Thriller von Vena Cork, aus dem Englischen von Peter Durin, erschienen bei Droemer Knaur
Inhalt:
Rosas Mann Rob war Künstler und ist verstorben. Nun ist sie alleine mit seinem Werk und muss sich mit seinem Tod zurechtfinden. Da taucht plötzlich Robs Bruder Joshua auf, zu dem bisher kein Kontakt bestand und wird seinem verstorbenen Bruder immer ähnlicher. Rosa verkauft ein Bild ihres verstorbenen Mannes, um Joshua zu unterstützen, und verkehrt dazu wieder in der Londoner Kunstszene. Irgendwie fühlt sie sich dabei häufig verfolgt und plötzlich findet sie sich in einem dunklen Kellerverlies unter einer Galerie in der Stadt wieder.
Eigene Meinung:
Die Geschichte spielt in der Londoner Kunstszene, eine Szene, die einem nicht so geläufig ist. Das liest sich ganz interessant, wie man da so miteinander umgeht und wie auch die Galeristen arbeiten. Zwischendurch hat man auch mal das Gefühl, es könnte gleich etwas richtig Spannendes passieren, insbesondere die Absichten des Bruders kann man lange nicht richtig greifen. Aber das war es dann 300 Seiten lang auch schon. Von einem Thriller erwarte ich mehr Spannung und Nervenkitzel. Erst auf den letzten 100 Seiten nimmt die Geschichte etwas Fahrt auf. Für einen Thriller eindeutig zu spät und zu wenig. Was bleibt ist ein kleiner Einblick in die Londoner Kunstszene.
Ein Küstenkrimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv.
Quelle: Verlag
Inhalt:
Eine merkwürdige Familie ist in eine Villa in Fredenbüll eingezogen. Der Mafioso Tony hat dort mit seiner Familie Unterschlupf gesucht. Und das, wo Fredenbüll gerade genug eigene Probleme mit einem Windradpark hat, gegen dessen Bau sich eine engagierte Bürgerinitiative gebildet hat. Als dann auch noch eine Leiche gefunden wird, gibt es reichlich Arbeit für den Dorfpolizisten Thies Detlefsen.
Eigene Meinung:
Dieses Buch ist wieder ein sehr gut zu lesender Küstenkrimi. Was ihn so besonders macht, ist der Wortwitz, mit dem der Autor die Geschichte erzählt. Und dieser trockene Humor macht sich auch bei den Hauptfiguren bemerkbar, die teilweise als echte norddeutsche Originale daherkommen. Durch die bildhafte Beschreibung kann man sich Ort und Personen sehr lebhaft vorstellen und kommt teilweise aus dem Lachen gar nicht raus. Außerdem sind einem einige Dorfbewohner auf Laufe der letzten Bücher auch schon richtig ans Herz gewachsen. Wer einen Küstenkrimi mit viel norddeutschem Charme lesen möchte, ist hier genau richtig. Bei so viel Wortwitz wird der Krimifall dann fast zur Nebensache.
Es ist schon der 7. Fall von Krischan Koch, der in Fredenbüll spielt. Ich freue mich auf mehr!
Thriller von Sven Morscheck erschienen im Musketier-Verlag
Inhalt:
Hauptkommissar Ingo Steeger ist mit seiner Frau gerade in die kleine Gemeinde Kahlensee gezogen, als dort auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenheilanstalt eine verstümmelte Männerleiche gefunden wird. Schnell ist klar, dass es sich um einen Ritualmord handelt. Außerdem gibt es eine weitere Leiche. Die Ermittlungen führen Steeger dann bald in die Vergangenheit der Nervenheilanstalt.
Eigene Meinung:
Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie. Und auf diesen 197 Seiten passiert wirklich sehr viel, was mit viel Tempo erzählt wird. Der zügige Schreibstil ist gut zu lesen, allerdings fehlt es den Hauptpersonen und auch der Geschichte dadurch irgendwie an Tiefe, für Emotionen ist teilweise nicht viel Zeit. Einen schönen Grusel löst das Buch allerdings schon aus, denn was im Keller der Nervenheilanstalt passiert, wird ziemlich bildlich beschrieben. Für mich war das etwas zu viel Brutalität. Wer aber schnelle, harte Unterhaltung mag, dem dürfte dieser Thriller gut gefallen.
Die Buchhandlung Heymann hatte den englischen Bestsellerautoren Jeffrey Archer in die Hamburger Kammerspiele eingeladen. Moderiert wurde die Veranstaltung wieder sehr sachkundig von Margarete von Schwarzkopf, Journalistin beim NDR, der deutsche Text wurde von Schauspieler Heikko Deutschmann gelesen.
Für mich an ganz besonderer Abend, schließlich kommt Jeffrey Archer nur sehr selten zu Lesungen nach Deutschland. Dabei lese ich seine Bücher schon seit 1984 mit Begeisterung. Er kann wunderbar Geschichten erzählen und man merkt seinen Büchern an, dass er als ehemaliger britischer Abgeordneter weiß, wovon er schreibt, wenn er über Menschen in der Welt von Politik, Wirtschaft und Finanzen schreibt.
Anlass für seinen Besuch in Deutschland war jetzt der 7. und letzte Band der Clifton Saga, ein Jahrhundert-Epos über die Lebenswege der Familien Clifton und Barrington. Eigentlich sollte die Saga nur fünf Bände umfassen, weil die Hauptfiguren aber am Ende noch zu jung waren, wurden sieben Bände daraus, so berichtete Archer. Er plane halt nie bis zum Ende, sondern nicht mal drei Seiten im voraus, wenn er seine Bücher schreibt. Als Vorbild nannte der Autor Hans Christian Andersen und Scott Fitzgerald.
Es war eine große Freude, Jeffrey Archer zu erleben. Ich habe lange bei einer Lesung nicht mehr so viel gelacht. Der Autor hatte immer den Schalk im Nacken und war im Gespräch mit Margarete von Schwarzkopf, die wieder sehr kompetent moderierte und dem Autoren alle notwendigen Informationen entlockte, auch so gut aufgelegt, dass es auch der Moderatorin mal die Sprache verschlug, was selten vorkommt, denn die Journalistin ist schon sehr schlagfertig. Insgesamt ein toller Abend.
Mein fünfter Besuch in Leipzig auf der Messe, aus privaten Gründen dieses Jahr nur einen Tag. Aber in acht Stunden kann man viel erleben und entdecken…
Bei den ersten Besuchen auf der Messe war das für mich immer ein Gefühl wie „Alice im Wunderland“: Bücher, Bücher, Bücher. Inzwischen bin ich gezielter unterwegs, suche mir interessante Veranstaltungen aus und freue mich über Begegnungen mit Autoren oder anderen Lesern. Und wenn ich dann Autoren treffen kann, deren Bücher ich gerne lese, so ist das ein besonderes Highlight. Dabei sind Begegnungen mit vermeintlich etwas unbekannteren Autoren besonders reizvoll, weil in der Regel viel persönlicher. Und so war auch dieser Messetag, zu dem ich mich durch Massen von Schnee durchkämpfen musste, ein interessanter, toller Tag:
In Leipzig – Schnee ohne Ende
Noch ist es nicht zu voll, daher zunächst ein Bummel durch die Hallen:
Messehalle – kurz nach Beginn der Messe…Bücher, Bücher, Bücher
überall Autoren, Lesungen
Und so sieht die Messehalle später aus:
Maja Lunde, hier noch beim Signieren.
Die Veranstaltung mit der Autorin habe ich leider verpasst. Von einer Leseprobe ihres neuen Buches „Die Geschichte des Wassers“ bin ich total begeistert.
Das ZDF ist mit dem „Blauen Sofa“ sehr präsent…
Und dann startete auch mein persönliches Programm
mit einer Lesung von Katharina Peters
Die Rügen-Krimis der Autorin lese ich schon von Anfang an gerne. Gelesen hat sie aus ihrem aktuellen Band „Strandmord“.
und weiter zu einer Veranstaltung von Vorablesen.de
Read & Meet mit Catharina Junk
Danach war Zeit, Marcus Hünnebeck guten Tag zu sagen, einem Thriller-Autoren, den ich in den letzten Monaten durch Leserunden für mich entdeckt habe.
Und anschliessend weiter zum #LBlesertreff von Lovelybooks, für den ich eine Einladung bekommen hatte. Die Autorinnen Laura Kneidl und Alana Falk sprechen dort über das Thema „Perspektivenwechsel – vom Leser zum Autor“. Dieser Treff ist auch immer eine tolle Gelegenheit, andere Leser/Blogger kennenzulernen.
Für mich ging es dann zurück zum Stand vom Ullstein Verlag. Hier hatte Autor LinusGeschke zum Bloggertreffen eingeladen. Ein tolles Gespräch und die Möglichkeit, diesen sympathischen Autoren näher kennenzulernen. Vielen Dank dafür!
Linus Geschke
Der dritte Fall für die Journalisten Jan Römer und Stefanie“Mütze“ Schneider ist gerade erschienen:
„Das Lied der toten Mädchen“
Aschließend war dann noch genug Zeit, durch die Hallen zu bummeln und das Treiben zu genießen.
Zum Abschluss dann noch mal zum „Blauen Sofa„:
Krimi Speed Dating mit den Autoren Elisabeth Herrmann, Claudia Rikl, Oliver Bottini und Stephan Ludwig.
Damit geht ein erlebnisreicher Tag zu Ende mit vielen tollen Eindrücken, neuen Kontakten, einer persönlichen Liste mit interessanten Neuerscheinungen und natürlich einigen Büchern im Gepäck. Auch bin ich immer wieder begeistert, wie viele Menschen zu dieser Messe kommen, da sag mal einer, das Buch hat keine Zukunft…?!?!
… so haben die Lübecker Nachrichten heute über diesen Blog berichtet. Wow, das ist toll – vielen herzlichen Dank an Petra Dreu und die Redaktion. Hier geht es zu dem Artikel:
Roman von Anna Rosendahl erschienen im Heyne Verlag
Inhalt:
Oma Elisabeth ist verschwunden, vermutlich auf die Nordseeinsel Amrum, wo sie geboren ist. Enkelin Meike macht sich dort auf die Suche. Meike lernt bei ihrer Suche viele Insulaner kennen und erfährt auch einiges aus der Vergangenheit ihrer Familie. Und so ganz nebenbei lernt sie auch den Insulaner Barne näher kennen, den sie erst gar nicht mag, was sich dann aber rasch ändert. Durch den Besuch auf der Insel gibt es auch einige Veränderungen in Meikes Leben.
Eigene Meinung:
Ich gebe es zu, bei dem Buch haben mich zuerst Cover und Titel gelockt. Und eines hat das Buch auf jeden Fall: ganz viel Nordseefeeling. Dabei ist es auch angenehm leicht zu lesen. Allerdings zog sich in der ersten Hälfte die Handlung doch ziemlich hin, da hätte ich mir dann etwas mehr Tempo gewünscht. Im zweiten Teil wird es deutlich besser und flotter, was den Lesespaß erhöht. Eine gerechte Bewertung sind aus meiner Sicht daher zwei Sterne für den ersten Teil und vier Sterne für den zweiten Teil, was insgesamt 3 Sterne ergibt.
Thriller von Marc Raabe erschienen im Ullstein-Taschenbuch Verlag
Inhalt:
Im Berliner Dom wird die Dompfarrerin tot aufgefunden, grausam zur Schau gestellt. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel mit der Zahl 17. Dieser Schlüssel ist der Anlass für Tom Babylon vom LKA, mit allen Mitteln um diesen Fall zu kämpfen. Schließlich verschwand mit diesem Schlüssel vor vielen Jahren seine Schwester Viola und eigentlich sucht er noch immer nach ihr. Doch schon bald gibt es weitere Leichen, es tauchen mehrere Schlüssel auf und eine mörderische Jagd beginnt.
Eigene Meinung:
Dieser Thriller ist ein spannendes Buch, das gut zu lesen ist. Die Auflösung diesen komplexen Falls ist dann doch überraschend. Interessant geschrieben, wechselt die Perspektive von dem Mordfall heute immer wieder zu der Kindheit von Tom Babylon. Außerdem bekommt der Ermittler auch noch eine Psychologin an seine Seite, die beiden müssen sich erst aneinander gewöhnen, unterstützen sich dann aber auch gegenseitig bei den schwierigen Ermittlungen. Die Dialoge zwischen den beiden sorgen für trockenen Humor in diesem komplexen Fall.
Thriller von Silvia Stolzenburg, erschienen im GmeinerVerlag
Inhalt:
Kai, ein ehemaliger Kamerad, bittet Feldjäger Mark Becker telefonisch um Hilfe. Zu dem vereinbarten Treffen kommt es dann aber nicht, denn als Mark ankommt, ist Kai spurlos verschwunden. Später taucht in einem Waldstück eine verkohlte Leiche auf, bei der es sich um Kai handelt. Kai war bei einer Sicherheitsfirma beschäftigt und hatte am Telefon behauptet, er habe Beweise für etwas, was man nicht am Telefon besprechen kann. Mark macht sich mit Lisa Schäfer von der Kriminalpolizei daran, die Hintergründe zu erkunden und gefährdet dabei nicht nur sein eigenes Leben.
Eigene Meinung:
Dieser Thriller ist sehr spannend und temporeich erzählt. Dabei gelingt es der Autorin, auch so bildlich zu schreiben, dass man die einzelnen Szenen förmlich vor sich sieht. Und auch wenn einige Details ausführlich beschrieben werden, so tut das dem Lesefluss keinen Abbruch. Das Buch überzeugt bis zum Schluss und auch die Hauptpersonen, nämlich Feldjäger Mark und Lisa von der Kripo sind so intensiv angelegt, dass man gar nicht anders kann, als mit den beiden zu zittern. Es ist ungewöhnlich, dass so ein Stoff von einer Frau geschrieben wird, aber toll, dass das so funktioniert. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Thriller von Andreas Pflüger, erschienen bei Suhrkamp
Klappentext:
Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten, denn sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Da erfährt sie, dass ihr Todfeind ihr ein gigantisches Vermögen hinterlassen hat. Aaron muss nach Marrakesch. Dort wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert und die Hölle bricht los…
Eigene Meinung:
Es ist der zweite Thriller von Andreas Pflüger mit der Hauptfigur Jenny Aaron. Als Leser muss man sich zunächst auf diese Hauptfigur einlassen, zu ungewöhnlich ist eine blinde Polizistin bei einer Sondereinheit, die eben nicht im Büro sitzt. Aber dafür wird man mit einem großartig geschriebenen Thriller belohnt, der auf jeder Seite Freude bereitet und viel Spannung bietet. Daneben bekommt man noch einen Einblick, wie sich Jenny in der Welt der Sehenden zurechtfindet. Für mich eine echte Entdeckung und absolute Leseempfehlung.
Ergänzung: der 1. Teil der Reihe um Jenny Aaron ist auch bei Suhrkamp erschienen unter dem Titel „Endgültig„.