„Löwenzahnkind“

Löwenzahnkind verkleinert

Thriller von Lina Bengtsdotter, aus dem Schwedischen von Sabine Thiele, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Gullspäng, eine Kleinstadt in Westschweden. Als in einer heißen Sommernacht die siebzehnjährige Annabelle spurlos verschwindet, ist schnell klar, dass Verstärkung angefordert werden muss. Mit Charlie Lager schickt die Stockholmer Polizei ihre fähigste Ermittlerin – doch was die Kollegen nicht wissen dürfen: Die brillante Kommissarin ist selbst in dieser Kleinstadt aufgewachsen. Je tiefer Charlie nach der Wahrheit hinter Annabelles Verschwinden gräbt, desto mehr droht das Netz aus Lügen zu reißen, das sie um ihre eigene, dunkle Vergangenheit gesponnen hat. Doch die Zeit drängt – sie muss Annabelle finden, bevor es für sie beide zu spät ist…

Eigene Meinung:

Als ich mit dem Buch durch war habe ich zunächst nochmal gucken müssen, was das sein sollte. Laut Cover ein Thriller. Da muss ich sagen, so ist mir das Buch nicht vorgekommen. Mehr war es ein Drama mit etwas Spannung. Es geht doch sehr viel um Charlies Kindheit in dem Ort. Dazu ist das Buch in drei verschiedenen Zeitebenen geschrieben. Die aktuellen Ermittlungen, dann kann man Annabelle an ihrem letzten Tag folgen und es gibt noch einen Rückblick in die Vergangenheit, der sich aber erst ganz zum Schluss erschließt.  Das Buch ist der Auftakt einer Reihe mit dieser Ermittlerin. Charlie hat mir als Person richtig gut gefallen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es bei weiteren Bänden, die nicht so mit Charlies Vergangenheit zu tun haben, richtig spannend wird.

3 Sterne-p1

„Meistens kommt es anders, wenn man denkt“

Meistens kommt es anders verkleinert

Roman von Petra Hülsmann, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Nele hat von der Liebe die Nase gestrichen voll. Ihr neuer Job bei einer angesagten Hamburger PR-Agentur soll ab jetzt an erster Stelle stehen. Inhaber Claas betraut sie mit einer Imagekampagne für den Politiker Rüdiger Hofmann-Klasing, dessen Umfragewerte tief im Keller sind – aus gutem Grund, wie sie bald herausfindet. Darüber hinaus beschließt ihr kleiner Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ausgerechnet Nele soll ihm im Kampf mit den besorgten Eltern unterstützen, dabei ist sie doch insgeheim die größte Glucke von allen. Um das Chaos perfekt zu machen, stellt Nele fest, dass Claas mehr als nur ein netter Chef für sie ist und dass er ihr Herz ganz schön zum Stolpern bringt. Aber soll sie sich von der Liebe etwa schon wieder einen Strich durch die Rechnung machen lassen?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein wunderbarer Sommerroman, aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist das Buch die Lektüre wert.  So ist dieser Roman von Petra Hülsmann wieder wunderbar leicht zu lesen, flott und frisch geschrieben und verpackt nebenbei noch erste Themen, wie das Leben mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft, in einen unterhaltsamen Roman. Es kommt auch selten vor, dass mir aus einem Buch ein Zitat in Erinnerung bleibt, hier ist das gelungen: „Das Leben ist keine Hüpfburg“, wie wahr ist das. Auch wenn das Leben keine Hüpfburg ist, mit der Lektüre dieses Buches ist es zumindest für einige Stunden leichter.

4 Sterne-p1

„Die Malerin des Nordlichts“

Die Malerin des Nordlichts verkleinert

Historischer Roman von Lena Johannson, erschienen im Aufbau Verlag, Berlin

Inhalt:

Norwegen 1922: Signe ist talentiert, ambitioniert und vor allen eins: frei! Endlich hat sie sich aus ihrer unglücklichen Ehe gelöst, und damit von einem Mann, der für ihre große Leidenschaft, die Malerei kein Verständnis hat. In ihrer Jugend lernte sie, an der Seite ihres Onkels, dem Genie Edvard Munch, die schillernde Osloer Bohème kennen. Nun nimmt Signe Unterricht beim Sohn von Paul Gauguin, sie hat sich geschworen, ihr Leben ausschließlich der Kunst zu widmen. Sie will ein Werk hinterlassen, das –ebenso wie die Bilder ihres Onkels- die Menschen bewegt und aufrüttelt. Dann lernt sie Einar kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Als er sich dem Widerstand anschließt, begreift Signe, dass man manchmal alles wagen muss – in der Liebe und in der Kunst.

Eigene Meinung:

Ich liebe die historischen Romane von Lena Johannson, die lese ich einfach sehr gerne. Sie schafft es, historische Begebenheiten so gut zu schreiben, dass man die Bücher gerne liest und sich auch noch bestens unterhalten fühlt. Dazu kommt hier die Geschichte einer ganz besonderen Frau. Einer Frau, die um die Anerkennung ihrer Kunst kämpfen muss, die darum kämpfen muss, nicht immer nur als „Nichte von“ wahrgenommen zu werden. Und das alles zu einer Zeit, als die Frauen noch deutlich weniger Rechte haben als heute. Mich hat das Buch wieder sehr beeindruckt, eine klare Leseempfehlung von mir.

5 Sterne-p1

„Im Freibad“

im Freibad verkleinert

Roman von Libby Page, aus dem Englischen von Silke Jellinghaus, erschienen bei Ullstein Buchverlage GmbH

Inhalt:

Rosemary hat ihr ganzes Leben in Brixton verbracht. Jetzt ändert sich alles, was ihr vertraut ist. Die Bücherei, in der sie gearbeitet hat, schließt. Aus dem Gemüseladen ist eine hippe Bar geworden. Ihr geliebter Mann George ist gestorben. Und das Freibad, in dem sie seit über 60 Jahren jeden Morgen schwimmt, soll Eigentumswohnungen weichen. Währenddessen fühlt sich Journalistin Kate einsam in London. Als sie über Rosemarys Freibad für die Zeitung schreiben soll, öffnet sich ihr eine neue Welt. Kate zeigt sich nicht gerne im Badeanzug, aber Rosemarys Hilfe überwindet sie ihre Schüchternheit. Kate und Rosemary werden Freundinnen und beschließen, gemeinsam das Freibad zu retten. Denn der Pool ist mehr als ein Ort zum Schwimmen – er ist das Herz der Nachbarschaft.

Eigene Meinung:

Dieses Buch ist eine wunderbare Geschichte über die Kraft der Freundschaft. Durch ihre Freundschaft überwinden die beiden Frauen Ängste und Trauer, sie gewinnen neue Kräfte. Die Geschichte wird vielfältig erzählt, Kates einsames Leben in London und Rosemarys Rückblenden in die gemeinsame Zeit mit ihrem verstorbenen Mann. Dazu das Kennenlernen der beiden Frauen und der gemeinsame Kampf um das Freibad. Dabei ist das Buch sehr entspannt zu lesen und mir haben gerade die feinen Beobachtungen, die die Autorin einfließen lässt, sehr gut. Sie stellt die Figuren sehr gut da, und auch, wenn vielleicht im wirklichen Leben nicht alles so einfach ist und man die Geschichte vielleicht etwas kürzer hätte fassen können, mich hat das Buch sehr beeindruckt und somit eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

„Die Lieferung“

Die Lieferung verkleinert

Thriller von Andreas Winkelmann, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag

Klappentext:

Die Wohnungstür steht offen. Auf dem Tisch: eine Pizza. Niemand hat sie angerührt. Denn die Frau, die sie bestellt hat, ist spurlos verschwunden. Nur über Umwege finden Polizeikommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald heraus, dass hinter diesem Vermisstenfall mehr steckt. Ein Täter, wie er perfider nicht sein könnte, fängt seine Opfer mit einer List und hält sie jahrelang gefangen. Alle verschwundenen Frauen waren allein zu Hause, alle haben Essen bestellt. Ihr letztes Lebenszeichen…

Eigene Meinung:

Ich mag die Bücher von Andreas Winkelmann sehr und wurde auch hier nicht enttäuscht. Die Bücher sind nichts für zartbesaitete Frauenseelen, denn die Frauen in den Büchern werden verfolgt, entführt oder auch grausam umgebracht. Und auch wenn der Aufbau immer ähnlich ist, so war auch dieses Buch wieder sehr spannend. Das Buch beginnt etwas verhalten, dann aber kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Und gerade die Alltäglichkeit der Situation, nämlich das ein Lieferservice bei den Opfern ins Haus kommt, sorgt dafür, das sich einem beim Lesen die Nackenhaare aufstellen.  Dazu noch ein sympathisches Ermittlerpaar, Jens und seine Kollegin Rebecca sind hier unkonventionell unterwegs, und schon ist spannende Unterhaltung garantiert. Dabei wird die Geschichte auf mehreren Zeitebenen erzählt und so kann man dem späteren Täter schon in seiner Kindheit folgen. Der Schreibstil ist aber so, dass man mühelos der Handlung folgen kann und so von der Spannung gefangen genommen wird. Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Fall für dieses Ermittlerduo.

5 Sterne-p1

„Die souveräne Leserin“

die souveräne Leserin verkleinert_

Roman von Alan Bennett, aus dem Englischen von Ingo Herzke, Verlag Klaus Wagenbach

Inhalt:

Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Madam ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus- und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie fortan über ihre Lektüren unterhält (wie übrigens auch mit dem verdutzten französischem Präsidenten).

Eigene Meinung:

Dieses Buch verbindet auf sehr unterhaltsame Weise typischen englischen Humor mit einer Liebeserklärung an die Bücher und das Lesen. Man kann es sich wunderbar bildlich vorstellen, wie die Queen sich immer mehr für das Lesen interessiert und so dann auch regelmäßig die Bibliothek besucht, nicht nur als Schirmherrin. Die Beschreibungen sind wunderbar und der trockene Humor lässt einen bei der Lektüre oft schmunzeln. Und jeder Mensch, der gerne liest, kann die Queen so gut verstehen. Eine Hommage an das Lesen und immer wieder eine absolute Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

„Dunkle Nacht: Obsession eines Stalkers (Nordische Nächte 2)“

Dunkle Nacht verkleinert

Romantik-Krimi von Jenna van Berke

Inhalt:

Lola Renzi wird bereits seit über einem Jahr gestalkt, als sie endlich das Angebot ihrer besten Freundin annimmt, Portland, Oregon und ihren Stalker hinter sich zu lassen und sich in Litzas Haus in einem abgelegenen Dorf im Osten Finnlands zu verkriechen. Der stille finnische Winter in Kombination mit der warmen Zuwendung des wortkargen Einheimischen Matti Vuorikoski ist Balsam für ihre Seele und langsam gewinnt Lola ihr Sicherheitsgefühl zurück. Bis zu dem Tag, an dem ihr Stalker sie aufspürt, entschlossen, endlich die Frau zu besitzen, von der er besessen ist.

Eigene Meinung:

Wenn ich das Buch mit wenigen Worten bewerten sollte, würde ich sagen, nicht schlecht. Ich kenne den ersten Teil nicht, trotzdem bin ich gut in die Geschichte gekommen. Auch haben mir die Personen gut gefallen und ich mag die Beschreibungen dieses finnischen Dorfes. Allerdings sind mir 89 Seiten als E-Book zu wenig und vor allem hat mir bei diesem Entführungs-Krimi doch deutlich die Spannung gefehlt. Nach Ende des Buches bin ich deshalb etwas unschlüssig zurückgeblieben.

3 Sterne-p1

„Durch Feuer und Wasser“

Psychothriller von Camilla Grebe und Asa Träff, aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs, erschienen im btb Verlag

Inhalt:

Zwei Geschwister verschwinden kurz nacheinander von ihren Pflegeeltern . Wenig später taucht ein Bild von den beiden im Internet auf, zusammen mit einer fremden Frau. Als diese einige Tage später aufgefunden wird, muss das Ermittlerteam schnell handeln. Was ist mit der Frau passiert? Und warum ist sie auf einem Bild mit den zwei vermissten Kindern zu sehen? Was hatte sie mit ihnen zu tun? Psychotherapeutin Siri Bergman und ihrem Team bei der Stockholmer Polizei bleibt nicht viel Zeit, um dem mysteriösen Fall auf den Grund zu gehen und den Täter zu finden.

Eigene Meinung:

Schon seit dem 1. Buch um die Psychotherapeutin Siri Bergman („Die Therapeutin“, erschienen 2011) bin ich Fan dieser Psychologin im Polizeidienst. Und auch in dem jetzt erschienenen 5. Band wurde ich nicht enttäuscht. Dabei erfordert dieser Psychothriller Konzentration beim Lesen. In mehreren verschiedenen Zeiten und Perspektiven erzählt, ist Aufmerksamkeit gefragt. So begleitet man die Kindheit „des Jungen“ in Rückblenden und erlebt die aktuelle Ermittlungsarbeit mit, bekommt aber auch einen Einblick in das ohnehin schon schwierige Leben der entführten Kinder. Dazu gibt es dann noch die anstehenden Probleme der Siri Bergman, einer Frau mit Ecken und Kanten, die auch ganz normale Alltagssorgen hat. Das alles spitzt sich immer weiter zu, was das Buch sehr spannend macht. Und auch, wenn man als Leser schon früh ahnt, in welche Richtung die Lösung geht, bleibt die Spannung erhalten. Mir hat dieses Buch insgesamt wieder sehr gut gefallen, ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Siri Bergman.

5 Sterne-p1

 

„Die Rosen von Abbotswood Castle“

die rosen von abbotswood castle verkleinert

Roman von Alexandra Zöbeli, erschienen bei Forever by Ullstein

Inhalt:

Hetty wird von Ehemann und Tochter eigentlich nur noch wie eine Putzfrau und Hausangestellte behandelt. Da nutzt sie die Gelegenheit, als der kranke Großonkel in Schottland Hilfe benötigt und kümmert sich um den alten Herrn, was Mann und Tochter überhaupt nicht gefällt. Dem alten Herrn zunächst auch nicht, aber dann ist da auch noch Jules, der nette Freund und Nachbar des Großonkels, und so wird es für Hetty eine spannende Zeit.

Eigene Meinung:

„Die Rosen von Abbotswood Castle“ bereiten der Leserin spannende Unterhaltung. Das Buch ist wunderbar leicht und flüssig geschrieben und so macht es einfach großen Spaß. Dazu sind die Personen liebevoll beschrieben und man darf gedanklich einige Zeit in Schottland verbringen. Dazu gibt es noch einige spannende Wendungen und so ist das Lesevergnügen perfekt.

4 Sterne-p1

 

„Neues Glück in Willow Cottage“

neues glück in willow cottage verkleinert

Roman von Bella Osborne, aus dem Englischen von Christian Trautmann, erschienen bei MIRA Taschenbuch in der Harper Collins Germany GmbH

Inhalt:

Beth hat das Cottage mit der knorrigen alten Weide im Vorgarten spontan auf einer Auktion gekauft – ohne es vorher gesehen zu haben. Ein Zufluchtsort für sich und ihren kleinen Sohn. Anschließend soll das Haus wieder verkauft werden. Aber jetzt stellt sie fest, dass das mehr Arbeit machen wird als angenommen, denn das Haus ist in einem sehr schlechten Zustand. Dann lernt sie Jack kennen, der irgendwie immer da ist, wenn Beth Hilfe braucht. Doch sie merkt auch, dass es einfacher ist, ein Haus zu renovieren, als ein gebrochenes Herz zu kitten.

Eigene Meinung:

Der Roman ist ein Wohlfühlbuch, auch wenn es um einige ernste Themen geht. Man taucht als Leserin so tief ein, in dieses kleine englische Dorf, das sehr bildlich beschrieben wird. Dazu geht es auch um einige ernste Themen, wie Missbrauch und Gewalt  in der Ehe oder wie schwer es ist, alleinerziehend zu sein.  Die Themen sind in zwei Handlungsstränge verpackt, trotzdem ist das Buch sehr entspannt zu lesen. Da ich gerne Romane „very british“ lese, hat mir das Buch sehr gut gefallen.

5 Sterne-p1