriert sich auf ihr Studium, als ihre Freundin Katrin, mit der sie im Streit auseinanderging, tot aufgefunden wird. Der Verlust und das schlechte Gewissen treiben Lena an, gemeinsam mit Kommissar Tobias Wagner den Mörder zu suchen. Doch dabei gerät sie selbst in den Fokus. Ein Stalker kennt jeden ihrer Schritte  und das lässt er sie gnadenlos spüren. Und dann gibt es einen weiteren Toten und eine Freundin wird vermisst. Wird es gelingen, einen weiteren Mord zu verhindern und den Täter zu fassen?

Eigene Meinung:

Dieser Kriminalroman hat mir gut gefallen. Er ist einfach zu lesen und hat mich mit seiner subtilen Spannung überzeugt. Dadurch, dass die Erzählung aus Sicht von Lena und teilweise aus Sicht ihres Stalkers erfolgt, erlebt man als Leser dieses Gefühl der Bedrohung besonders mit. Und so wird es ein interessanter Einblick in das Studentenleben, der mit einem spannenden Ende und einer schlüssigen Auflösung abschließt.

4 Sterne-p1

„Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung“

Weihnachten in der wunderbaren Buchhandlung verkleinert_
Quelle: Verlag

Buch von Petra Hartlieb, erschienen bei DuMont Bucherlag

Inhalt:

Buchhändlerin Petra Hartlieb erzählt von der Vorweihnachtszeit in ihrer Buchhandlung. Alle Jahre wieder Streß pur für die Angestellten, aber neben aller Hektik gibt es auch schöne Momente.

Eigene Meinung:

Auch die Fortsetzung des Buches „Meine wundervolle Buchhandlung“ macht wieder großen Spaß zu lesen, auch für Nicht-Buchhändler. Wenn man als Vielleser oft selbst in Buchhandlungen ist, kann man sich gar nicht vorstellen, mit welchen Vorstellungen dort Kunden ankommen und so wird dann dort oft lustiges „Titelraten“ gespielt. Das Buch nimmt einen mit in die Hektik des Weihnachtsgeschäfts in einer Buchhandlung, zeigt auf der anderen Seite aber auch, mit welcher Begeisterung dort die Buchhändler tätig sind und den ganzen Tag „Geschichten“ erzählen, und welche Tätigkeiten im Hintergrund erforderlich sind, damit der Laden immer voller Bücher ist. Für jeden Bücherwurm ein schönes Lesevergnügen. Das Buch ist außerdem mit Illustrationen, Rezepten und Buchempfehlungslisten auch sehr liebevoll gestaltet.

5 Sterne-p1

„Die Bibliothek der Liebe“

Die Bibliothek der Liebe verkleinert

Roman von Alex Wagner

Inhalt:

Theresa bekommt ihren Traumjob, sie wird Privatsekretärin einer berühmten Schriftstellerin, die auf einer alten märchenhaften Burg im österreichischen Waldviertel lebt. Neben der alten Dame lebt noch ihr Enkel Shaun mit der auf der Burg, der selbst einem Liebesroman entsprungen sein könnte. Und während Therese merkt, dass die alte Dame eigentlich gar keine Sekretärin braucht, entfaltet die alte Bibliothek in der Burg auch auf sie einen magischen Reiz.

Eigene Meinung:

Das Buch hat mich etwas gespalten zurückgelassen. Die schönen Beschreibungen der Burg und der Bibliothek laden ein, sich in diese besondere Welt mitnehmen zu lassen. Die Geschichte selbst hat mich allerdings in den ersten beiden Dritteln des Buches nicht so begeistert, das letzte Drittel hat mir dann sehr gut gefallen. Da kam dann etwas Magie auch bei mir an. Zusammengefasst ein nettes Lesevergnügen über die Magie der Bücher.

3 Sterne-p1

„Dünenwinter und Lichterglanz“

Dünenwinter und Lichterglanz verkleinert
Quelle: Verlag

Roman von Tanja Janz, erschienen bei Mira Taschenbuch 

Inhalt:

Alida ist TV-Moderatorin mit einer Sendung für die Einrichtung von Häusern. Diese Sendung wird plötzlich eingestellt und dann stirbt auch noch ihre geliebte Oma. Bei der Auflösung der Wohnung der Oma findet Alida ein Bild aus dem Jahre 1949, als ihre Oma zur Kur in St.Peter-Ording war und dort einen Mann namens Hans kennengelernt hat. Alida beschließt, nach St.Peter-Ording zu fahren und dort diese Liebe ihrer Oma zu suchen. In St. Peter-Ording angekommen mietet sie sich bei Femke und ihrer Familie in einem malerischen Haubarg ein. Und während sie sich auf die Suche nach Hans macht, gibt es schon bald neue berufliche Perspektiven und dann ist da auch noch Femkes Bruder Thomas. Und so erlebt Alida in St. Peter-Ording eine ganz besondere Vorweihnachtszeit.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist ein kurzes, aber wunderbares Lesevergnügen. Entspannt zu lesen, mit wunderbar beschriebenen Personen und ganz viel gemütlicher Atmosphäre. Am liebsten möchte man sich auch sofort bei Femke und ihrer Familie einmieten. Dazu die perfekten Beschreibungen von St.Peter-Ording machen dieses Buch zu einem Rund-um-Lesevergnügen. Die Geschichte spielt zeitlich in der Vorweihnachtszeit, dürfte aber eigentlich immer im Winter Spaß machen.

5 Sterne-p1

Ein herzliches Dankeschön

an alle LeserInnen und Abonnenten dieser Seite. Vielen Dank für Eure Treue und Unterstützung in vielfältiger Art. So besteht dieser Blog nun 1 Jahr und es macht immer noch Spaß. Im neuen Jahr wird es eine neue Rubrik geben mit „Lieblingsbücher- und autoren“, quasi ein „Best of“. Die Idee kam mir im Gespräch mit Kollegen, denn irgendwie empfiehlt man doch immer wieder die gleichen Bücher und genau die werde ich hier zusammenstellen.

Weihnachten habe ich auf „isländische Art“ verbracht, nämlich mit ganz viel Zeit zum Lesen. Die Isländer verschenken zu Weihnachten Bücher und Schokolade und verbringen die Weihnachtstage dann entsprechend. So ähnlich habe ich es dieses Jahr auch gemacht. Also bitte nicht wundern, wenn gleich einige Bewertungen folgen, ich hatte nämlich viel Glück mit meiner Lektüre.

Und auch für 2019 heißt es dann: wir lesen uns – ich freue mich darauf!

„Sörensen fängt Feuer“

Sörensen fängt Feuer verkleinert
Quelle: Verlag

Kriminalroman von Sven Stricker, erschienen beim Rowohlt Taschenbuch Verlag

Inhalt:

In dem beschaulichen Katenbüll in Nordfriesland läuft eine junge Frau dem Musiker Ole Kellinghusen mitten in der Nacht vors Auto. Sie ist blind, abgemagert und trägt nur ein Nachthemd. Als Kriminalhauptkommissar Sörensen endlich herausgefunden hat, woher die junge Frau kommt, findet er nicht nur eine Leiche, sondern auch ein Geflecht aus religiösem Wahn und gut gehüteten Geheimnissen. Dabei hat er eigentlich genug mit sich selbst zu tun, setzt er doch gerade das Medikament gegen seine Angststörungen ab.

Eigene Meinung:

Es ist der zweite Band um Kriminalhauptkommissar Sörensen. Und dem Autoren ist mit diesem Ermittler wirklich eine ganz besondere Hauptfigur geglückt. Neben einem komplexen Kriminalfall, der sehr vielschichtig ist, besticht dieser Kriminalroman durch den trockenen Humor und ganz viel Atmosphäre einer norddeutschen Kleinstadt. Und auch wenn der Kriminalhauptkommissar sehr viele Probleme mit sich selbst hat, so beobachtet er doch auch feinsinnig seine Umgebung. Insgesamt ein spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen.

5 Sterne-p1

„Die Schokoladenvilla“

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Quelle: Verlag

Roman von Maria Nikolai, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Judith Rothmann wächst Anfang des 20. Jahrhunderts in Stuttgart-Degerloch als Tochter eines Schokaladenfarikanten privilegiert auf. Ihre Leidenschaft gehört der Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und probiert neue Kreationen aus. Gerne würde sie später die Leitung der Fabrik übernehmen, aber ihr Vater hat andere Pläne, denn sie soll den Sohn eines Bankiers heiraten, um so die Finanzierung der Fabrik sicherzustellen. Und während Judith versucht, sich gegen die Heirat zu wehren, taucht Victor Rheinberger auf, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will. Er hat Verständnis für Judiths Leidenschaft, aber wer kann die Hochzeit noch verhindern?

Eigene Meinung:

Ein wirklich „köstliches“ Buch, das  wunderbar zu lesen ist, ein „Schmöker“ im besten Sinne und man versinkt förmlich in der Welt der Schokolade. Und während man Judiths Kampf gegen die angeordnete Hochzeit gebannt verfolgt, erfährt man gleich noch einiges über die Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So einige Familien werden erwähnt, von denen man weiß, dass aus diesen Anfängen später große Konzerne wurden. Also kann man in diesem Buch Geschichte unterhaltsam erfahren. Dazu gehört auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft, so eine Ehe, um die Familie wirtschaftlich über die Runden zu bringen, können sich viele junge Frauen in unserer Kultur kaum vorstellen, es ist spannend zu entdecken, was sich hier seit Anfang des 20. Jahrhunderts verändert hat. So bietet dieses Buch sehr viele interessante Aspekte mit bester Unterhaltung. Dazu gibt es dann auch noch zwei leckere Schokoladenrezepte im Buch. Das Buch ist der erste Teil einer geplanten Trilogie rund um die Stuttgarter Fabrikantenfamilie Rothmann, ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Bis dahin hier eine absolute Leseempfehlung, der perfekt Schmöker für lange Winterabende.

5 Sterne-p1

„Bluthaus“

Bluthaus verkleinert
Quelle: Verlag

Kriminalroman von Romy Fölck, erschienen bei Bastei Lübbe AG

Klappentext:

Ein einsam gelegenes Reetdachhaus an der Ostsee. Die Inselbewohner nennen es das Bluthus, seit dort vor vielen Jahren eine Familie grausam ermordet wurde. Der Täter wurde nie gefunden.

Zwanzig Jahr später verschwindet eine alte Freundin von Frida Paulsen spurlos. Die junge Polizistin ist sehr beunruhigt. In der Wohnung der Vermissten findet sie ein Foto – es zeigt ein einsam gelegenes Reetdachhaus am Meer. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Bjarne Haverkorn begibt sich Frida auf die Spur dieses rätselhaften Hauses, dessen unheilvolle Vergangenheit für sie alle zur tödlichen Bedrohung wird.

Eigene Meinung:

Für mich das erste Buch der Autorin und es hat mich gleich so in seinen Bann gezogen, dass ich es zwei Abschnitten durchgelesen habe. Die Geschichte wird in unterschiedlichen Zeiten, nämlich 1997 und jetzt, erzählt, was auch sehr gut kenntlich gemacht ist, so dass das Buch gut zu lesen ist. Ein spannender Kriminalfall, der in Schleswig-Holstein spielt. Die Sprünge von der West- zur Ostküste waren etwas, was mich ein wenig irritiert hat. Das kommt in der Realität, glaube ich, nicht so oft vor. Trotzdem ist dieses Buch sehr spannend und erzählt eine ungewöhnliche Geschichte, die glaubhaft aufgelöst wird. Außerdem ist hier mit Frida und Bjarne ein sehr sympathisches Ermittlerduo tätig, von dem ich gerne noch mehr lesen würde.

5 Sterne-p1

Ergänzung: Der 1. Band mit diesem Ermittlerduo heißt „Totenweg“ und ist auch bei Bastei Lübbe erschienen.