„Anatomie eines Skandals“

Anatomie eines Skandals verkleinert

Roman von Sarah Vaughan, aus dem Englischen von Ute Leibmann, erschienen bei Bastei Lübbe

Inhalt:

Sophie ist die glückliche Ehefrau des charismatischen Parlamentspolitikers James. Bis er ihr eine Affäre mit seiner Assistentin gesteht, die ihn nun wegen Vergewaltigung verklagt. James leugnet und setzt auf die Loyalität des Premierministers, der ihm noch einen Gefallen schuldet. Staatsanwältin Kate sieht die Anklageschrift mit großem Interesse auf ihren Schreibtisch flattern, aus Gründen, die in ihre Zeit an der Uni in Oxford zurückreichen. Der Prozess mit unerwartetem Finale stellt Loyalitäten auf den Prüfstand und verändert nicht nur Sophies und James Leben.

Eigene Meinung:

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, denn die Geschichte ist sehr interessant aufgebaut. Die Erzählperspektive wechselt, so erfährt man als Leser die Sichtweise von Sophie, ihres Ehemannes und der Staatsanwältin. Dazu gibt es noch einen Rückblenden auf die Vergangenheit. So bekommt man als Leser einen interessanten Einblick in die Vergangenheit, der dann auch häufig erklärt, warum jemand so handelt, wie er gerade in dieser Situation handelt. Und obwohl es sich um die Sicht mehrerer Personen zu unterschiedlichen Zeiten handelt, ist das Buch sehr gut zu lesen. Dabei ist  gerade die Sichtweise und Entwicklung der betrogenen Ehefrau ist sehr interessant. Während auf der einen Seite die Öffentlichkeit einen spannenden Prozess verfolgt, wird von der Ehefrau erwartet, dass sie gute Miene zum bösen Spiel macht. Ein wirklich interessanter Blick hinter die Kulissen.

4 Sterne-p1

 

„Die Villa an der Elbchaussee“

die villa an der elbschaussee verkleinert

Die Geschichte einer Schokoladendynastie, Roman von Lena Johannson, erschienen im Aufbau Verlag

Inhalt:

Hamburg, 1919: Das Kontor Hannemann & Tietz handelt nicht nur mit Kakao, sondern betreibt auch eine eigene Schokoladenmanufaktur. Frieda, jüngster Spross der traditionsreichen Kaufmannsfamilie würde am liebsten ihre Tage in der Speicherstadt oder in der Schokoladenküche verbringen. Ihr Vater besteht aber darauf, dass ihr älterer Bruder Hans sein Nachfolger wird. Als ihr Vater sie mit dem Sohn eines befreundeten Handelspartners verheiraten will, um das Überleben der Firma zu sichern, bricht für Frieda eine Welt zusammen. Nicht nur, weil ihr Herz für einen anderen schlägt. Wird es ihr gelingen, das Erbe der Familie zu retten, ohne ihre Liebe zu verraten.

Eigene Meinung:

Nachdem ich schon das „Marzipanmädchen“ der Autorin geliebt habe, bin ich auch von diesem Buch wieder sehr begeistert. Die Autorin schafft es auf unnachahmliche Weise, historische Dinge mit einer fesselnden Geschichte zu verbinden. Und in diesem Buch geht es um viele Themen, Hamburg zu Zeiten des Krieges, wirtschaftliche Probleme, die Kriegsleiden der heimkehrenden Soldaten, politische Unruhen und dazu die Geschichte einer jungen Frau, die um ihren Traum und ihr Leben kämpft. Frieda will nicht verheiratet werden, sie will wirtschaftlich selbständig sein, einen kaufmännischen Beruf ausüben und ihrer Leidenschaft, der Schokoladenherstellung nachgehen. Frieda und viele weiteren Personen aus dem Buch, sind so detailliert und liebevoll beschrieben, dass man es sich wunderbar vorstellen kann. Außerdem kann man mit dem Buch ganz tief abtauchen in das Hamburg um 1900. Insgesamt ein wahres Lesevergnügen. Es soll noch weitere Bände dazu geben, ich freue mich darauf!

5 Sterne-p1

„Die Beobachterin“

Die Beobachterin verkleinert

Thriller von Caroline Eriksson, aus dem Schwedischen von Nike Karen Müller, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Autorin Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, vom Küchenfenster aus die Menschen im Haus gegenüber zu beobachten: eine ganz normale, glückliche Familie. Doch als im Nachbargebäude plötzlich seltsame Dinge geschehen, ist Elena überzeugt davon, dass hinter den verschlossenen Türen ein Geheimnis lauert. Je besessener sie ihre Nachbarn beobachtet, desto mehr fürchtet sie, dass bald etwas Schreckliches passieren wird – und trifft eine Entscheidung, die sie selbst in tödlich Gefahr bringt…

Eigene Meinung:

Ein ungewöhnliches Buch und das macht es interessant. Die Hauptfigur Elena beobachtet wirklich sehr genau und zwischendurch war ich froh, dass sie nicht meine Nachbarin ist… Teilweise habe ich auch nicht mehr ganz genau gewusst, was nun Realität ist und das macht den Reiz beim Lesen aus. Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben, aus Sicht von Elena und aus Sicht des Ehemannes. Durch diese Wechsel wird es auch interessant. Diese Wechsel sind gut gekennzeichnet und dadurch ist das Buch, das angenehm flüssig geschrieben ist, auch gut zu lesen. Insgesamt ein ungewöhnlicher  Psychothriller mit interessanter Perspektive, nämlich der einer Beobachterin.

4 Sterne-p1

„Das Geheimnis vom Strandhaus“

das geheimnis vom Strandhaus verkleinert

Roman von Julia Rogasch, erschienen bei Forever by Ullstein

Inhalt:

Mia ist am Boden: Ihr Verlobter hat eine Neue, ihr Job ist weg und sie sitzt in der grausten Wohnbausiedlung von Hamburg. Um wieder auf die Beine zu kommen nimmt sie einen Buchhaltungsjob beim gutaussehenden wie mysteriösen Laurenz von Hofbacher in dessen Villa an. Ihr Chef gibt wenig von sich preis, und doch ist Mia fasziniert von dem Mann, der niemanden in sein Leben lässt. Nach und nach schafft sie es, ihn aus der Reserve zu locken und erkennt, dass ein schwerer Schicksalsschlag Laurenz belastet. Und auch Mia selbst bekommt neue Probleme, als jemand bei ihr einbricht und sie Drohungen erhält, sich nicht in Familienangelegenheiten einzumischen. Es schein, dass Mias und Laurenz` Leben stärker miteinander verbunden sind, als sie ahnen. Und die Lösung aller Geheimnisse liegt anscheinend in einem kleinen Haus auf Sylt.

Eigene Meinung:

Dieser Roman macht Freude, weil er in Hamburg und auf Sylt spielt. Außerdem ist das Buch entspannt zu lesen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Mia und Laurenz. Das macht es interessant, allerdings hemmt es manchmal auch etwas den Lesefluss. Zu Beginn war mir die Geschichte irgendwie zu abstrakt, aber als man als Leser dann auch Laurenz besser kennen lernt und er sich auch innerhalb der Handlung mehr öffnet, hat mir das Buch besser gefallen. Und außerdem ist Sylt  natürlich immer ein schöner Ort für einen Roman.

4 Sterne-p1

Und toll, dass ich die Autorin auf der Leipziger Buchmesse 2019 treffen konnte. Danke dafür auch an das Team von Forever by Ullstein.

LBM19 Julia Rogasch verkleinrt
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„Das kleine Cafe im Gutshaus“

das kleine Cafe im Gutshaus verkleinert

Roman von Julie Shackman, aus dem Englischen von Anja Mehrmann, erschienen bei Forever by Ullstein

Inhalt:

Nach einer gescheiterten Beziehung kehrt Lara in ihre kleine Heimatstadt in Schottland zurück, um ihren Traum, Bäckerin zu werden, zu verwirklichen. Sie nimmt eine Stelle in einem Cafe an und versucht ihre Chefin von ihren neuen Backideen zu überzeugen. Doch diese ist wenig begeistert. Zum Glück lernt Lara in dem Cafe Lord Hugo Carmichael kennen, einen Stammkunden, der sie ins Herz schließt. Als Hugo überraschend verstirbt, erfährt sie, dass der alte Lord sie in seinem Testament bedacht hat. Sie erhält die Chance, auf dem erhabenen Glenlovatt Manor ihren Traum von einem eigenen Cafe zu verwirklichen, wovon Hugos Enkel allerdings weniger begeistert ist. Kann Lara diese Chance nutzen?

Eigene Meinung:

Das Buch ist ein leicht zu lesender Roman mit einer sympathischen Hauptfigur. Es hat mir gut gefallen, weil es einfach „very britisch“ ist. Man kann sich diesen Landsitz, in dem das Cafe eröffnet wird, gut vorstellen und da das Buch auch viel mit den leckeren Genüssen zu tun hat, die es in einem guten Cafe nun einmal gibt, ist das Buch ein Genuss für alle Sinne. Sicherlich keine tiefgründige Geschichte, aber entspannte Unterhaltung.

4 Sterne-p1

„Sister Sister“

Sister Sister verkleinertjpg

Ein Thriller von Sue Fortin, aus dem Englischen von Karin Dufner, erschienen im Penguin Verlag

Inhalt:

Eines wird Rechtsanwältin Clare nie vergessen: den Tag, an dem ihr Vater ihre kleine Schwester Alice nach Amerika entführte. Nach zwanzig Jahren Ungewissheit kommt endlich ein Brief: Alice will ihre Familie wiedersehen. Überglücklich schließen sie die verloren Geglaubte in ihre Arme. Aber bald fallen Clare seltsame Dinge auf: Wieso trifft Alice heimlich Clares Chef? Was such sie nachts im Atelier von Clares Mann? Niemand nimmt ihre Bedenken ernst. Sie entdeckt, dass Alice ihre Kleider trägt – doch Alice behauptet, sie sei paranoid. Wer lügt, und wer sagt die Wahrheit? Clare entgleitet ihr Leben und ihre Familie, denn niemand versteht ihre Zweifel.

Eigene Meinung:

Bei diesem Buch habe ich mich mit der Bewertung schwer getan. Es ist auf jeden Fall gut und flüssig zu lesen. Auch finde ich die Grundidee sehr interessant. Aber während ich mich im ersten Teil des Buches gefragt habe, was das eigentlich werden soll, denn da gab es einige Längen, wird der zweite Teil dann deutlich schneller. Allerdings für meinen Geschmack auch ziemlich vorhersehbar. Zusammengefasst ein gut zu lesender Thriller mit einem interessanten Plot.

3 Sterne-p1

„Kalte See“

Kalte See verkleinert_

Ein Nordsee-Krimi von Hendrik Berg, erschienen bei Goldmann

Klappentext:

Ausgerechnet mitten in der Hochsaison wird die Leiche einer jungen Frau am Strand von Föhr entdeckt. Kommissar Krumme und seine Kollegin Pat ermitteln diskret, um keine Panik aufkommen zu lassen. Doch schnell erhärtet sich der Verdacht, dass sie einem grausamen Serienkiller auf der spur sind. Ein Serienkiller, der schon in anderen Teilen Deutschlands gemordet und nun den Weg auf die beschauliche Insel gefunden hat.

Eigene Meinung:

Für mich der erste Krimi von Hendrik Berg und ich bin begeistert. Dieser Krimi hat alles, was ein guter Regionalkrimi braucht: Eine sehr authentische Beschreibung der Örtlichkeiten, hier die Insel Föhr, interessante Ermittler und einen spannenden Kriminalfall. Alles findet man hier, dabei ist das Buch auch noch sehr gut zu lesen. Dadurch, dass die Perspektive wechselt und man als Leser auch dem Täter folgen kann, wird es sehr interessant und spannend. Kommissar Krumme, ein Berliner, der jetzt in Nordfriesland lebt, ist ein Typen mit Ecken und Kanten, was ihn auch interessant macht. Für mich eine echte Leseentdeckung im Bereich der Krimis aus Norddeutschland.

5 Sterne-p1

„Mörder mögen keine Matjes“

Mörder mögen keine Matjes verkleinert

Ein Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen bei dtv

Klappentext:

Ein Container mit Elektroschrott wird in Fredenbüll angeschwemmt. Darin: Ein Toter, der Tatort: Höchstwahrscheinlich Hamburg. Für seinen siebten Fall muss Dorfpolizist Thies Detlefsen also in die Elbmetropole. Das trifft er auch Hauptkommissarin Nicole Stappenbek wieder, die der Lieben wegen nach Hamburg gewechselt ist. Nur gut, dass die Kneipenstammgäste der „Hidden Kist“ auch gerade einen Ausflug nach Hamburg planen, wo Piet Paulsen, der auch zu den Stammgästen gehört, gerade ein neues Knie bekommen hat.

Eigene Meinung:

„Fredenbüll goes Reeperbahn“ ist wieder echtes Lesevergnügen. Authentische Personen, dieses Mal in der Großstadt unterwegs, und ein top aktueller Kriminalfall, das passt alles wunderbar zusammen. Neben diesen sehr komischen Beschreibungen läuft auch die Ermittlungsarbeit, wie es sich für eine Großtstadt gehört. Krischan Koch hat mit seinen Personen eine ganz besondere Welt geschaffen und man freut sich als Leser auf jeden neuen Fall und die vertrauten Personen. Für alle, die norddeutschen Krimi mit ganz viel Humor lieben, eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne-p1

 

„Lazarus“

Lazarus verkleinert

Ein Schweden-Krimi von Lars Kepler, übersetzt von Thorsten Alms und Susanne Dahmann, erschienen im Gustav Lübbe Verlag

Klappentext:

Niemand mordet wie Jurek Walter. Niemand fügt den Angehörigen der Opfer so viel Schwerz zu wie er. Und niemand glaubt, dass er, der gefährlichste Serienmörder Schwedens, die Schüsse aus einer Polizeiwaffe und den Sturz in einen eiskalten Fluss überlebt haben könnte. Niemand. Bis auf Joona Linna, Kommissar aus Stockholm. Er weiß, dass Jurek Walter nicht eher ruhen wird, bis er Joona und seine Familie zerstört hat. Und es ist nur der Anfang, als in der Wohnung eines Grabschänders der Schädel von Joona Linnas toter Ehefrau entdeckt und eine perfide Mordserie aus ganz Europa gemeldet wird. Denn das Böse verschwindet niemals wirklich.

Eigene Meinung:

Es ist der 7. Fall für den Ermittler Joona Linna, ein attraktiver Finne mit einer Art sechster Sinn, und seine Kollegin Saga Bauer, eine kluge und unorthodoxe Ermittlerin. Beiden geht der Fall unter die Haut und betrifft sie auch persönlich. Das Buch hat mir schlicht den Atem geraubt. Die 600 Seiten habe ich quasi in zwei Abschnitten durchgelesen, weil es so spannend war. Dabei ist der Schreibstil schnörkellos, direkt, präzise auf den Punkt gebracht. Außerdem geht es teilweise ziemlich hart zur Sache, also nichts für zarte Gemüter. Für alle anderen gibt es hier Hochspannung zwischen zwei Buchdeckeln und ich freue mich auf mehr.

5 Sterne-p1

Ich habe die beiden Autoren, die „Lars Kepler“ sind, auf der Leipziger Buchmesse 2019 bei einem Meet & Greet getroffen. Einen Bericht dazu gibt es auf diesem Blog unter „Leipziger Buchmesse 2019“.

Lars Kepler Meet & greet

„Die Tulpenschwestern“

Die Tulpenschwestern verkleinert

Roman von Susan Mallery, übersetzt von Barbara Röhl, erschienen bei Harper Collins

Klappentext:

Kelly Murphy liebt Tulpen. Wenn das jährliche Tulpenfestival gefeiert wird, ist das die größte Freude der Tulpenzüchterin. Dieses Mal kehrt allerdings ihre Schwester Olivia zurück – die Kelly seit Jahren nicht gesehen hat. Obwohl sie sich wie Tag und Nacht unterscheiden, müssen sie in einem Haus zusammenleben. Olivia entdeckt dabei die Stadt, in der sie ihre Kindheit verbracht hat, neu. Als dann auch noch ihre Mutter auftaucht und sich scheinbar mit dem Vater wieder versöhnen will, erschüttern lang gehütete Geheimnisse ihre Welt.

Eigene Meinung:

Der Anfang des Buches hat mir sehr gut gefallen. Ein spannender Blick in die Welt der Blumenzüchter, ein Blick in eine amerikanische Kleinstadt, die sich bemüht, für Touristen attraktiver zu werden. Dazu die Geschichte der beiden Schwestern, mit Schwung und Witz erzählt. Aber irgendwie wurde es mir dann etwas zu lang. Viele Personen, viele Beziehungen untereinander, da hat das Buch für mich an Schwung und Witz doch verloren. Insgesamt nett zu lesende Unterhaltung.

3 Sterne-p1